Médoc-Notizen April- Juni 2018

Mai 2018

 

Heftige Unwetter

Es gab zwar Unwetterwarnungen von Météo-France, doch das, was sich am 26. Mai 2018 über Teilen des Departements Gironde entlud, übertraf doch die Befürchtungen. In Bordeaux gingen sintflutartige Niederschläge mit schweren Hagelschauern nieder, die innerhalb von nur 6 Minuten 22mm Regen brachten. Dadurch waren die Kanalisationen überfordert, so dass Autos und Straßenbahnen streckenweise sich den Weg durch die Wassermassen bahnen mussten. Bis 17.00h rückten die Feuerwehren des Departements 330 mal aus, um Überschwemmungen von Kellern und andere Schäden zu beheben. In Talence musste das Einkaufszentrum von Leclerc nach einer Überschwemmung geschlossen werden. Die Weinbaubetriebe des südlichen Médoc, aber auch um Blaye und Bourg-sur-Gironde meldeten teilweise schwere Schäden durch Hagel. Der nördliche Teil der Médoc-Halbinsel kam vergleichsweise glimpflich davon. Es regnete zwar auch kräftig, aber alles blieb im üblichen Rahmen. Am späten Nachmittag verlagerte sich die Gewitterfront in Richtung Norden, doch ist eine weitere Front, die vermutlich weniger heftig sein wird, für die Nacht angekündigt.

(Vidéos. Orages violents en Gironde : déluge à Bordeaux, dégâts dans les vignes, in: SUDOUEST, 26. 05. 2018, 19.08h, Internet-Ausg.)

 

 

Einsturz

In Lesparre neigte sich am Donnerstag, dem 24. Mai 2018, gegen 13.00h  die Giebelwand eines Gebäudes an der Avenue du Maréchal de Lattre-de-Tassigny bedenklich und stürzte ein. Da das Haus zum Zeitpunkt des Einsturzes unbewohnt war, gab es keine Opfer, doch bestand die Gefahr, das das gesamte Gebäude in sich zusammenfallen würde. Der Bürgermeister von Lesparre berief für 15.00h eine Krisensitzung für alle städtischen  Dienste, die in derartigen Fällen aktiviert werden. Dabei wurde festgestellt, dass Gefahr im Verzuge sei und dass Maßnahmen getroffen werden müssten, die den Verkehr auf der vor dem Gebäude vorbeiführenden Strasse sichern sollten. Schließlich wurde die Straße gesperrt und eine Umleitung eingerichtet, damit das marode gewordene Bauwerk zügig abgebrochen werden konnte. Da die eingesetzten Abbruchexperten zügig arbeiteten, war nach etwas mehr als zwei Stunden die Gefahr gebannt. Das brüchig gewordenen Haus hatte sich in einen beträchtlichen Schuttberg verwandelt, aber der während der Sicherungsarbeiten blockierte Durchgangsverkehr konnte wieder seinen angestammten Weg nehmen.

(A. Larue: Effondrement : une maison démolie dans l’urgence, in: SUDOUEST, 25. 05. 2018)

 

Elektroautos in Frankreich

Zur Zeit sind elektrisch betriebene Autos auf Frankreichs Straßen noch seltene Ausnahmen, doch soll das schon in nächsten Zukunft anders werden. Bis 2022 soll sich die Zahl der rein elektrisch angetriebenen Fahrzeuge verfünffachen. Das bedeutet, dass 2022 150.000 Elektroauutos verkauft werden sollen, gegenwärtig sind es 30.000 pro Jahr. Bewirken soll diese Steigerung ein zwischen den zuständigen Minsterien und der Industrie geschlossener contrat stratégique de la filière automobile, der zusätzlich einen kräftigen Ausbau der Ladestationen für Elektroautos vorsieht. Parallel dazu will die Regierung in Frankreich und in Europa die Produktionskapazitäten für die Herstellung von Batterien steigern, um der Gefahr zu begegnen, dass sich auf diesem Markt eine chinesische Dominaz aufbaut, die womöglich nicht wieder zurückgedrängt werden kann.

(SudOuest.fr avec Afp: La France veut multiplier par cinq les ventes de voitures électriques d’ici 2022in: SUDOUEST, 22. 05. 2018, Internet-Ausg.)

 

 

Keine Sandbahnrennen mehr in Le Gurp

Der Präsident des Moto-Club des Esteys, der seit Jahren das Sandbahnrennen in Le Gurp ausrichtet hat in einer überraschenden Erklärung verkündet, dass es zukünftig keine Gurp TT mehr geben wird. Grund ist ein Schreiben des Präfekten des Departements Gironde, das dem Club für künftige Veranstaltungen eine Reihe von Auflagen macht, die nach Aussagen der Clubführung aus Kostengrünen und auch wegen der dafür erforderlichen Arbeitsleistung nicht zu erfüllen sind. Das Rennen in Le Gurp, das in den zurückliegenden Jahren stets rund 20.000 Zuschauer angezogen hatte, wird damit der Vergangenheit angehören. Der Verzicht fällt den bisherigen Veranstaltern schwer, doch machten sie klar, dass solange der gegenwärtige Präfekt im Amt sei, eine Fortsetzung der Renntradition am bisherigen Standort nicht möglich sei.

(J. Lestage: Gurp TT dans le Médoc : le président annonce la fin de la course sur sable, in: SUDOUEST, 23. 05. 2018, 17.42h, Internet-Ausg.)

 

 

Neue Wildschweinereien

Wildschweine sind vielseitig und unternehmungslustig. Das erfuhr man kürzlich auch in Arcachon, wo eine stattliche Rotte dieser Borstentiere über die Pfingsttage auf Stadtbesuch unterwegs war. Sie gingen dabei relativ diskret vor, indem sie ihre Ausflüge nicht bei hellem Tageslicht veranstalteten, sondern in die dunkleren Stunden verlegten. Immerhin gelang es aber mehrfach, die nicht unbedingt gern gesehenen Gäste ausgiebig zu fotografieren. Besonders angezogen wurden die Wildshweine von öffentlich angelegten Blumenbeeten, die allerdings nach dem Besuch der Schwarzkittel ihrer Blumenpracht beraubt waren und mehr einem frisch und gründlich umgepflügten Acker glichen. Als Jäger alarmiert wurden, zuckten die nur etwas verlegen die Schultern und erklärten, ihne seien die Hände gebunden, denn innerhalb von Siedlungsgebieten dürften sie keine Schusswaffen einsetzen. Wie es scheint, wussten das die Wildschweine, denn sie wiederholten ihre Besuche, allerdings nicht an den Stellen, die sie bereits gründlich leergefressen hatten.

(D. Patsouris: Plusieurs sangliers ont passé Pentecôte en ville, in: SUDOUEST, 22. 05. 2018)

 

Französisch lernen in Euronat

Wer sich als Deutscher gern und länger in Frankreich aufhält, gewinnt eine Menge, wenn er sich in der Landessprache verständlich machen kann, auch wenn das mit Hilfe von Händen und Füßen geschieht. Viele Deutsche scheuen aber vor der französischen Sprache zurück, wobei allerlei Ausflüchte gesucht werden, die allesamt darum kreisen, dass das Französische schwierig sei und schon in der Aussprache Hürden aufbaue, die für Ausländer kaum zu meistern seien.

Im letzten Jahr hat in Euronat ein Experiment begonnen, bei dem mit Erfolg versucht wurde, diesen Vorurteilen den Garaus zu machen und Deutschen ganz ohne oder mit nur geringen Vorkenntnissen im Französischen Mut zu machen, sich auf die Sprache einzulassen, mit der man nicht nur im Médoc bei Franzosen Pluspunkte sammeln kann. Dabei wird eine unkonventionelle, aber erfolgreiche Methode angewandt, die nahezu jeden Deutschen nach kurzer Zeit befähigt, französische Texte laut und verständlich zu lesen, auch wenn der Inhalt erst später erfasst wird. Und wenn diese Barriere überwunden ist, kann man ausgehend von einfachen Kommunikationssituationen langsam die Fähigkeit und Bereitschaft aufbauen, seine Wünsche und Bedürfnisse im Französischen zu artikulieren. Diese Lerngruppe, die sich zweimal pro Woche für jeweils eine Stunde trifft,  wird zunächst für drei Monate weitergeführt.

Da dieses erste Experiment recht gut funktioniert hat, soll am Montag, dem 28. Mai, um 10.30h eine zweite Gruppe gestartet werden, die sich an Ausländer wendet, die bereits über Vorkenntnisse in der französischen Sprache verfügen, aber eine Anleitung suchen, um sich in der Zielsprache zu perfektionieren.

Die Teilnahme an beiden Gruppen ist kostenfrei.

Wir laden Interessenten zu beiden Gruppen ein, sich über das Kontaktformular der Médoc-Notizen zu melden.

(UM, 22. 05. 2018)

 

 

 

Strandaufsichten 2018 in Montalivet:

Hauptstrand Nord und Süd:

Wochenenden vom 19. bis 21. und vom 26. u. 27. Mai: von 12.00h bis 18.30h;

Vom 2. Juni bis 1. Juli: von 12.00h bis 18.30h;

Vom 2. Juli bis 31. August von 11.00h bis 19.00h

Vom 1.September bis 17. September: von 12.00h bis 18.30h

Strand des CHM:

P1: von 16. Juni bis 29. Juni: von 11.00h bis 18.00h

Vom 30. Juni bis  2. Sept.: von 11.00h bis 19.00h

Vom 3. Sept. bis 16. Sept.: von 11.00h bis 18.30h

P2: vom 7. Juli bis 26. August : von 11.00h bis 19.00h

(Toutes les dates et horaires des plages surveillées en Médoc, in: Le Journal du Médoc, 18. Mai 2018)

 

 

Saisonarbeitskräfte

Das Médoc ist kein Paradies für Arbeitnehmer. Das weiß man schon länger, doch wird über manche Dinge in diesem Zusammenhang nicht gern gesprochen. Dazu gehört zum Beispiel die Tatsache, dass rund die Hälfte der Arbeitsplätze im Médoc zeitlich befristet sind, viele davon laufen nur über 50 Tage, manche allerdings auch etwas länger. Außerhalb der Tourismussaison und außerhalb der Weinlese sieht es jedoch für viele Arbeitssuchende düster aus. Besonders schlecht dran sind Arbeitskräfte, die nicht im Médoc zu Hause sind, denn sie erhalten oft Entlohnungen, die deutlich unter dem im Médoc sowieso schon niedrigen Niveau liegen. Dazu kommen oft Probleme der Unterbringung. Viele der von außerhalb kommenden Saisonkräfte schlafen in Unterkünften, in denen mehrere, manchmal bis zu fünfzehn, Personen sich in einen Raum teilen müssen. Andere müssen sich mit Schlafstellen in Zelten zufriedengeben oder sie schlafen in Autos. Das Problem ist bekannt, doch es wird immer noch zu wenig getan, um hier schnelle Abhilfe zu schaffen.

