Medoc-Notizen Juli – Sept. 2018

 

 

 August 2018

 

Gravierender Badeunfall

Am Strand von Soulac hat sich vor dem Appartementhaus Le Signal am letzten Samstag ein folgenschwerer Badeunfall ereignet. Während an der Strandrettungsstation wegen der besonders heftigen Wellen die rote Fahne als Zeichen drohender Gefahr aufgezogen worden war, ist ein 10jähriger Junge von einer Baīne erfaßt worden und drohte von der Strömung hinausgetragen zu werden. In dieser Situation haben sein Vater und sein Onkel versucht, dem Jungen zu Hilfe zu kommen Der Junge konnte schließlich an Land gebracht werden, für seine beiden Retter ging das Unternehmen jedoch schlecht aus. Der Onkel mußte ins Krankenhaus geschafft werden, wo er sich inzwischen auf dem Weg der Besserung befindet. Für den Vater gab es jedoch keine Rettung. Trotz einer Überführung mit dem Hubschrauber in das Universitätskrankenhaus nach Bordeaux erlag er wenige Stunden nach der Einlieferung den Verletzungen, die er bei dem Rettungsversuch davongetragen hatte.

(E. Artigue-Cazcarra: Gironde : un père de famille se noie en essayant de sauver son fils, in: SUDOUEST, 19. 08. 2018 20.50h, Internet-Ausg.)

 

 

Studentensorgen

Bordeaux ist in Frankreich eine der beliebtesten Adressen für das Studium. Da das immer mehr angehende Akademiker meinen, ist ein Problem fast unausweichlich, das der Unterkünfte. In den letzten 10 Jahren hat die Zahl der Studierenden in Bordeaux um 20% zugenommen, während die Zahl der für diesen Personenkreis in Frage kommenden Wohnungen nur unwesentlich zugelegt hat. Verglichen mit den Universitätsstädten Toulouse und Lyon gibt es in Bordeaux 70% bzw. 50% weniger Studios oder Einraumwohnungen, die am meisten von Studenten gesucht werden. Angesichts der starken Nachfrage ist es daher kaum verwunderlich, dass der Anteil der monatlich verfügbaren Mittel, der für das Wohnen aufgewendet werden musss, höher ist als anderswo, Paris natürlich ausgenommen. In Bordeaux muß ein Student für seine Unterkunft pro Monat 623 Euro ausgeben, im Landesduchschnitt sind es 596 Euro, in Paris hingegen 842 Euro. Ein Teil der Knappheit des für Studierende in Fragen kommenden Wohnraums erklärt sich dadurch, dass im Großraum Bordeaux inzwischen rund 5.000 Studios an Touristen vermietet werden, die mehr zahlen und die Wohungen nur kurzfristig belegen. Die staatlichen Instanzen, die die Probleme der wohungssuchenden Studenten durchaus wahrnehmen, stellen zwar Mittel für die Förderung des Wohnungsbaus zur Verfügung, doch wird damit das Problemm allenfalls ein wenig gemildert, gelöst wird es nicht.

(B. Lasserre: Les étudiants galèrent pour se loger, in: SUDOUEST, 18. 08. 2018)

 

Windkraftanlage für den Rucksack

Die Agentur für Umwelt und Energiefragen der Nouvelle-Aquitaine hat einem jungen Unternehmen aus Martillac eine Beihilfe von 318.000 Euro gewährt für eine technische Neuerung, der eine gute Zukunft vorhergesagt wird. Das Projekt, das diese Förderung erhält, heißt Kiwee One und soll im September vermarktungsreif sein. Es ist eine Miniwindkraftanlage, die 50 bis 100 Watt erzeugt und mobil überall dort eingesetzt werden kann, wo Strombedarf besteht, der sonst nicht gedeckt werden könnte. Kern der Anlage ist ein Windrad von gut einem Meter Durchmesser, das von einem kräftig dimensionierten Drachen in bis zu 150 m Höhe getragen wird und von dem in dieser Höhe permanent wehenden Wind zum Drehen gebracht wird. Diese Drehkräfte werden zu einem am Boden befindlichen Dynamo übertragen, der die eigentliche Stromerzeugung besorgt. Die Anlage ist leicht und mobil, sie wiegt alles in allem weniger als 4 kg und kann zerlegt in einem 20-Liter-Rucksack verstaut werden. Der technisch anspruchsvollste Teil der Anlage besteht in dem System der Übertragung der Kräfte der Rotordrehungen auf den Boden zum Dynamo. Die Lösung, die man dafür gefunden hat, ist inzwischen durch Patente geschützt. Bis zur Markteinführung rechnet man mit Kosten in Höhe von rund 780.000 Euro, von denen ein gewichtiger Teil durch die gewährten Fördermittel abgedeckt wird. Die schon eingeleitete Weiterentwicklung soll die Anlage gegen Störungen und Bedienungsfehler resistent machen und in einer weiteren Ausbaustufe die Stromerzeugung bis auf zunächst 500 Watt steigern.

(J. Jamet: Ils inventent l’énergie éolienne permanente, in: SUDOUEST, 17. 08. 2018)

 

 

 

 

Rückschlag

Die ob ihrer Leidensgeschichte wahrlich nicht zu beneidenden Besitzer des maroden Appartementhauses Le Signal in Soulac haben einen weiteren Rückschlag einstecken müssen. Ihre Hoffnung, hinsichtlich der Entschädigung und des Verfahrens mit anderen Eigentümern gleichgestellt zu werden, die im Rahmen der Loi Barnier aus staatlichen Mitteln einen akzeptablen Ausgleich für ihre Verluste erhalten hatten, hat sich zerschlagen. Das höchste Verwaltungsgericht in Frankreich hat nun entschieden, dass die Eigentümer der 78 Wohnungen im Appartementhaus Le Signal keinen Anspruch darauf haben, aus dem Fonds Barnier entschädigt zu werden, weil ihr Haus nicht plötzlich und unvorhersehbar in Gefahr geraten sei, sondern sich in einer Zone befinde, in der die mehr oder weniger schnell voranschreitende Erosion langsam die Gefahr für das Bauwerk heraufbeschworen und vergrößert habe. Mit diesem Urteil ist nur in verwaltungsrechtlicher Hinsicht Klarheit geschaffen worden. Die massiven Probleme des Signal und seiner Noch-Eigentümer sind damit in keiner Weise der Lösung nähergebracht worden. Immerhin scheint klar zu sein, dass die Düne vor dem Gebäude zunächst verstärkt werden soll und dass die im Gebäude erforderlichen Arbeiten zur Beseitigung der darin befindlichen Asbestbestandteile aus staatlichen Mitteln finanziert werden sollen. Über das, was danach kommt, herrscht aber immer noch große Unklarheit.

(J.-D. Renard: Dernier écueil pour Le Signal, in: SUDOUEST, 17. 08. 2018)

 

 

Brücken in Frankreich

Nach der Brückenkatastrophe in Genua stellt man sich auch in Frankreich besorgte Frage hinsichtlich der Sicherheit der Brücken. Der letzte Bericht des Verkehrsministeriums weist aus, dass von den insgesamt 200.000 Brücken in Frankreich 12.000 zu Straßen gehören, die vom Staat unterhalten und kontrolliert werden. Von diesen 12.000 Brücken hat ein Drittel Reparaturbedarf, überwiegend kleinerer Art und darauf ausgerichtet, größere Folgeschäden zu vermeiden. 7% der staatlichen Brücken weisen ernsthafte Schäden auf, die in absehbarer Zeit zur vorbeugenden Sperrung dieser Bauwerke führen würden, wenn keine Maßnahmen zur Behebung der Probleme ergriffen werden. Ein Experte, der über fundiertes Hintergrundwissen verfügt, sagte, er kenne keine Brücke in Frankreich, die unmittelbar vom Einsturz bedroht sei, aber er wisse, dass die Mittel, um die bestehenden Brücken in gutem Zustand zu erhalten, dringend aufgestockt werden müßten. In Frankreich werden alle Brücken in staatlicher Zuständigkeit einmal pro Jahr inspiziert und dann alle fünf Jahre einer eingehenden Untersuchung unterzogen. Nach den aktuellen Erhebungen sind 666 (5%) der untersuchten Brücken in einem Zustand, der Reparaturen verlangt, die aber noch nicht von höchster Dringlichkeit sind. 122 Brücken (1%) wurden eingestuft in die Schadensklasse, die dringend Reparaturarbeiten verlangt. Keine dieser Brücken ist jedoch so gefährdet, dass sie sofort für den Verkehr gesperrt werden muss. Weniger eindeutige Befunde liegen jedoch vor für die größte Zahl der insgesamt 200.000 Brücken in Frankreich, für die entweder Autobahngesellschaften oder Gemeinden zuständig sind. Hier sind nach Meinung der Experten eingehendere Kontrollen anzuraten, um sicherzustellen, dass trotz des flächendeckenden Mangels an finanziellen Mitteln bei den Kommunen und Gebietskörperschaften die notwenigen Arbeiten durchgeführt würden, die erforderlich seien, um die Sicherheit der bestehenden Brückenbauwerke zu gewährleisten. Hier gibt zu denken, dass frankreichweit für den Erhalt der Brücken nur 02 bis 0,25% des Werts der Bauwerke pro Jahr für den Unterhalt aufgewendet werde, während nach Ansicht der Experten, dafür das Vier- bis Siebenfache angemessen wäre.

