Médoc-Notizen April – Juni 2019

 

Erosion und Stadtentwicklung in Lacanau

Der Badeort Lacanau hat, ebenso wie andere direkt an der Küstenlinie gelegene Orte des Médoc, mit den Problemen der Erosion zu kämpfen. Seit dem Winter 2013/2014, in dem Lacanau besonders schwer unter den Schlägen des Ozeans zu leiden hatte, zerbricht man sich in der Verwaltung der Gemeinde den Kopf darüber, wie man den Schutz der Küstenlinie künftig gestalten will. Seit dem Frühjahr 2018 ist ein revidierter Bebauungsplan in Kraft, der vorsieht, dass die bestehende Dünenkante so befestigt werden soll, dass sie den Kräften des Ozeans bis 2050 standhalten kann. Daneben laufen Planungen, für die Zeit nach 2050 die Bebauungslinie zurückzuverlegen, um damit Sicherheit vor den Kräften der Erosion zu bekommen. Damit verbunden ist die Verlegung von rund 1000 Wohneinheiten und einigen hundert Geschäftslokalen. Die Fachleute sind überzeugt, dass nur so der Ort in seiner Gesamtheit überlebensfähig gemacht werden kann, auch wenn die in den kommenden Jahrzehnten notwendigen Abriss- und Wiederaufbauarbeiten erhebliche Dimensionen haben werden. Da mit dem neuen Bebauungsplan ein striktes Verbot für die Errichtung neuer fester Baulichkeiten in dem erosionsgefährdeten Bereich direkt an der Dünenkante verbunden ist, gab es allerdings unzufriedne Reaktionen aus dem Kreis der lokalen Gewerbetreibenden. Um dem abzuhelfen, hat die Stadtverwaltung nun eine Regelung in Kraft gesetzt, nach der es erlaubt ist, in dem fraglichen Bereich Baulichkeiten zu errichten, die nur während der Saison genutzt werden und danach wieder abgebaut werden.

(J. Lestage: Face à l’érosion, des constructions temporaires, in: SUDOUEST, 20. 04. 2019)

 

Girondefähren

Seit Ende März dieses Jahres gelten für die beiden Fährverbindungen über die Gironde neue Tarife, die jedoch nicht einhellig Zustimmung finden, wobei vor allem bemängelt wurde, dass die Fährpreise namentlich für regelmäßige Nutzer mit Pkw immer noch zu hoch seien und keinen Beitrag dazu leisteten, dass das verkehrsmäßig schlecht angebundene nördliche Médoc besser versorgt werde. Die bei der Verwaltung des Departements Gironde für Verkehrsfragen zuständige Direktorin setzte sich mit diesen Kritiken auseinander und räumte ein, dass die im letzten Jahr beschlossene Tarifreform noch nicht ihre endgültige Gestalt habe. Dennoch stellten wesentliche Punkte in dem neuen Tarifwerk deutliche Fortschritte gegenüber der bis dahin geltenden Preistafel dar. Man sei seitens des Departments offen für einen konstruktiven Dialog mit den Nutzern der Fähren, doch bleibe das Ziel bestehen, dass die Kosten für den Fährbetrieb aus den laufenden Einnahmen gedeckt werden müssten. Das gelinge derzeit, doch seien die Überschüsse, die im letzten Jahr rund 180.000 Euro betragen hätten, nicht so üppig, dass daraus merkbare Senkungen der Fährpreise finanziert werden könnten.

(J. Lestage: « Notre réforme aura besoin d’être réévaluée », in: SUDOUEST, 19. 04. 2019)

 