Insgesamt werden pro Jahr etwa 21.000 Saisonarbeitskräfte im Médoc beschäftigt. Rund 6.000 davon entfallen auf den Tourismus und den Handel. Bis zu 15.000 Personen arbeiten mit Kurzzeitverträgen in der Landwirtschaft und im Weinbau. In den Restaurants gehören viele der Bedienungen zu den Saisonkräften, und die freuen sich bestimmt über ein Trinkgeld, das nicht am unteren Ede der Skala angesiedelt ist..

(D. Barbet: Acceuil des saisonniers: le Médoc n’est pas à la hauteur, in: Le Journal du Médoc, 18. Mai 2018)

 

Oldtimertreffen

In Montalivet werden sich am Pfingstwochenende in der Avenue de l’Océan und am Boulevard de Front de mer wieder eine ganze Menge alter bis sehr alter Autos den Blicken der Betrachter stellen. Bei der ersten Auflage dieser Parade im letzen Jahr versammelten sich 150 mehr oder weniger auffällige, auf jeden Fall aber liebevoll und von Kennerhand restaurierte alte Fahrzeuge. Wieviel es in diesem Jahr sein werden, weiß man nicht, weil sich wohl wieder viele Oldtimerbesitzer spontan und unangemeldet einstellen werden. Im Beiprogramm des Treffens gibt es Verkaufsstände, in denen so ziemlich alles angeboten wird, was zum Erhalten und Aufhübschen alter Autos gebraucht wird. Nicht zuletzt wird es Gelegenheit geben, ins Gespräch zu kommen mit Fachleuten und Liebhabern, die sich ebenfalls für Oldtimer begeistern. Rund um das Ereignis wird es außerdem ausgiebige und kostenfreie musikalische Unterhaltung geben.

(L. Llobell: Le retour des voitures anciennes in: SUDOUEST, 18. 05. 2018)

 

 

Verkaufsverbot

Die Präfektur des Departements Gironde hat das Ende April 2018 erlassene Verkaufsverbot für einzelne Muschelarten erweitert auf alle Muscheln, einschließlich Austern, soweit sie aus dem Bassin von Arcachon kommen. Grund für dieses Verbot sind Belastungen der Muscheln mit Giftstoffen, die von Microalgen ausgehen, von denen sich die Muscheln ernähren. Diese können zu Gesundheitsproblemen führen, wenn sie von Menschen verzehrt werden. Das Verbot gilt solange, bis die regelmäßig durchgeführten Kontrollen der Muscheln ergeben, dass die derzeit festgestellten Belastungen verschwunden sind. Verkaufsverbote der soeben verkündeten Art ereignen sich immer wieder, besonders dann, wenn sich das Meerwasser erwärmt und das Wachstum der problematischen Microalgen sich beschleunigt. Zur Beruhigung von Muschelliebhabern kann aber gesagt werden, dass die Zeiten, in denen Verkaufsverbote verhängt werden, meist von kürzerer Dauer sind.

(Sudouest. Fr u. AFP: Bassin d’Arcachon : l’interdiction temporaire de consommation étendue à tous les coquillages, in: SUDPOUEST, 17. 05. 2018, 21.54h, Internet-Ausg.)

 

Verkehrszeichen im Ruhestand

Im Médoc gibt es immer mehr Verkehrszeichen und Wegweiser, die in vornehmer Blässe dem Betrachter nicht mehr so richtig preisgeben, was sie ihm eigentlich sagen sollten. Schuld daran ist ein Material- oder Herstellungsfehler, der dazu führt, dass die Farbe der Beschriftung unter dem Einfluss der UV-Strahlung von ihrem ursprünglichen Schwarz über dunkel-, dann hellgrau zu (fast) weiß wechselt. Während für die Einheimischen Wegweiser meist nur gelegentlich von Bedeutung sind, können für Touristen Schwierigkeiten entstehen, die niemandem nützen. Das Problem ist zwar schon länger bekannt, aber erst jetzt ist die Planung angelaufen, um die 157 unleserlich gewordenen Verkehrsschilder im Médoc auszuwechseln. Die dafür veranschlagten rund 150.000 Euro müssen vom Departement aufgebracht werden, das verkündet hat, dass bis zum Herbst der Schildertausch abgeschlossen sein wird. Normalerweise haben Verkehrsschilder im Médoc eine Lebenserwartung von 20 Jahren, aber wie man sieht, ist das keine verlässliche Konstante.

(J. Lestage, Sur la route, des panneaux qui n’indiquent plus rien, in: SUDOUEST, 15. 05. 2018)

 

Neuartiger Wohnwagen

Der Wohnwagen Beauer 3X wurde zwar schon im letzten Jahr der Öffentlichkeit vorgestellt, doch existiert er bislang erst in ganz wenigen Exemplaren, was wohl dafür verantwortlich ist, dass das neue Konzept noch keine großen Wellen geschlagen hat. Als das erste Modell im letzten Jahr vorgestellt wurde, schrieb der SPIEGEL, es sei verwunderlich, dass vorher noch niemand auf die Idee gekommen sie, einen teleskopierbaren Wohnwagen zu bauen, der im Transportzustand nur 4m² bedeckt, ausgefahren aber eine Wohnfläche von 12 m² bietet. Auf dieser Fläche ist alles untergebracht, was einen komfortablen Wohnwagen heutzutage ausmacht. Da die derzeitige Fertigung dieses neuartigen Wohnwagens immer noch im Rahmen einer Kleinstserie erfolgt, sind Aussagen über den Preis des Gefährts eigentlich noch nicht möglich. Man sollte jedoch erwarten, dass angesichts der überaus positiven Reaktionen der Fachwelt bald zu einer industriellen Fertigung mit größeren Stückzahlen übergegangen wird.

(P. Rabiller : Caravane X3, cette petite qui joue les grandes, in : SUDOUEST, 14. 05. 2018)

Mehr:

https://www.youtube.com/watch?v=ZC8__hhtMTw

http://www.spiegel.de/fotostrecke/ausziehbarer-wohnwagen-beauer-3x-kleiner-kommt-gross-raus-fotostrecke-149477.html

 

 

Kein Besitzerwechsel

Im März dieses Jahres verbreitete sich die Nachricht, dass der französische Fernsehsender M6, der zur Bertelsmann-Gruppe gehört, die Girondins von Bordeaux, den in seinem Besitz befindlichen Fußballklub, verkaufen wolle. Als Käufer wurde der amerikanische Investor GACP genannt, der frisches Geld in den Club aus Bordeaux stecken wollte, um damit den in der letzten Zeit nicht gerade erfolgsverwöhnten Verein wieder in Schwung zu bringen.  Die Verhandlungen kamen aus nicht genannten Gründen nicht vom Fleck und nun stellte der Präsident des Fernsehsenders M6 fest, die Voraussetzungen für eine kurzfristig wirksam werdenden Übernahme der Girondins seien nicht gegeben. Die vom bisherigen Inhaber geforderten Garantien für die künftigen Investitionen und für die Zukunft des Vereins seien nicht gegeben worden, so dass man davon ausgehe, dass die Girondis auch in der nächsten Spielzeit von M6 gesteuert würden. Die Tür für weitere Verhandlungen seien nicht geschlossen aber so wie es aussehe, änderten sich die Besitzverhältnisse bei den Girondins in den nächsten Wochen eher nicht.

(N. Le Gardien u. P. Favier : Girondins : M6 devrait bien rester propriétaire, in : SUDOUEST, 13. 05. 2018, Internet-Ausg.)

 

30 Jahre Musique au coeur du Médoc

Mittlerweile sind die Veranstaltungen der Vereinigung Musique au coeur du Médoc fester und renommierter Bestandteil der sommerlichen Musikszene im Médoc, aber auch diese Veranstaltung hat klein angefangen. Das erste Konzert fand statt in der Kirche von Moulis, aber dass es dort durchgeführt werden konnte, war alles andere als selbstverständlich. Zuvor musste nämlich die Genehmigung des Bürgermeisters als Hausherrn und dann das Einverständnis des zuständigen Pfarrers eingeholt werden, was längst nicht so selbstverständlich war wie heute. Mit der Unterstützung der freiwilligen Helfer und der Fürsprache einiger einflussreicher Musikliebhaber gelang es schließlich, am 5. September 1988 ein Konzert des Orchesters der Haute-Normandie unter der Leitung von Jean-Piere Berlingen zu veranstalten. Diesem ersten musikalischen Großereignis folgten rund 200 weitere, wobei man von Anfang an Wert darauf legte, hochkarätige Interpreten zu verpflichten, die nach ersten Erfolgen bei renommierten Wettbewerben am Anfang einer großen Karriere standen. Dieser Kurs hat sich offenbar ausgezahlt, denn inzwischen gilt insbesondere bei jungen Musikern eine Einladung zu einem der Konzerte im Médoc als Auszeichnung. Die Veranstaltung, mit der das 30jährige Jubiläum gefeiert werden soll, findet auf dem Château d’ISSAN in Cantenac am Donnerstag, dem 17. Mai, statt mit 30 Choristen und Musikern der Oper von Bordeaux, die ihre Darbietungen um die Thematik des Weins und der Festlichkeiten angeordnet haben. Reservierungen per Tel: 06 07 43 82 92 oder 06 08 32 73 77 oder über die Maison du Tourisme et du Vin de Pauillac Tél. : 06 07 43 82 92 oder 06 08 32 73 77

(L. Le Cor : Musique au coeur du Médoc fête ses 30 ans, in : SUDOUEST, 12. 05. 2018)

 

 

Es geht wieder aufwärts

Dem Casino am Boulevard de Front de Mer in Soulac ging es in den letzten Jahren nicht gut, doch ist es mittlerweile gelungen, die rückläufigen Umsatzzahlen in wieder aufsteigende Richtung zu drehen. Der Leiter des Kasinos vermeldete, der Umsatz haben gegenüber dem Vorjahr um 13% zugelegt, wobei das Wachstum in allen Teilbereichen zu beobachten sei. Dies betreffe die Ergebnisse an den Spieltischen, an den Automaten und auch in der Nachtbar Le Zinc. Dazu beigetragen habe sicherlich, dass der Innenbereich der Kasinoanlage großzügig renoviert und saniert worden sei. Mindestens ebenso günstig habe sich ausgewirkt, dass die Anzahl der Konzerte und Veranstaltungen im Kasino deutlich gesteigert worden sei. Alles in allem blicke man positiv in die Zukunft, auch wenn man angesichts des Standortes unmittelbar an der Dünenkante eine gute Versicherung gegen eventuelle Risiken bräuchte.