(Y. Saint-Sernin: La France s’interroge sur ses ponts, in: SUDOUEST, 16. 08. 2018)

 

 

 

Gegen die Erosion

Der Verein für den Schutz von Soulac vor der Erosion (Apsem) besteht zwar erst vier Jahre, doch blickt der Vorstand schon jetzt mit Zufriedenheit auf das Erreichte zurück. Auf der jüngst durchgeführten Jahreshauptversammlung des Vereins zeigte man sich insbesondere darüber zufrieden, dass die Beschlüsse des Gemeindeverbandes Médoc Atlantique zum Kampf gegen die Erosion weitgehend mit den Vorstellungen identisch sind, die Apsem entwickelt hat.  Auf der Jahresversammlung wurden mehrere kleinere und größere Referate zu dem für Soulac eminent wichtigen Thema der Erosion gehalten. Daraus ergab sich, dass der Prozess der Erosion seitdem es, beginnend mit dem Jahr 1800 etwa, auswertbare Aufzeichnungen über die Veränderung der Küstenlinie gibt, zu den Konstanten an der Küste gehört, dass es aber recht schwierig ist, aus den bisherigen Beobachtungen präzise Voraussagen für die künftige Entwicklung zu machen. In Bezug auf die immer noch nicht endgültig zu den Akten gelegten Pläne zur Ausbaggerung von Flächen in der Girondemündung, um daraus Kies und Sand zu gewinnen, ist man sich allerdings sicher, dass die Auswirkungen für Soulac und die nördliche Spitze des Médoc äußerst bedrohlich sein werden. Nicht nur aus diesem Grund wurde betont, dass man eng mit dem im Royan ansässigen Verein Estuaire pour tous verbunden sei, der weitgehend dieselben Zeile verfolge wie Apsem und dabei auch gegen die Ausbaggerungspläne kämpfe. Nach den Erfahrungen der jüngeren Vergangenheit, bei denen sich wie etwa beim Kampf gegen den Gastankerhafen bei Le Verdon gezeigt hat, dass öffentlich artikulierter Widerstand gegen wirtschaftliche Interessen erfolgreich sein kann, wenn er einen möglichst breiten Rückhalt in der Bevölkerung findet, ist man sicher, dass es möglich sein wird, dass zunehmend wachere Bewusstsein der Öffentlichkeit für Fragen des Umweltschutzes zu mobilisieren und in den Dienst einer verantwortungsvollen Politik zum Schutz der Küsten zu stellen.

(M. Caporal: L’Apsem s’implique contre l’extraction des granulats, in: SUDOUEST, 15. 08. 2018)

 

 

Alle drei Minuten

Alle drei Minuten wird in Frankreich in der Ferienzeit ein Haustier ausgesetzt. Das bedeutet, dass sich pro Jahr rund 100.000 Tierhalter auf eine verantwortungslose Art ihrer vorwiegend vierbeinigen Haustiere entledigen. Dabei ist es wenig erbaulich, dass vor dreißig Jahren noch rund 400.000 Tiere waren, die so ihrem Schicksal überlassen wurden. Wenn diese Tiere bemerkt werden, kümmern sich Polizei und Feuerwehr darum, dass sie in Tierheime gebracht werden, wo sie versorgt werden, auch wenn dort die Unterbringungsmöglichkeiten in der Sommersaison meist bis fast auf den letzten Platz belegt sind. Es ist klar, dass das keine Lösung des Problems ist, das nach Ansicht von Tierschützern gar nicht existieren dürfte, wenn schon bei der Anschaffung von Haustieren umsichtiger verfahren würde. Und die Häufung solcher Fälle in der Freienzeit wäre leicht vermeidbar, wenn sich die Tierhalter rechtzeitig um die Unterbringung von Hund oder Katze für die Urlaubszeit bemühen würden. Es gibt inzwischen einen gut entwickelten Dienstleistungsbereich in Frankreich, der es, guten Willen vorausgesetzt, leicht macht, eine artgerechte Unterbringung für eine kurze Zeit zu organisieren. Die Tierschützer führen an, dass es heutzutage meist möglich ist, den Besitzer eines ausgesetzten Haustieres ausfindig zu machen, weil zumindest die aus regulärer Zucht stammenden Tiere im Halsbereich einen winzigen Chip haben, der einfach ausgelesen werden kann und damit erlaubt, den Besitzer zu emitteln. Rein rechtlich ist das Aussetzen eines Haustieres in Frankreich strafbar und kann, wenn der Nachweis erbracht wird, dass damit das Tier vermeidbaren Leiden ausgesetzt war, mit einer Geldstrafe bis zu 30.000 Euro und bis zu zwei jahren Haft geahndet werden. In der Praxis ist der Nachweis der Strafbarkeit aber nur selten möglich, wenn  nicht der Ausführende auf frischer Tat ertappt wird. Die Tierschützer sind sich einig, dass noch viel mehr dafür getan werden muss, Tierhalter zu sensibilisieren und aufzuklären, um ein Verantwortungs- und Problembewusstsein zu entwickeln, das vielen Tieren das erspart, was sie derzeit noch durchmachen müssen.

(B. Lasserre: Toujours plus d’animaux abandonnés, in: SUDOUEST, 14. 08. 2018)

 

 

Châteaux im Médoc

Es war schon immer etwas teurer, einen besonderen Geschmack zu haben. Das gilt auch für die Preise von Châteaux im Médoc, zumindest für die großen und ganz großen Namen. Wenn man in Pauillac, Pomerol, Margaux oder Pessac-Léognan ein Château erwerben will, braucht man eine besonders dicke Brieftasche. In Saint-Estèphe liegen die Preise pro Hektar bei etwa 450.000 Euro pro Hektar, was bedeutet, dass pro Weinstock rund 45 Euro zu zahlen sind. Vor acht Jahren hätte man pro Hektar etwa 350.000 Euro auf den Tisch legen müssen.

An der Spitze der Preisskala liegen aber Flächen bei Pomerol, wo 4,5 Millionen pro Hektar gefordert und auch gezahlt werden, wenn dort überhaupt etwas zu haben ist. Zum obersten Preissegment werden etwa 5% der Anbauflächen des Bordelais gerechnet, auf die allerdings rund 20% der Umsätze im Weingeschäft entfallen. Das Preisgefälle zum anderen Ende der Skala ist beträchtlich, denn für die preisgünstigsten Flächen werden nur 1/400 der Preise verlangt, die man in Pomerol aufwenden müßte.  Auf Durchschnittswerte umgerechnet kann man für 1 Million Euro in und um Pauillac 0,5 ha erwerben, in Pomerol bekommt man immerhin schon 0,7 ha. Etwas mehr gibt es in Saint Julien und Margaux, nämlich 0,8 ha.  In Saint Estèphe sind es 2,2 ha, in Saint Emilion immerhin schon 4,0 ha. Im gesamten Médoc sind die Durchschnittspreise so, wenn man alles zusammenfaßt von ganz teuer bis ganz billig, dass man für 1 Million Euro 18,2 ha erhält. 

(C. Compadre: Les prix s’envolent sur les grands vignobles, in: SUDOUEST, 13. 08. 2018)

 

 

Fähre Royan –Le Verdon

Ein großer Teil der Besucher des Médoc aus Richtung Norden nutzt für die Überquerung der Gironde die Fährverbindung zwischen Royan und Le Verdon, jährlich rund eine Million Passagiere. Während der Sommersaison sind die beiden Fähren La Gironde und L’Estuaire im rollenden Einsatz, wobei die Kapitäne auf zügiges Ent- und Beladen achten. Die Rechnung ist einfach: Eine Einsparung von fünf Minuten bei jedem Anlegevorgang ermöglicht täglich eine weitere Fahrt. Die Fähren erreichen eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 20 km/h und benötigen eine knappe halbe Stunde von Anlegestelle zu Anlegestelle. Die Fähren verkehren bis zu Wellenhöhen von drei Metern, wobei die Entscheidung zum Auslaufen beim Kapitän liegt. Die Verbindung gehört zum öffentlichen Nahverkehr des Departements Gironde, doch weist sie eine erstaunliche Besonderheit auf: sie ist rentabel und braucht keine Zuschüsse aus den öffentlichen Kassen.

(J.-D. Renard: Entre Le Verdon et Royan, le bac aux allures de croisière, in: SUDOUEST, 13. 08. 2018)

Zum Fahrplan der Fähren: Klick

Zur Geschichte der Fährverbindung: Klick

 

 

Sternschnuppen

Es ist wieder soweit: die Perseiden kommen. Das ist eine Fülle von Sternschnuppen, die aus dem Sternbild des Perseus zu kommen scheinen. Tatsächlich handelt es sich um die Reste des Kometen 109/Swift-Tuttle, dessen Staubspur die Erde regelmäßig um den 12. August kreuzt. Zu sehen sind dann, besonders in der zweiten Nachthälfte, viele Sternschnuppen, die entstehen, wenn die Staubpartikel, die vom Kometen Swift-Tuttle übriggeblieben sind, mit Molekülen der Erdatmosphäre kollidieren und dann kurz aufleuchten und verglühen. Das Maximum wird in der Nacht von Sonntag zu Montag gegen 4.00h morgens erreicht, wenn bis zu zwei Sternschnuppen pro Minute am Himmel aufleuchten. Der Beginn dieses Phänomens wird mit Einsetzen der Dunkelheit stattfinden, wobei dann die Häufigkeit aber erst bei einigen Dutzend pro Stunde liegen wird. 2018 wird ein Jahr mit durchschnittlich vielen Sternschnuppen sein, mehr als 2017, aber weniger als in dem Rekordjahr 2016. Dafür werden die Beobachtungsmöglichkeiten extrem günstig sein, denn der Mond wird nicht am Himmel stehen und daher kein störendes Licht aussenden.

(Sudouest.fr avec AFP: Une pluie d’étoiles filantes attendue dans la nuit de dimanche à lundi, in: SUDOUEST, 11. 08. 2018, 11.19h, Interent-Ausg.)