Skaterpark Montalivet

Am 19. April 2019 wird der Skaterpark um 11.00 Uhr in Montalivet seiner Bestimmung übergeben. Die auf dem Platz der Strandsegler gegenüber vom Nordstrand von Montalivet gelegene Anlage ist aus Beton und hat eine Gesamtgröße von 1183 m². Sie besteht aus den Elementen, die üblicherweise bei einer Skatebahn erwartet werden, die sowohl für Anfänger als auch für Spezialisten Betätigunsmöglichkeiten liefern soll. Von der Bahn aus besteht ein direkter Zugang zur Maison de la glisse, wo es Toiletten, Wasserstellen und Aufenthaltsmöglichkeiten mit Tischen und Stühlen gibt. Die Anlage kann auch bei Dunkelheit genutzt werden, da eine zweckmäßig konzipierte Beleuchtungsanlage für ausreichend Helligkeit sorgen wird. Die neue Skatebahn ist finanziert worden aus Mitteln der Gemeinde Vendays-Montalivet, die aufgestockt wurden duch Zuwendungen der Region Nouvelle-Aquitaine, des Departements Gironde und aus der réserve parlamentaire der Abgeordneten Pascale Got. Zur Eröffnung wird es Skate-Demonstrationen geben, die nicht unbedingt geeignet sind, von Anfängern ausprobiert zu werden, aber auch hier gilt, dass der Mensch mit seinen Anfoderungen wachsen kann.

(L. Llobell:  , in: SUDOUEST, 18. 04. 2019

 

 

Frostschäden im Weinbau

Obwohl das Schlimmste befürchtet worden war, sind am letzten Wochenende die Schäden durch den allenthalben erwarteten Frost weit weniger gravierend gewesen als beim Frosteinbruch im April 2017, bei dem manche Weinbaubetriebe bis zu 85% ihrer erwarteten Ernten verloren haben. Damals waren 80.000 ha der 115.000 ha Weinanbauflächen im Departement Gironde betroffen. In diesem Jahr hat es zwar auch Verluste gegeben, die sich aber in der Größenordnung von 5% bewegen. Der CIVB (Conseil interprofessionnel du vin de Bordeaux) und die Landwirtschaftskammer, bei denen die Meldungen zusammenlaufen, erklären dazu aber, dass es sich um vorläufge Zahlen handele, Genaueres könne man erst in einigen Tagen sagen. Schon jetzt wisse man aber, dass die Schäden nicht nur lokal begrenzt, sondern verteilt über alle Anbaugebeite, also Graves, Médoc, Entre-deux-Mers, Libournais und Nord-Gironde aufgetreten seien. Begünstigend kommt in diesem Jahr hinzu, dass die relativ milden Temperaturen nach dem Kälteeinbruch es wahrscheinlich machen, dass sich ein Teil der geschädigten Rebstöcke erholen wird. Für eine generelle Entwarnung ist es aber noch zu früh, denn bis Anfang Mai sind Rückfälle in nächtliche Minustemperaturen noch möglich.

 (X. S.: Vague de gel en Gironde : environ 5 % du vignoble touché in: SUDOUEST, 17. 04, 2019)

 

 

Château Grand Gallius

Das Château Grand Gallius liegt in Gaillan an einer Stelle, an der schon zur Römerzeit intensive Landwirtschaft betrieben wurde. Funde, die auf dem Gelände gemacht wurden, kann man in einer Vitrine des Verkaufsraumes des Châteaus bestaunen. Im April 2017 wurde durch einen plötzlichen Frosteinfall der Rebenbestand des Châteaus so schwer geschädigt, dass 85% der erwarteten Ernte vernichtet wurden und damit der Jahrgang 2017 fast vollständig ausfiel. Die Inhaber des Betriebs haben sich aber nicht ermutigen lassen und in beharrlicher Arbeit dafür gesorgt, dass der Jahrgang 2018 herausgebracht werden konnte und jetzt in einer Qualität, die sich sehen lassen kann, auf den Markt kommt. Die verantwortliche Leiterin des Weinbaubereichs des Familienbesitzes, Sandrine Bernard verweist nicht ohne Stolz auf die positive Bewertung der Qualität des neuen Jahrgangs durch die Experten der Maison du tourisme et du vin in Pauillac. Dazu besteht, sicher mit Recht, die Erwartung, dass es bei den kommenden Prämierungen weitere positive Auszeichnungen für den Rosé des Château Grand Gallius geben wird.