(C. Boissot: Casino de la Plage: la roue tourne enfin! in: Le Journal du Médoc, 11.05. 2018)

 

 

Ein wenig Hoffnung für Le Signal

Es sieht so aus, als ob  die Eigentümer des Appartementhauses Le Signal in Soulac, die ihre Wohnungen seit dem Februar 2014 nicht mehr betreten dürfen, doch besser wegkommen könnten als dies bislang angenommen werden musste. Grund zur Hoffnung gibt eine Verlautbarung aus dem Umweltministerium, derzufolge der Staat Mittel bereitstellen will für die Entfernung der Asbestbestandteile des Gebäudes und den anschließenden geordneten Abbruch. Auch hinsichtlich der Entschädigung der Eigentümer gibt es etwas Bewegung durch einen Gesetzesvorschlag, der von der Erosion Geschädigten dann in den Genuss von Zahlungen aus der Loi Barnier kommen lässt, wenn ihnen durch staatliche Entscheidungen die Nutzung ihres Eigentums verwehrt wird, weil es durch das Zurückweichen der Küstenlinie gefährdet ist. Sollte dieser Gesetzesvorschlag vom Parlament gebilligt werden, könnten die Eigentümer des Signal Entschädigungen in der Größenordnung von 75% des ursprünglichen Verkehrswertes ihrer Immobilie erhalten. Verglichen mit den bisher im Raum stehenden Beträgen würde dies eine Verdreifachung der Entschädigungszahlungen bedeuten. Der Sprecher der Eigentümervereinigung zeigte sich jedoch misstrauisch, weil es noch keine definitiven Entscheidungen gebe. Er macht aber deutlich, dass es höchste Zeit sei, eine Lösung zu finden, da man schon zu lange in der Ungewissheit gelebt habe.

(J, Lestage: Le Signal : une solution en vue pour les propriétaires, in: SUDOUEST, 10. 05. 2018)

 

 

Zirkus in Not

Der Zirkus Pinder, einer der vier Großen der Branche in Frankreich, hat Insolvenz angemeldet. Ziel ist nicht die Liquidation des Unternehmens, sondern eine Neuausrichtung, bei der eine Anpassung an die veränderten Publikumsgewohnheiten erfolgen soll. Pinder teilte mit, man habe in den letzten Jahren einen spektakulären Rückgang bei den Besuchen durch Schüler registrieren müssen, deren Zahlen in wenigen Jahren von 450.000 pro Jahr auf 100.000 geschrumpft seien. Die Ursache sieht man neben den  Unterrichtszeiten, die seit kurzem wieder Unterricht am Mittwochvormittag vorsehen, vor allem in einer allgemeinen Furcht vor Terroranschlägen die viele Menschen davon abhielten, zu größeren Veranstaltungen zu gehen. Dadurch seien die Umsätze des Unternehmens von einst um die 7,5 Millionen Euro  pro Jahr auf 5,2 Millionen Euro im Jahre 2017 zurückgegangen. Alles in allem werde der Zirkus seine Reisetätigkeit drastisch reduzieren oder gar einstellen und dafür die herbstlichen Vorstellungen in Paris ausbauen, wo man etwa die Hälfte der Jahreseinnahmen hereinhole. Außerdem soll im nächsten Jahr ein Vergnügungspark mit Namen Pinderland eröffnet werden, der eine neue Form des Zirkusbetriebes ermöglichen werde. Damit werde der Fortbestand des Unternehmens gesichert, auch wenn man auf die früher üblichen frankreichweiten Tourneen verzichten werde. Die rückläufigen Besucherzahlen machen auch den kleinen Zirkusunternehmen zu schaffen, die während der Sommersaison  in den Ferienregionen um ihr Überleben kämpfen. Niemand weiß, wie lange sie noch über Frankreichs Straßen ziehen, aber kaum jemand zweifelt daran, dass ihre Zukunftsaussichten nicht rosig sind.

(J.-D. Renard: Pinder ou la chute du cirque itinérant, in: SUDOUEST, 09. 05. 2018)

 

10 Millionen

Es gibt nichts, was Statistiker nicht in Zahlenkolonnen bringen könnten, doch sind die dafür erforderlichen Erhebungen manchmal recht mühselig. Das galt z. B. für das Zählen von Strandbesuchern, für das die Helferlein früher mühsam durch losen Sand stapfen mussten, um zu Ergebnissen zu gelangen. Das ist im letzten Jahr nicht mehr notwendig gewesen, denn da bediente man sich modernster Technik. So wurden etwa die Mobiltelefonkontakte an interessierenden Strandabschnitten gezählt, was, kombinert mit Erfahrungswerten, recht genaue Aussagen über die Anzahl von Strandgästen zulässt. Oder es wurden Drohnen eingesetzt, die in einigen Dutzend Metern Höhe Strandabschnitte überflogen und dabei Bilder übermittelten, die nach der Auswertung ebenfalls verlässliche Angaben lieferten. Dabei wurde, um Kollisionen mit den Vorgaben des Daten- und Persönlichkeitsschutzes zu vermeiden, die Kameras so eingestellt, dass zwar Personen gezählt, nicht aber erkannt werden konnten. Aus dem ermittelten Zahlenmaterial errechnete man, dass im letzten Jahr im Südwesten Frankreichs von der Girondemündung bis zu den Pyrenäen rund 10 Millionen Menschen sich in und an den kühlenden Fluten des Atlantik erfreut haben. Im Monat Juli suchten 645.000 Besucher die Strände der Pyrénées atlantiques auf, 830.000 tummelten sich im Sand der Girondestrände und  1 Million an den Gestaden der Landes. Im August zählte man 890.000 Strandgäste in den Pyrénées atlantiques, 1,27 Millionen an den Girondestränden und 1,5 Millionen in den Landes.

(S. Cottin: Plages : un pic à 10 millions de serviettes, in: SUDOUEST, 07. 05. 2018)

 

 

Großer Namen, doch klein von Statur

Das Weinanbaugebiet des Bordelais hat weltweit ein Ansehen, das ihm eine unbestrittene Spitzenposition sichert. Wenn es um die Erntemengen geht, rangiert das Bordelais mit gerade einmal 1,6% der weltweit registrierten Erträge ziemlich weit hinten. Ermittelt wurden diese Ergebnisse von der Organisation internationale de la vigne et du vin (OIV), die ihren Sitz in Paris hat. In ihr sind 46 Länder vertreten, die bis auf minimale Randbereiche die Gesamtheit der Länder darstellen, die im Weinbau eine Rolle spielen. Die von der OIV publizierten Zahlen werden vom Conseil interprofessionnel du vin de Bordeaux (CIVB) aufmerksam verfolgt, das als Dachorganisation der Weinbaubetriebe im Departement Gironde alle Betriebe und Unternehmen zusammenfasst, die mit den Anbau und der Vermarktung von Wein zu tun haben. Dort ist man sich bewusst, dass die Ernte 2017 im Bordelais recht knapp war und damit das Gewicht dieses Anbaugebietes im internationalen Vergleich eher geschwächt worden ist. Mit Sorge nimmt man auch wahr, dass große Mengen Wein, vornehmlich aus Spanien und Italien nach Frankreich eingeführt werden, das damit den vierten Platz in der Welt der Wein importierenden Länder einnimmt. Die Menge der nach Frankreich importierten Weine übersteigt das Volumen der im Departement Gironde erzeugten Weine um das 1,6fache. Dies gilt jedoch nur für die Menge, nicht jedoch für den Wert, denn da liegen die Importweine im untersten Preissegment und stellen damit eine ernsthafte Bedrohung für die billigsten Bordeauxweine dar. Keine Bedrohung stellt in diesem Zusammenhang der Weinbau in China dar, der zwar mittlerweile  die Anbauflächen in Frankreich übertrifft, wobei jedoch ein großer Teil  der Trauben als Tafeltrauben verzehrt werden, während die Menge des produzierten Weins nur etwa doppelt so groß ist wie das im Bordelais erzeugte Volumen. Und in Bezug auf Rang und Namen ist China noch weit davon entfernt, den französischen Produzenten Konkurrenz machen zu können.  

(C. Compadre: Grand nom, petite taille, in: SUDOUEST, 06. 05. 2018)

 

Neuer Stellplatz für Wohnmobile

In Montalivet waren am letzten Freitag der Bürgermeister und viele Angehörige der lokalen Prominenz vor Ort, um mitzuerleben wie ein für 100 Wohnmobile ausgelegter Platz öffentlichkeitswirksam seiner Bestimmung übergeben wurde. Er liegt am südlichen Ortsrand von Montalivet und hat durch einen neu angelegten Weg durch die Dünen einen direkten Zugang zum Strand. Der Platz hat alle zur Versorgung von Wohnmobilen wichtigen Ver- und Entsorgungseinrichtungen einschließlich Internetzugang. Wohnmobilisten, die den Platz nutzen, zahlen dafür in der Nebensaison 9,60 Euro pro Tag, in der Hauptsaison 11,60 Euro. Die Firma, die den Platz betreibt, überweist 60% ihrer Einnahmen an die Gemeinde Vendays-Montalivet. Im letzten Jahr landeten so 50.000 Euro in der Gemeindekasse, in 2018 sollen es 70.00 Euro sein .

(L. Llobell: Une aire pour les camping-cars in: SUDOUEST, 05. 05. 2018)

 

 

Noch mehr Mautstrecken?

Die drei französischen Autobahnbetreibergesellschaften Vinci, Eiffage und Sanef haben 600 km noch mautfreie Autobahnstrecken im Visier, die bislang vom Staat unterhalten werden. Die Betreibergesellschaften strecken zur Zeit die Fühler aus, um in Erfahrung zu bringen, ob sie die fraglichen Strecken in ihre Netze integrieren können. Als Gegenleistung bieten sie an, für den Unterhalt und zunächst einmal die Sanierung dieser Strecken aufzukommen. Der Staat hätte ein Finanzierungsproblem weniger, doch ist klar, wer die Zeche zahlen würde: die Autofahrer. Von dieser Seite wird es auch Widerstand gegen das Vorhaben geben, weshalb man zur Zeit nicht einschätzen kann, was aus den Plänen wird. Sollten sie umgesetzt werden, wäre davon auch Bordeaux und sein Umfeld betroffen, wo zur Zeit einige Kilometer Autobahn gebührenfrei sind.

(Sudouest.fr: Les sociétés d’autoroutes veulent allonger leur réseau de 600 kilomètres, in: SUDOUEST, 03. 05. 2018, 12.55h, Internet-Ausg.)

 

Großseglertreffen in Bordeaux

Vom 14. bis 18. Juni 2018 wird in Bordeaux das zwanzigjährige Bestehen der Fête du vin gefeiert. Dazu werden 1.300 Weinbaubetriebe und Weinhandelshäuser präsent sein, deren Stände aneinandergereiht eine Strecke von 1,7 km bedecken werden. Und im Hafen werden 33 Großsegler Erinnerungen wachrufen an Zeiten, in denen sich im Port de la lune ganze Flotten von Segelschiffen drängten und den größten Teil der Güter transportierten, die hier umgeschlagen wurden. Von den Seglern des Jahres 2018 kommt keiner, um Ladung zu löschen oder an Bord zu nehmen, aber dennoch werden sie Bilder liefern, an die man sich noch lange erinnern wird. Die 33 erwarteten Schiffe werden eine 1,2 km lange Reihe von Schiffsrümpfen zeigen. Zwei Drittel dieser Schiffe werden zu besichtigen sein. Einige der Großsegler kommen aus Liverpool und Dublin im Rahmen der Tall Ships Regata, darunter die 114 m lange Kruzenstern, die Étoile du Roy, die Belle Poule, die Bélem und die Hermione, um nur einige zu nennen. Einen ersten Höhepunkt wird es am Nachmittag des 16. Juni um 16.00h geben, wenn die Mannschaften der Schiffe zur Parade antreten. Ein weiterer Höhepunkt wird es sein, wenn die 33 Segler am Morgen dese 18. Juni sich zur Parade formieren, bevor sie den Port de la lune verlassen.