 

 

 

 

 

Bedrohliche Projekte

Der Verein Estuaire pour tous, der sich vor wenigen Jahren große Verdienste um die Organisation des Widerstands gegen den geplanten Gastankerhafen bei Le Verdon erworben hat, hat am 30. Juni in Royan seine Jahresversammlung abgehalten. Dabei wurden beunruhigende Informationen vermittelt. Der erste Komplex, der Anlaß zur Besorgnis gibt, ist die nach einem Verwaltungsgerichtsurteil wieder mögliche Wiederbelebung eines großflächigen Projektes zur Abbaggerung von Sand und Kies im Mündungsbereich der Gironde, von dem schwerwiegende Auswirkungen auf das Ökosystems der Girondemündung zu erwarten sind. Die in der Jahresversammlung vertretenen Mitglieder des Vereins Estuaire pour tous haben einstimmig beschlossen, alle möglichen Maßnahmen zu unterstützen, die die Ausbaggerung verhindern.

Ein weiteres Vorhaben, das schwerwiegende Folgen nach sich ziehen kann, stellt die vom Autonomen Hafen von Bordeaux betriebene  Vertiefung der bestehenden Fahrrinnen im Mündungsbereich der Gironde dar. Hier besteht die Gefahr, dass viel mehr als die ursprünglich veranschlagten 5 Millionen Kubikmeter Sand und Kies weggebaggert werden und dass durch die Arbeiten giftige Schwermetalle aufgewirbelt werden, die bislang mehr oder weniger passiv im Untergrund lagen.

Einen dritten Punkt, der Sorgen auslöst, stellt das Atomkraftwerk bei Braud-St-Louis dar, das namentlich bei den zur Zeit herrschenden Temperaturen gefährlich zur Erwärmung des Wassers in der Gironde beiträgt, was direkt das Leben der dort vorhandenen Fische und anderen Wasserbewohner bedroht.

Der Verein  Estuaire pour tous wird seiner Linie treu bleiben, und überall dort Widerstand organisieren und leisten, wo die Belange der Natur und des Umweltschutzes Gefahr laufen, von kurzsichtigen Profitinteressen ausgehebelt zu werden.

Zur Zeit ist jedoch der Mitgliederbestand des Vereins, der in den erfolgreichen Spitzenzeiten bei 5000 gelegen hatte, deutlich geschrumpft. Damit ist naturgemäß auch die Durchsetzungskraft der Vereinsziele geschwächt. Es ist daher an der Zeit, den Mitgliederbestand wieder kräftig zu vergrößern, was bei einem Jahresbeitrag von 5 Euro ohne weitere Verpflichtungen eigentlich kein Problem sein sollte. (Wie man schnell und einfach Mitglied werden kann, erklären wir hier: Klick)

(C. Boissot: Le projet Matelier refait surface, in: Le Journal du Médoc, 27. Juli 2018)

 

 

 

Rosé im Aufwind

Es ist noch nicht lange her, da galten Rosé-Weine weniger als ihre roten Verwandten. Das hat sich in den letzten Jahren aber deutlich geändert, denn nunmehr wird der Rosé nahezu überall als vollwertiger Wein akzeptiert, der auch auf einem seriös gedeckten Tisch stehen kann und nicht nur als Begleitgetränk zum Grillabend geduldet wird. Die Aufwertung zeigt sich auch darin, dass inzwischen  nicht nur nachgefragt wird nach dem Rosé des Vorjahres, sondern dass mehrere Jahrgänge angeboten werden, die jedoch verglichen mit dem Rotwein immer relativ jung sind. Das Preisgefüge ist dabei durchaus verbraucherfreundlich und liegt deutlich unter dem, was für renommierte Lagen und Jahrgänge des Roten verlangt und gezahlt wird. Mengenmäßig hat sich in Frankreich der Verbrauch von Roséweinen in den letzten zwanzig Jahren verdoppelt. Dabei ist der Weinkomsum der Franzosen drastisch zurückgegangen. Während Mitte der 70er Jahre der Durchschnittsverbrauch pro  Kopf und Jahr bei rund 100 Litern lag, ist er auf gegenwärtig 42 Liter pro Kopf zurückgegangen. Trotzdem wird zwei Drittel der französischen Produktion in Frankreich verzehrt, ein Drittel geht in den Export und davon 46% in Länder außerhab der Europäischen Union.

(S. Cottin: À table, les Français voient la vie en rosé; in: SUDOUEST, 02. 08. 2018)

 

 

Trotz Hitzewelle kälteres Wasser

Obwohl die Temperaturen im Médoc sich in der Nähe der bisherigen Hitzerekorde bewegen, ist das Atlantikwasser merkbar abgekühlt. Dabei gingen die Wassertempturen in der Nacht von Montag auf Dienstag von über 20 Grad auf unter 17 Grad zurück. Die Erklärung dafür ist relativ einfach: DieWindrichtung hat auf Nord-Nordost gedreht, und dabei wird das warme Oberflächenwasser auf das offene Meer abgetrieben und kaltes Wasser aus tieferen Schichten tritt an seine Stelle. Dieser Vorgang ist nicht ungewöhnlich, doch ist er in diesem Jahr besonders stark aufgefallen, weil zuvor das Wasser besonders warm war und dabei um 1,5 Grad über den langjährigen Durchschnitswerten lag. Genau so schnell wie die Abhkühlung des Wassers eingetreten ist, kann sie wieder aufhören, wenn sich die Windrichtung ändert. Das wird, zumindest für die nächste Tage, wohl nicht geschehen.

(D. P.: Pourquoi l’océan est-il devenu si froid sur les plages de Gironde ? in: SUDOUEST, 03. 08. 2018, 15.50h, Internet-Ausg.)

 

 

10 Jahre Médoc-Notizen

Vor zehn Jahren, am 2. August 2008, fand der Probelauf der Médoc-Notizen statt. An diesem Tag hatten wir  5 Besucher, die 13 Seiten aufgerufen haben.

Nach zehn Jahren haben sich insgesamt mehr als 2,13 Millionen Besucher eingefunden, die zusammen mehr als 6,39 Millionen Seiten aufgerufen haben.

Etwas verwunderlich finden wir es, dass immer noch viele Besucher erst die alte Adresse der Médoc-Notizen (www.medoc-notizen.de) ansteuern, und von der dann zu der aktuellen Adresse ( www.medoc-notizen.eu ) wechseln. Auf der alten Adresse ist seit dem August 2017 keine Aktualisierung mehr erfolgt, und das wird auch in Zukunft so bleiben, nicht zuletzt deswegen, weil die Technik, mit der diese Seite gestaltet wurde, nicht mehr weiterentwickelt wird.

Verwunderlich finden wir es auch, dass unser Gästebuch, das kurz nach dem Umzug zu der neuen Adresse eingerichtet wurde, immer noch ohne Eintrag ist.

(UM, 03. 08. 2018)

 

 

 

Verstärkung aus Deutschland

Auch in diesem Jahr verstärkt sich die französische Gendarmerie in den Ferienorten des Médoc mit ausländischen Kollegen. In diesem Jahr wird in Lacanau ein deutscher Polizist seinen einheimischen Kollegen zur Seite stehen und besonders dann eingesetzt werden, wenn es sprachliche Probleme gibt. Der deutsche Kollege ist seit dem 13. Juli vor Ort. Er wurde schon am Tag seines Eintreffens zu einem ersten Einsatz im Umfeld des Feuerwerks mitgenommen. Deutsche Sommergäste stellen in den Sommermonaten einen beträchtlichen Teil der ausländischen Besucher im Médoc. Sie gelten nicht als schwierig oder auffällig, doch haben die meisten nur begrenzte Kenntnisse der französischen Sprache, so daß ein deutscher Polizist in vielen Situationen Hilfe leisten kann, die auch durchweg gern angenommen wird.

( Le Journal du Médoc, 27. Juli 2018)

 

 

Reggae Sun Ska Festival

Das Reggae Sun Ska Festival kehrt vom 3. bis 5. August nach einigen Jahren, in denen es in Bordeaux ausgetragen wurde, in das Médoc zurück. Der Schauplatz wird die Domaine de Nodris bei Vertheuil sein. Man rechnet mit rund 15.000 Besuchern täglich, mithin deutlich weniger als bei der letzten Auflage in Bordeaux. Das Festivalgelände wird, um den behördlich vorgegebenen Sicherheitsauflagen zu entsprechen, mit einem 2 m hohen Metallzaun umgeben. Aus Sicherheitsgründen wird es nur eine Zufahrt von der RD 1215 her geben, die ausschließlich  von Fahrzeugen passiert werden kann.  Schon vor den eigentlichen Festival-Tagen vom 3. bis 5. August wird auf der RD 1215 im Bereich der vierspurigen Strecke bei Vertheuil die Verkehrsführung geändert und die Fahrtgeschwindigkeit reduziert. Erst am 8. August werden die letzten Beschränkungen auf der RD 1215 wieder aufgehoben sein.

(M. Caurraze: Reggae Sun Ska: circulation modifiée sur la RD 1215,  in: Le Journal du Médoc, 27. Juli 2018)

 

 

Wasservorräte und Erntebeginn

Während in einzelnen westlichen Departements Frankreichs Maßnahmen zur Einsparung von Wasser verfügt wurden, gibt es im Südwesten bislang keine Notwendigkeit für derartige Anordnungen. Hier wirken immer noch die überaus reichlichen Niederschläge der ersten Monate des Jahres nach, die die Grundwasservorräte kräftig aufgefüllt hatten. Zur Zeit liegen die Vorräte im  Boden bei 90% , so daß die Bewässerungsanlagen der Landwirtschaft noch drei bis vier Wochen aktiv  bleiben können. In einigen Regionen Frankreichs wird der Beginn der Ernte früher liegen als in anderen Jahren, im Bordelais rechnet man aber damit, daß die Weinlese wie üblich Ende August/Anfang September für die weißen Weine und ab Mitte September für den roten beginnen wird.