(G. Rigal: Château Grand Gallius joue la carte du rosé, in: SUDOUEST, 15. 04. 2019)

Zu den archäologischen Funden auf dem Boden des Château Grand Gallius: Klick

 

 

Brandkatastrophe in Notre Dame de Paris

Am Montag, dem 15. April 2019 ist im Dachstuhl der Kathedrale Notre Dame de Paris ein Brand ausgebrochen, der sich mit verheerender Gewalt durch den zum Teil noch aus dem 13. Jahrhundert stammenden Dachstuhl gefressen hat, einen großen Teil der Dachkonstruktion vernichtet und den Dachreiter zum Einsturz gebracht hat. Trotz eines Großaufgebotes der Feuerwehr, die mehrere hundert Mann mobilisierte, gelang es zunächst nicht, die Flammen einzudämmen. Währenddessen wurden, soweit das überhaupt möglich war, Kunstwerke aus dem Kirchenschiff in Sicherheit gebracht. Dazu gehören mit der Kathedrale besonders verbundene Reliquien wie die Dornenkrone, die einst der Heilige Ludwig mitgebracht und  der Kathedrale übergeben hatte.

Gegen 23.00h erklärte ein Sprecher der Feuerwehr, man gehe davon aus, dass die Struktur  der Kathedrale in ihrer Gesamtheit erhalten bleibe, wenn auch der größte Teil des Daches ein Raub der Flammen geworden sei. Aus der politischen Führungsriege kamen noch während der Löschbemühungen der Feuerwehr Ankündigungen für ein Wiederaufbauprogramm, mit dem das Gebäude, das im Bewusstsein der Franzosen einen besonderen Platz einnimmt und letzten Jahr 12 Millionen Touristen angezogen hatte, schnell wieder hergestellt werden soll.

(UM, 17. 04. 2019)

Notre Dame de Paris vor dem Brand: Klick

Notre Dame de Paris während des Brandes: Klick

 

Reggae Sun Ska

Das sommerliche Festival Reggae Sun Ska gehört seit der Rückkehr in das Médoc  im Vorjahr wieder zu den festen Programmpunkten jeder Saison, aber es hatte bislang keine wirklich feste Adresse. Das wird sich in naher Zukunft ändern, denn das Departement Gironde beabsichtigt, die Domaine de Nodris, wo das Festival im letzten Jahr stattgefunden hat kaufen und es zu einem Zentrum für kulturelle Aktivitäten auszugestalten. Das Anwesen, das angekauft werden soll, liegt an der RD 1215 zwischen den Gemeinden Saint Laurent und Lesparre. Es umfaßt landwirtschaftliche Flächen von 40 ha und Gebäude. Der Beschluss zum Ankauf soll im Juni in der nächsten Versammlung des Rates des Departements gefasst werden. Der Präsident des Departementsrates, der das Vorhaben in Gang gesetzt hat, ließ verlauten, dass man im Zusammenhang mit dem Kauf auf der Domaine de Nodris eine Reihe von kulturell und sozial ausgerichtetetn Aktivitäten verwirklichen könne, für die bislang die Möglichkeiten fehlten. So wie die Dinge zur Zeit stehen, wird die diesjährige Ausgabe des Reggae Sun Ska Festivals bereits auf einem Gelände stattfinden, das von nun an dauerhafter Ort für diese Veranstaltung sein wird.

(J. Lestage: Le Département pose le festival reggae à Nodris, in: SUDOUEST, 13. 04. 2019)

 

 

Neue Ziele von Mérignac aus

Die seit 2012 von  Bordeaux aus operierende spanische Fluggesellschaft Volotea hat drei neue Verbindungen in ihre Flugpläne aufgenommen. Nunmehr werden 30 Ziele von Mérignac aus angeflogen, von denen etwa die Hälfte nur von Volotea bedient wird. Die neuen Verbindungen gehen nach Wien (zweimal wöchentlich, montags und freitags), Lanzarote und Pula in Kroatien. Volotea ist in Mérignac im Hall A angesiedelt und beschäftigt 130 Arbeitkräfte. Um dem gestiegenen Fluggastaufkommen Rechung zu tragen, ist von Volotea ein weiter Airbus A319 in Mérignac stationiert worden. Damit operieren nunmehr vier Flugzeuge dieses Typs in den Farben der spanischen Gesellschaft von Bordeaux aus.

(S. D.: Volotea ouvre trois nouvelles lignesin: SUDOUEST, 12. 04. 2019)

 

 

Frostgefahr für den Weinbau

In der Nacht vom 12. zum 13. April 2019 bildete sich in exponierten Lagen der Weinbaugebiete des Departements Gironde Rauhreif. Nach Anbruch des Tages stellte sich jedoch heraus, dass die jungen und besonders empfindlichen Triebe der Weinstöcke keine Schäden davongetragen hatten. In der Nacht vom 13. zum 14. April wird ein erneutes, und diesmal möglicherweise tieferes Absinken der Temperaturen befürchtet. Damit werden Erinnerungen an die Frosteinbrüche des Jahres 2017 wach, bei denen viele Châteaux empfindlich geschädigt worden sind. Manche Betriebe verloren dabei bis zu 80% ihrer Ernten.

