Médoc-Notizen I- 2016

 

 

Januar 2016

 

Frachter in Seenot

Die Modern Express, ein in Panama registrierter Frachter von 167 m Länge, treibt seit fünf Tagen mit starker Schlagseite in der Biscaya. Ursache war möglicherweise das Verrutschen der Ladung, zu der neben rund 3000 Tonnen Holz Maschinen und andere Gerätschaften gehören. Als die Schlagseite aufgetreten war, setzte das Schiff einen Notruf ab, nach dem die Besatzung mit Hubschraubern in Sicherheit gebracht wurde. Inzwischen bemüht sich ein holländisches Bergungsunternehmen, den Havaristen abzuschleppen, was sich allerdings bei schwerem Seegang und starkem Wind als äußerst gefährlich und schwierig erweist. Ein erster Versuch, eine Schleppleine an dem Havaristen zu befestigen, scheiterte nach einem anfangs günstig erscheinenden Verlauf. Die Rettungsversuche werden fortgesetzt, obwohl in den nächsten Tagen keine Wetterberuhigung in Sicht ist. Mittlerweile hat die Modern Express eine Schlagseite zwischen 40 und 50 Grad und treibt mit einer Geschwindigkeit von knapp 4 km/h auf die Gironde zu. Sie befand sich am Morgen des 30. Januar noch 216 km von der Girondemündung entfernt.

(Suouest.fr /AFP: Navire en détresse : toujours en perdition, le „Modern Express“ descend vers la Gironde in: SUDOUEST, 30. 01. 2016, 10.54h. Internet-Ausg.)

Ein Video, das den havarierten Frachter zeigt, erreichen Sie hier:

http://www.sudouest.fr/2016/01/30/navire-en-detresse-toujours-en-perdition-le-modern-express-descend-vers-la-gironde-2259238-739.php

Die Mühlen der Justiz und der Untergang der Prestige

Der Spruch von der Langsamkeit, mit der die Mühlen der Justiz sich bewegen, bekommt immer wieder neue Belege seiner Zulässigkeit. Jüngstes Beispiel ist ein Urteil, das soeben der höchste Gerichtshof Spaniens gefällt hat in der Angelegenheit des Untergangs des Tankers Prestige vor der nordspanischen Küste im November 2002. In einem ersten Prozess waren der Kapitän und der Reeder des verunglückten Schiffes freigesprochen worden von der Verantwortung für die Schäden, die der Schiffbruch  angerichtet hatte. Damals waren mehr als 40.000 Tonnen Öl ins Meer gelangt und hatten die bislang größte Ölpest an der nordspanischen und der südwestlichen Küste Frankreichs angerichtet, deren Beseitigung immense Summen verschlungen hatte. Jetzt hat das Gericht befunden, dass sowohl der Kapitän als auch der Reeder des Schiffes für die Schäden aufkommen müssen, die die Prestige angerichtet hatte. Eine genaue Summe wurde nicht benannt, aber es wurde ein Rahmen abgesteckt, der im wesentlichen alle Kosten und Schäden aufzählt, die mit dem Tankerunglück zusammenhängen. Ob die daraus resultierende Gesamtsumme tatsächlich ausgezahlt wird, muss sich aber erst herausstellen. Ebenso ist die Sicherheit gering, dass in der juristischen Auseinandersetzung in dieser Angelegenheit tatsächlich ein Schlusspunkt gesetzt worden ist. Wenn aber das neue Urteil tatsächlich zu Zahlungen führt, die denen zugute kommen, die 2002 mit den Folgen der Ölpest konfrontiert waren, dann haben auch die Gemeinden des Médoc Aussicht auf eine späte Entschädigung.

Sudouest.fr : Marée noire du „Prestige“ : les responsables vont devoir payer, in: SUDOUEST, 26.01.2016, Abend-Ausg, Internet-Ausg.

Blitzschlag

Am 11. Januar 2016 ist ein Blitz in die Kirche von Lamarque eingeschlagen und hat erhebliche Schäden angerichtet. Obwohl die Kirche einen Blitzableiter besitzt, ist die gesamte elektrische Installation der Kirche zerstört worden. Feuermelder, Lautsprecheranlage, Beleuchtung, Läutwerk der Glocken, nichts funktioniert mehr. Zudem ist die Verkabelung an vielen Stellen durchgebrannt, so dass eine umfassende Sanierung der gesamten elektrischen Anlage der Kirche erforderlich wird. Die Gemeindeverwaltung, der die Kirche gehört, zeigt sich aber erleichtert darüber, dass, soweit bis jetzt feststellbar, weder der Dachstuhl noch das Mauerwerk des Kirchturms beschädigt worden sind. Die Kosten, die durch den Blitzschlag auf die Gemeinde zukommen, sind noch nicht bekannt. Sie können erst beziffert  werden, wenn die zuständige Versicherung ihre Ermittlungen abgeschlossen hat und wenn die danach fälligen Leistungen bekannt sind. Mit sofortiger Wirkung ist aber die Kirche geschlossen.

(L. Le Cor: La foudre a fait des dégâts, in: SUDOUEST, 20. 01. 2016)

Die Kirche von Lamarque: Klick

 

 

Sondierungen

In Bordeaux werden derzeit Untersuchungen des rechten Garonneufers durchgeführt. Dazu wird eine schwimmende Plattform eingesetzt, von der aus insgesamt 20 Bohrungen durchgeführt werden, um die genaue Beschaffenheit des Untergrundes vornehmlich im Bereich der Böschungen zu ermitteln. Betroffen ist der Uferbereich vom Pont de Pierre bis zum Pont Chaban-Delmas. In diesem Abschnitt des Ufers sind in der Vergangenheit  Materialien verbaut worden, die nicht als alterungsbeständig gelten. Sobald die erwarteten Befunde vorliegen, wird der untersuchte Uferbereich verstärkt, wofür 22 Millionen Euro eingeplant sind.

(G. R.: Bordeaux : 22 millions d’euros pour consolider les berges de la Garonne, in : SUDOUEST, 19. 01. 2016,1030h, Internet-Ausg.)

 

 

 

 

 

Hausaufgabenhilfe

Seit Oktober des letzten Jahres wird probeweise eine von der Region Aquitaine finanzierte gebührenfreie Hausaufgabenhilfe für Schüler per Telefon angeboten, die von der Zielgruppe offenbar gut angenommen wird. Die Hilfe ist erreichbar von Montag bis Donnerstag in der Zeit von 17.00 bis 20.00h. Die Idee stammt aus der Provinz Québec in Kanada, und sie ist in erster Linie orientiert auf Schülerinnen und Schüler, die eigentlich Nachhilfe bräuchten, die sie aber vorwiegend aus finanziellen Gründen nicht bezahlen können. Die Ansprechpartner sind Studentinnen und Studenten, die nach ihrem Examen Lehrerinnen oder Lehrer sein werden und jetzt schon die  Möglichkeit suchen, mit Schülerinnen und Schülern Erfahrungen zu sammeln. Das müssen sie nicht unentgeltlich tun, wenn auch ihre Bezahlung, die sich auf 18 Euro pro Stunde beläuft, keine Möglichkeit bietet, Reichtümer anzusammeln. Das Programm, das demnächst auf die neue und größere Region im Südwesten Frankreichs ausgeweitet werden soll, hat sich zum Ziel gesetzt, die Anzahl der Schulabbrecher zu verringern, und wie es aussieht, ist der eingeschlagene Weg so erfolgversprechend, dass er fortgesetzt werden wird.

(B. Lasserre: Aquitaine : gratuite, une aide aux devoirs par téléphone, in : SUDOUEST, 21.01. 2016, Internet-Ausg.)

 

Zum Vormerken

Das im ehemaligen Hangar 20 an der Garonne in Bordeaux residierende Cap Sciences hat auch für 2016 ein Programm vorbereitet, von dem erwartet wird, dass es viele Zuschauer anziehen wird. Zunächst wird es eine Ausstellung geben mit dem Titel „Krach, boom, mue!“, das in die Welt der Wirtschaft einführen wird. Die damit verbundene Ausstellung ist von der Banque de France konzipiert worden und bereits in Marseille zu sehen gewesen.

Ungleich spektakulärer wird wohl die zweite Ausstellung sein, in der es Mumien zu sehen geben wird, die aus einem renommierten Museum in Granada stammen. Der besondere Reiz dieser Ausstellung liegt darin, dass Mumien aus Ägypten, aus den Anden und von den Kanarischen Inseln zusammen gezeigt werden. Die Darbietung wird dem überaus erfolgreichen museumspädagogischen Konzept aus Granada folgen, jedoch auf die Besonderheiten des Cap Science in Bordeaux zugeschnitten werden. Die erste Ausstellung läuft vom 6. Februar bis zum 5. Juni 2016, die Termine für die Präsentation der Mumien aus Granada  sind noch nicht festgelegt, es lohnt sich daher, von Zeit zu Zeit auf der Internetseite des Cap Science nachzuschauen.