(Eau : pas de craintes pour l’instant, in: SUDOUEST, 31. 07. 2018)

 

Juli 2018

Tödlicher Unfall bei Le Gurp

Am Montag, 30. Juli 2018, hat sich bei Le Gurp ein Badeunfall mit tödlichem Ausgang ereignet. Das Opfer, ein 45 Jahre alter Deutscher, hatte sich außerhalb der bewachten Badezone ins Wasser gewagt und war bei bis zu 2m hohen Wellen in Schwierigkeiten geraten. Als bemerkt wurde, daß er sich in einer bedrohlichen Lage befand, wurden Rettungskräfte alarmiert. Als sie eintrafen, darunter der Rettungshubschrauber Dragon 33, an dessen Bord sich ein Notarzt befindet, wurde versucht, den Verunglückten wieder zu beleben, allerdings ohne Erfolg. Die Strandretter wiederholen ihre Mahnungen, nur an bewachten Zonen in das Atlantikwasser zu gehen und insbesondere dort, wo rote Fahnen auf Gefahrenstellen hinweisen, jegliches Risiko zu vermeiden.

(J. Lestage: Gironde : un touriste allemand meurt noyé dans une zone non surveillée, in: SUDOUEST, 30. 07. 2017, 20.25h, Internet-Ausg.)

 

Flut von Rettungseinsätzen

In der Sommersaison sind die Rettungskräfte, die sich um in Not geratene Schwimmer oder Bootsbesatzungen kümmern, aus leicht zu erklärenden Gründen häufiger im Einsatz als sonst. Am letzten Juliwochenende war, wie der Préfet maritime de l’Atlantique mitteilte, eine Rekordanzahl von Einsätzen erforderlich. Insgesamt wurden 60 Rettungsaktionen gezählt, die zum größten Teil bei umsichtigerem Verhalten der Sommergäste zu vermeiden gewesen wären. Dazu gehört das Drittel der Einsätze, die erforderlich waren, um losgerissene Segel- und Motorboote zu bergen, die an ihren Liegeplätzen nachlässig vertäut worden waren. Für die Retter stellen derartige Aktionen immer ein erhöhtes Risiko dar, weil sie an Bord der führerlosen  Boote gehen müssen, was bei dem Seegang, der in den letzten Tagen geherrscht hat, nicht unproblematisch ist. Ein weiteres Drittel der Einsätze wurde erforderlich, weil Freizeitschiffer sich trotz der groben See hinausgewagt hatten, in Situationen gerieten, denen sie nicht gewachsen waren. Das letzte Drittel der Rettungsaktionen entfiel auf Aktivitäten, die erforderlich wurden, weil Badegäste in Not geraten waren. In Soulac wurde ein älterer Mann, der einen Kreislaufkollaps erlitten hatte, von einem Jetski aus dem Wasser gerettet und mit dem Hubschrauber in die Universitätsklinik von Bordeaux gebracht. Ein 18jähriges Mädchen wurde bei Truc vert am Cap Ferret in letzter Minute aus dem Wasser geholt und in Sicherheit gebracht ebenso wie ein 16jähriger bei Le Verdon, während ein 22jähriger bei Anglet immer noch vermißt wird. Nicht alle Rettungsaktionen verlaufen erfolgreich, aber bei allen setzen sich auch die Retter einem hohen Risiko aus, das meist vermieden werden könnte durch umsichtigeres Verhalten der Sommergäste.

(Fl. Moreau: Un week-end historique en termes d’interventions, in: SUDOUEST, 30. 07. 2018)

 

Kirchenglocken

An der Kirche von Saint-Laurent gab es am 20. Juli ein Schauspiel der besonderen Art zu sehen, denn dort wurden mit einem mächtigen Autokran die beiden Glocken der Kirche ausgebaut. Die ältere der beiden Glocken stammt aus dem Jahr 1492, die etwas jüngeren von 1527. Sie gehören zu den ältesten Glocken in Frankreich und wurden demzufolge in die Liste der Nationaldenkmäler aufgenommen. Die beiden Glocken sind in keinem guten Zustand, sie sollen daher aufgearbeitet werden, damit sie wieder  in altem Glanz erstrahlen können. Wann und wo die Glocken restauriert werden sollen, ist zur Zeit noch nicht entschieden. Die Gemeinde, Eigentümerin des Kirchengebäudes und von allem, was dazugehört, wartet auf die Ergebnisse einer Ausschreibung, die noch nicht abgeschlossen ist. Bis dahin werden die Einwohner von Saint Laurent ohne die Klänge ihrer Glocken auskommen müssen.

(P.Vallade: Les cloches se font la belle, in: SUDOUEST, 25. 07. 2018)

 

Binsenernte

Am rechten Girondeufer hat im Bereich von Braud-Saint-Louis südlich von Saint-Ciers-sur-Gironde vor wenigen Tage eine kaum beachtete Ernte begonnen, bei der im sumpfigen Untergrund wachsende Binsen gemäht und gebündelt wurden, um später Verwendung im Weinbau zum Anbinden der Triebe, in manchen Käsereien zum Verschnüren von Käsepackungen oder auch als Ausgangsmaterial für Flechtarbeiten zu finden. Die Binsenernte war früher eine relativ verbreitete Aktivität, an der noch in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts um 200 Produzenten beteiligt waren. Heutzutage kann man ihre Zahl beinahe an den Fingern einer Hand abzählen. Die Binsenernte bei Braud-Saint-Louis ist zwar wenig bekannt, sie ist aber einzigartig in Frankreich. In Spitzenzeiten wurden früher 400.000 Bunde geerntet, heute sind es noch 3.000. Mit Ausnahme des Mähvorgangs, der mittlerweile maschinell ausgeführt wird, sind alle Verrichtungen, um die Binsenbunde herzustellen, Handarbeit, und dafür finden sich immer weniger Arbeitskräfte. Momentan sind die Erntebedingungen ideal, denn unter der sommerlichen Sonne lassen sich die Binsen innerhalb von einer Woche trocknen und damit verwendungsfertig machen. Die wenigen noch in der Binsenernte engagierten Landwirte bedauern, daß ihr Gewerbe wohl zum Aussterben verurteilt ist, wobei sie betonen, das liege weniger an der immer noch lebhaften Nachfrage als in der Tatsache begründet, das die Produzenten keine Nachfolger finden.

(J. Poirot: Jonc des marais : la récolte a démarré, in: SUDOUEST, 25. 07. 2018)

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Umgehung von Lesparre

Wenige Tage, nachdem ein sogenanntes Collectif an die Öffentlichkeit getreten war, um Stimmung gegen die geplante Umgehungsstraße von Lesparre zu machen, hat der Verein Survivre sur la 1215 („Überleben auf der 1215“) vehement Front gemacht gegen diesen Versuch, eine Straßenbaumaßnahme, an deren Zweckmäßigkeit und Notwendigkeit schon seit langen Jahren keine Zweifel besteht, zu sabotieren. Der Vorstand von Survivrre sur la 1215 hielt den Anhängern des Collectif vor, diese seien gegen die neue Straße, weil sie Grundstücke im Bereich dieser Baumaßnahme besäßen. Im übrigen sei es höchste Zeit, um die immer noch unzureichende Anbindung des Médoc an das nationale Straßennetz zu verbessern, endlich auch die Umgehungsstraßen um Taillan und um Listrac zu bauen. In dieser Situation sei man froh darüber, dass das Projekt der Umgehung von Lesparre auf der Tagesordnung des Departements bleibe und daß man bald mit Beschlüssen zum Start der Baumaßnahmen rechnen könne. Die geplante Neubaustrecke soll Lesparre im Westen umgehen. Sie wird in Liard beginnen und bei Lescapon die D 1215 wieder erreichen. Die Baukosten werden auf 35 Millionen Euro veranschlagt. Falls der Bau wie derzeit geplant 2022 beginnen könnte, sei mit der Fertigstellung der Straße 2024 oder 2025 zu rechnen.

(J. Lestage: Survivre sur la 1215 défend le contournement, in: SUDOUEST, 25. 07. 2018)

 

Gegen private Radarkontrollen

Der Bürgermeister von Lesparre hat angekündigt, daß er eine Verordnung erlassen will, die es Privatfirmen, die in staatlichem Auftrag Radarkontrollen durchführen, untersagt, auf dem Gebiet der Gemeinde Lesparre tätig zu werden. Zur Begründung führt er an, er wolle damit ein Zeichens setzen gegen die überhand nehmende staatliche Kontrolle und Bevormundung, die mit dem Grundgedanken der französischen Republik nicht vereinbar sei. Obwohl eine ähnliche Verordnung, die in der Nachbargemeinde Naujac ergangen war, von der Präfektur als unzulässig aufgehoben wurde, will der Bürgermeister von Lesparre bei seinem Entschluss bleiben. Er kündigte an, man werde sich zwar einem wahrscheinlich erfolgenden Verwaltungsgerichtsurteil beugen, doch bis dahin wolle man versuchen, den auf den Bürgern lastenden Überwachungsdruck etwas zu mildern.

(M. Durand: Un arrêté contre les radars embarqués, in: SUDOUEST, 24 07. 2018)

 

 

Verkehrsverein Coeur Médoc in Lesparre

Das Office de tourisme Coeur Médoc, das seinen Sitz in Lesparre hat und dort die Tätigkeit seines alten kommunalen Vorgängers fortsetzt, hat für die bereits angelaufene Saison neue Animationen im Programm, die vom Publikum offenbar gut angenommen werden. Darunter ist ein Fragespiel, bei dem es darum geht, sachlich richtige Antworten zu Baulichkeiten in Lesparre zu geben. Wer sich an diesem Spiel beteiligt und richtige Lösungen abgibt, hat jede Woche die Chance, kleine Preise zu gewinnen, bevor im August eine abschließende Verlosung erfolgt mit drei  Hauptpreisen für jeweils ein Wochenende im Médoc. Andere Aktivitäten des Office de Tourisme bestehen darin, einmal pro Woche eine Vorstellung lokaler Weine und Nahrungsmittel zu präsentieren oder Führungen durch das Stadtgebiet zu organisieren, bei denen die Besucher Dinge entdecken können, an denen sie sonst wahrscheinlich vorbeigehen würden.  Auch sonst lohnt sich ein Besuch in den Räumlichkeiten des Office de tourisme, das seinen Sitz am Eingang in die Rue Jean-Jacques Rousseau hat.