Vor diesem Hintergrund sind die Versuche zu verstehen, die jungen Triebe zu schützen. Dabei wenden die Betriebe unterschiedliche Methoden an. Am häufigsten werden in den Anbauflächen langsam abbrennende Schwelfeuer entzündet, indem z.B. Strohballen verwendet werden, die unter starker Rauchentwicklung die Auskühlung zumindest mildern sollen. Diese Schwelfeuer müssen bei den zuständigen Gemeindebehörden angemeldet werden. Vollständige Garantien gegen Frostschäden lassen sich nicht erzeilen, aber es besteht die Chance, die Stärke der Auswirkungen zu mildern. Alles hat seinen Preis, so auch hier. Die Anwendung von Schwelfeuern kostet pro Hektar und Nacht bis zu 4.000 Euro. Der Einsatz von Windrädern zur Auflockerung der bodennahen Luftschichten kostet um die 2000 Euro pro Hekatr und Nacht. Noch teurer sind Hubschraubereinsätze, die sich allenfalls die ganz großen Châteaux leisten können. Die allermeisten kleineren Betriebe haben nicht die Mittel, um solche Maßnahmen zu bezahlen, aber sie sind, wenn es Frostschänden gibt, diejenigen, die am schwersten getroffen sind.

In den Weinbauregionen des Departements Gironde  bestehen Befürchtungen, dass in der Nacht vom 13. zum 14. April die Temperaturen unter die Nullgradmarke fallen können. 

(S. Petitjean: Risques de gel : les vignerons sont sur le pied de guerre, in: SUDOUEST, 13. 04. 2019)

Bilder: Klick

 

 

Entwarnung

Der Präfekt des Departements Charente maritime, das am stärksten von den möglichen Folgen des Untergangs der am 12. März 2019 gesunkenen Grande America bedroht war, hat bekanntgegeben, dass nicht mehr mit dem Auftreten von Ölfilmen an den Stränden des Südwesten Frankreichs zu rechnen sei. Er erläuterte, die Ölrückstände, die von den Spezialschiffen nahe der Untergangsstelle aufgesammelt worden seien, seien nach La Rochelle geschafft und dort entsorgt worden. Trotz dieser Entwarnung soll ein verkleinertes Aufgebot von Überwachungsschiffen weiterhin in Bereitschaft bleiben, da nicht ausgeschlossen werden könne, dass in den nächsten Monaten, verklumptes Öl an den Stränden auftauchen könnte. Er rief die Strandbesucher auf, derartige Funde den zuständigen Gemeindeverwaltungen oder der Feuerwehr zu melden, damit schnell die erforderlichen Maßnahmen eingeleitet werden können.  

(Sudouest.fr und AFP: Naufrage du Grande America : plus aucun risque de marée noire en Charente-Maritimein: SUDOUEST, 12. 04. 2019, 18.40h, Internet-Ausg.)

 

 

Umgehung von Lesparre

Im Vorfeld der am 8. April durchgeführten Sitzung des Rates des Gemeindeverbandes Médoc Coeur de Presqu’île hatte sich schon abgezeichnet, dass der auf der Tagesordnung stehende Punkt, der der Umgehungsstraße um Lesparre herum gewidmet war, heftig umstritten sein würde. Im Verlauf der Diskussion um die Fragen im Zusammenhang mit der Umgehungsstraße führten die Gegner der Baumaßnahme alle bereits bekannten Argumente auf. Auch die Befürworter kamen zu Wort, doch bildete sich, anders als das sonst bei ähnlichen Problemstellungen eher die Regel ist, kein Konsens heraus. Bei  der abschließenden Abstimmung wurde dem Projekt zwar von der Mehrheit der Ratsmitglieder der Charakter der allgemeinen Nützlichkeit zuerkannt, aber mit einem keinesfalls überzeugenden Stimmenverhältnis, denn man zählte 13 Enthaltungen und zwei Gegenstimmen. Damit ist zwar sichergestellt, dass die Planung der Umgehungsstraße weiterläuft, doch gehört nur wenig Phantasie dazu sich vorzustellen, welche Widerstände noch zu überwinden sein werden, ganz zu schweigen von vorhersehbaren Einsprüchen gegen die irgendwann zu erwartende Baugenehmigung. Auch wenn es gelingen sollte, alle Einwände aus dem Weg zu räumen, sollte man sich über den zeitlichen Horizont der Durchführung der Bauarbeiten keine Illusionen machen.