(B. Lasserre: De l’économie et des momies, in: SUDOUEST, 18. 01. 2016)

Mehr: http://www.cap-sciences.net/

 

 

 

Wintergäste

Kraniche, eigentlich müsste man sie Graue Kraniche oder Eurasische Kraniche nennen, was man jedoch nicht tut, da sie in Europa die einzigen Vertreter ihrer Familie sind, gehören zu den größten Vögeln in unseren Breiten, und sie halten Distanz zu Menschen und allen Wesen, die ihnen Übles wollen könnten. Im Winter verlassen sie ihre weiter im Norden gelegenen Brutgebiete und suchen Quartiere auf, in denen sie Nahrung finden. Die westlichsten Populationen ziehen auf die iberische Halbinsel, aber seit einigen Jahren machen nicht wenige von ihnen im südwestlichen Frankreich Station. Eine recht große Kolonie bildet sich jedes Jahr im Spätherbst im Naturschutzgebiet von Cousseau, wo in diesem Jahr wieder über 3000 dieser imposanten Vögel registriert wurden, leicht weniger als im letzten Jahr, aber im Rahmen der normalen Schwankungsbreite. Diese Kraniche finden Nahrung auf den Maisfeldern in der Umgebung des Naturschutzgebietes und, was mindestens genauso wichtig ist, sie können sich für die Nacht in die Randbereiche des Teichs von Cousseau zurückziehen, wo sie vor eventuellen Feinden gut geschützt sind. Frühaufsteher können morgens den Abflug der Tiere zu ihren Futterstellen beobachten und abends die Rückkehr. Ab Ende Februar verlassen die Kraniche ihre Standorte im Médoc wieder und begeben sich auf die Rückreise in ihre Brutgebiete.

(P. Vallade: Le Cousseau, terre d’accueil des grues cendrées, in: SUDOUEST, 23. 01. 2016)

 

 

Zuwachs

Das Médoc gehört zwar immer noch zu den dünner besiedelten Gegenden Frankreichs, aber seine Einwohnerzahl legt in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zu. Jetzt leben dort, wie die Statistiker des Insee ermittelt haben, 144.832 Menschen, 11.726 mehr als vor fünf Jahren. Der Zuwachs verteilt sich jedoch nicht gleichmäßig über die gesamte Fläche des Médoc. Der Anstieg der Einwohnerzahlen ist im Süden mit über 10% deutlich stärker als im Norden, wo man nur einen Zuwachs um 3,85% registriert hat. Dabei ist offensichtlich, dass der Ballungsraum um Bordeaux von besonderer Attraktivität ist, nicht zuletzt wegen der dort vorhandenen Arbeitsplätze. Wo die fehlen, schrumpft auch die Bevölkerung, wie das in Soulac, dessen Einwohnerzahl von 2.714 auf 2.523 zurückgegenagen ist, zu beobachten ist. Rückläufig sind auch die Zahlen für Pauillac, das gegenwärtig nur noch 4.986 Bewohner zählt. Vor fünf Jahren waren es noch 5.195. Leicht zugelegt hat Lesparre mit derzeit 5.588 Einwohnern (+ 194), während der Zuwachs in Le Verdon nur minimal ist: von 1.357 auf 1.369.

(J. Lestage: La population ne cesse de progresser, in: SUDOUEST, 23. 01. 2016)

 

 

Gegen Windkraft

Auch in Frankreich hat die Atomenergie viele Gegner und wohl nur wenige ganz überzeugte Befürworter. Damit müsste eigentlich für die künftige Energiepolitik alles klar sein. Ist es aber nicht, wie sich immer wieder wie z.B. kürzlich im Gemeinderat von Listrac offenbarte. Dort stand nämlich ein Projekt zur Errichtung eines Windkraftparks zur Abstimmung. Die Anlage hätte weitab von der Bebauungsgrenze in einem Waldgebiet stehen sollen und der Gemeinde Listrac und dem Gemeindeverband zu dem Listrac gehört, knapp 300.000 Euro jährlich eingebracht. In der Abstimmung fanden viele Gemeinderatsmitglieder Argumente gegen das Projekt, wobei neben der Geräuschentwicklung vor allem Naturschutzgesichtspunkte angeführt wurden. Bei der Auszählung der Stimmen stellte sich heraus, dass der Windkraftpark bei Listrac keine Mehrheit bekam, auch wenn häufiger davon gesprochen wurde, man müsse wegkommen von der Atomenergie. So, wie das jetzt in Listrac gelaufen ist, wird daraus nichts, garantiert.

(J.-Cl. Rigault: Vent debout contre les éoliennes, in : SUDOUEST, 19. 01. 2016)

 

 

Absage

Die 1855 in einer damals viel beachteten Aktion  als grands crus eingestuften Weine des Bordelais haben seither ein Prestige, das sich bei den Verkaufspreisen dieser Weine recht deutlich zeigt. Kürzlich haben die hinter diesen Klassifizierungen als Spitzenklasse stehenden Weinbaubetriebe ihre vor wenigen Jahren gestartete Initiative, Anerkennung als Weltkulturerberbe der UNESCO zu finden, zurückgezogen. Das wird damit begründet, dass eine derartige Einstufung die davon betroffenen Weine daran hindern würde, flexibel auf neue Umstände zu reagieren, was letztlich den Geschäftsergebnissen schaden würde. Man befürchtet, durch eine Art Denkmalschutz eingeengt zu werden, was man nach Abwägung von Vor- und Nachteilen der Klassifizierung durch die UNESCO nicht vorteilhaft findet.

(Plus candidats à l’Unesco, in: SUDOUEST, 16. 01. 2016)

 

Im Wein liegt nicht immer Wahrheit

Der empirisch überzeugende Nachweis der Aussage, dass im Wein die Wahrheit liege, ist bis heute nicht gelungen, aber es ist wenig zweifelhaft, dass im Weinbau  mit dem Begriff der Wahrheit wenig kleinlich umgegangen wird. Einen Beleg dafür lieferte kürzlich ein Château des Bordelais, das einen Wein mit dem mythologisch befrachteten Namen Liber pater, benannt nach dem Gott des von Sorgen und Mühen befreienden Weines, vermarktet und zu Preisen zwischen 1200 und 4000 Euro pro Flasche verkauft hatte, womit er sich an die Spitze der Weine des Anbaugebietes katapultierte. Wie sich jetzt herausstellte, bestand aber ein erheblicher Abstand zwischen dem Schein und dem tatsächlichen Sein, denn dem Besitzer des Château, das den klangvollen Namen Liber pater auf seine Etiketten drucken ließ, wurde nachgewiesen, dass er einen Subventionsbetrug im großen Stil betrieben hatte, der ihm 600.000 Euro aus den Brüsseler Kassen der Europäischen Union eingetragen hatte. Bei näherem Zusehen stellte sich heraus, dass weder sein Liber pater noch die Vermarktungsaktion, für die er die Subventionen beantragt hatte, mit Grundsätzen des ehrbaren Weinbaus im Einklang standen. Nachdem Zweifel an dem rechtmäßigen Gebaren dieses Weinbaubetriebs aufgekommen waren, intervenierte die zuständige Staatsanwaltschaft und deckte schnell den Schwindel auf. Das Gericht, das dann mit dem Fall befasst war, verurteilte den windigen Inhaber des Châteaus zur Rückzahlung der unrechtmäßig erhaltenen Subventionen und brummte ihm zusätzlich eine  Geldstrafe von 30.000 Euro auf. Dazu bekam er eine Gefängnisstrafe von einem Jahr, die allerdings zur Bewährung ausgesetzt wurde. Damit ist auf jeden Fall der prestigeträchtige Platz der teuersten Weine des Bordelais wieder frei, denn es ist schwer vorstellbar, dass Weinflaschen mit der Etikettierung Liber pater noch Käufer finden.

(Y. Saint-Sernin: Le producteur du vin le plus cher de Bordeaux condamné pour escroquerie, in: SUDOUEST, 15. 01. 2016, 16.20h, Internet-Ausg.)

 

Zusammenschluss

Das Médoc ist eine insgesamt dünn besiedelte Gegend, in der es viele recht kleine Gemeinden gibt. Und kleine Gemeinden haben auch einen Bürgermeister, eine Verwaltung und was man sonst noch braucht, damit eine Gemeinde funktioniert. Wenn man bedenkt, dass das alles Geld kostet und dass die staatliche Zuwendungen, insbesondere für kleinere Gemeinden, zusammengestrichen worden sind, dann versteht man, dass die vier Gemeinden Couquèques (263 Einwohner),  Saint-Christoly de Médoc (295), Ordonnac (491) und Saint-Yzans-de-Médoc (441) schon länger darüber nachdenken, ob man sich nicht zusammentun und eine größere Gemeinde von immerhin rund 1500 Einwohnern bilden sollte. Da es schon mancherlei Gemeinsamkeiten zwischen den vier Gemeinden, etwa im schulischen Bereich, gibt, steht der Verwirklichung des Zusammenschlusses eigentlich nicht viel entgegen, zumal die Grundstimmung in den vier betroffenen Gemeinden das Projekt des Zusammenschlusses positiv bewertet wird. Gleichwohl gibt es noch eine Reihe von Formalitäten zu absolvieren, die aber wohl ohne Komplikationen bewältigt werden können, so dass noch in diesem Jahr eine neue vereinigte Gemeinde Wirklichkeit werden kann, bei der man allerdings gespannt sein darf, wie sie heißen wird, denn die Aufzählung der vier Ursprungsgemeinden wird einen ziemlich hohen Verbrauch an Bindestrichen erzeugen, der wohl nirgendwo richtige Gegenliebe finden dürfte.