(M. Durnad: Au Coeur du Médoc, le tourisme ludique, in: SUDOUEST, 24. 07. 2018)

 

 

Mondfinsternis

Am Freitag, dem 27. Juli 2018, wird sich die  längste Mondfinsternis des Jahrhunderts ereignen. Nach den Voraussagen der Meteorologen wird der Himmel im Südwesten Frankreichs wolkenfrei sein, so daß gute Beobachtungsmöglichkeiten bestehen. Für die Beobachtung braucht man eigentlich keine Hilfsmittel, wenn auch ein Fernglas den Eindruck verstärken kann. Der Eintritt des Mondes in den Halbschatten der Erde vollzieht sich ab 19.14h, noch bevor der Mond in Frankreich aufgehen wird. Der  Eintritt des Mondes in den Kernschatten der Erde geschieht ab 20.24h. Ab 21.30h beginnt die Phase der totalen Mondfinsternis. Das Ende dieser Phase ereignet sich  gegen 23.13h. Die Mondfinsternis wird, gerechnet vom Beginn der Teilfinsternis  3.54h dauern. Die  Länge der totalen Mondfinsternis wird sich über ca. 1.42h erstrecken.

Mondaufgang in Bordeaux: 21.28h. Der Mond geht auf in Ost-Südost. Beim Mondaufgang in Frankreich ist die erste Phase der Mondfinsternis schon eingetreten. Kurz nach dem Aufgang des Mondes beginnt die Phase der totalen Mondfinsternis. Gut zu beobachten wird in Frankreich das Ausklingen der Mondfinsternis sein.

Auch Mondfinsternisse lassen sich natürlich fotografieren, doch ist das Licht, das vom abgedunkelten Mond reflektiert wird, so schwach, dass es in der Regel keine Bilder liefert, die dem entsprechen, was man als Beobachter gesehen hat. 

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Rückblick auf die Mondfinsternis 2015: Klick

 

 

Hitzewellen im Anmarsch

In Frankreich geht es in den nächsten Tagen steil aufwärts mit den Temperaturen. Schwerpunkte der Hitzewelle werden dabei die östlichen Landsteile sein, während es im Südwesten zwar sommerlich, aber nicht extrem warm werden wird.

Vor dem kommenden Wochenende folgt dann eine kurze Abkühlung, bei der Regen möglich ist, bevor dann ab Sonntag eine weitere Hitzewelle folgt, von der zur Zeit noch nicht gesagt werden kann, wie lange sie anhalten wird.

(Sudouest.fr.: Météo : une vague de chaleur débute, une deuxième suivra la semaine prochaine, in: SUDOUEST, 24. 07. 2018, 17.29h, Internet-Ausg.)

 

Hahnengekräh

Die Franzosen haben eine besondere Beziehung zum Hahn, nicht zuletzt daran zu sehen, dass die verdientermaßen stolzgeschwellten französischen Fußballer der Nationalmannschaft dieses Tier stolz auf ihren Trikots tragen. In der Realität des Alltagslebens ist diese Beziehung jedoch weniger spannungsfrei. Das zeigte sich kürzlich auf der Ile d’Oléron, wo, wie in vielen Ferienregionen in Frankreich während der Ferienzeit die Bevölkerungszahlen sprunghaft um das Zehn- oder Mehrfache ansteigen. Diese Sommergäste kommen zum überwiegenden Teil aus den Ballungsräumen der großen Städte, ungefähr jeder Vierte aus dem Großraum Paris. Sie sind eigentlich abgehärtet, was Lärm und Geräuschbelästigungen angeht, was sie schließlich beim Verkehrslärm, bei Feuerwehrsirenen und allerlei sonstigen Krachquellen trainiert haben. Auf der Ile d’Oléron ereignete es sich nun aber, dass Besitzer eines Ferienhauses sich in ihrer nächtlichen Ruhe gestört fühlten von einem kapitalen Hahn, der, nicht gerade funkuhrgesteuert, sein Krähen zum besten gab, wann es ihm gefiel, am liebsten ganz früh und ganz laut, vor der Konkurrenz. Die Ferienhausbesitzer, denen das absolut nicht gefiel, verlangten von der Besitzerin des Hahns, derselbe möge gefälligst ruhig gestellt werden, zumindest solange, bis sein Krähen im Tageslärm untergehen könnte. Da das nicht geschah, erfolgte eine Anzeige, gefolgt von einem vom Gericht angeordneten Schlichtungstermin, bei dem es aber nicht gelang, das Problem zu lösen. Die Besitzerin des Hahns startete eine Initiative, um dem einheimischen Geflügel das Recht zur artgerechten Meinungsäußerung zu sichern, doch war damit natürlich nicht so ganz sicher, dass damit dem Hahn das Recht zum Krähen verbrieft würde.  In dieser Situation kam eine pfiffige und hilfreiche Idee vom zuständigen Bürgermeister. Der erklärte, wenn es darauf ankomme, werde er kraft seines Amtes die Hähne seines Ortes zur bedrohten Tierart erklären, und dann hätten sie den höchstmöglichen Schutz. Beobachter meinen wahrgenommen zu haben, dass die Oléron-Hähne seit dieser Verlautbarung noch besser zu hören sind.

(S. Cottin, Sur l’île d’Oléron, des coqs accusés de chanter trop fort,  in: SUDOUEST, 20. 07. 2018, Abend-Ausg.)

 

Rauschgift

Alle Polizeidienste in Frankreich sind in erhöhter Alarmbereitschaft wegen des ständig ansteigenden Drogenangebots. Eine besondere Rolle kommt dabei dem Südwesten zu, der als eine Art Einfallstor für den Drogentransport nach Europa funktioniert. 2017 wurden im Südwesten 3,5 Tonnen Kokain beschlagnahmt, rund ein Viertel der in ganz Frankreich sichergestellten Menge. Und die Tendenz ist eindeutig ansteigend. Neben dem Kokain werden auch andere Rauschgifte und Drogen verstärkt ins Land gebracht. Die Menge des weltweit erzeugten Kokains nimmt stetig zu. Allein in Kolumbien wurde 2016 rund 1000 Tonnen Kokain hergestellt. Mit den gegenüber früher deutlich angestiegenen erzeugten Mengen sind die Preise gefallen, so dass Kokain mittlerweile zu den erschwinglicheren Drogen gehört. Gleichzeitig hat die Stärke dieses Rauschgifts zugenommen, was zu einer deutlichen Zunahme an Todesfällen wegen Überdosierungen geführt hat. Nachdem es den ermittelnden Behörden gelungen ist, mit speziellen Nachweisverfahren Spuren von Kokain im Abwasser aufzuspüren, weiß man, dass in Bordeaux z.B. der Kokaingebrauch von 2016 auf 2017 um rund 10% zugenommen hat. Allerdings liegt Bordeaux mit nachgewiesenen 260 mg Rückständen im Vergleich mit anderen Städten noch relativ günstig. Spitzenreiter in dieser Statistik ist Zürich mit 900 mg, in Paris werden 324 mg gemessen. Die Gewinnspannen im Drogenhandel sind sehr hoch. Ein Kilogramm Kokain kostet im Erzeugerland 3.000 Euro, in Europa werden dafür mindestens 35.000 Euro erlöst, oft noch wesentlich mehr. Neben den erzeugten Mengen haben auch die Versuche zugenommen, Kokain nach Europa zu schmuggeln. Seit etwa drei Jahren registrieren die Behörden eine explosionsartige Zunahme von Einfuhren, bei denen Drogenkuriere Kokain in Kapseln schlucken und in ihrem Körper durch die Kontrollen zu bringen versuchen. Zugenommen haben auch die Gewaltdelikte im Zusammenhang mit der Beschaffung von Drogen und bei den Konkurrenzkämpfen um Absatzgebiete. Für die zuständigen Polizeidienste steht jedenfalls fest, dass die mit der Bekämpfung der Rauschgiftkriminalität verbundenen Aktivitäten auf längere Sicht immer mehr Polizeiarbeit verursachen werden.

(Y. Saint-Sernin et É. Artigue-Cazcarra: Drogue : l’offre explose dans le Sud-Ouest, in: SUDOUEST, 22. 07. 2018)

 

 

Panne vom 14. Juli

Der Patrouille de France, der weithin berühmten Kunstflugstaffel der französischen Luftwaffe ist am 14. Juli beim Flug über die Champs Élysées eine Panne unterlaufen, als anstatt des von den Flugzeugen in den Himmel zu schreibenden Bleu-blanc-rouge, den französischen Nationalfarben also, auf der äußersten eigentlich blauen Seite ein roter Streifen zu sehen war, der dort nichts zu suchen hat. Die Leitung der Luftwaffe entschuldigte sich umgehend für das Malheur und setzte eine Untersuchung in Gang, um festzustellen, wer oder was die Panne verursacht hat. Jetzt weiß man, dass es nicht der Pilot war, denn der hatte den richtigen Knopf gedrückt, doch wurde dann nicht blaue Farbe ausgestoßen, sondern rote. Die Flugzeuge sind normalerweise mit zwei Behältern ausgestattet, von denen einer weiße und der andre entweder blaue oder rote Farbe enthält. Bei dem Flugzeug, das den falschen Farbstreifen in den Himmel von Paris zeichnete, war schlicht nicht blaue Farbe, sondern rote eingefüllt worden, mit den bekannten Folgen. Wer will, kann darin eine weitere Bestätigung für Murphy’s Gesetz sehen, nach dem alles was schief gehen kann, das irgendwann auch tut.