(St. Dubourg: 33 voiliers en escale pour la 20e fête du vin, in : SUDOUEST, 03. 05. 2018)

 

 

Bunkerführung

Am 1. Mai fand bei wieder überaus reger Beteiligung von Interessierten, hauptsächlich Franzosen und Deutschen, eine zweisprachige (französisch-deutsche) Führung durch die Bunkeranlagen von Les Arros im Norden von Soulac statt. Dieser Bunkerkomplex, der hauptsächlich in den Jahren 1942 und 1943 als Teil des Atlantikwalls errichtet worden ist, wurden von deutschen Truppen bis zum 20. April 1945 gehalten und nach blutigen Kämpfen durch französische Verbände befreit Die Bunker selbst wurden nach dem Ende der Kampfhandlungen von Schrottsammlern ausgeräumt und fielen in Laufe der Jahre dem Sand und dem Vergessen anheim. Erst ab 2000 änderte sich das, als Jean-Paul-Lescorce, 1937 geborener Sprössling einer alten Familie aus Soulac, nach und nach 25 dieser Bunker freilegte und nach dem Entfernen von knapp 1000 m³ Sand und Schutt begehbar machte. Seit 2008 werden zweisprachige Führungen durch diesen Bunkerkomplex durchgeführt, wobei man sich aus Zeitgründen jeweils auf einige wenige dieser Bunker konzentriert und bei jeder Führung unterschiedliche Schwerpunkte bildet. Mittlerweile haben schon 33 dieser zweisprachigen Unternehmungen stattgefunden, bei denen rund tausend Besucher einen Eindruck von dieser historischen Stätte gewinnen konnten, der ohne die sachkundige Führung von Jean-Paul Lescorce nicht möglich gewesen wäre.

Die Planungen für vier bis fünf weitere Führungen in diesem Jahr sind noch nicht abgeschlossen, doch steht schon jetzt fest, dass die nächste zweisprachige Führung Ende Mai stattfinden wird. Näheres lässt sich wie üblich, im Veranstaltungskalender der Médoc-Notizen erfahren oder auch über das Kontaktformular der Redaktion erfragen.

(UM, 03. 05. 2018)

 

 

 

 

 

 

 

Contrôle technique  – Neues zum 1. Mai 2018

In Frankreich werden die Vorschriften für den Contrôle technique, der in etwa den deutschen TÜV-Prüfungen entspricht, mit Wirkung vom 1. Mai 2018 auf einen neuen Stand gebracht. Nunmehr umfasst die Liste der Prüfung 132 Positionen, vorher waren es 123. Damit sollen 606 potentielle Schwachstellen an den kontrollierten Autos überprüft werden. Die Neufassung der Prüfliste geht auf eine Direktive der EU von 2014 zurück. Fahrzeuge, bei denen ein oder mehrere Mängel festgestellt werden, werden durch einen Aufkleber an der Windschutzscheibe gekennzeichnet. Danach hat der Halter des Fahrzeugs 24 Stunden Zeit, den oder die festgestellten Mängel beheben zu lassen. Geschieht das nicht innerhalb dieser Frist, wird ein Bußgeld von 135 Euro fällig, das sich auf 90 Euro reduziert, wenn das Strafgeld sofort entrichtet wird. 

(Lefigaro.fr : Contrôle technique, tabac, tarifs du gaz… Ce qui change au 1er mai, in: Le Figaro 01. 05. 2018, Internet-Ausg.)

 

Pyrenäen-Bären

In den Pyrenäen gibt es Braunbären, rund 40 Exemplare, die auf französischem Boden herumstreifen, aber gelegentlich auch auf der spanischen Seite der Grenze zu finden sind. Diese Bären besiedeln eine Zone in den zentralen Pyrenäen und ein kleineres Gebiet ein gehöriges Stück entfernt in den westlichen Teilen des Gebirges. Die zentrale Population besteht aus 37 Bären, davon 14 Weibchen, 11 Männchen und ein Trupp Jungtiere, bei denen man noch nicht weiß, ob sie männlich oder weiblich sind. Hinsichtlich des Weiterbestehens dieser Population muss man sich weniger Sorgen machen, zumal der Nachwuchs zeigt, dass der Bestand stetig zunimmt. Bei den westlichen Bären sieht es hingegen schlecht aus, denn dort leben nur zwei Männchen, und von denen ist eines schon recht betagt. Schon seit längerem bestehen Überlegungen, die westliche Gruppe durch zwei weibliche Bären zu verstärken, die dann dafür sorgen könnten, dass auch diese Population weiter bestehen kann. Wie bei derartigen Fragen nicht unüblich, gibt es Stimmen, die sich dafür aussprechen, die beiden fraglichen Weibchen auszusetzen, und es gibt Gegner, die strikt dagegen sind. Vor einem Monat hat der Umweltminister Nicolas Hulot angekündigt, er wolle dafür sorgen, dass in Kürze zwei Bärinnen im westlichen Bereich der Pyrenäen freigelassen werden. Die werden, wie bei vorherigen Maßnahmen dieser Art auch schon, aus Slowenien kommen. Dagegen hat sich vehementer Widerstand geregt, namentlich bei den Viehzüchtern in der betroffenen Region, die Angst haben um ihre Bestände. In den nächsten Tagen soll es in Pau eine Demonstration der Bärengegner geben, bei der zumindest deutlich werden dürfte, dass das Bärenproblem in den Pyrenäen komplizierter ist, als es viele gern hätten. Im Hintergrund stehen nämlich internationale Protokolle, die Frankreich zum unbedingten Schutz der dort lebenden Bären verpflichten. Und um deren Fortbestehen zu sichern, müssen auch die Bedingungen geschaffen werden, dass der Bestand sich erhalten kann.  Die Bären sind allerdings nicht die einzigen Großraubtiere, die in Frankreich Befürworter und Gegner haben. Es gibt auch eine nicht unerhebliche Zahl von Wölfen, über deren Regulierung und Begrenzung ebenfalls heftig gestritten wird.

(J.-D. Renard: Ours des Pyrénées : à Pau, la rue refait le match, in : SUDOUEST, 30. 04. 2018)

 

April 2018

Drohnen bei der Feuerwehr

Jedes Jahr gibt es in Frankreich Waldbrände, die oft beträchtliche Flächen zerstören. Zwar verfügt die Feuerwehr inzwischen über hochwirksame Gerätschaften zur Brandbekämpfung, doch greifen diese Maßnahmen zum größten Teil erst dann, wenn der Brandherd sich so ausgedehnt hat, dass er bemerkt wird. Und wenn ein Brand unter Kontrolle gebracht und gelöscht worden ist, dann sind langandauernde Überwachungen und Kontrollen erforderlich, um das Wiederaufflackern der Flammen zu verhindern. Genau an diesem Punkt setzen bei der Firma Standing Innovation in Biscarosse Entwicklungsarbeiten für eine Drohne an, die die Feuerwehr  bei der Brandnachsorge unterstützen soll. Die Drohne, die inzwischen einsatzbereit ist, kann, mit hochsensiblen Sensoren ausgerüstet, Waldstücke, in denen es gebrannt hat, überwachen und Glutnester bis zu einer Tiefe von 30 cm unter der Oberfläche entdecken und mit GPS-Ortung millimetergenau lokalisieren. Die Drohne verfügt auch über die Möglichkeit, erste Brandbekämpfungsmaßnahmen durchzuführen, deren Wirksamkeit jedoch von der begrenzten Zulademöglichkeit beschränkt wird. Die Drohne wurde bereits  auf einer  zentralen Veranstaltung der Feuerwehr in Korsika vorgeführt, begutachtet und als nützlich bewertet. Sie wird 45.000 Euro kosten und damit erheblich unter den bislang üblichen Preisen für Drohnen im Dienst der Feuerwehr liegen, für die  zwischen 80.000 und 120.000 Euro verlangt werden.  Gegenwärtig stellen die Entwickler ihr Produkt auf dem Concours Lépine in Paris vor und haben dabei gute Aussicht,  eine Auszeichnung   zu erringen.

(Bl. Philippon: Ils présentent leur drone pompier au concours Lépinein: SUDOUEST, 29. 04. 2018)

 

Umgehungsstraße Lesparre

Normalerweise hört man von Infrastruktur- oder anderen Projekten im Médoc, dass  sie nicht vorankommen oder verschoben oder gar aufgehoben werden. Die Umgehungsstraße von Lesparre macht da auf den ersten Blick eine Ausnahme, denn von dort wird berichtet, dass es neue Überlegungen gibt, die den bisher geplanten Streckenverlauf deutlich verändern würden. Danach würde die geplante Straße südlich von Lesparre bei Liard beginnen, etwa dort, wo der vierspurige Straßenabschnitt der D1215 endet. Die neue Streckenführung vermeidet Liard und Plassan und geht im weiten Bogen um Lesprre herum auf Gaillan zu. Diese Strecke wäre 12 km lang und würde Kosten von ca. 35Mio Euro verursachen. Die Umweltorganisationen, die vegleichbaren Bauaßnahmen im Médoc schon beträchtliche Mengen Steinen in den Weg gerollt haben, sind auch bei Lesparre wachsam. Die neue Streckenführung muss noch professionell durchgeplant werden, bislang existiert nur eine Bleistiftskizze. Es wird abzuwarten sein, wie es weitergeht. Bisher gibt es einen ungefähren Zeitplan, nach dem die Bauarbeiten 2022 beginnen sollten. Ob das tatsächlich der Fall sein wird, ist derzeit nicht zu sagen. Nach den Erfahrungen mit Projekten vergleichbarer Art im Médoc sollte man aber nur gedämpfte Erwartungen haben.

(Déviation de Lesparre/Gaillan: un deuxième faisceau est envisagé, in: Journal du Médoc, 27. 04. 2018)

 

 

Wenig umweltfreunldich

Es gibt wenig Anlass und Möglichkeit zu übersehen, dass die großen Kreuzfahrtschiffe keine Muster von Umweltfreundlichkeit sind, weil ihre Motoren, die teilweise im Dauerbetrieb während der Hafenliegezeiten laufen, Schadstoffe in großen Mengen an die Umgebung abgeben. In Marseille wurde kürzlich der Kapitän eines solchen Schiffes vor Gericht gestellt, weil dessen Maschinen Abgase in die Hafenluft abgelassen hatten, die die zulässigen CO2-Werte deutlich überstiegen hatten. Dieses erste Verfahren hat mehr symbolischen Wert, doch wird vielerorts gehofft, dass davon einmal eine Wirkung auf das Abgasverhalten der großen Kreuzfahrer ausgehen kann. Derzeit ist immerhin die Aufmerksamkeit von Umweltvereinigungen und Hafenbehörden geweckt, die auf ein Problem aufmerksam gemacht worden sind, das in der Vergangenheit kaum wahrgenommen wurde. In Bordeaux ist ein Netz von 12 Messpunkten installiert worden, mit dem festgestellt werden soll, welche Wirkungen auf die Luftqualität die Motoren von Kreuzfahrtschiffen haben. Die Messungen werden bis zum 1. Juni 2018 durchgeführt, mit Ergebnissen wird im September gerechnet.