(J. Lestage: La déviation de Lesparre ne fait pas l’unanimité, in: SUDOUEST, 10. 04. 2019)

 

Lidl erweitert

Die Lebensmittelkette Lidl, die inzwischen einen festen Platz im französischen Straßenbild hat, ist auch im Südwesten präsent und dies mit steigender Tendenz. Um den Bedarf der inzwischen 72 Lidl-Läden in der Region zu decken, wurde jetzt in Cestas ein neues Logistikzentrum eröffnet, das mehr als 5 ha an Gebäudeflächen aufweist und damit den alten Stützpunkt in Cadaujac deutlich übertrifft, der nur halb so groß war und nicht erweitert werden konnte. Lidl verfolgt seit 2012 eine Aufwertung seines Angebots, um vom Image des billigen Discounters wegzukommen. Daneben bemüht man sich unter anderem deutlich zu machen, dass in den Regalen überwiegend französische Produkte angeboten werden, inzwischen rund 70%. Die Bemühungen haben sich ausgezahlt, denn man konnte einige Auszeichnungen einheimsen, darunter zuletzt die für die „meilleure chaîne de magasin“. Obwohl das neue Logistikzentrum in Cestas für die Kundschaft unsichtbar bleiben wird, hat man sich beim Bau Mühe gegeben, um ein umweltgerechtes und energiesparendes Gebäude zu errichten. In den Gebäuden gibt es Bereiche mit unterschiedlichen Temperaturen, angefangen von der Umgebungstemperatur bis zu Tiefkühlzonen, in denen das Thermometer auf 25 Grad unter Null steht. Täglich werden von dem Zentrum in Cestas 35 LKW beladen und ausgeschickt, um 90 Tagestouren zu absolvieren. Um das alles zu ermöglichen, sind bei Lidl in Cestas rund 220 Angestellte beschäftigt.

(W. Dallay: Lidl inaugure sa nouvelle plateforme régionale, in: SUDOUEST, 10. 04. 2019)

 

Asiatische Hornissen

Seitdem die asiatischen Hornissen 2004 erstmals im Departement Lot-et-Garonne nachgewiesen wurden, haben sie sich kräftig ausgebreitet. Mittlerweile findet man sie in ganz Frankreich und darüber hinaus. Sie machen vor allem den Imkern Sorgen, weil sie sich bevorzugt von Bienen ernähren. Sie lauern vor den Eingängen der Bienenstöcke und attackieren die Bienen, die, wenn sie die Bedrohung bemerkt haben, in ihren Behausungen bleiben und damit ihre Sammeltätigkeit einstellen oder zumindest unterbrechen. Wenn das mehrfach geschieht, hört die Bienenkönigin auf, Eier zu legen, womit das Bienenvolk stagniert oder der Bestand sogar zurückgeht, wenn die Fütterung des Bienenachwuchses unterbrochen wird oder ausbleibt. Die asiatischen Hornissen stellen also eine ernsthafte Bedrohung für die einheimischen Bienen dar. Da sie keine natürlichen Feinde haben, besteht die bislang wirksamste Methode der Bekämpfung darin, die Nester der asiatischen Hornissen zu lokalisieren und sie dann zu vernichten. Diese Überwachung ist besonders in der gegenwärtigen Jahreszeit wichtig, da dann die Hornissen neue Nester anlegen und damit zunehmend gefährlicher für die Bienen werden. Die Imker wissen, dass sie die asiatischen Hornissen nicht ausrotten können, sie setzen daher darauf, dass die Bienen so wie in Asien lernen, mit den Hornissen zu leben. Erste Beobachtungen dafür gibt es bereits. Erste Beobachtungen liegen auch für die aktive Gegenwehr von Bienen gegen asiatische Hornissen vor, bei denen eine große Zahl von Bienen eine Hornissen eng umschlossen hielt und sie durch die dann ansteigende Körpertemperatur tötete. Die Imker wollen versuchen, die Vermehrung dieser eher furchtlosen Bienen zu fördern, aber dafür wird es geraume Zeit brauchen. Bis dahin bleibt den Imkern nur die Möglichkeit, möglichst flächendeckende Kontrollen durchzuführen, um vorhandene Hornissennester auszumachen und gegen sie vorzugehen.