(Sudouest.fr.: 14-Juillet : voici pourquoi la Patrouille de France s’est trompée de couleur, in: SUDOUEST,  17. 07. 2018, 17.05h, Internet-Ausg.)   

 

 

Gegen die Umgehungsstraße

Die Ortsdurchfahrt von Lesparre ist nicht nur zur Ferienzeit eine Unternehmung, die bei allen Beteiligten wenig erfreuliche Reaktionen auslöst. Es ist daher verständlich, dass schon lange Diskussionen geführt werden, wie das Problem gelöst werden kann. Seit 2012 gibt es konkrete Planungen, die vorsehen, dass südlich von Lesparre, bei Liard, beginnend eine neue Straße gebaut wird, die im Norden bei Lescapon die bestehende D 1215 erreicht. Gegen den derzeit von der Planung favorisierten Streckenverlauf hat sich ein Collectif gebildet, in dem offenbar vor allem Anlieger der künftigen Strecke aktiv sind. Das Collectif will in Kürze eine Internetseite einrichten, mit der alle Bürger erreicht werden sollen, die mit den gegenwärtigen Planungen nicht einverstanden sind. Das Collectif lehnt die derzeit vorliegenden Planungen ab, hat aber außer recht vage formulierten Alternativen, die im Kern darauf hinauslaufen, dass die bestehende Straßenführung in modernisierter und ausgebauter Form beibehalten werden soll, keine Lösung, die das Nadelöhr der Ortsdurchfahrt von Lesparre beseitigen könnte. Angesichts der Entschlossenheit des Auftretens der Sprecher des Collectif ist damit zu rechnen, dass der Baubeginn für die Ortsumgehung von Lesparre weiter verzögert wird.

(J. Lestage: Un collectif pour lutter contre le contournement, in: SUDOUEST, 20. 07. 2018)

 

Ampelsteuerung an der Rocade

Die Rocade in Bordeaux ist trotz umfangreicher Ausbau- und Erweiterungsarbeiten häufig überlastet und staugefährdet. Beginnend mit dem 19. Juli 2018 werden nach und nach an besonders intensiv frequentierten Einfahrtstellen Ampeln aktiviert, die nur dann auf Grün stehen, wenn die Rocade noch Fahrzeuge aufnehmen kann. Droht ein Stau oder hat der sich schon gebildet, dann schalten die Zufahrtsampeln solange auf Rot, bis der Verkehr wieder fließt. Diese Ampeln werden entweder als Gesamtheit oder bei Bedarf auch einzeln geschaltet. Bei der Anlage der Ampelsteuerung in Bordeaux hat man Erfahrungen genutzt, die zuvor  in Paris, Grenoble  und Nantes gemacht worden sind. Neben der Reduzierung der Staugefahren hofft man durch die Ampeln auch die Sicherheit im Verkehr zu erhöhen und die Schadstoffbelastung der Luft zu reduzieren. Man darf gespannt sein, ob diese Erwartungen tatsächlich erfüllt werden.

(D. Lherm: Feux aux bretelles de la rocade : ça commence aujourd’hui,  in: SUDOUEST, 19. 07. 2018)

 

300 m³

Die Weltmeisterschaft der Bleus ist in ganz Frankreich gebührend und ausführlich gefeiert worden, auch in Bordeaux, versteht sich. Obwohl noch nicht alle Spuren der ausgelassenen Feiereien eingesammelt sind, wissen die städtischen Behören schon jetzt, dass man rund 300 m³ Müll und Abfälle wegschaffen muss. Die Statistiker haben nachgesehen und festgestellt, dass letztmalig 1981 bei dem damaligen Musikfest ähnliche Abfallmengen auf den Straßen und Plätzen hinterlassen wurden, nachdem sich die Feiernden erschöpft zurückgezogen hatten. Obwohl schon früh am Montag mit der Reinigung begonnen wurde, werden sich die dafür erforderlichen Aktivitäten über mehrere Tage hinziehen, bevor 35 Straßenfeger, vier Kehrmaschinen, fünf Reinigungsmaschinen und drei Müllwagen das beseitigt haben werden, was in wenigen Stunden an Abfall produziert wurde. Die Reinigungskräfte kennen derartige Verrichtungen, doch sind sie diesmal wegen der Unmengen an Glasscherben mehr als verägert, da sie schon eine ganze Reihe von Reifenpannen beheben mussten, die die Aufräumarbeiten zusätzlich erschweren und verzögern.

(D. Lherm: Bordeaux : 300 mètres cubes de déchets à évacuer après la victoire des Bleus, in: SUDOUEST, 17. 07. 2018, 8.38h, Internet-Asg.)

 

 

Zurück zur Natur

Die in Sichtweite von Blaye in der Gironde gelegene Île Nouvelle ist im 18. Jahrhundert aus Ablagerungen entstanden. Sie ist 6 km lang und 600m breit. Sie wurde einst intensiv landwirtschaftlich genutzt, zuletzt für Maisfelder. Bis zu 50 Menschen wohnten auf der Insel, deren Spuren noch heute vor allem in den noch stehenden Wohn- und Wirtschaftsgebäuden sichtbar ist. 1991 hat das Conservatoire du littoral die Insel gekauft und nach längeren Vorbereitungen einen Plan aufgestellt, der die Eingriffe der Menschen in das Leben der Insel beenden und eine umfassende Renaturisierung einleiten sollte. Dazu wurde die bis dahin künstlich angelegten Deiche nicht mehr gepflegt, was dann bald dazu führte, dass Teile der Insel zu Feuchtgebieten wurden, die sich bald zu einem Paradies für Tiere entwickelten. Mittlerweile zählt man rund 200 Vogelarten, denen die Lebensbedingungen auf der Insel so gut gefallen, dass ihre Bestände sich schnell und nachhaltig vermehrt haben. Es ist möglich, die Insel zu besuchen. Dazu gibt es Abfahrtmöglichkeiten in Blaye und in Cuissac-Fort Médoc. Der Besuch der Insel ist kostenlos, doch werden Fahrpreise für die Überfahrt fällig. Während der Saison werden Führungen und Informationsveranstaltungen angeboten, über die das Office de Tourisme in Blaye Auskunft gibt. (Tel. 05 57 42 12 09)

(J.-D. Renard: L’île Nouvelle retrouve le goût du sauvage, in: SUDOUEST,

 

Vensac: Ende eines Restaurants

Das kleine rustikale Restaurant La Forge, das 2012 im Ortsmittelpunkt von Vensac eröffnet hatte, ist in den letzten Junitagen besenrein abgetragen worden. Dabei hatte das Lokal zeit seines Bestehens mit Widrigkeiten zu kämpfen, die zu einem guten Teil damit zu tun hatten, dass der Besitzer des Grundstücks seinen Verpflichtungen gegenüber der Pächterin und Betreiberin des Restaurants nicht so nachkam, wie dies in einer geregelten geschäftlichen Beziehung eigentlich erwartet werden sollte. Mitten in die ohnehin nicht problemfreie Existenz des Restaurants kam dann in der Nacht vom 16. auf den 17. Januar 2017 ein schwerer Sturm, der fünf der auf dem Grundstück stehenden Eichen entwurzelte, von denen eine den Pizzaofen des Restaurants zertrümmerte. Wieder rührte sich der Eigentümer nicht und ließ die Dinge treiben. Im April 2018 verkaufte er das immer noch unaufgeräumte Grundstück an die Gemeinde Vensac, die dann den Auftrag erteilte, das Terrain zu räumen, was Ende Juni 2018 geschah. Seither sieht man dort, wo früher das Restaurant La Forge stand, eine ziemlich kahle Fläche, über deren Zukunft noch nicht befunden ist. Die Inhaberin des ehemaligen Restaurants La Forge steht mittlerweile mit Schulden und leeren Händen da. Sie hat zwar per Gerichtsurteil Schadenersatzansprüche an den ehemaligen Verpächter durchgesetzt, aber ob der zahlen wird, ist alles andere als klar.

(M. Caporal: La tempête souffle sur La Forge. in: SUDOUEST, 14. 07. 2018)

 

 

 

Gefahren der Photovoltaik

Photovoltaikparks gelten im allgemeinen nicht als gefährlich. Dennoch sind allein im Médoc in den letzten Monaten zwei Waldbrände in Photovoltaikparks ausgebrochen, die nur mit Mühe unter Kontrolle gebracht werden konnten. Der Chef der Agentur, die sich um die Abwehr von Waldbrandgefahren im Médoc kümmert (DFCI :Défense des forêts contre l’incendie) stellte jetzt, an die Adresse der Betreibergesellschaften von Solarparks gerichtet, einen Katalog von Forderungen auf, um den Ausbruch von Waldbränden zu verhindern, oder, falls es doch dazu kommt, die Bekämpfung zu erleichtern. An erster Stelle wurde die Notwendigkeit genannt, die Anlagen, frei von Gestrüpp und brennbaren Materialien zu halten. Dann wurde gefordert, die installierten Überwachungskameras so einzustellen, dass nicht nur die Zäune, sondern auch das Innere der Anlage kontrolliert werden können. Weiter soll für jede Anlage ein Verantwortlicher benannt werden, der es der Feuerwehr in kürzester Zeit ermöglichen soll, Zugang zu den Solaranlagen zu erhalten, um mit der Bekämpfung eines Brandes unmittelbar nach dessen Entdeckung beginnen zu können. Und nicht zuletzt sollen innerhalb von Photovoltaikparks befestigte Wege angelegt werden, auf denen bei Bedarf Feuerwehrfahrzeuge schnell und problemlos zu Gefahrenstellen gelangen können. Da alle dies Maßnahmen mit Kosten verbunden sind, sollten die Betreibergesellschaften notfalls von den zuständigen Behörden zur Einhaltung der Brandschutzregelungen angehalten werden.