(Ph. Baroux: Pollution des bateaux de croisière : quelle prise en compte dans la région ? in: SUDOUEST, 27. 04. 2018, Abend-Ausg.)

 

 

Start in das Frühjahr

Der Tour de l’Honneur in Lesparre, immer noch beeindruckender Überrest der mittelalterlichen Festung, die sich einst an dieser Stelle befand, ist in den letzten Jahren Ort für Jazz-Festivals und Weinfeste gewesen, die zwar das Gelände der Anlage genutzt haben, aber eigentlich keinen inneren Bezug zu ihr gehabt haben.  In diesem Jahr will der Verein, der sich die Pflege und den Erhalt des Tour de l’Honneur zum Ziel gesetzt hat, zusätzlich zu dem schon mehrfach durchgeführten Mittealtertag am 5. Mai eine weitere eigene Veranstaltung in Szene setzen, die an die Geschichte des Bauwerks anknüpfen und die die Saison 2018 einleiten soll. Geplant ist in der Zeit von 9.00h bis 18.30h eine Reihe von Veranstaltungen und Animationen, die einen breiten Interessentenkreis ansprechen sollen. Das in dem Tour de l’Honneur logierende interessante Lokalmuseum wird in der Zeit vom 1. Mai bis zum 31. Oktober geöffnet sein.

(A. Larrue: La Tour de l’honneur en fête pour débuter la saison, in: SUDOUEST, 26. 04. 2018)

Mehr zum Tour de l’Honneur: Klick

 

Wiedereröffnung

Am 28. April 2018 wird die große Straßenbrücke, mit der die RN 10 bei Cubzac die Dordogne überquert, wieder freigegeben. Sie war zuvor in 20 Monaten einer intensiven Rekonstruktion unterzogen worden, weil der Zahn der Zeit an dem zwischen 1879 und 1883 von Gustave Eiffel, dessen bekanntestes Bauwerk der nach ihm benannte Turm in Paris ist, entworfen und gebaut worden, nachdem eine an derselben Stelle in den 30er Jahren des 19. Jahrhunderts errichtete Hängebrücke in einem schweren Sturm zerstört worden war. Mit der Neueröffnung ändert sich auch die Fahrbahnaufteilung der Eiffel-Brücke, denn nunmehr haben Fußgänger und Radfahrer einen abgegrenzten eigenen Bereich, der helfen soll, die Überquerung der Dordogne für nichtmotorisierte Verkehrsteilnehmer sicherer zu machen.

(D. Lherm: Le grand jour du pont Eiffel, in : SUDOUEST, 25. 04. 2018)

Mehr zu dieser Brücke: Klick

 

Schluss mit Billigweinen?

Der Conseil interprofessionnel du vin de Bordeaux (CIVB), in dem sich rund 7000  Winzer, Weinhändler und Makler des Bordelais zusammengeschlossen haben, hat auf seiner letzten Jahresversammlung ein Strategiepapier verabschiedet, mit dem versucht werden soll, dem Weinbau im Anbaugebiet um Bordeaux Orientierung und Richtung für die nächsten Jahre vorzugeben. Dabei wurde kein Hehl daraus gemacht, dass der Weinbau betrieben wird, um damit Geld zu verdienen, und dass es in diesem Zusammenhang nicht gut ist, wenn Bordeauxweine zu Preisen von unter drei Euro pro Flasche in den Regalen der großen Handelsketten stehen. Zur Zeit werden aber rund 15% der im Handel angebotenen Bordeaux-Weine für weniger als drei Euro pro Flasche angeboten. Der Conseil interprofessionnel betonte wohl zu Recht, dass bei derartigen Preisen kein Erzeuger auf seine Kosten käme und dass darüber hinaus dem Ansehen der Bordeauxweine geschadet würde, wenn sie zu derartigen Dumpingpreisen verkauft würden. Der Conseil interprofessionnel hat in dieser Beziehung aber keine Weisungsbefugnis hinsichtlich der Preisgestaltung, doch kann er helfen, Mechanismen zu entwickeln, mit denen es z. B. möglich ist, regulierend in den Markt einzugreifen. Dabei soll vor allem versucht werden, Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage zu vermeiden, indem, wie bereits in der Champagne praktiziert, bei Bedarf Anbauflächen stillgelegt werden oder Reserven gebildet werden, aus denen die Märkte versorgt werden können, wenn etwa, wie im letzten Jahr, Ernteausfälle durch späte Fröste eintreten. Man müsse, so wurde betont, aber berücksichtigen, dass der Absatz in Frankreich nicht mehr gesteigert werden könne. Daher müsse man verstärkt Vertriebswege ins Ausland aus- und aufbauen, wobei als größte Märkte die USA und China von besonderer Wichtigkeit seien. In diesem Zusammenhang soll noch konsequenter herausgestellt werden, dass die Anbauregionen um Bordeaux eine Spitzenstellung in der Welt einnehmen. Hier müsse unter anderem bei einigen Spitzenweinen noch nachgebessert werden, die es vermieden, als Herkunftsangabe Bordeaux auf ihre Etiketten zu setzen, wohl weil man fürchte, dadurch in die Nähe der Billigweine gerückt zu werden, die mit dem Hinweis auf Bordeaux Werbung zu ihren Gunsten machen. Trotz der Billigangebote liegt der Durchschnittspreis für rote Bordeauxweine in Frankreich bei 5,70 Euro pro Flasche. Flaschen, die exportiert werden (etwa die Hälfte des Gesamtumsatzes), haben einen Durchschnittspreis von 7,20 Euro.

(C. Compadre: Vers la fin des vins à moins de 3 euros ? in: SUDOUEST, 24. 04. 2018)

 

 

Härtetest

Die Saison 2018 ist zwar noch etwas entfernt, aber die Vorbereitungen dazu laufen bereits an vielen Orten. Das gilt auch für die Strandaufsichten, die zum größten Teil von den Gemeinden eingestellt werden, auf deren Boden sie tätig werden. An die Strandretter werden hohe Anforderungen gestellt, was gut verständlich ist, denn von ihren Fähigkeiten hängen unter Umständen Menschenleben ab. Am 21. April fand in Lacanau ein Auswahlwettbewerb statt, zu dem  265 junge Männer und Frauen angereist waren, von denen schließlich 190 als geeignet befunden wurden, im kommenden Sommer Dienst an einem Strand des Médoc zu tun. Sie mussten sich einem Test stellen, bei dem zu zeigen war, dass sie eine bestimmte Strecke möglichst schnell durchschwimmen konnten, was bei Wassertemperaturen wenig über 10 Grand nur bedingt als Vergnügen durchgehen konnte. Weiterhin mussten die Bewerber nachweisen, dass sie mit den besonderen Strömungsverhältnissen und den daraus resultierenden Gefahren der Médoc-Strände vertraut waren. Die meisten Bewerber waren zwischen 18 und 25 Jahren alt, wobei die jungen Männer die Mehrheit stellten. Am 1. Mai wird die Strandaufsicht in Lacanau und Montalivet beginnen, die anderen Strände werden dann folgen.

(E. Beauchamp. Une épreuve de force pour les aspirants sauveteurs, in: SUDOUEST, 23. 04. 208)

 

Bombenentschärfung

Normalerweise gibt es wenig Parallelen zwischen Geschehnissen in Berlin und Royan, aber manchmal gibt es sie doch, auch wenn der Hintergrund nicht erfreulich ist. In beiden Städten wurden kürzlich Bomben aus dem zweiten Weltkrieg gefunden und mussten entschärft werden. In Royan handelte es sich um eine englische Bombe von 222 kg, die bei Arbeiten in einem privaten Gartengrundstück entdeckt worden war. Der Minenräumdienst der Sécurité civile aus La Rochelle veranlasste am 20. April 2018 zunächst, dass um 7.00h eine Sicherheitszone um den Fundort eingerichtet wurde und dass 535 Einwohner vorübergehend ihre Behausungen verlassen mussten. Die Entfernung des Zünders der Bombe gelang den Profis vom Mineräumdienst problemlos, so dass um 11.15h die Sicherheitszone wieder aufgehoben werden konnte. Die nach Entfernung des Zünders relativ ungefährlich gewordene Bombe wurde in einen Steinbruch geschafft und dort kontrolliert gesprengt.

(Une bombe de 1945 désamorcée, tout un quartier évacué, in: SUDOUEST, 21. 04. 2018)

Mehr zur Geschichte Royans im Zweiten Weltkrieg: Klick

 

 

Neue Flugverbindungen

Der Flughafen Bordeaux-Mérignac  ist seit Jahren im Aufwind, besonders, seit 2010 ein Terminal für Billigflieger in Betrieb genommen wurde. Mittlerweile können von Mérignac aus 96 Ziele direkt erreicht werden, von denen 75% außerhalb Frankreichs liegen. 2017 haben von Bordeaux aus mehr als 3 Millionen Passagiere internationale Ziele angeflogen. Dieses Jahr kommen 19 neue Verbindungen hinzu, die meisten davon im Billigbereich. Neue Direktflüge zu deutschen Flughäfen gibt es dabei in diesem Jahr nicht, aber der eine oder andere nicht weit von den deutschen Grenzen entfernte Flughafen in einem benachbarten Land könnte durchaus von Interesse sein, wenn auch wohl nur für einen begrenzten Umkreis. So fliegt EasysJet in diesem Sommer von Luxemburg aus. Die zur Lufthansa-Gruppe gehörende Swiss fliegt von und nach Zürich.

(N. César: 19 nouvelles lignes à l’aéroport de Bordeaux,  in: SUDOUEST, 19. 04. 2018)

Zu einer Zusammenstellung der Direktverbindungen von deutschen Flughäfen nach Bordeaux-Mérignac für 2018: Klick

 

Der erste Waldbrand des Jahres im Médoc

Am 18. April musste die Feuerwehr zum ersten Male in diesem Jahr ausrücken, um einen gegen 16.30 Uhr bei Listrac in einer Schonung  ausgebrochenen Waldbrand zu bekämpfen. Bei Temperaturen von 25 Grad hatten die Feuerwehrleute einen schweren Stand, zumal ein ungünstiger Wind die Flammen anfachte. Um eine unkontrollierte Ausbreitung des Feuers zu verhindern, setzte die Feuerwehr beträchtliche Mittel ein. Gegen 19.00 Uhr war der Brand unter Kontrolle.  Als erste Bilanz musste festgestellt werden, dass trotz der schnellen Intervention der Feuerwehr 10 ha Wald vernichtet worden waren. Um ein Wiederaufleben des Brandes zu verhindern, wurde ein Kontingent von Feuerwehrleuten an der Brandstelle zur Überwachung zurückgelassen. Die sofort eingeleiteten Untersuchungen zur Feststellung der Brandursache haben noch keine endgültigen Ergebnisse erbracht. Nach dem vorläufigen Stand der Ermittlungen ist davon auszugehen, dass der Brand durch Menschen ausgelöst wurde, doch sieht es nicht so aus, als ob es sich dabei um bewusste Brandtsiftung gehandelt habe. 