(J.-D. Renard: Le frelon asiatique sort de sa boîte, in: SUDOUEST, 09. 04. 2019)

 

Le Signal: Warten auf Geld

Die Eigentümer des Appartementhauses Le Signal in Soulac sind abgehärtet und das Warten gewöhnt, doch regt sich nunmehr, da eigentlich das Entschädigungsproblem gelöst ist, Unmut, weil die erwarteten Zahlungen immer noch nicht erfolgt sind. Der Präsident des Eigentümerkollektivs hat dreimal die zuständigen Stellen angeschrieben, doch gibt es bislang keine Antwort. Er hat dafür kein Verständnis, da per Haushaltsgesetz der Französischen Republik 7 Millionen Euro für die Eigentümer des Signal bewilligt worden sind. Vielleicht, so wird vermutet, steckt dahinter nur bürokratischer Kompetenzwirrwarr, denn mit der Entschädigungsdbeilligung war keine Entscheidung sdarüber verbunden, wer als neuer Eigentümer das Appartementhauess bis zu seinem noch für dieses Jahr erwarteten Abriß firmieren soll. Denkbar sind die Gemeinde Soulac, der Gemeindeverband, zu dem Soulac gehört, oder der Staat. Obwohl inzwischen die aus staatlichen Mitteln finanzierten Arbeiten zur Entfernung der Asbestbauteile aus dem Gebäudes eingeleitet sind, rührt sich nichts auf der finanziellen Ebene.

(J.-D. R.:  Les copropriétaires du Signal attendant, in: SUDOUEST, 08. 04. 2019)

 

Gemeindesteuern von Grayan-et-L’Hôpital

Am 29. März hat der Gemeinderat von Grayan-et-L’Hôpital die Haushaltspläne für das Jahr 2019 verabschiedet. Darin enthalten sind die Sätze für die Gemeindesteuern. Sie wurden festgesetzt für die taxe d’habitation auf 4,47%, für die Grundsteuer für bebaute Grundstücke auf 6,12% und für die unbebauten Grundstücke auf 14,71%. Zum Ausgleich des Haushalts der Gîtes ruraux wurden 107.175 Euro bewilligt und für die in der Gemeinde aktiven Vereine wurden 40.000 Euro bereitgestellt.

(M. Caporal: Les taxes locales n’augmenteront pas, in SUDOUEST, 06 04. 2019)

Anm. der Redaktion: Mit den am 29. März 2019 beschlosseneen Werten bleiben die Gemeindesteuern in Grayan auf dem 2017 festgelegten Niveau.

 

Schutz vor Rehen

Rehe sind Tiere, die bei den meisten Menschen positiv besetzte Gefühle auslösen. Wer jedoch sein Geld z. B. im Weinbau verdient, der weiß, dass die eleganten Wesen beträchtliche Schäden anrichten können, wenn sie junge Triebe von Weinstöcken, die bei ihnen ganz oben auf der Speisekarte stehen, abfressen und damit den betroffenen Pflanzen die Chance nehmen, Früchte zu tragen. Da die Bestände an Rehen in der letzten Zeit kräftig zugenommen haben, auf der anderen Seite aber keine natürliche Feinde die Zahlen verringern und auch die Bejagung angesichts der zurückgehenden Zahl von Jägern nachgelassen hat, sucht man nach Möglichkeiten, den Verbiss durch Rehe zu begrenzen. Dabei können chemische Mittel eingesetzt werden, die Gerüche verbreiten, die Rehe nicht mögen, aber es gibt auch Tricks, die mit ganz natürlichen Mitteln funktionieren. Derzeit experimentiert ein Weinbaubetrieb in der Nähe von Angoulême mit einem Verfahren aus Großmutters Zeiten, das allerdings in Vergessenheit geraten ist. Dafür werden menschliche Haare, die man bei Friseuren der Gegend einsammelt in Jutesäckchen eingenäht und im Boden zwischen den Weinstöcken in regelmäßigen Abständen flach eingegraben. Danach entwickeln sich Geruchsstoffe, die Rehe nicht mögen. Dieses Verfahren verspricht auch Erfolg bei der Abwehr von wilden Kaninchen, doch muss es wohl erst wieder publik gemacht werden.