(X. Sota: Danger sous les panneaux solaires, in: SUDOUEST, 13. 07. 2018)

 

 

Fenster zur Vergangenheit

Es gibt im Médoc an mehreren Stellen Gelegenheit, Einblicke in die Lebens- und Arbeitwelt der Menschen vor der Industrialisierung und Automatisierung der Landwirtschaft zu bekommen und dabei zu erfahren, dass von den alten ländlichen Strukturen nicht mehr viel übrig geblieben ist. Die Einblicke in die vergangene Arbeitswelt, die zum Beispiel in den Lokalmuseen von Lesparre (im Tour de l’Honneur) oder in Vertheuil (Écomusée in Nebengebäuden der Abtei)  präsentiert werden zeigen  eine beeindruckende Fülle von Exponaten, doch geschieht das auf eine relativ statische Weise, bei der es der Vorstellungskraft der Betrachter überlassen ist, diese Dinge mit Leben zu füllen. Einmal im Jahr gibt es glücklicherweise in Gaillan die Möglichkeit, auf dem zweitägigen Dreschfest Geräte und Maschinen, die nicht selten mehr als 100 Jahre alt sind, in Aktion zu sehen. Besonders deutlich wird dabei, dass in früheren Zeiten Arbeitskräfte mehr als reichlich vorhanden waren. Wo gegenwärtig ein mit Computertechnik vollgestopfter Mähdrescher in kurzer zeit riesige Flächen aberntet, brauchte man früher  viele Männer, die das Getreide gemäht haben, Frauen und Kinder, die daraus Garben gebunden haben, die zum Trocknen aufgestellt wurden, dann bald darauf Gespanne, um das getrocknete Getreide in die Scheunen zu schaffen und dort zu lagern, und dann schließlich eine ganze Mannschaft zum Dreschen. Und bei alledem war körperlicher Krafteinsatz oft über lange Stunden gefordert. .

In Gallan kann man alles das in natura sehen und sich eine Meinung dazu bilden, ob es wirklich eine gute alte Zeit gegeben hat. Das Dreschfest in Gaillan findet statt am 21. und 22. Juli 2018. Ab 15.00h am Samstag und den ganzen Sonntag lang, werden viele der ausgestellten landwirtschaftlichen Gerätschaften im Betrieb zu sehen sein. Und daneben gibt es an beiden Tagen eine großen Vide-grenier, Verkaufsstände für landwirtschaftliche Produkte und manches mehr.

(G. Rigal: L’agriculture comme au début du siècle dernier, in: SUDOUEST, 11. 07. 2018)

 

Neu im Straßenbau

Auf der D670 läuft zur Zeit nahe bei Rauzan ein vom Departement Gironde geförderter Versuch, der, wenn er gelingt, weitreichende Folgen für den Straßenbau haben kann. Dort wird ein neues Verfahren ausprobiert, mit dem die Erneuerung der Verschleißdecken von Straßen erheblich verbilligt werden kann.  Das dabei erstmals in größerem Stil angewandte Verfahren ist von der Firma Eiffage entwickelt worden und unter dem Namen Recytal bekannt gemacht worden. Dabei wird der erneuerungsbedürftige Verschleißbelag einer Straße abgefräst. Er wird jedoch nicht, wie das sonst geschieht, abgefahren, sondern an Ort und Stelle aufbereitet. Dazu wird ein bei der Papierherstellung als Abfallprodukt anfallendes Pechharz dem zerkleinerten abgefrästen alten Verschleißbelag zugefügt und sofort nach der Durchmischung wieder auf die Straße aufgebracht. Damit werden unzählige sonst anfallende LKW-Fuhren vermieden und zusätzlich wird Material in erheblichem Umfang eingespart. Statt der früher komplett anzufahrenden neuen Verschleißdecke wird nur etwa ein Viertel der früher erforderlichen Materialien benötigt, was naturgemäß zu deutlichen Kostenersparnissen führt. In den nächsten Monaten wird die mit dem neuen Verfahren erneuerte Strecke intensiv beobachtet. Man erwartet jedoch, dass das neue Verfahren  seine Bewährungsprobe bestehen wird und danach in größerem Rahmen angewendet werden kann.

(S. Petitjean: De la résine dans le bitume, in: SUDOUEST, 10. 07. 2018)

 

Altmetallklau

Langfinger, so meinte man bislang allgemein, lassen allerlei mitgehen, doch  sind sie wählerisch und nehmen nur das, was attraktiv, und wenn möglich, auch teuer ist. Seit einiger Zeit beobachtet man, und das nicht nur im Médoc, jedoch, dass  offenbar auch Müllsammelstellen kriminelle Begehrlichkeiten wecken. Dort interessieren vor allem die Behälter, in denen Metallteile und ausrangierte Elektro- und Elektronikgeräte gesammelt werden. Als man feststellte, dass sich Diebe gezielt für diese Container interessierten, wurden sie mit schweren Deckeln und Vorhängeschlössern gesichert, was jedoch den Tatendrang der Langfinger nicht entscheidend bremste. Die Déchetterie von Vensac z. B. war in diesem Jahr dennoch schon viermal Ziel von Diebestouren. Ein garantiert wirkendes Rezept, mit dem sich diese Diebstähle verhindern lassen, hat man nirgendwo. In Saint Laurent testet man zur Zeit, ob eine Anlage zur Videoüberwachung des Geländes der Déchetterie die Diebstahlsserien beenden könnte.

(P. Bonati: Vols en déchetterie, in: Le Journal du Médoc, 07. 07. 2018)

 

 

Bahnstrecke Bordeaux – Le Verdon

Die Verkehrswege in das Médoc gehören schon seit Jahren nicht zu den Infrastrukturkomponenten, für die Anstrengungen gemacht wurden, die deren Leistungsfähigkeit erhöhen könnten. Das gilt sowohl für die Straßen als auch für die eingleisige Eisenbahnlinie. Deren Gleiskörper  ist zwar vor wenigen Jahren nachhaltig aufgearbeitet worden, als noch Aussicht bestand, dass über diese Linie ein reger Güterverkehr zum Containerhafen von Le Verdon abgewickelt werden würde. Da der Autonome Hafen von Bordeaux, dem auch die Hafenanlagen in Le Verdon gehören, es nicht fertiggebracht hat, die Containerverladung in Le Verdon wieder in Gang zu bringen, hat das Unternehmen MSC, weltweit die Nummer 2 in der Containerschifffahrt, in das  man einst große Hoffnungen für den Ausbau von Le Verdon gesetzt hatte, einen Schlussstrich unter seine Präsenz im Hafen von Bordeaux gesetzt. Für den Containerhafen von Le Verdon bedeutet das das endgültige Aus und für die Bahnlinie nach Le Verdon eine weitere schwere Einbuße  auf der Einnahmenseite. Dabei war die Frage nach der Überlebensfähigkeit der Bahnlinie in das Médoc schon in dem so genannten Spinetta-Bericht von  Februar diese Jahres aufgeworfen und eigentlich beantwortet worden: Da diese Bahnlinie nicht profitabel betrieben werden kann, steht sie ziemlich weit oben auf der Liste der in Frankreich zu schließenden Strecken. Für viele Médocbewohner würde dies jedoch einen herben Einschnitt in ihre Lebensgewohnheiten bedeuten, und deshalb hat sich eine Initiative etabliert, die verhindern will, dass die Bahnlinie Bordeaux – Le Verdon geschlossen wird. Es wurde eine Unterschriftenaktion gestartet, an der sich schon über 10.000 Interessierte beteiligt haben.

Wir bringen den Link zu dieser Unterschriftenaktion ein paar Zeilen tiefer und empfehlen, sich daran zu beteiligen.

Ob und wie damit die Entscheidung der SNCF beeinflusst werden kann, muss abgewartet werden, aber wenn nichts geschieht, ist die Schließung der Bahnlinie Bordeaux – Le Verdon nur ein Frage der Zeit.

 

Zum Link: Klick

 

 

Pont de pierre

Kaum jemand hat daran gezweifelt, aber jetzt ist es endgültig beschlossen Der Pont de pierre in Bordeaux bleibt für den privaten Autoverkehr geschlossen. Diese Entscheidung wird insbesondre von den Anwohnern des rechten Garonneufers mit gemischten Gefühlen aufgenommen, da die Sperrung ihren Weg in das Stadtzentrum von Bordeaux verlängert und kompliziert, sofern sie partout mit ihrem Auto ins Zentrum wollen. Bürgermeister Alain Juppé verkündete, dass an der seit August 2017 bestehenden Regelung, nach der nur Fußgänger, Radfahrer und öffentliche Verkehrsmittel die Brücke weiterhin nutzen dürfen, unbefristet festgehalten werde. Er untermauerte seinen Standpunkt mit einer Zahl, nach der vor der Sperrung des Pont de pierre lediglich 3% des Autoverkehrs zwischen den beiden Garonneufern über diese älteste Brücke im Stadtbereich von Bordeaux gegangen seien.

(D. Lherm: Les voitures définitivement bannies du pont de pierre, in: SUDOUEST, 06. 07. 2018)

 

 

Sommermodus

Die Fähre zwischen Le Verdon und Royan verkehrt vom 6. Juli an bis zum 2. September im Sommerrhythmus: Nach der ersten Abfahrt von Le Verdon um 6.30h und von Royan um 7.15h überqueren die Fähren im Pendelverkehr die Gironde, wobei alle 40 bis 50 Minuten eine Abfahrt stattfinden wird.