(J. Lestage: « De vieux amants » qui pourraient bien se marier, in: SUDOUEST, 15. 01. 2016)

 

 

Tümmlerkonversation

Die Sippe der Wale reicht von fast unvorstellbar groß wie bei den Blauwalen bis zu klein und handlich wie bei den Schweinswalen. Zu den kleineren Walartigen gehören auch die bei einer Körperlänge bis zu 190 cm großen und bis zu 70 kg schweren  Tümmler, denen man im Bassin von Arcachon besondere Aufmerksamkeit zuwendet, weil man über sie mehr erfahren will als das, was man bisher weiß. Zu diesem Zweck hat man speziell konstruierte Mikrofone installiert, mit denen die Laute, die die Tümmler ausstoßen, erfasst und aufgezeichnet werden. Die Wissenschaftler, die sich damit beschäftigen, geben zu, dass sie sich wünschen, mehr über die temperamentvollen und spielfreudigen Meeressäuger zu wissen als das, was die ihnen bisher verraten haben, aber dazu bedarf es wohl noch beharrlicher Anstrengungen, denn Tümmler leben, ebenso wie ihre Verwandten, die Delfine und Schweinswale, dauernd im Wasser, wo sie sich naturgemäß weniger gut beobachten lassen als etwa Robben und Seehunde. Immerhin weiß man aber schon, dass die Zahl der im Bereich des Bassins von Arcachon anzutreffenden Tümmler recht hoch ist, und dass ihre Art als nicht bedroht gelten kann. Und man weiß, wie die Wissenschaftler nicht ohne Schmunzeln preisgeben, dass die Tümmler, anders als der Pariser Normalbürger, im Sommer nicht nach Süden streben, sondern in die entgegengesetzte Richtung, nach Norden also, dorthin, wo es im Sommer kühler ist. Das ändert aber nichts daran, dass man über die Tümmler insgesamt noch recht wenig weiß, und dass Forschungen, die ihnen gewidmet werden, gute Chancen haben, interessante und vorzeigbare Ergebnisse zutage zu bringen.

(D. Patsouris : Marsouin sur écoute, in :SUDOUEST, 15. 01. 2016)

 

Die Zukunft der Hermione

Auf der nächsten Sitzung des Verwaltungsrates des Vereins Hermione-Lafayette, die am 23. Januar stattfinden wird, werden wichtige Weichenstellungen erfolgen, die das Schicksal der Hermione für die nächsten Jahre bestimmen werden. Die Hauptfrage wird dabei sein, ob der Verein, der seit 20 Jahren den Bau und vor allem die Finanzierung des Nachbaus dieser einst königlich-französischen Fregatte organisiert hat, weiterhin alleinverantwortlich für die Hermione sorgen kann. Überlegungen, den Kreis der Eigentümer zu vergrößern durch die Hinwendung zu benachbarten Gebietskörperschaften, haben bei den Vereinsmitgliedern nicht einhellige Zustimmung gefunden. Man wird abwarten, was am 23. Januar beschlossen wird. Ansonsten sind für die nächsten Jahre erste Projekte für Reisen der Hermione skizziert worden. Das größte dabei zur Debatte stehende Unternehmen wird die Hermione wahrscheinlich nach New Orleans führen, wenn dort im April 2018 der 300. Geburtstag dieser einst von Franzosen begründeten Satt gefeiert werden wird.

(« L’Hermione » à un tournant, in: SUDOUEST, 08. 01. 2016)

 

Hoffnungsschimmer?

Das Appartementhaus Le Signal in Soulac, das wegen der akuten Einsturzgefahr nun schon seit bald zwei Jahren nicht mehr bewohnt werden darf, ist Dauergast in den Medien, weil die damit verbundene Problematik anscheinend nicht zu entwirren ist. Kern ist dabei die Frage der Entschädigung der Besitzer der Appartements, die gegen die in ihren Augen völlig unzureichende Höhe der ihnen angebotenen Entschädigungen geklagt und bisher immer den Kürzeren gezogen haben. Auf einer Verhandlung vom 12. Januar 2016 vor dem Oberverwaltungsgericht in Bordeaux wurde der Fall erneut von allen Seiten beleuchtet, doch gab es noch keinen Durchbruch im Sinne der Kläger. Ihre Erwartung, über das so genannte Loi Barnier eine Entschädigung in Höhe der Marktpreise ihrer Wohnungen zu erlangen, wurden von der Seite des Staates heftig bestritten, wobei darauf verwiesen wurde, das besagte Gesetz könne nicht angewendet werden, da das Schicksal des Signal vorhersehbar gewesen und mithin nicht als unabwendbare Katastrophe einzustufen sei. Die Anwältin der Geschädigten machte das Gericht aber nachdenklich, als sie anführte, die Aufwendungen für eine Befestigung der Düne vor dem bedrohten Haus hätten, als dessen Situation kritisch geworden sei, weniger gekostet als der Wert des Gebäudes damals betragen habe. Es ist gut möglich, dass das Gericht, das seine Entscheidung für den 9. Februar angekündigt hat, doch noch zu einem Spruch findet, der den Besitzern der Appartements eine Lösung bietet, mit der sie besser leben können als die derzeit im Raum stehende Aussicht, bei der von einer Entschädigung pro Wohnung in der Größenordnung von 20.000 Euro gesprochen wird.

(J.-D. Renard: Le Signal : une lueur d’espoir, in: SUDOUEST, 13. 01. 2016)

 

 

Verjüngungskur

Die 115 Jahre alte Schwebefähre, die bei Rochefort über die Charente führt, zeigt massive Alterserscheinungen, die eine gründliche Überholung erforderlich machen. Gründlich heißt in diesem Fall, dass die gesamte 68 m hohe Eisenkonstruktion abgebaut und nach sorgfältiger Überprüfung der einzelnen Teile wieder zusammengefügt wird, wobei selbstverständlich marode gewordene Teile ersetzt werden durch neue. Für die Renovierungsarbeiten sind vorerst drei Jahre veranschlagt bei Kosten in der Größenordnung von 20 Millionen Euro.

Als die Schwebefähre geplant wurde, setzte sie sich durch gegenüber einem Tunnel, der ebenfalls in Erwägung gezogen worden war. Die Eröffnung der Schwebefähre erfolgte 1900, zu einer Zeit, als die Überquerung von Wasserläufen mit dieser Konstruktion als gute Lösung angesehen wurde. Heutzutage sind weltweit nur noch acht Schwebefähren in Betrieb. Eine davon, die bei Rendsburg über den Nord-Ostsee-Kanal (der bis 1948 offiziell Kaiser-Wilhelm-Kanal hieß) kam dieser Tage in die Schlagzeilen, weil ihre Fährplattform von einem Schiff gerammt worden war. Auch diese Schwebefähre wird längere zeit ausfallen und erst nach gründlicher Instandsetzung wieder den Betrieb aufnehmen.

(D. Briand: Un géant de fer mis à nu, in: SUDOUEST, 13. 01. 2016)

 

Schwarzfahren oder nicht

Jedermann weiß, oder sollte es zumindest wissen, dass die Benutzung der Tram in Bordeaux an gewisse Regeln geknüpft ist. Dazu gehört ganz obenan die Verpflichtung, bei Fahrtantritt einen gültigen Fahrtausweis zu besitzen, der entweder aus einer längerlaufenden Wochen- oder Monatskarte oder aus einem für eine einzige Fahrt gelösten Ticket besteht. Das Ticket für eine Fahrt wird aber erst dadurch zum gültigen Fahrtausweis, dass es beim Betreten der Tram in einem eigens dafür angebrachten Gerät gestempelt wird. Wer bei Kontrollen ohne einen derartigen Nachweis dafür, dass er den Fahrpreis entrichtet hat, erwischt wird, hat ein teures Problem, zumindest theoretisch.

Der SUDOUEST hat die Probe aufs Exempel gemacht und beobachtet, wie es mit der Zahlungs-, oder besser der Entwertungsmoral der Fahrgäste aussieht. Ergebnis: Viel schlechter als selbst Pessimisten angenommen haben. Nur jeder zweite Fahrgast tut das, was er müsste, die anderen blicken um sich und vertrauen darauf, dass sie nicht erwischt werden. Zu diesem Vertrauen gehört offenbar nicht viel Mut, denn Kontrollen finden selten statt, und sie sind offenbar nicht so unauffällig, dass man nicht mitbekäme, wann man doch sein Ticket entwertet, oder auf die nächste Tram wartet, in der dann ziemlich sicher kein Kontrolleur mitfährt. Gleichwohl bleibt die Empfehlung: Wer entspannt mit der Tram fahren will, sollte das tun, was ein guter Fahrgast tut. Das hat sogar den Nebeneffekt, das man mitbekommt, wie günstig die Trampreise in Bordeaux sind, und auf dieses Erlebnis sollte niemand ohne Not verzichten.

(Lundi ordinaire dans le tram bordelais, in: SUDOUEST, 12. 01. 2016)

 

Wiederbelebung ?