(Des cheveux pour éloigner les chevreuils des vignes, in: SUDOUEST, 29. 03. 2019)

 

 

Umgehung von Lesparre

Die Ortsumgehung von Lesparre gehört zu den Dingen im Médoc, die in die Abteilung der unendlichen Geschichten einsortiert werden müßten. Eigentlich, so sollte man meinen, müßten alle Beteiligten freudig auf den Tag warten, an dem der überregionale Durchgangsverkehr, der sich durch die recht engen Straßen von Lesparre quält, einen großen Bogen um die Stadt macht, doch man wundert sich. In dem Maße, wie die Umsetzung der immer noch nicht endgültig abgeschlossenen Planungen näher rückt, regt sich Widerstand. Kurz vor einer Sitzung  des Rates des Gemeindeverbandes Médoc Coeur de Presqu’île hat eine Gruppe von Unternehmen und Vereinen einen offenen Brief an diese Versammlung gerichtet, in dem die Ortsumgehung in einem sehr negativen Licht erscheint. So wird behauptet, durch die neue Verkehrsführung würden bis zu 400 unbefristete Arbeitsstellen dauerhaft und noch einmal 100 Saisonarbeitsplätze bedroht. Davon würden, so die Verfasser der Einwände rund 100 Stellen ersatzlos wegfallen und demzufolge die Wirtschaft  fühlbar geschwächt werden. Außerdem werden Zweifel hinsichtlich der tatsächlichen Kosten der Umgehungsstraße angemeldet. Da der Gemeindeverband Médoc Coeur de Presqu’île ein gewichtiges Wort bei der Bewertung der Nützlichkeit der Umgehung von Lesparre zu sagen hat, sollte man sich nicht wundern, wenn angesichts der Kritik die Umfahrung von Lesparre noch weiter auf die lange Bank geschoben wird.

(A. Larrue: Les entreprises de la RD 1215 écrivent aux élus, in: SUDOUEST, 06. 04. 2019)

 

Ausländische Investoren

Angesichts der Unruhen im Gefolge der Aktivitäten der Gilets jaunes gab es in Frankreich Befürchtungen, dass die Bereitschaft ausländischer Unternehmen, in Frankreich zu investieren, gesunken sein könnte. Die vorliegenden Zahlen scheinen das nicht zu bestätigen. Nach einem Rekordjahr 2017 wurden 2018 insgesamt 1323 Investitionsvorhaben ausländischer Herkunft realisiert, eine Steigerung um 2% gegenüber de Vorjahr. Dabei wurden 741 Firmen neu gegründet, 500 bestehende Investitionen erweitert und 82 Firmen übernommen. 61% der Investoren kamen aus Europa, 21% aus Nordamerika und 11% aus Asien. Das Land, das die Spitze der Investoren anführt sind nach wie vor die USA mit  232 Engagements vor Deutschland mit 180, dem Vereinigten Königreich mit 118 und den Niederlanden mit 104 Engagements. Ob sich die Unruhen um die Gilets jaunes nicht doch als Investitionsbremse herausstellen, wird man aber wohl erst in einigen Monaten feststellen können, da die meisten der in den vorstehenden Zahlen erfaßten Investitionsvorhaben beschlossen worden sein dürften, bevor die Gilets jaunes auf den Plan traten.

(P. Rabiller: L’investissement étranger se maintient en France,   in: SUDOUEST, 05. 04. 2019)

 

Saisoneröffnung

Die im Port de la lune von Bordeaux zu den Stammgästen gehörende Braemar hat mit ihrem Besuch am 1. April die diesjährige Saison der Kreuzfahrtschiffe eröffnet. Die Braemar wird danach im Lauf des Jahres noch fünfmal im Port de la lune anlegen. Insgesamt sind für die kommenden Monate 57 Besuche von seegehenden Kreuzfahrtschiffen angemeldet. Obwohl Bordeaux für diese Schiffe nur eine von mehreren Stationen ist, hat sie ihren besonderen Reiz dadurch, dass Bordeaux einen der weltweit wenigen Anlegeplätze bietet, wo die Schiffe unweit des Stadtzentrums festmachen können und damit schnellen und leichten Zugang zu einer Rehe von touristisch hochklassigen Attraktionen bietet.