 

Neuer Solarpark

In Salaunes hat der Bürgermeister eine neue Photovoltaikanlage eingeweiht, deren Planung 2011 begonnen wurde. Der Solarpark erstreckt sich über 136 ha. Er hat 67 Millionen Euro gekostet und erzeugt mit seinen über 280.000 Panelen bis zu 93 Gigawattsunden Strom, was ausreicht, um bis zu 65.000 Personen zu versorgen. Die Betreiber werden künftig an die Gemeinde, auf deren Boden die Anlage errichtet wurde, den Gemeindeverband La Médulienne und das Département pro Jahr 600.000 Euro abführen.

(B. Duporge: Le nouveau parc de panneaux solaires inauguré, in: SUDOUEST, 06. 07. 2018)

 

Schock für den Hafen

Der Autonome Hafen von Bordeaux verliert schon in den nächsten Tagen einen wichtigen Kunden, da die Gesellschaft MSC, Nummer 2 in der Welt bei der Verfrachtung von Containern, ihre Stellung im Hafen von Bordeaux aufgibt. Die Gründe dafür haben sich im Verlauf der letzten Jahre angesammelt, wobei ein wichtiger Aspekt die immer noch nicht gelungene Reaktivierung des Containerhafens von Le Verdon ist. Mit dem Rückzug von MSC verliert der Hafen von Bordeaux die Hälfte seines Umschlagvolumens bei den Containern, insgesamt gehen etwa 3,5% der Umschlagsleistung verloren. Mit dieser Entscheidung von MSC vollzieht sich ein weiteren Schritt in der Verminderung der Bedeutung des Hafens von Bordeaux. Beobachter sehen die Schuldigen dabei in der Leitung des Hafens, die viel zu lange übersehen hätten, dass sie in einer Welt leben, in der sie Konkurrenten haben, die offenbar beweglicher sind.

(N. César: « L’avenir du port est menacé », in: SUDOUEST, 05. 07. 2018)

 

 

Offene Kirchentüren

Seit dem Gesetz von 1905 über die Trennung von Kirche und Staat, gehören die vor diesem Stichjahr errichteten Kirchengebäude in Frankreich den Gemeinden, die auch für deren Instandhaltung zuständig sind. Lediglich die Kathedralen werden als staatlicher Besitz behandelt. Damit gehören rund 40.000 Kirchen kommunalen Körperschaften, die sich manchmal schwer tun, die Mittel aufzubringen, die für den Erhalt der Gebäude  gebraucht werden. Für die Nutzung für Messen etc. stellen die Gemeinden ihre Kirchen der katholischen Kirche zur Verfügung, auch wenn in vielen ländlichen Gemeinden keine regelmäßigen Gottesdienste mehr abgehalten werden. Seit einigen Jahren bemüht man sich durch frankreichweite Veranstaltungen, der Bevölkerung die Kirchen näher zubringen. In diesem Jahr laufen diese Veranstaltung in der ersten Juliwoche, in der in vielen Orten Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen in den Kirchen durchgeführt werden. Es lohnt sich daher, die Veranstaltungshinweise der lokalen Tourismusbüros zu beachten.

(J.Lestage: Une plongée au coeur de la Nuit des églises, in: SUDOUEST, 04. 07. 2018)

 

 

Offene Kirchentüren

Seit dem Gesetz von 1905 über die Trennung von Kirche und Staat, gehören die vor diesem Stichjahr errichteten Kirchengebäude in Frankreich den Gemeinden, die auch für deren Instandhaltung zuständig sind. Lediglich die Kathedralen werden als staatlicher Besitz behandelt. Damit gehören rund 40.000 Kirchen kommunalen Körperschaften, die sich manchmal schwer tun, die Mittel aufzubringen, die für den Erhalt der Gebäude  gebraucht werden. Für die Nutzung für Messen etc. stellen die Gemeinden ihre Kirchen der katholischen Kirche zur Verfügung, auch wenn in vielen ländlichen Gemeinden keine regelmäßigen Gottesdienste mehr abgehalten werden. Seit einigen Jahren bemüht man sich durch frankreichweite Veranstaltungen, der Bevölkerung die Kirchen näher zubringen. In diesem Jahr laufen diese Veranstaltung in der ersten Juliwoche, in der in vielen Orten Konzerte und andere kulturelle Veranstaltungen in den Kirchen durchgeführt werden. Es lohnt sich daher, die Veranstaltungshinweise der lokalen Tourismusbüros zu beachten.

(J.Lestage: Une plongée au coeur de la Nuit des églises, in: SUDOUEST, 04. 07. 2018)

 

 

Nach einem Jahr

Vor ziemlich genau einem Jahr wurde die neue Hochgeschwindigkeitsbahnstrecke zwischen Paris und Bordeaux in Betrieb genommen, die es ermöglicht, in 2 Stunden und vier Minuten von der Seine an die Garonne zu rauschen. Früher brauchte man im Schnitt eine Stunde und ein paar Minuten mehr. Die Planungen für diese Schnellverbindung wurden schon 1992 begonnen, aber es brauchte doch ein ganze Reihe von Jahren und 7,2 Milliarden Euro, bevor der erste TGV in wenig mehr als zwei Stunden seie Ziel erreichte. Für die SNCF ist diese Verbindung geschäftlich ein voller Erfolg, den man zählte in den letzten 12 Monaten mit 5,5 Millionen Passagieren doppelt so viele Reisende auf dieser Strecke als zuvor. Ohne die Streiks der letzten Wochen wäre sogar eine Steigerung um 70% erreicht worden. Erfolgreich fällt auch ins Gewicht, dass seit Bestehen der neuen Linie sich 70 Betriebe im Bereich von Bordeaux angesiedelt haben, die rund 2.000 Arbeitsplätze bieten. Auch die mit Spannung erwarteten Zahlen für das Fluggastaufkommen in Bordeaux-Mérignac sind im ganzen positiv. Im direkten Verkehr zwischen Bordeaux und Paris wurden zwar etwa 8% passagiere weniger gezählt, doch wurde dieses Defizit durch eine Steigerung des gesamten Passagieraufkommens mehr als wettgemacht.

Während die neue TGV-Linie für die Bahnverwaltung offensichtlich eine Erfolgsgeschichte ist, sehen die Anwohner die Höchstgeschwindigkeitsverbindung mit deutlich anderen Augen. Sie beklagen sich über die Geräuschbelastung durch täglich rund 60 Züge und die davon ausgehenden Vibrationen, die in manchen Häusern Risse verursacht haben.

(X. Sota: Un an de la LGV : un success à nuancer, in: SUDOUEST, 03. 07. 2018)

 

 

Rosenkönigin 2018

In Grayan ist am letzten Junisonntag mit der Inthronisierung der Rosière, der Rosenkönigin eine Tradition fortgesetzt worden, die 1893 mit dem Testament des reichen Grundbesitzers Louis-Bertrand Babylone in Grayan begründet worden ist, der bestimmt hatte, dass in jedem Jahr ein Mädchen aus der Gemeinde ausgezeichnet und mit einer finanziellen Zuwendung bedacht werden sollte, das sich durch einen tadellosen Lebenswandel, Frömmigkeit und allerlei Tugenden, die von einem wohlgeratenen jungen Mädchen zum Ende des 19. Jahrhunderts erwartet wurden, von ihren Altersgenossinnen abhob. In diesem Jahre wurde aus einem Kreis von neun Kandidatinnen Julie Nardo ausgewählt und in einer feierlichen Zeremonie zur Rosière 2018 gekürt. Als äußeres Zeichen ihrer Würde wurde ihr vom Bürgermeister Serge Laporte eine Rosenkrone aufgesetzt und gleichzeitig ein nettes Sümmchen überreicht, das vom Stifter als Mitgift gedacht war. Wie groß diese Zuwendung ist, wird diskret verschwiegen, aber es handelt es sich um einen Betrag, den eine Studentin wie die neue Rosière gut gebrauchen kann. Der Stifter der Regularien für die Rosière in Grayan hat damit einen Brauch begründet, der, wenn auch mit Unterbrechungen seit mehr als einem Jahrhundert gepflegt wird und er  hat es geschafft, als wohl einziger seiner Generation, dass man sich in Grayan auch heute noch an ihn erinnert.

(M. Caporal: Julie Nardo, Rosière 2018, in: SUDOUEST, 02. 07. 2018)

Mehr zur Rosière: Klick

 

 

Klinik Lesparre

Obwohl die Leitung der Clinique mutualiste von Lesparre sich Sorgen macht wegen der Besetzung von Stellen im Bereich der Notfallmedizin, ist die Bilanz, die die Direktion für das abgelaufene Jahr gezogen hat, positiv. 35.000 Patienten suchten die Sprechstunden auf, fast doppelt so viel wie 2012. Die finanzielle Situation der Klinik weist ein Defizit von 100.000 Euro  für das abgelaufene Geschäftsjahr auf, die im wesentlichen zu erklären sind durch die Senkung der Tarife der Krankenversicherungen. Aber auch hier steht man wesentlich besser da als in früheren Jahren, als Defizite in der Größenordnung von mehreren Millionen Euro zu verzeichnen waren. Als Zeichen für die insgesamt solide Situation verweist der Direktor auf die Bereiche, in denen die Aktivitäten der Klinik ausgeweitet worden sind. Dazu gehören Hauttransplantationen, Schlaganfallbehandlungen und andere Aktivitäten, die nach außen nicht immer sichtbar sind. Dafür wird eine große Baustelle umso intensiver wahrgenommen, die zu einer Dialyseabteilung gehört, die 12 Behandlungslätze haben wird, auf denen täglich bis zu 24 Dialysepatienten versorgt werden können. Der Dialysedienst soll Anfang 2019 seinen Betrieb aufnehmen und damit das medizinische Angebot der Klinik erneut erweitern.

(A. Larrue: Malgré des difficultés, la clinique s’agrandit, in: SUDOUEST, 28. 06. 2018)