Der Garonne-Seitenkanal (Canal latéral à la Garonne) gehört heutzutage zu den Wasserstraßen in Frankreich, die ihre einstige wirtschaftliche Bedeutung verloren haben und nur noch von der Freizeitschifffahrt genutzt werden. Das könnte sich jedoch ändern, denn es haben Diskussionen angefangen, den in Toulouse beginnenden Kanal wieder für Transporte zu nutzen. Zu diesem Zweck soll eine Untersuchung durchgeführt werden, die feststellen soll, welche Transporte von der Straße auf diesen Wasserweg verlegt werden können und wie hoch das mögliche Frachtaufkommen sein könnte. Zur Zeit wird die Garonne bis Langon für den Transport von Airbusteilen mit dem Bestimmungsort Toulouse und für gelegentliche Schwertransporte etwa von Transformatoren genutzt.

Der Garonne-Seitenkanal ist 1856 in Betrieb genommen wurden zu einer Zeit, als der Gütertransport über die Straße noch keine Konkurrenz darstellte. Als die Eisenbahn aufkam und dann auch die Straßenverbindungen immer leistungsfähiger wurden, verlor der Kanal schnell an Bedeutung. Seit den 70er Jahren ist er nur noch von touristischem Interesse. Versuche, regelmäßige Gütertransportdienste wieder einzurichten sind vor einigen Jahren durchgeführt, aber schnell wieder aufgegeben worden, weil keine rentablen Betriebsmodelle gefunden werden konnten. Vielleicht bringen die kürzlich in Auftrag gegebenen Studien andere Ergebnisse, wobei sich dann sicher auswirken dürfte, dass die unbestreitbar umweltfreundliche Seite der Transporte zu Wasser entsprechend gewürdigt wird. Zunächst muss man aber auf die Ergebnisse der laufenden Untersuchungen warten. Bei den gegenwärtigen Überlegungen geht man von den Dimensionen des Kanals aus, wie sie derzeit bestehen, Ausbaupläne werden  nicht diskutiert. Zur Zeit kann der Kanal von Booten bis zu einer Breite von 5 m bei einer Länge von maximal 40 m befahren werden, die eine Ladefähigkeit von 250 bis 300 Tonnen haben können.

(C. Lapuyade: Le fret pourrait faire son retour sur le canal, in : SUDOUEST, 12. 01. 2016)

 

 

Fernbuslinien ohne Infrastruktur

Seit der Freigabe des Fernbusverkehrs im letzten Sommer in Frankreich haben sich mehrere Linien etabliert, die allesamt von den Reisenden gut angenommen werden. Die Auslastung schwankt zwar je nach Wochentag zwischen 40% und 70%, wobei an den Wochenenden eindeutig die meisten Passagiere gezählt werden. In dem Netz der Fernbuslinien nimmt Bordeaux einen herausragenden Platz ein, da es zusammen mit Lyon und Paris eine der großen Drehscheiben dieser noch jungen Möglichkeit für preiswertes Reisen darstellt. Auch wenn die Fahrgäste sich durchweg lobend äußern über die Reisemöglichkeiten als solche, die Pünktlichkeit und den Service an Bord der Busse, sind sie sich fast ausnahmslos darin einig, dass an den Bustüren die Zufriedenheit aufhört. In Bordeaux fährt ein Teil der Fernbusse hinter dem Bahnhof Saint-Jean an der Rue Charles-Domercq, ab, doch weist kein Haltestellenschild auf den exakten Abfahrtort hin. Ebenso fehlen Unterstellmöglichkeiten oder Fahrpläne, aus denen sich Informationen über die Abfahrts- und Ankunftszeiten entnehmen lassen. Auch an der zweiten Abfahrtstelle an der Rue des Terres-de-Borde sind die Gegebenheiten nur wenig besser. Diese Mängel werden von den Reisenden umso mehr wahrgenommen, als in Lyon und Toulouse z. B. die Dinge, die in Bordeaux vermisst werden, bereits in zufriedenstellender Weise vorhanden sind. Die Busgesellschaften sind sich einig, dass hier Abhilfe geschaffen werden muss, aber die Stadt Bordeaux ist noch nicht einmal in konkrete Planungen eingetreten, so dass die derzeitigen Mängel wohl noch länger bestehen bleiben werden.

(C. Champ u. Y.  Delneste :« C’est là, les cars Macron ? » in: SUDOUEST, 7. Jan. 2015)

 

Unwetterbilanz

Die Vorwarnungen der Meteorologen für den 11. Januar 2016 ließen Schlimmeres befürchten, doch sind die tatsächlichen Folgen des stürmischen Unwetters weniger gravierend ausgefallen als man es erwartet hatte. In Bordeaux trat erstmalig in diesem Jahr die Garonne im Bereich des Pont Chaban-Delmas beim morgendlichen  Hochwasser über die Ufer, was in ähnlicher Weise auch in Bourg geschah, doch blieben die Überschwemmungen hinter vergleichbaren Ereignissen der letzten Zeit zurück. In Blanquefort wurde die Dachkonstruktion einer Schule ein Opfer des Sturms, aber es gab keine Personenschäden. Im Süden des Departements Gironde waren mehrere Straßen zeitweise überschwemmt. Dazu wurden Stromleitungen unterbrochen, so dass mehr als 10.000 Haushalte für mehrere Stunden ohne Strom waren. An den Küsten des Médoc haben hohe Wellen und Sturmböen den Dünen  zugesetzt, ohne jedoch Verwüstungen anzurichten, wie sie im Winter 2013/2014 zu registrieren waren.

(J. Lestage Une bonne claque hivernale und: Une mini-tempête balaie la Gironde, in: SUDOUEST, 12. 01. 2016)

 

 

Gurp TT 2016

Das Motocrossrennen von Le Gurp, das auch im Jahre 2016 zur französischen Meisterschaft zählt, hat wieder viele Fahrer und Zuschauer angezogen, wobei das miserable Wetter nur unwesentlich auf die Stimmung drückte. Das Rennen musste wegen der auflaufenden Flut abgekürzt werden, da die über den Strand verlaufenden Abschnitte des Kurses zu gefährlich wurden. Sieger wurde der aus Nordfrankreich stammende 21jährige Camille Chapelière, der trocken vermerkte, die Witterungsbedingungen hätten ihm nichts ausgemacht, bei sich zu Hauss müsste man öfter Rennen unter ähnlichen Voraussetzungen fahren. Jean-Claude-Moussé, der Sieger in Le Gurp der Jahre 2010 bis 2012 kam als zweiter ins Ziel. Der Sieger des Vorjahres war nicht am Start, er ist in der gleichzeitig ausgetragenen Rallye Dakar unterwegs.

(Le doublé pour Camille Chapelière, in: SUDOUEST, 11. 01. 2016)

Bilder zu Gurp TT 2016: Klick

 

Zustelldienst per Fahrrad

Bordeaux ist eine Stadt wie viele andere, in denen der Autoverkehr in den letzten Jahrzehnten kontinuierlich zugenommen, dabei aber die Geschwindigkeit, mit der sich die Blechlawinen bewegen, ständig abgenommen hat. Dieses Phänomen betrifft auch die Zustelldienste, soweit sie mit Kraftfahrzeugen ausgeführt werden. Da trifft es sich gut, dass zweirädrige Kleintransportdienste zunehmend an Attraktivität gewinnen. In den letzten vier Jahren haben sich in Bordeaux vier Fahrradzustelldienste etabliert, die für sich in Anspruch nehmen können, dass sie schneller als jedes Auto durch den innerstädtischen Verkehr kommen, dazu billiger  und unbestritten umweltfreundlicher sind. Die Fahrradkuriere selbst sind überwiegend junge Leute mit sportlichen Ambitionen, die zumeist sicher sind, dass sie nicht Zeit ihres Lebens per Fahrrad durch den Grosstadtverkehr kurven werden.

(C. Campagne: Bordeaux : la livraison à bicyclette prend de la vitesse, in: SUDOUEST, 07. 01. 2016, 16.19h, Internet-Ausg.)

 

 

 

Bordeaux und die Île de Ré

Die New York Times hat eine Liste mit 52 touristischen Zielen veröffentlicht, die sie ihren Lesern empfiehlt. Den ersten Platz nimmt dabei Mexico ein, doch schon auf dem zweiten landet Bordeaux, dessen Sehenswürdigkeiten als herausragende touristische Anziehungspunkte bewertet werden. Insbesondere wird auf den Pont Chaban-Delmas, die für die Jahresmitte vorgesehene Eröffnung der Cité du vin, die renovierten Kais und auf den Status von Bordeaux als Weltkulturerbe der UNESCO verwiesen. Hervorgehoben wird auch die Gastronomie in Bordeaux, wobei namentlich genannt werden die Restaurants  von Joël Robuchon, Gordon Ramsay und Philippe Etchebest, sowie Dan, Garopapilles und die Belle Campagne.

Ein weiteres französisches Ziel in der Liste der New York Times landete auf dem Rang 40: die Île de Ré, die gleichermaßen Feinschmecker, Strandliebhaber und Radfahrer auf ihre Kosten kommen lasse, so dass man die französische Riviera vergessen könne.

(Sudouest.fr: Bordeaux et l’île de Ré parmi les meilleures destinations 2016 du New York Times, in : SUDOUEST, 08. 01. 2016, 12.20h, Internet-Ausg.)