(Élisa Cazcarra et Julien Lestage : Le feu de printemps brûle dix hectares, in: SUDOUEST, 19. 04. 2018)

 

Spätstart

Der Start in die jetzt in Frankreich laufenden Ferien hätte besser sein können, doch nunmehr scheint alles gut zu sein: Die Sonne ist da, das Thermometer orientiert sich kräftig nach oben, und alles das wird für ein paar Tage so bleiben. Beim Chef des Office de tourisme intercommunal Médoc Atlantique, das für die Seen des Médoc und die Nordspitze der Halbinsel zuständig ist, steht zur Zeit das Telefon nicht still, weil viele Anfragen einkommen, die wissen wollen, ob die Sommersaison nun tatsächlich auf Touren kommt. Das ist derzeit wirklich der Fall, wobei die im Tourismus Engagierten anmerken, dass der Start gelitten hat unter dem anfangs schlechten Wetter und auch unter den Streiks im Luft- und Eisenbahnverkehr. Für die Zukunft herrscht jedoch Optimismus und die Erwartung auf eine erfolgreiche Saison.

(J.Lestage : « La saison est lancée », in : SUDOUEST, 18. 04. 2018)

 

Eine neue Buchhandlung in Lesparre

Zur Zeit ist es noch eine Baustelle, aber in wenigen Monaten wird das Gebäude am Cours Mandel Nr. 26 eröffnet und einen für Lesparre neuen Typ Buchhandlung präsentieren, der als librairie-bouquinerie sowohl verlagsfrische als auch bereits gebrauchte Bücher anbieten wird. Während ein traditioneller bouquiniste in seinem Sortiment alles anbietet, was er an nicht mehr ganz taufrischen Büchern bekommen kann, wird die neue Buchhandlung in Lesparre nur relativ junge gebrauchte Bücher offerieren, die nicht älter als fünf Jahre sein sollen. Man erwartet durch diese Begrenzung, dass die Absatzchancen gesteigert werden und dass viele Käufer sich auf diesem Weg ein Buch zulegen, das noch im Gespräch ist, aber zum halben Neupreis erworben weden kann. Die Eröffnung der neuen Buchhandlung soll noch in diesem Jahr zu den Allerheiligen-Ferien stattfinden.  Bis dahin muss das Geschäftslokal noch hergerichtet werden, was weitgehend in Eigenregie geschehen wird. Und danch wird man wissen, ob die Geschäftsidee der Inhaber tatsächlich vom Publikum angenommen wird.

(F. Laison : Le bouquiniste ambulant va bientôt poser ses livres, in : SUDOUEST, 16. 04. 2018)

 

Reggae Sun Ska-Festival

Die 21. Ausgabe des Reggae Sun Ska-Festivals wird vom 3. bis 5. August 2018 stattfinden und zwar wieder im Médoc. Nach nicht zu behebenden Komplikationen am letzten Austragungsort des Festivals in Bordeaux musste für dieses Jahr ein neues Gelände gesucht werden. Das wurde nach längeren Bemühungen schließlich bei Vertheuil ausfindig gemacht in der Nähe der Departementale 1215 auf der Domäne de Nodris. Neben einer Reihe leichter zu lösender organisatorischer Aufgaben gibt es ein paar Probemfelder, die einer strikten Reglementierung unterliegen, für die die Präfektur des Departements zuständig ist. Dazu gehören die Sicherheitsauflagen, die beachtet werden müssen wegen der Nähe des Veranstaltungsortes zu der stark befahrenen D 1215, die Zugänglichkeit für Rettungsfahrzeuge und nicht zuletzt die Vorsichtsmaßnahmen, die erforderlich werden wegen der zur Zeit der Veranstaltung nicht zu unterschätzenden Gefahr von Waldbränden. Neu für die diesjährige Ausgabe des Festivals ist die Anlage eines allen Ansprüchen genügenden Campinggeländes, das zwar nur für die kurze Dauer der Veranstaltung genutzt werden wird, aber die bisher wenig befriedigende Frage der Unterbringung der anreisenden Festivalbesucher lösen soll. Noch sind nicht alle Schwierigkeiten überwunden, aber, so wie es zur Zeit aussieht, wird man sie bis zum Festivalbeginn  im Griff haben. Ob man mit dem neuen Standort eine dauerhafte Lösung für den Austragungsort gefunden hat, wird sich wohl erst nach der Auswertung der Erfahrungen sagen lassen, die man während des Festivals machen wird.

(D. Barret : Sécurité : première partie musclée pour le Reggae Sun Ska, in : Le Journal du  Médoc, 13. April 2018)

 

 

Vergnügungsparks

Nachdem die ersten Frühlingsboten sich gezeigt haben, beginnt auch für die Vergnügungsparks in Frankreich die Saison. Es gibt mittlerweile 350 davon, so viel wie in keinem anderen Land in Europa. Vier davon zählen zu 15 am stärksten frequentierten in Europa. Die französischen Vergnügungsparks registrieren im Jahr 40 Millionen Besucher.  Sie machen einen Jahresumsatz von zusammen 2,5 Milliarden Euro und stellen damit einen gewichtigen Wirtschaftsfaktor dar. Mit weitem Abstand liegt dabei in Frankreich Disneyland Paris (Departement Seine et Marne) mit 13,4 Millionen Besuchern im Jahre 2016 an der Spitze vor Le-Puy-du-Fou (Vendée) mit 2,26 Millionen Besuchern pro Jahr und Futuroscope (Vienne) mit 1,9 Millionen, direkt gefolgt vom Parc Astérix (Oise) mit 1,85 Millionen Besuchern im letzten Jahr. Danach folgte dann Marineland Antibes mit deutlichem Abstand mit weniger als 1 Million. Während Disneyland in den letzten Jahren einen deutlichen Besucherrückgang zu verzeichnen hatte, stehen Le-Puy-du-Fou (+23%), Futuroscope (+ 23%) und Le Parc Astérix (+12%) im Vergleich zum Vorjahr recht gut dar. Bei der Leitung des Disneyland ist man zwar weiterhin zufrieden damit, dass man immer noch den ersten Platz der Vergnügungsparks in Europa hält, doch macht man sich über die Besucherrückgänge Gedanken in dem Bewusstsein, dass das Angebot des Parks verjüngt und an den veränderten Publikumsgeschmack angepasst werden muss. Besonders konsequent und erfolgreich in dieser Hinsicht ist offenbar Le-Puy-du-Fou, wo man seit Jahren den gesamten Gewinn in die Aufwertung der Anlagen investiert. Bei den andere Vergnügungsparks ist der Anteil der Gewinne, der sofort reinvestiert wird, mit rund 20% deutlich niedriger.

(S. Cottin: La grande attraction de nos parcs de loisirs, in: SUDOUEST, 14. 04. 2018)

 

 

Zuwachs

Die jüngste Untersuchung über die Verbreitung der Tagespresse zeigt für den SUDOUEST günstige Werte. Insgesamt lesen monatlich 7,6 Millionen Personen die Erzeugnisse der SUDOUEST-Gruppe, im Vorjahr waren es 6,8 Milionen. Mittlerweile verteilt sich die Leserschaft auf mehrere traditionelle und digitale Angebotsformen, aber immer noch erklären 43% der Leser, dass sie die Tagespresse auschließlich in der gedruckten Form lesen. Die SUDOUEST-Gruppe nimmt unter den regionalen Tageszeitungen in Frankreich den zweiten Platz ein, hinter OUEST FRANCE und vor LE DAUPHINÉ. Der SUDOUEST, das Flaggschiff der Gruppe, hat monatlich 7,05 Millionen Leser und vezeichnet gegenüber der letzten Untersuchung einen Zuwachs von 11%. 2,9 Millionen Leser nutzen den SUDOUEST in der Papierversion, 2,2 Millionen auf dem Mobiltelefon, 2 Millionen auf dem Computer und 1 Million auf dem Tablet. Auch die anderen Organe der SUDOUEST-Gruppe weisen Zuwachsraten auf, so die Charente Libre, die 995.000 Leser zählt und 90.000 neue Leser hinzugewonnen hat. Zumindest im Südweseten Frankreichs muss man sich also keine Gedanken über den Fortbestand der regionalen Presse machen.

(Toujours plus de lecteurs pour « Sud Ouest », in: SUDOUEST, 13. 04. 2018)

 

 

 

Es kann nur besser werden

Das ist zumindest die Meinung von Météo-France, die von optimistischen Äußerungen begleitet wird. Danach sollen ab Samstag die Temperaturen steigen, die Niederschläge ausbleiben und die Sonne das Regiment übernehmen. Vorausgesagt sind Temperaturen bis 27 Grad. Gut so. Bleibt zu hoffen, dass nicht vergessen wird, Petrus zu informieren.

(Sudouest.fr.: Le soleil est de retour ces prochains jours : jusqu’à 27 degrés annoncés mercredi, in: SUDOUEST, 12. 04. 2018, 18.14h, Inetrent-Ausg.)

 

Zählappell

Das Médoc ist eine Gegend, die ihr Aussehen weitgehend menschlichen Aktivitäten und Interventionen verdankt, auch wenn dieser Befund sich nicht auf den ersten Blick ergibt. Das gilt auch für die Feuchtgebiete bei Carcans, die ohne gezielte Pflege schnell ihr Aussehen verändern und sich in mehr oder weniger dichte Baum- und Gebüschzonen verwandeln würden. Damit würden sie als Lebensraum für eine Reihe von Vögeln, die ihre Nester auf dem Boden anlegen, verloren gehen. Um hier Informationen über den Bestand dieser Vogelarten zu gewinnen, werden regelmäßig Zählungen veranstaltet, die nicht immer ganz einfach zu bewerkstelligen sind, aber als Basis für die Entscheidungen für die Pflege der Feuchtgebiete gebraucht werden. Zu den Vogelarten, auf die dabei besonders geachtet wird, weil ihre Bestände nicht mehr groß sind, gehören Brachvögel, Sumpfbekassinen, Kiebitze, Rotschenkel und die zu den Säbelschnäblern zählenden Stelzenläufer. Zur großen Erleichterung der Naturschützer haben die überaus reichhaltigen Niederschlagsmengen dieses Winters zwar die Bereiche verkleinert, in denen diese Vogelarten Nester bauen können, aber es sind doch noch genügend Nistmöglichkeiten übrig geblieben, die auch erfolgreich von den Vögeln genutzt werden konnten. Insgesamt ist die Zahl der Bodenbrüter in den Feuchtzonen um Carcans auf dem Niveau der Vorjahre geblieben. Bei den Zählungen wurde auch der Zustand der Feuchtgebiete kontrolliert, um die Zonen zu bezeichnen, in den nach dem Ende der Brutphasen Sträucher und Bäume entfernt werden müssen, um die offen Flächen der Feuchtgebiete zu erhalten.  