(G. Richard: Le premier paquebot de la saison accoste ce soir, in: SUDOUEST, 01. 04. 2019)

 

Arbeitskräftemangel im Weinbau

Der Weinbau ist der größte Arbeitgeber im Department Gironde, aber er hat Probleme, offene Stellen zu besetzen. Die 6.000 Weinbaubetriebe, 300 Händler und 80 Makler bieten insgesamt 55.000 Stellen, aber sie haben, obwohl die Arbeitslosenquote im  Departement bei 9,5% liegt, Schwierigkeiten, geeignete Arbeitskräfte zu gewinnen. Bei den Arbeitssuchenden gelten Tätigkeiten im Weinbau oft als schmutzig, wetterabhängig, abgelegen und schlecht bezahlt, obwohl dies namentlich hinsichtlich der Verdienstmöglichkeiten nach den statistischen Werten nicht zutrifft. Um hier Abhilfe zu schaffen, haben die Weinbaubetriebe eine auf 14 Tage angelegte Werbe- und Aufklärungskampagne gestartet, die zeigen sollte, wie vielgestaltig die Tätigkeiten in einem Gewerbe sind, das zwar während der Weinlese einen  kurzfristigen zusätzlichen Bedarf an Arbeitskräften hat, ansonsten aber über das gesamte Jahr verteilt, eine Reihe von Beschäftigungen bietet, die Außenstehenden oft verborgen bleiben. Nicht zuletzt sind hier er Oenoutourismus und die Digitalisierung zu nennen, zwei Bereiche, die einen immer größeren Stellenwert im Rahmen des Weinbaus haben. Ob die Werbeveranstaltung für Arbeitsplätze im Weinbau einen nachhaltigen Erfolg gehabt hat, wird man aber wohl erst am Ende des laufenden Jahres sagen können. Zur Zeit sid die Erwartugen eher verhalten.

(L. Douifi: « La vigne est le premier employeur du département », in: SUDOUEST, 01. 04. 2019)

 

 

Reduzierung der Zahl der Spezialschiffe

Seit dem Untergang wurde die Stelle, an der die Grande America gesunken ist, von bis zu sechs Spezialschiffen überwacht. Dabei wurden die an der Wasseroberfläche schwimmenden Ölfilme so gut es geht, eingesammelt und damit unschädlich gemacht. Zusätzlich wurde eine Überwachung aus der Luft mit Flugzeugen und Satelliten durchgeführt, um den Weg dokumentieren zu können, den die Ölrückstände nehmen. Nach einer anfänglichen Phase der Unsicherheit gilt mittlerweile als gesichert, dass die französischen Strände glimpflich davon kommen werden, weil die Ölrückstände in Richtung auf die spanische Nordküste getrieben werden.

Der in Frankreich mit derartigen Dingen berufsmäßig befaßte Préfet maritime de l’Atlantique stellte jetzt fest, dass das Risiko einer größeren Ölverschmutzung in der Biscaya begrenzt sei, aber es existiere noch für geraume Zeit. Inzwischen sind einige Dutzend Tonnen Schwerölrückstände eingesammelt und größere Mengen verschmutzten Wassers abgesaugt worden, wobei sich herausstellte, dass mit zunehmender Distanz zum Untergangstag die Mengen der eingesammelten Rückstände kontinuierlich zurückgegangen sind. Vor diesem Hintergrund wird die Anzahl der bei der Ölrückstandsbeseitigung eingesetzten Schiffe reduziert. Künftig wird nur noch ein Schiff zur Überwachung in der Nähe der Untergangsstelle postiert, wobei bei Bedarf weitere Einheiten mobilisiert werden können. Inzwischen liegen auch erste Ergebnisse der Erkundung des Wracks durch einen Tauchroboter vor, doch will man weitere Analysen abwarten, bevor über konkrete Maßnahmen entschieden wird.   

(R. Le Coz: Le dispositif de surveillance de la pollution allege, in: SUDOUEST, 03. 04. 2019)