 

Bordeaux-Mérignac: 10 neue Ziele

Der Flughafen Bordeaux-Mérignac blickt auf ein überaus erfolgreiches Jahr 2015 zurück, in dem die Zahl der Passagiere erstmals die Schwelle der 5 Millionen überschritten hat. Insgesamt wurden 5,3 Millionen Fluggäste gezählt, von denen ungefähr 3,5 Millionen die internationalen Verbindungen nutzten, während 2,2 Millionen auf Billigfluglinien unterwegs waren. Zu diesem Ergebnis beigetragen haben insgesamt 13 neue Destinationen, die 2015 erstmals von Bordeaux aus angeflogen wurden. In 2016 werden zehn weitere Ziele hinzukommen, von denen zwei (Hamburg und Berlin) Verbindungen zu deutsche Städten herstellen. Die Linie nach Hamburg wird von ASL Airlines bedient werden, die nach Berlin von Easyjet. Von Bordeaux aus fliegen 31 Gesellschaften 78 Ziele an, ebenso viele wie vom Flughafen Toulouse aus.

(St. Dubourg: Une année record pour aéroport, in : SUDOUEST, 08. 01. 2016)

 

 

Fehlende Winterruhe

Die anormal hohen Temperaturen der letzten Wochen haben die Natur nicht nur in Frankreich gehörig durcheinander gebracht. Eigentlich sollten jetzt Bäume und Sträucher im Status der Winterruhe sein und sich auf die Blüte im kommenden Frühjahr vorbereiten, doch daraus ist bis jetzt noch nichts geworden. Allerorten sind die Knospen für die Jahreszeit ungewöhnlich weit entwickelt, was alles andere als gut ist. Wenn jetzt doch noch eine stärkere Frostperiode kommt, ist zu befürchten, dass die Knospen davon stark in Mitleidenschaft gezogen werden und die Obsternte im nächsten Jahr davon betroffen sein wird. Ähnliches hatte sich zuletzt 1956 zugetragen, als nach einem bis dahin ungewöhnlich milden Winter eine starke Frostperiode im Februar eingetreten war. Besonders gefährdet sind von solchen Ereignissen Kirschen und Pfirsiche, aber auch um die anderen Obstsorten muss man sich sorgen. Auch auf den Feldern wirken sich die zu milden Temperaturen aus, denn dort sprießt das Unkraut ungewöhnlich früh und muss bereits jetzt bekämpft werden. Noch ist nicht alles zu spät, denn wenn die Temperaturen im Januar zurückgehen und sich im Bereich zwischen -2° und +7° bewegen, kann darauf gehofft werden, dass die vorwitzigen Knospen noch so stark gebremst werden könne, dass sie diese Zeit unbeschadet überstehen.

(M. Monteil, Les arbres en panne de dormance, in : SUDOUEST, 31. 12. 2015)

 

 

Trüffelknappheit

Das vergangene Jahr war kein Jahr, in dem die Trüffeln gute Bedingungen hatten, weil es während der Tage, in denn es sich entscheidet, ob Trüffeln wachsen oder nicht, zu wenig Regen gab. Demzufolge sind sie knapp und sehr teuer. Kenner der Materie können sich kaum erinnern an ein ähnlich dürftiges Angebot. Das letzte Jahr, in dem es eine Knappheit gab, die der gegenwärtigen gleicht, war 1976. Auf dem letzten Trüffelmarkt in Libourne waren nur zwei Anbieter zu sehen, die eine mehr als begrenzte Menge der teuren Gewächse feilzubieten hatten. Die Preise entsprechen dem begrenzten Angebot. In Libourne wurden um die 1500 Euro pro Kilo für die erste Qualität verlangt und gezahlt. In den großen Städten werden daraus dann 2000 oder gar 3000 Euro pro Kilo. Auf ganz Frankreich bezogen fehlt jede Woche etwa eine Tonne Trüffeln, so dass davon auszugehen ist, dass die Preise weiter steigen werden.

(J.-Ch. Gallacy: Truffes 2016 : très chères et prisées, in : SUDOUEST, 3. Jan. 2015)

 

Noch eine Straßenbahnlinie

Zwölf Jahre nach der Eröffnung der ersten Linie der neuen Straßenbahn in Bordeaux im Jahr 2013 bekommen die bisher bestehenden drei Linien Zuwachs. Die neue Linie wird von der Place des Quinconces nach Eysines führen und damit nicht zuletzt für Reisende aus dem Médoc von Interesse sein, die unter Ausnutzung der günstigen Fahrpreise den mühseligen Weg in das Zentrum von Bordeaux elegant und zeitsparend verkürzen können. Die Baumaßnahmen werden Anfang 2016 beginnen, wobei zunächst Arbeiten an den unterirdischen Leitungs- und Versorgungssystemen zu erledigen sind, bevor die eigentlichen Arbeiten an Gleisen und Oberleitungen gestartet werden können.

Die neue Linie, deren Fertigstellung für 2019 geplant ist, wird 9,8 km lang sein und dabei 15 Haltestellen aufweisen. Zwei parcs relais werden errichtet, an denen Autofahrer ihre Fahrzeuge preisgünstig parken und anschließend ebenso günstig mit der Tram hin- und zurückfahren können. Einer dieser parc relais wird am nördlichen Ortsrand von Eysines angelegt, der andere am Hippodrome von Bouscat. Die Baukosten werden sich nach den gegenwärtigen Kalkulationen auf 270 Millionen Euro belaufen.

(C. Darfay : Ce coup-ci, c’est parti pour la ligne D du tram ,in : SUDOUEST, 02. 01. 2016)

 

 

401 ha mehr

Die Entscheidung war lange erwartet worden, aber sie ließ sich doch mehr Zeit als gewünscht. Jetzt haben die zähen Verhandlungen der französischen Weinbaubetriebe mit den Behörden der Europäischen Union dazu geführt, dass die Anbauflächen vergrößert werden können. Für das Bordelais fallen nach einem komplizierten Schlüssel nur 401 ha ab, die zusätzlich mit Rebstöcken bepflanzt werden können, was die bisherigen Anbauflächen um rund 0,5% vergrößert. Auf ganz Frankreich bezogen bedeutet die Neufestsetzung, dass 8057 ha neue Weinkulturen angelegt werden können. Damit alles seine Ordnung hat, müssen Neuanpflanzungen beantragt werden. Die Formalitäten dafür müssen bis Ende April 2016 abgeschlossen sein. Dann werden die Genehmigungen bis zum 31. Juli 2016 erteilt, so dass danach tatsächlich gepflanzt werden kann, aber wie oben zu sehen, im Bordelais sind nur 401 ha zu verteilen.

(B. Béziat : 401 hectares de plus, in : SUDOUEST, 31. 12. 2015)

 

 

Investitionen in Mérignac

Wenn man von Mérignac spricht, denken die meisten wohl vor allem an den Flughafen und weniger an das Umfeld, das eine Menge Arbeitsplätze in bereithält, die mit dem Bau und der Wartung von Flugzeugen zu tun haben. Im neuen Jahr werden von zwei Betrieben, die bereits jetzt zu den Schwergewichten in ihrer Branche gehören, beträchtliche neue Investitionen unternommen, für die umfangreiche Baumaßnahmen erfolgen werden. So wird die Firma Thales auf einer Fläche von 16 ha neue Bauten mit zusammen über 60.000 m² errichten, für die rund 200 Millionen Euro ausgegeben werden. Mit dieser größten industriellen Investition in Bordeaux seit vierzig Jahren wird die Zahl der von Thales unterhaltenen Arbeitsplätze auf 2.300 ansteigen, die schwerpunktmäßig Radarsysteme, Cockpitsysteme und andere hochkomplexe Erzeugnisse für die Flugzeugindustrie produzieren. Die zweite bedeutsame Investition wird von der Firma Dassault unternommen, die eine großzügig bemessene Wartungsanlage für Geschäftsflugzeuge der Typenfamilie Falcon errichten will, die es erlaubt, bis zu sechs Flugzeuge gleichzeitig zu bearbeiten. Die an das Rollfeldsystem des Flughafens angegliederte Anlage soll schon zur Jahresmitte 2016 einsatzbereit sein.  

(O. Delhoumeau: Thales et Dassault Falcon Service en vue, in: SUIDOUEST, 02. 01. 2015)

 

 

 

Cité du vin in Bordeaux

In den nächsten Monaten wird Bordeaux eine neue touristische Attraktion bekommen : die Cité du vin. Die Öffnung für das Publikum ist für den 1. Juni 2016 vorgesehen, die offizielle Einweihung folgt einen Tag später. Die Cité du vin soll nach dem Willen ihrer Planer eine Zeitreise ermöglichen, die in alle Gebiete dieser Welt führt, in denen Weinbau betrieben wird. Dazu werden auf 3000 m² dem Publikum 20 interaktive Themenbereiche präsentiert, die in die Welt des Weins einführen sollen.

Etwas vor der Eröffnung der Cité du vin in Bordeaux wird in Bourg vom Syndicat des côtes de Bourg eine Maison du vin ihre Türen öffnen, die den Zugang zu den Weinen dieses Anbaugebietes erschließen soll. Auch hier werden moderne Entwürfe zum Zuge kommen, die erwarten lassen, dass dem Publikum keine verstaubten Museumskonzeptionen zugemutet werden. Man darf also gespannt sein und sollte für den kommenden Sommer vorsichtshalber Termine vormerken, an denen die Neuigkeiten unter die Lupe genommen werden können.

