Dünen

 

Die Dünenkante

Der Dünenstreifen, der sich an der Küste des Médoc gebildet hat, ist zwar flächenmäßig nicht sehr groß, aber er ist überall beeindruckend, und, was die wenigsten Sommergäste sich vorstellen können, er ist fragil und permanent bedroht.

Sommerlicher Blick auf die Dünenkante zwischen Euronat und Le Gurp

 

Alles scheint friedlich und undramatisch, aber der Schein trügt

 

Fast derselbe Strandbereich nach den Stürmen des Winters 2009/2010

Aufnahme vom Februar 2010

 

Im Winter 2013/2014 haben die Dünen noch mehr gelitten

 

Die Dünenkante fällt für kurze Zeit fast senkrecht ab

 

Schon bald gibt der Sand an den ersten Stellen nach. Dieser Vorgang wird sich in relativ kurzer Zeit soweit fortsetzen, dass der Neigungswinkel der Dünenkante bald irgendwo zwischen 40 und 50 Grad liegen wird.

 

Dort, wo Wellen und Wind ihr zerstörerisches Werk an der Dünenkante betreiben, sollte der Mensch eigentlich davon profitieren, dass er von der Schöpfung mit Vernunft ausgestattet worden ist, und die müsste ihm sagen, dass derartige Klettertouren der Düne richtig schaden und niemandem nützen.

Außerdem, aber das scheint dem hier auch nicht bewusst zu sein, es gibt immer wieder abrupte Kantenabbrüche an den Dünen, bei denen die Gefahr der Verschüttung besteht.

 

Überall dort, wo Trampelpfade in die Dünenkante getreten werden, hat der Wind leichtes Spiel, denn er nutzt gnadenlos die ihm so vorbereiteten Einfallsmöglichkeiten aus und vertieft diese beständig zum Schaden der Düne.

Auch ohne das Zutun gedankenloser Sommergäste wird von der Erosion, die mit Wasser und Wind an der Dünenkante frisst, jedes Jahr im Médoc die Dünenkante um durchschnittlich 2,5 bis 5 m zurückgedrängt. In manchen Wintern, wie z. B. 2013/2014 war es wentlich mehr, an manchen Stellen über 30 Meter.

Die Dünen sind wirklich fragile Gebilde, die Respekt und Schonung verdienen. Leider ist das Bewusstsein dafür oft nicht vorhanden, aber vielleicht fragt sich gelegentlich jemand , warum an so vielen Stellen Zäune aufgestellt worden sind, die das Betreten der Dünenbereiche zumindest erschweren.

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Dünentypen

Es gibt drei Typen von Dünen. Hier sieht man die weiße, von blankem Sand geprägte und die grüne, von niedrigen Gewächsen bewachsene.

 

Im Vordergrund noch einmal ein Stück weiße Düne, dahinter der dritte Dünentyp, der von Bäumen, in der Regel sind das Kiefern, bestandene.
 

Vor den Waldgebieten auf dem Dünensand liegt ein unterschiedlich breiter Streifen von Krüppelkiefern, die mit dem vom Atlantik herübergewehten Salz in der Luft nicht zurechtkommen und absterben.
 


Blick vom Waldrand auf die grünen und die weißen Dünenbereiche.

Auch da, wo sich der Wald durchgesetzt hat, ist unter den Kiefern oft zu sehen, dass hier vor der großflächigen Bepflanzung mit Seekiefern eine oft recht hügelige Dünenlandschaft bestanden hat.


Der von den Dünen geprägte Strandbereich von Le Gurp


Und noch ein Blick auf durch Kiefern fixierte Dünen.

So muss man sich große Teile der Médoc-Küsten in der Zeit vor der Aufforstung vorstellen, die um die Mitte des 19. Jahrhunderts in großem Stil betrieben wurde.
 

Die Küstendüne von Vensac-Océan nimmt bei stürmischem Wetter gern Besitz von der Straße.


Das kann zu Verwehungen führen, die nicht jedem Auto gefallen.

Blick vom Strand auf die Dünenkante. Man kann gut sehen, dass es zwischen den Sandmassen der Dünen mehrere feste Schichten gibt, die unterschiedlich stark ausgeprägt sind.

 

Hier liegt unter der oberen Sandschicht der Düne eine Schicht, die wasserundurchlässig ist. Auf dieser Schicht wird Süßwasser in Richtung Küste gelenkt. In früheren Zeiten gab es kleinere Flüßchen und Bäche, die das von Niederschlägen herrührende Süßwasser zum Atlantik hin führten. Solche Gewässer gingen etwa bei Le Gurp oder in Montalivet in  den Atlantik. Seit der Zeit, in der die Dünen diese Abflüsse verschüttet haben, geht dieser Weg der Entwässerung nur noch sehr eingeschränkt. Die Folgen davon sind hinter der Dünenzone an vielen Stellen sichtbar, wo sich Feuchtgebiete gebildet haben, die entweder ganzjährig unter Wasser stehen oder nur zeitweise, vornehmlich im Winter und im Frühjahr. Diese Feuchtgebiete führen ihr Wasser allesamt in die Gironde ab.