(P. Vallade: Limicoles nicheurs et qualité du marais, in: SUDOUEST, 12. 04. 2018)

 

 

Tempo 80

Man wusste es schon vorher, aber die neuesten Zahlen bestätigen es: die Franzosen sind gegen Tempo 80. Die jüngste Umfrage ergab, dass 76% der Interviewten gegen Tempo 80 sind. Die gleichzeitig gestellten Fragen machen aber nachdenklich. Nur 13% der französischen Automobilisten geben an, sich auf den Straßen ohne feste Mittelplanke sicher zu fühlen. Die Ursachen dafür werden jedoch nicht in der Geschwindigkeit gesehen. 85% fühlen sich unsicher wegen des Verhaltens der anderen Verkehrsteilnehmer, 56% führen ihr Unbehagen auf den schlechten Unterhaltungszustand der Straßen zurück und 23% beklagen unzureichende Beschilderungen und Fahrbahnmarkierungen. Die Regierung signalisiert jedoch, dass sie ihren Kurs beibehält, da für sie die Reduzierung der Geschwindigkeit der Punkt ist, an dem angesetzt werden muss, um die Zahl der Verkehrstoten zu verringern.

(Les Français opposés à la limitation à 80 km/h, in: SUDOUEST, 11. 04. 2018)

 

 

Wann kommt der Glasfiberanschluss?

In Frankreich ist 2013 ein Plan verabschiedet worden, der dem Land flächendeckend einen Zugang zum Internet mit höchsten Datentransferraten bescheren sollte. Inzwischen ist einiges geschehen, aber die Profiteure des Netzausbaus konzentrieren sich auf die Ballungsgebiete, während die ländlichen Gebiete sich hinten anstellen müssen und warten, dass auch bei ihnen die Übertragungsraten in die Bereiche vorstoßen, die von der modernen Technik ermöglicht, aber auch verlangt werden. Mehr und mehr werden Entscheidungen über den Kauf von Immobilien und die Ansiedlung von Betrieben abhängig gemacht davon, dass Zugang zum Hochleistungsinternet besteht. Da die bestehenden Kupferleitungen mittlerweile voll ausgelastet und an ihre technischen Grenzen gelangt sind, ist die Verlegung von Glasfaserkabeln nicht zu umgehen, um die Leistungsfähigkeit der Internetzugänge zu steigern, wobei besonders die ländlichen Gebiete Klage darüber führen, dass  sich 7,5 Millionen Franzosen mit Datenübertragungsraten von weniger als 3 Megabits/sec zufrieden geben müssen. Zu den so benachteiligten Gebieten gehören ländliche Departements wie die Dordogne oder die Creuse, aber auch im Médoc geht es recht gemächlich zu. Gegenwärtig sind nur 3,3 Millionen Haushalte in Frankreich an Glasfaserkabel angeschlossen, die fast alle in Ballungsräumen zu Hause sind. Hier haben meist die Netzbetreiber die Kosten für die Verlegung der Glasfaserkabel übernommen, während in den weniger dicht besiedelten Zonen die Finanzierung zu Lasten der Gebietskörperschaften geht, die allerdings nur über schmale Kassenbestände verfügen.  Die Regierung hat zwar angekündigt, sie wolle erreichen, dass 2022 80% der Franzosen von einem Glasfaseranschluss profitieren können, doch hat der Rechnungshof mit Blick auf die Kosten und die staatliche Kassenlage vorgerechnet, dass diese Ziel frühestens 2030 erreicht werden könne. Wer in Frankreich auf dem Lande wohnt und dort auf das schnelle Internet wartet, muss sich also vornehmen, sehr alt zu werden, wenn er erleben will, wie es ist, mit hohem Tempo im Internet zu surfen.

(N. César: Quand la fibre optique arrivera-t-elle chez vous ? in: SUDOUEST, 10. 04. 2018, Abend-Ausg. Internet)

 

Wer hat den schönsten Markt?

Der Fernsehsender TF1 hat vor einiger Zeit eine Umfrage gestartet, mit der ermittelt werden soll, welche französische Stadt den schönsten Markt hat. Was anfangs eher mit leichter Hand in Gang gesetzt wurde, hat inzwischen bei den Städten, die sich gute Chancen ausrechnen, auf diese Weise ihre überregionale Attraktivität zu steigern, zu einem handfesten Konkurrenzdenken geführt. Das definitive Ergebnis der Umfrage wird für Ende Mai erwartet, aber man weiß schon jetzt, wie die momentane Rangfolge aussieht. Danach rangiert auf dem ersten Platz Sanary-sur-Mer, dicht gefolgt von Royan. Auf dem dritten Platz folgt Uzès. Dieses Zwischenergebnis hat offenbar den Ehrgeiz der Stadtväter von Royan angestachelt, denn man hat eine ganze Reihe von, wie man hofft, publikumswirksamen mehr oder weniger attraktiven Veranstaltungen in der Markthalle vor, was deren Präsenz  in den Medien positiv beeinflussen wird. Ob es was genützt hat, wird man aber erst Ende Mai erfahren. 

(SudOuest.fr La Rochelle: Concours du plus beau marché de France : Royan en deuxième position à mi-parcours, in: SUDOUEST, 09. 04. 2018, Abend-Ausg., Internet)

Ein Blick auf die zweifellos ansprechend gestaltete Markthalle von Royan: Klick

 

Dragon 33

Dragon 33 ist ein auffällig gelb und rot lackierter Hubschrauber, der der Sécurité civile gehört und den viele Sommergäste des Médoc schon gesehen haben. Er wird im Sommer in Lacanau stationiert und von seiner Basis immer dann starten, wenn irgendwo in seinem Aktionsbereich eine Gefahrensituation besteht. Zur Mannschaft des Hubschraubers gehört ein Notarzt, der für die medizinische Erstversorgung zuständig ist und der entscheidet, wie es weitergeht. In schweren Fällen fliegt Dragon 33 ein Krankenhaus in Bordeaux an. In den nächsten Wochen wird Dragon 33 ein Trainingsprogramm absolvieren, um seine Mannschaft auf den anspruchsvollen Dienst während der Saison vorzubereiten. Diese Trainingseinsätze werden in der Regel an Stränden durchgeführt, die im Sommer bewacht werden. Wer das Üben der spektakulären Einsätze des Hubschraubers beobachten will, hat also gute Chancen.

(SUDOUEST, 08. 04. 2018)

Wer sich vorab über einen Übungseinsatz informieren will: Klick

 

Neuer Rückschlag

Die Hoffnung der Eigentümer des Appartementhauses Le Signal in Soulac auf eine angemessene Entschädigung für ihre Besitzanteile an dem Gebäude, das seit Anfang 2014 wegen Absturzgefahr nicht mehr betreten werden darf, hat einen weiteren Dämpfer bekommen. Grund dafür ist die Entscheidung des Conseil constitutionnel, der nunmehr entschieden hat, dass das in Frankreich bestehende Gesetz, das Opfern von unvorhersehbaren Naturkatastrophen eine angemessene staatliche Entschädigung zusichert, nicht anzuwenden ist bei Schäden durch Erosion, wies dies beim Appartementhaus Le Signal der Fall ist. Nach Meinung der Juristen des obersten französischen Verwaltungsgerichtes, das dieses Urteil gefällt hat, gab es keinen Entscheidungsspielraum, weil in dem Gesetz, das bislang die Entschädigung von Opfern von Naturkatastrophen regelt, der in Soulac vorliegende Fall nicht vorgesehen ist. Letzte Hoffung für die Besitzer der Anteile am Signal ist nun eine Gesetzesinitiative, die irgendwann im Verlauf dieses Sommers dazu führen könnte, dass ihre Ansprüche mit den Opfern der bislang anerkannten Naturkatastrophen gleichgestellt werden. Sicher ist es jedoch nicht, dass aus dieser Hoffnung geltendes Recht wird.

(J.-D. Richard: Signal : nouveau revers pour les propriétaires, in: SUDOUEST, 07. 04. 2018)

 

Knapp verfehlt

Vom letzten Winter wird in der Erinnerung der Bewohner des Departements Gironde wohl vor allem zurückbleiben, dass auch diesmal die dunkle Jahreszeit doch zu Ende ging. Dies allerdings mit rekordverdächtigen Begleiterscheinungen, vor allem bei den Niederschlägen. So wurden im Departementsmittel 496 mm Niederschlag gemessen, normal wären im langjährigen Durchschnitt 307 mm, mithin ein Plus von 61%. Man muss bis 1979 zurückgehen, um in den Statistiken ähnliche Werte zu finden, die lagen damals mit dem immer noch gültigen Rekord von 533mm aber noch ein gutes Stück über den jüngsten Werten. Ganz oben in der Rekordliste steht mit 162mm Niederschlag der Januar 2018, in dem fast zweimal so viel Regen fiel wie in normalen Jahren. Ungewöhnlich waren auch die milden Temperaturen im Januar und der relativ kalte Februar. Auffällig war auch die Bilanz der Sonnenstunden, denn davon wurden in Bordeaux zwischen Januar und März nur 34 gezählt, normal wären 94 Stunden. Bei allem Frust, der sich in den letzten Monaten bei den Bewohnern der Gironde aufgestaut haben mag, muss aber dennoch gesehen werden, dass die hohen Niederschlagsmengen dem zuvor bedrohlich abgesackten Grundwasserspiegel äußerst gut getan haben. Die aktuell gemessenen Werte zeigen, dass die im letzten Jahr aufgelaufenen Defizite aufgefüllt worden sind und dass das neue Jahr mit Grundwasservorräten startet, bei denen derzeit kein Anlass zu Sorgen besteht.

(Th. Dusseau: Un manque d’ensoleillement record, in: SUDOUEST, 06. 04. 2018)

 

 

Tag der Offenen Tür

Schon zum 27. Male öffnen viele, in diesem Jahr sind es 57, Châteaux im Médoc ihre Tore, um so vielen Interessenten wie möglich Gelegenheit zu geben, originale Einblicke in die Vinification zu bekommen. Regelmäßig damit verbunden ist die Möglichkeit, die Weine des gastgebenden Châteaus zu verkosten. Nicht selten wird daraus ein Kauf, was ganz im Sinne der Châteaux ist, für die der Direktverkauf ein gern mitgenommenes Zubrot darstellt, bei dem mehr in den Kassen der Erzeuger hängen bleibt als bei der Vermarktung über den externen Handel.