(La Cité du vin vise le 1er juin, in: SUDOUEST, 02. 01. 2016)

 

 

Straßenbahn rund um die Uhr

In  der Nacht vom 31. Dezember zum 1. Januar 2016 verkehrten die Straßenbahnen in Bordeaux ohne Nachtruhe. In der Zeit von 21.00h bis 1.00h fuhren sie im Takt von 10 Minuten, von 1.00h bis 9.30h im Abstand von 15 Minuten. Dazu gab es ein preiswertes Sonder-Ticket, das es erlaubte, für 2 Euro  von 19.00h bis 7.00h die Straßenbahn beliebig oft zu benutzen. Insgesamt wurden 34 Straßenbahnzüge eingsetzt, die von 50 Fahrern gesteuert wurden, die sich nach einem vorher festgelegten Plan abwechselten.

(Réveillon à Bordeaux : les trams circuleront toute la nuit, in: SUDOUEST, 31. 12. 2015, 18.31h, Internet-Ausg.

 

 

Pech gehabt

Auf dem Flughafen Bordeaux-Mérignac landen viele Reisende, mal mit großem Gepäck, mal mit kleinem. Am 20. Dezember kam aus Marokko ein Reisender, der 150 Paar Lederpantoffeln mit sich führte, kein Standardgepäck, wie sich schnell herausstellte. Die Entdeckung gelang einem dafür speziell ausgebildeten Drogenhund der Zollverwaltung, der signalisierte, dass mit den Pantoffeln etwas nicht in Ordnung war. Nach kurzer Nachprüfung war klar, dass der Hund einen raffiniert eingefädelten Versuch, Haschisch nach Frankreich zu schmuggeln, aufgedeckt hatte, denn es stellte sich heraus, dass die aufwändig gearbeiteten Lederpantoffeln ein Fußbett der besonderen Art hatten. Das bestand aus Cannabis, das von einer abschirmenden Kunstoffbeschichtung umhüllt war. Der Rauschgifthund ließ sich jedoch von dieser Tarnung nicht täuschen und signalisierte, dass er auf den Stoff gestoßen war, für dessen Entdeckung er ausgebildet worden war. Die Zollbeamten machten keine Umstände und setzten den Ankömmling getrennt von seinen Lederpantoffeln fest. Leztere werden demnächst vernichtet, während der Reisende aus Marokko aus der Untersuchungshaft, in der er sich jetzt befindet, nach einem wahrscheinlich kurzen Gerichtsverfahren, bald für längere Zeit in ein normales Gefängnis überwechseln wird.

(Fl. Moreau: Bordeaux : il revient du Maroc avec 150 paires de babouches aux semelles lestées de cannabis, in: SUDOUEST, 24. Dez. 2015, 8.17h, Internet-Ausg.)

Februar 2016

 

 

Munitionsfunde

Am 28. Februar 2016 wurden auf dem Hauptstrand von Montalivet erst eine, dann vier Granaten entdeckt, die freigespült worden waren. Die Finder verhielten sich, wie in solchen Fällen angezeigt, umsichtig. Sie ließen den Fund so wie sie ihn gesichtet hatten, liegen und alarmierten die Polizei. Die sorgte dann dafür, dass die Fundstelle abgesperrt und der Minenräumdienst alarmiert wurde. Und der sorgte schließlich dafür, dass die Gefahr beseitigt wurde, ohne dass irgendjemand zu Schaden kam.

Munitionsfunde sind auch heute noch, rund sieben Jahrzehnte nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges an den Küsten des Médoc möglich. Beruhigenderweise kann jedoch festgestellt werden, dass es seit Menschengedenken keine Unfälle mit diesen Überbleibseln aus einer kriegerischen Zeit gegeben hat. Und dies wohl hauptsächlich deswegen, weil  die Finder immer besonnen gehandelt haben und die unerwünschten Fundstücke so liegen ließen, wie sie sie entdeckt hatten.

(Sachez-le, in: SUDOUEST, 29. 02. 2016)

 

 

 

Neuer Soulac-Krimi

Wie es scheint, ist eine neue literarische Untergattung im Entstehen: der Soulac-Krimi. Der Autor, Jürgen Nottebaum, ein Deutscher, dem Soulac und seine Umgebung erkennbar ans Herz gewachsen ist, legt seinen zweiten Kriminalroman vor, in dem Kommissar Moulin einen neuen Fall zu lösen hat. Der ist, wie schon im ersten Soulac-Krimi mit den lokalen Gegebenheiten eng verwoben, so dass ein Lesevergnügen der besonderen Art dadurch entsteht, dass der Leser, sofern er sich vor Ort etwas auskennt, Orten und Lokalitäten und auch Personen, begegnet, die er selbst gesehen hat. Dabei sind letztere natürlich mit dem notwendigen Grad der Verfremdung vor allzu indiskreten Blicken geschützt. Die Handlung ist in das touristische Hauptereignis von Soulac eingefügt, den nicht nur leicht nostalgisch angehauchten Versuch, das Soulac des Jahres 1900 wenigstens für ein paar Stunden wiederauferstehen zu lassen. Mehr wird nicht verraten, doch geben wir zu, dass die Redaktionsarbeit erst wieder rund lief, als die Lektüre beendet war.

Der Roman ist im Eigenverlag des Verfassers erschienen, er dürfte spätestens mit Beginn der Saison 2016 in den Buchhandlungen von Soulac und Umgebung erhältlich sein.

Mehr zu Bezugsmöglichkeiten etc. in unserer Rubrik Médoc-Literatur. (Klick)

                                                            (UM, 29. 02. 2016)

 

 

 

Hafen von Bordeaux

Die im Hafen von Bordeaux umgeschlagene Gütermenge hat 2015 mit 8,5 Millionen Tonnen das Niveau des Vorjahres gehalten, blieb aber unter dem 2013 registrierten Wert von 9 Millionen Tonnen. Mit 4,3 Millionen Tonnen stellten die Kraftstoffe das größte Kontingent, gefolgt von Getreide und Ölfrüchten mit 1,7 Millionen Tonnen, die gegenüber dem Vorjahr um 12% zugelegt haben. Den nächsten Platz nehmen mit 517.000 Tonnen Düngerprodukte ein. Für 2016 ist die Hafenverwaltung optimistisch. Dabei verweist man nicht nur auf die zu erwartenden 53 Kreuzfahrtschiffen nach 34 im Jahr 2015, sondern erwartet auch eine Steigerung der Umschlagmengen durch die Wiederaufnahme des Containerverladebetriebs im Hafen von Le Verdon. Weiteren Anlass zum Optimismus leitet die Hafenverwaltung daraus ab, dass das auf fünf Jahre geplante Investitionsprogramm über insgesamt 110 Millionen Euro anfangen sollte, Früchte zu tragen.

(M. Monteil : Le trafic du port de Bordeaux stable en 2015, in: SUDOUEST, 26. 02. 206)

 

 

 

Ein Milliardär auf Einkaufstour

Der chinesische Multimilliardär Jack Ma, 51Jahre alt, der das Einkaufsportal Alibaba begründet und zu einer profitablen Goldgrube gemacht hat, wird auf ein Vermögen von 23 Milliarden Dollar geschätzt, möglich, dass es ein wenig mehr oder auch etwas weniger ist. Einerlei, er bewegt sich in Vermögensregionen, in denen man sich einiges leisten kann, etwa ein Château im Bordelais. Das hat sich Mister Ma jüngst mit dem Château Sours zugelegt in Saint-Quentin-de-Baron, einer kleinen Gemeinde im Anbaugebiet Entre-deux-Mers. Dort gehören ihm jetzt neben den repräsentativen Gebäuden des Weinguts 80 ha Rebenflächen, auf denen 18 Angestellte beschäftigt werden. Zwar gehört das Château nicht zur ersten Reihe der prestigeträchtigsten Betriebe, aber es hat einen gewissen Charme und lässt sich durchaus vorzeigen. Außerdem produziert es die erkleckliche Menge von 500.000 Flaschen jährlich, mit denen man schon etwas anfangen kann. Über den Kaufpreis wird (noch) Stillschweigen bewahrt, aber man weiß, dass der bisherige Besitzer, ein Engländer, in wirtschaftlichen Schwierigkeiten war, wohl nicht zuletzt deswegen, weil er viel Geld in die bauliche Verschönerung des Anwesens gesteckt, dabei aber aus dem Blick verloren hatte, dass er einen Wein produzierte, der mit Preisen um die 10 Euro pro Flasche nicht gerade üppige Gewinne abwarf. Derlei Gedanken muss sich Mister Ma, dem man nachsagt, er besitze das zweitgrößte Vermögen Chinas, nicht machen. Er denkt darüber hinaus offenbar an weitere Erwerbungen, wohl vornehmlich im Bereich des Weinhandels. Fürs erste verstärkt er die inzwischen schon recht ansehnliche Gruppe chinesischer Besitzer im Bordelais, der schon 16 Châteaux gehören.  

(C. Compadre: Le Bill Gates chinois investit en Bordelais, in: SUDOUEST, 25. 02. 206)

 

 

Ärger mit der Bahn

Die SNCF hat in der Région Aquitaine-Limousin-Poitou-Charentes  mit Wirkung vom 5. Februar  24 Nahverkehrszüge (TER) aus dem Fahrplan gestrichen, und dies ohne vorher die Repräsentanten der betroffenen Gebiete zu informieren. Zu den Linien, in denen die Zugverbindungen derart reduziert werden, gehört auch die Strecke von Bordeaux nach Le Verdon, deren Nutzer schon vorher über mangelnde Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit der Bahn geklagt haben. Insgesamt fallen 24 Züge aus, was etwa 5% der von der Region bestellten Zugleistungen ausmacht. Die SNCF begründete die Maßnahme damit, dass sie nicht genug Lokführer habe, um die fahrplanmäßig vorgesehenen Relationen betreiben zu können. Nach Angaben der SNCF fehlen im Bahnbezirk Bordeaux 20 Lokführer, in ganz Frankreich summiert sich die Zahl  der nicht besetzten Plätze in den Führerständen der Züge auf 300. Gegen die von der Bahnverwaltung einseitig verfügten Streichungen im Fahrplan hat die Region scharf protestiert, aber es darf bezweifelt werden, dass das die gestrichene Züge zurückbringt. Gefragt werden darf, ob der jetzt eingetretene Personalengpass nicht vorhersehbar war und ob nicht schon früher nach Lösungen hätte gesucht werden müssen. Man sollte meinen, dass bei den Arbeitslosenzahlen in Frankreich Bewerber für die fraglichen Posten zu finden gewesen wären. Bahnreisenden ist auf jeden Fall nachdrücklich zu empfehlen, sich zeitnah über die aktuellen Fahrpläne zu informieren, um unliebsamen Überraschungen zu entgehen.

(B. Dubourg : Des trains supprimés jusqu’en juillet, in: SUDOUEST, 24. 02. 2016)

 

 

 

Weit gereist

Ein Ehepaar aus Saintes, das bei La Tremblade (Charente Maritime) einen Strandspaziergang machte, entdeckte inmitten eines Haufens ungeordneten Strandgutes eine Flasche, die aus unerklärlichen Gründen die Aufmerksamkeit auf sich zog. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass die Flasche sorgsam verschlossen war und dass sich in ihrem Inneren zwei aufgerollte Papierbögen befanden. Hinsichtlich der Bedeutung waren sich die Finder zunächst nicht ganz sicher, aber sie nahmen die Flasche mit und untersuchten sie nach gründlicher Reinigung in ihrer Wohnung in Saintes. Die beiden aufgerollten Papiere entpuppten sich dabei als die Zeichnung eines Kormorans und als ein Brieftext, der berichtete, dass die Flaschenpost im Oktober 2013 bei Staten Island in New York den Wellen übergeben worden war. Danach hatte sie rund 5700 km zurückgelegt, bevor sie bei La Tremblade angespült wurde. Der Brief berichtete, dass der Zeichner sich für den Schutz von Kormoranen engagiert, was damit auch die beigefügte Zeichnung erklärte. Außerdem gab es  eine Adresse und die Bitte, eine Nachricht zu übermitteln, wenn die Flaschenpost gefunden würde. Der Absender schlug vor, die Antwort nicht per Flaschenpost zu schicken, da das recht lange dauern würde und auch nicht sicher sei, dass die Nachricht dann beim Adressaten ankäme. Die Finder nutzten jedenfalls das Internet und hatten schnell eine Antwort des New Yorker Absenders. Wie es aussieht, entwickelt sich eine nähere Freundschaft, und das Ehepaar aus Saintes plant, den Absender einzuladen, um  ihm unter anderem die Fundstelle zu zeigen.

(A. Benytou: Charente-Maritime : un couple tombe sur une bouteille à la mer, envoyée de New York , in : SUDOUEST, 22. 02. 2016, 12.07h, Internet-Ausg.)

 

 

Außer Spesen …

Die Polizisten der Anti-Rauschgiftbrigade in Bordeaux hatten am letzten Samstag durch einen ihnen zugegangenen Tipp die Möglichkeit, bei einer Kokain-Transaktion Verkäufer und Käufer zugleich festzunehmen. Das geschah dann gegen 23.45 Uhr, zu nachtschlafender Zeit also. Die Polizisten setzten drei Verkäufer, 20, 19 und 18 Jahr alt und zwei etwas ältere Käufer fest und schafften sie zur Verwahrung an den dafür bestimmten Ort. Bei der anschließenden Analyse der beschlagnahmten „Ware“ machten die Beamten eine unerwartete Entdeckung, denn das weißliche Pulver war simpler Gips. Und Gips darf man zu jeder Tages- und Nachtzeit und nahezu an jedem Ort verkaufen. Da nach diesem Befund weder die vermeintlichen Dealer noch die ebenso vermeintlichen Rauschgiftkäufer Unrechtes getan hatten, bestand kein Grund mehr, sie festzuhalten, und alle fünf spazierten frei und ungeschoren von dannen. Die Sache hätte natürlich eine andere Wendung genommen, wenn die zwei Käufer die drei Gipsanbieter wegen eines versuchten Betruges angezeigt hätten. Da das aber auch für die beiden Käufer strafrechtliche Folgen gehabt hätte, verzichteten sie wohlweislich auf eine Anzeige.

(La cocaïne n’était que du plâtre, in : SUDOUEST, 22. 02. 2016)

 

 

Weniger dicke Luft

Während in der Vergangenheit meist dann über die Luftverhältnisse in Bordeaux berichtet wurde, wenn die Belastungen besonders hoch waren, gibt es jetzt erstmals zaghafte Anzeichen einer Besserung. Wurden 2014 noch an 14 Tagen Messergebnisse jenseits der zulässigen Grenzwerte  registriert, so wurden 2015 Überschreitungen nur an 9 Tagen verzeichnet. An den meisten Tagen konnte die Luftqualität als gut oder sehr gut eingestuft werden. Die Abnahme der Schadstoffbelastungen der Luft ist dabei nicht spektakulär schnell eingetreten, sie vollzieht sich vielmehr in einem schon über Jahre zu beobachtenden Prozess, der aber zeigt, dass die in der Vergangenheit getroffenen Maßnahmen wirksam sind. Neben den Hauptverursachern von Luftverschmutzungen wie dem Straßenverkehr und der Industrie tragen aber auch die mit Holz beschickten Feuerstellen in den privaten Haushalten zur Belastung der Luft bei. In der Region Aquitanien werden jährlich 3 Millionen Ster Brennholz verfeuert. Obwohl offene Feuerstellen prinzipiell die Luft belasten, lassen sich die negativen Faktoren aber reduzieren. Die Fachleute empfehlen dazu, nur gut abgelagertes Holz in möglichst kleinen Scheiten zu verbrennen und Kunststoffe oder mit Lack und Farben in Berührung gekommene Holzstücke nicht zu verfeuern.

(A. Thomas: On respire mieux en Gironde, in : SUDOUEST, 18. 02. 2016)

 

Spezialisiert auf Wein etc.

Auch, wenn man es vielleicht nicht so recht glauben mag, es gibt Juristen, die sich auf den Wein und alles, was damit zusammenhängt, spezialisiert haben. Das ist kein rein französisches Phänomen, wie die Nachricht zeigt, dass im Herbst 2017 ein Kongress dieser Weinjuristen in Bordeaux, wo sonst auch, abgehalten werden wird. Man rechnet mit 400 Teilnehmern, die aus rund dreißig verschiedenen Ländern kommen werden. Und dabei wird der Wein nicht nur als juristisch relevantes Problem präsent sein.

(400 juristes du droit du vin à Bordeaux, in: SUDOUEST, 16. 02. 2016)

 

 

 

Club de sculpture in Montalivet

Der Club de sculpture in Monttalivet hat seine Jahresversammlung im  Clubheim im Espace Jacques Sirougnet (ehemals Colonie Dassault) abgehalten und dabei wurde festgestellt, dass es dem Verein mit seinen 14 Mitgliedern gut geht. Der Jahresbeitrag wurde auf 40 Euro festgesetzt. Er deckt die Materialkosten für die künstlerischen Aktivitäten der Mitglieder ab, die Gelegenheit haben, verschiedene Techniken und Aktivitäten der künstlerischen Gestaltung auszuprobieren. Der Verein, der interessiert ist, neue Mitglieder zu gewinnen, trifft sich dienstags und donnerstags von 14.00h bis 17.00h in der Salle de loisirs créatifs in Montalivet. Telef. Kontakt: Maithé, 06 32 18 39 0

(L. Llobell: Le club de sculpture se porte bien, in: SUDOUEST, 08. 02. 2016)

 

 

 

Straßenbau

Auch in diesem Jahr werden im Departement Gironde umfangreiche Arbeiten durchgeführt, um die Leistungsfähigkeit des bestehenden Straßennetzes zu erhalten. Die geplanten Arbeiten werden Kosten in Höhe von 12,5 Millionen Euro verursachen. Der größte Brocken davon wird aufgewendet, um marode gewordene Straßenbeläge zu sanieren. Schwerpunkt wird dabei die A 63 sein, wo 7 Kilometer Asphalt erneuert werden sollen. Das soll schwerpunktmäßig an vier Wochenenden im Mai und Juni geschehen. Ähnliches wird auf der A 660 in Richtung Arcachon-Bordeaux passieren, wo vier Kilometer zu sanieren sind. Eine weitere Baustelle, ebenfalls vier Kilometer lang, wird es auf der Rocade von Bordeaux zwischen den Anschlussstellen 24 und 22 geben.