Der erste Tag der Offenen Tür wurde 1991 von der Masion du Vin et du Tourisme in Pauillac auf den Weg gebracht und seither hat sich der Kreis der teilnehmenden Betriebe kontinuierlich vergrößert. Inzwischen beteiligen sich sieben Anbaugebiete (Médoc, Haut-Médoc, Listrac, Moulis, Saint-Estèphe, Pauillac und Margaux) an dieser Unternehmung, deren Kernanliegen nach wie vor darin liegt, Kontakt zu den Weinen der Region herzustellen. Dazu sind in den letzten Jahren mehr und mehr Veranstaltungen auf den Châteaux gekommen, die mit Konzerten, Ausstellungen und ähnlichen Angeboten das Wochenende der Offenen Tür aufwerten und bereichern. Es lohnt sich, bei den Office du Tourisme, zentrale Anlaufstelle ist immer noch Pauillac, vorbeizuschauen, um dieses Wochende vorzubereiten, bei man sich notgedrungen auf wenige ausgewählte Châteaux beschränken muss.   

(J.Lestage: Déguster dans un esprit festif, in: SUDOUEST, 05. 04. 2018)

 

China-Wein

Wenn von China und Wein die Rede ist, denkt man im Bordeals entweder an den Exportmarkt China oder an potente Chinesen, die Weingüter kaufen. Kaum jemand wird jedoch daran denken, dass in China auch Wein angebaut wird. Flächenmäßig haben sich in China die Parzellen, auf denen Weinstöcke stehen, in der letzten Zeit kräftig vergrößert. Mittlerweile produzieren sie die doppelte Menge, die im Departement Gironde erzeugt wird. Obwohl Chinesen überall da, wo Qualitätsweine zu Hause sind, alles aufmerksam und wissbegierig beobachten, was ihnen helfen kann, den eigenen Weinbau voranzubringen, ist wenig bekannt über die Qualittät der Weine, die im Reich der Mitte entstehen. Um dieses Defizit auszuräumen, hat man jetzt in der Cité du Vin in Bordeaux den ersten Weinen aus China eine Chance gegeben und sie in das Sortiment der zur Verkostung angebotenen Weine  aufgenommen. Die ersten fünf Weine aus China, die man auf diese Weise in Bordeaux kennenlernen kann, gehören zur obersten Qualitätsklasse in China. Sie haben bei den Verkostungen in der Cité du Vin freundliche Bewertungen bekommen, doch werden sie noch eher als interessante  Randnotiz aufgenommen. Dass chinesische Weine auf dem französischen Markt wirklich Fuß fassen können, wird zur Zeit wohl nirgendwo erwartet, doch werden die offensichtlichen Qualitätsfortschritte der chinesischen Winzer aufmerksam beobachtet, nicht zuletzt, weil dadurch die Chancen französischer Weine auf dem chinesischen Markt  beeinflusst werden.

(C. Compadre, Les vins chinois se donnent à boire, in: SUDOUEST, 03. 04. 2018)

 

 

Naturismus auf dem Vormarsch

Frankreich ist das Land in Europa, das die meisten Naturisten anzieht. Danach folgen Spanien und Kroatien. Die Region Nouvelle-Aquitaine ist dabei das Ziel, das 30% der rund 4 Millionen ausländischer Naturisten aufsuchen, von denen ein großer Anteil aus Deutschland und den Niederlanden kommt. Die neu gebildete Region Nouvelle-Aquitaine verfügt über 10 Naturistenstrände von 64, die in Frankreich gezählt werden, wobei Badegelegenheiten an Flüssen und Seen nicht mitgezählt werden. In der Region liegen vier große Naturistenzentren (Euronat, das Centre héliomarin von Montalivet, La Jenny und Arnaoutchot), die sich zusammengenommen über eine Fläche von mehr als 760 ha erstrecken. Ihnen stehen acht Kilometer Strand zur Verfügung, die auf dem Höhepunkt der Saison mehr als 30.000 Personen anziehen. Nach den Aussagen von France 4 naturisme, das mehrere Naturisten-Campingplätze betreibt, nimmt seit ein paar Jahren der Zustrom naturistisch orientierter Sommergäste zu, wobei seit zwei Jahren besonders bei den Deutschen nach einem Jahrzehnt des nachlassenden Interesses deutliche Zuwachsraten festzustellen sind. Der 1988 gegründete Zusammenchluss France 4 naturisme beansprucht gegenwärtig in Frankreich die Stellung des Marktführers im Bereich des naturistischen Tourismus. Dabei verweist man mit Zufriedenheit darauf, dass der Naturismus in den letzten zwei Jahren 13% neue Anhänger gewonnen hat und dass das Durchschnittsalter der Naturisten sinkt. Alles in allem geht man davon aus, dass der Tourismusbereich, der sich dem Naturismus  zugewandt hat, eine gute Zukunftsperspektive hat.

(P. Tillinac, O. Darrioumerle u. F. Léonor Crouzet: Nouvelle-Aquitaine : le naturisme, une tendance à la hausse, in: SUDOUEST, 03. 04. 2018, Abend-Ausg., Internet)

 

 

Bahnlinie Bordeaux – Le Verdon

Die Bahnverbindung von Bordeaux in das Médoc hat wegen der vielen Zugausfälle und Verspätungen keinen guten Ruf, aber sie hat seit den letzten Wahlen zur Nationalversammlung einen engagierten Fürsprecher in der Gestalt des Abgeordneten Benoit Simian. Der hat jetzt bei der Bahnverwaltung eine Studie angestoßen, mit der zunächst untersucht werden soll, ob auf den Teilstücken Bordeaux – Margaux und Macau – Pessac Leichtzüge eingesetzt werden können, die technisch gesehen ein Mittelding zwischen Straßenbahn und Triebwagenzug darstellen. In einem weiteren Arbeitsgang soll untersucht werden, ob auf der gesamten Stecken als Ersatz für die an die Oberleitung gebundenen Triebwagen Triebwagen mit Brennstoffzellenantrieb eingesetzt werden können. Das hätte, so rechnet der Abgeordnete vor, den Vorteil, dass man die vorhandene marode Oberleitung der Strecke nach Le Verdon abbauen könnte. Wenn man sie erhalten wollte, müsste man rund 45 Millionen Euro investieren, was auf einen Neubau der Oberleitung hinausliefe, die inzwischen völlig abgewirtschaftet ist. Wenn man, so B. Simian, auf die neue Technologie des Brennstoffzellenantriebs umstiege, bräuchte man keine Oberleitung, sondern könnte das dafür erforderliche Geld in die Anschaffung bzw. den Umbau von Triebwagen stecken. Ob aus den Ideen des Abgeordneten Simian ein realisierbares Projekt wird, ist aber noch nicht sicher.  Zur Zeit laufen erste Studien in Zusammenarbeit zwischen dem Hersteller Alstom, der Region Nouvelle-Aquitaine und dem Transportministerium. Erst wenn die Ergebnisse vorliegen, wird man einschätzen können, wie es weitergeht.

(J. Lestage: TER : une étude lancée sur la ligne du Médoc, in: SUDOUEST, 29. 03. 2018)

 

Es ist nicht alles Gold

Im Anbaugebiet des Bordelais herrscht eine ziemlich fest gefügte Rangordnung unter den Châteaux. Das gilt auch für die Preise, die für die ganz Großen im dreistelligen Bereich pro Flasche angesiedelt sind, während die kleinen Betriebe nicht in allen Jahren gut über die Runden kommen. Man sollte daher meinen, dass bei den  angesehensten Châteaux Verlass darauf ist, dass die geforderten Preise auch eine Entsprechung in der Qualität haben. Diese gern geglaubte Regel hat ihre Ausnahme, denn in den Weinkellern des Château Giscours, troisième grand cru classé, also eine erste Adresse im Anbaugebiet Margaux, fanden die staatlichen Kontrolleure Unerwartetes. Sie entdeckten 397 Hektoliter, rund 53.000 Flaschen Wein, mit einem geschätzten Wert von 2,3 Millionen Euro, die dort nicht hätten sein sollen, weil sie manipuliert waren. Die Nachforschungen ergaben, so ist der vorläufige Stand der Ermittlungen, dass einem Teil der Merlots dieses Châteaux aus der Ernte 2016 in unzulässiger Weise Zucker zugesetzt worden war, um damit den Alkoholgehalt zu steigern. Danach waren diese Weine mit Cabernets gemischt worden, die ebenfalls nachgezuckert waren, hier allerdings in zugelassener Weise. Die Zugabe von Zucker, die sogenannte « chaptalisation », wird zwar nur noch selten praktiziert, sie ist aber möglich. Allerdings unterliegt sie strengen Regeln, ist nur in bestimmten Jahren mit klimatisch besonders ungünstigen Bedingungen erlaubt und immer an die vorherige Genehmigung durch die Präfektur gebunden. Das, was im Château Giscours mit den Merlots des Jahrgangs 2016 geschah, war nicht genehmigt, wie überhaupt in diesem Jahr von der Präfektur keine Zuckerung bei Merlots genehmigt worden war. Da die vorgebrachten Erklärungs- und Entschuldigungsversuche der Leitung des Châteaux nicht verfingen, liegt die Angelegenheit jetzt beim Gericht in Bordeaux und wird  ein Nachspiel haben mit Folgen, die den Beteiligten nicht angenehm sein werden.  

(Y. Saint-Sernin: Un grand cru renvoyé en correctionnelle, in: SUDOUEST, 29. 03. 2018)

 

 

Streiks bei der Bahn

Die von der französischen Regierung eingeleiteten Maßnahmen zur Neustrukturierung der französischen Staatsbahn SNCF werden von den Gewerkschaften vehement abgelehnt. Die angekündigten Streiks werden am Ostermontag beginnen und sich zunächst über mindestens zwei Tage erstrecken, in denen der Zugverkehr voraussichtlich fast zum Erliegen kommen wird. Die Schätzungen sprechen bei den Optimisten davon, dass einer von acht Zügen fahren wird, die Pessimisten nehmen an, dass es weniger als ein Zug von zehn sein werden. Voraussagen über die weitere Entwicklung gehen davon aus, dass die Streiks sich mit wechselnder Intensität noch bis in den Juni fortsetzen werden. Genaueres ist aber auch deswegen schwer zu sagen, weil mehrere Gewerkschaften, die sich teilweise untereinander nicht grün sind, unterschiedliche Streikkalender planen. Wer als Reisender auf der sicheren Seite sein will, plant für Reisen innerhalb Frankreichs in den nächsten Monaten so, dass er einen Bogen um die Bahn macht.

(J. Rousset: SNCF : gare à lundi soir, in: SUDOUEST, 31. 03. 2018)

 

 

Verspätung

Um den Wechsel vom März zum April werden auf der Île de Ré die ersten Frühkartoffeln geerntet, die allerdings diesen frühen Termin nicht ohne den Schutz von Gewächshäusern schaffen. Die ersten Frühkartoffeln aus dem Freiland werden in diesem Jahr erst Ende April und damit deutlich später als sonst auf den Markt kommen. Dabei wirkt sich das verspätet gestartete Frühjahr aus und verzögert das Wachstum. Hier haben die Fröste des Februar, die danach niedrigen Temperaturen und der Mangel an Sonnenlicht zur Verzögerung beigetragen.

(La pomme de terre primeur a du retard, in: SUDOUEST, 30. 03. 2018)

 

 

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