Auch am Pont d’Aquitaine sind wieder Sanierungsmaßnahmen erforderlich, die zum Teil nur durchgeführt werden können, wenn die Brücke für den Verkehr gesperrt ist. Das wird nach bekanntem Muster vornehmlich im Herbst geschehen. Schon vorher werden Arbeiten begonnen zur Vorbereitung umfangreicher Anstrichaktionen, die allerdings ohne Sperrung der Brücke vor sich gehen können.

(St. Dubourg: Au chevet des routes, in: SUDOUEST, 18. 02. 2016)

 

 

 

Vernachlässigt

Strassen- und Entwässerungsgräben gehören im Médoc zu den Dingen, um die man sich offenbar beinahe das ganze Jahr nicht kümmert. Nur wenn, wie in den ersten Wochen dieses Jahres geschehen, überdurchschnittliche Mengen Regen vom Himmel fallen, merken viele Leute, dass es diese Gräben gibt und dass es ihnen besser ginge, wenn die Gräben das täten, wofür sie vorgesehen sind. Allzu häufig funktioniert dieses Entwässerungssystem, wenn man es braucht, jedoch nicht, weil es nicht so gewartet worden ist, wie es notwendig gewesen wäre. Im Departement Gironde gibt es insgesamt 7.500 km Straßengräben, die allesamt unterhalten und gewartet werden müssen. Im jährlichen Durchschnitt werden 750 km davon so bearbeitet, dass sie wieder für den Zweck zur Verfügung stehen, für den sie angelegt worden sind, aber die zeitlichen Abstände für die Wartungsarbeiten sind offensichtlich zu groß, um sicherzustellen, dass die Straßengräben alle Entwässerungsaufgaben erfüllen die man von ihnen gern erledigt sehen möchte.

(J. Lestage: Quand les fossés et les crastes débordent, in: SUDOUEST, 17. 02. 2016)

 

Baubeginn

Der erste Spatenstich für die neue Tram-Linie in Bordeaux, die den Buchstaben D bekommen hat, ist passiert. Damit ist die neue Verbindung, die von der Esplanade des Quinconces im Zentrum von Bordeaux nach Eysines führen wird, ein weiteres Stück vorangekommen. Die Bauarbeiten beginnen in der Rue Fondaudège, wo sie Anliegern und anderen Nutzern der Straße für eine beträchtliche Zeit mancherlei Unannehmlichkeiten bereiten werden. Dabei werden die Arbeiten zunächst auf die  unterirdisch verlegten Netze für Strom, Wasser, Telefon  und Gas konzentriert, für deren Ausführung ein Jahr veranschlagt worden ist. Danach wird der Bau der eigentlichen Straßenbahnlinie begonnen, deren Ausführung drei Jahre beanspruchen wird. Nach der Fertigstellung werden namentlich Anreisende aus dem Médoc eine komfortable Möglichkeit haben, ihr Auto am Rand des Ballungsraumes Bordeaux abzustellen und bequem, schnell und auch preiswert nach Bordeaux einfahren zu können. Aber, bis dahin muss noch ein wenig Geduld aufgebracht werden. 

(D. Lherm: Bordeaux : premiers coups de pioche ce mardi matin pour la ligne D du tram, in: SUDOUEST, 16. 02. 2016, 9.10h, Internet-Ausg.)

 

Jahrgang 2015

Rund zwei Monate vor der Semaine des primeurs, auf der der Wein des letzten Jahres, der jetzt noch seiner Fertigstellung entgegenreift, vorgestellt werden wird, werden erste Meldungen über diesen Jahrgang in Umlauf gesetzt. Einhellig herrscht dabei die Meinung vor, dass der neue Jahrgang qualitativ wesentlich besser sein wird als der vorhergehende, ganz zu schweigen von den Jahrgängen 2011, 2012 und 2013. Nicht selten wird der Jahrgang 2015 qualitätsmäßig eingestuft wie die Jahrgänge 2000, 2005, 2009 und 2010, was sicher Anlass zu einer erwartungsfrohen Vorfreude gibt. Auch über die zu erwartenden Preise gibt es schon erste Meldungen. Danach werden die Châteaux ihren 2015er deutlich teurer als den letzten Jahrgang anbieten, wobei die Preisvorstellungen bis zu 30% über denen vom Vorjahr liegen. Darauf reagierte der Handel negativ und ließ durchsickern, 15% seinen angemessen, mehr aber nicht. Man wird sehen, was daraus tatsächlich wird und ob die Vorschußlorbeeren für den neuen Jahrgang bestätigt werden oder nicht. Für die Erzeuger wäre ein gut bezahlter Jahrgang eminent wichtig, denn die meisten von ihnen haben schwierige Jahre hinter sich, in denen sie sich als Folge mittelmäßiger Ernten und Qualtitäten mit recht knappen Einnahmen bescheiden mussten.

(in: SUDOUEST, 16. 02. 2016)

 

Modernisierung

Wer auf den Straßen des Departements Gironde unterwegs ist, sieht in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen Überlandbusse der Gesellschaft Citram, was bei einer Flottengröße von 500 Fahrzeugen auch nicht verwunderlich ist. Die Gesellschaft beschäftigt 600 Angestellte, davon 500 Fahrer, und sie hat Fahrzeugdepots in Pauillac, Mérignac, Andernos, Libourne, Langon und Nérac (Lot-et-Garonne).

Die Lebensdauer der Busse beträgt 15 Jahre, danach werden sie ausgemustert, auch wenn sie noch verwendungsfähig sind. Jährlich werden mindestens zwanzig neue Busse angeschafft, die dem neuesten Stand der Technik und des Komforts entsprechen. Auffälligste Neuerung in diesem Jahr wird die Ausrüstung der Busse auf der Linie Bordeaux-Blaye mit Internetzugängen sein, die es schon auf den Linien von Bordeaux nach Lacanau und Cap Ferret gibt. Dem Komfort der Reisenden dienen bequeme Sitze mit Armlehnen, Fußstützen und Leseleuchten. Schließlich kann man noch ein Fernsehprogramm betrachten, wenn man dazu Lust hat. Alles in allem steigt die Zahl der Buspassagiere kontinuierlich, was bei der Ausstattung der Busse und den niedrigen Fahrpreisen kaum verwunderlich ist.

(G. Richard: Wi-Fi et littérature à bord, in: SUDOUEST, 15. 02. 2016)

 

Vormerken

Am 2. und 3. April 2016 wird die 25. Auflage des Printemps des châteaux stattfinden, bei dem eine große Zahl von Châteaux des Médoc sich für Besucher öffnen, darunter auch solche, die sonst eher auf Diskretion und Verschlossenheit setzen. Die 1991 vom Conseil des vins du Médoc und von der Maison du tourisme et du vin de Pauillac ins Leben gerufene Initiative hat einen anfangs nicht erwarteten Zuspruch sowohl auf der Seite der Châteaux als auch bei den interessierten Besuchern erfahren, so dass die Veranstaltung heutzutage einen festen Platz im touristischen Jahreslauf des Médoc bekommen hat. Näheres ist beim Office du Tourisme in Bordeaux und bei der Maison du tourisme et du vin in Pauillac zu erfahren, wo auch  organisierte Rundfahrten zu den renommiertesten Châteaux gebucht werden können.

(J.-P. Tamisier : Médoc : les châteaux s’ouvrent, in : SUDOUEST, 14. 02. 2016)

 

Kontakt:

Office du tourisme de Bordeaux Tel.  05 56 00 66 00 und Maison

des vins de Pauillac, Tel. 05 56 59 03 08 oder im Internet : http://www.medoc-bordeaux.com/

 

 

 

Nachspiel

Der Überfall auf die Poststelle in Montalivet am 30. Januar 2015 hatte jüngst sein gerichtliches Nachspiel in Bordeaux. Die vier jungen Männer, die damals mit vorgehaltner Waffe die Öffnung des Tresors erzwungen hatten und mit 42.000 Euro geflüchtet waren, haben dabei einen wohl eher weniger bedrohlichen Eindruck hinterlassen, denn die Vorsitzende verglich ihr Vorgehen mit einem Überfall auf eine Postkutsche, wie dies in früheren Zeiten bisweilen geschah. Einer der Täter, der schon einiges auf seinem Strafkonto angesammelt hatte, bekam 30 Monate Gefängnis, von denen die Hälfte zur Bewährung ausgesetzt wurde. Zwei andere kamen mit zehn Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe davon, der vierte wird seine Verhandlung erst im März haben.  Die Mutter eines der Angeklagten, die das Auto gefahren hatte, das in einiger Entfernung vom Tatort wartete und mit dem die Täter die Flucht angetreten hatten, wurde nicht angeklagt, weil man ihr abnahm, dass sie nichts von den Absichten der Posträuber gewusst  und diese aufgenommen hatte, ohne zu wissen, warum die es so eilig hatten. Alles in allem war der Überfall aber wohl eher amateurhaft vorbereitet, denn sonst wäre den Tätern, die auf einem Motorroller zur Poststelle gefahren waren, nicht das Benzin ausgegangen, als sie sich mit ihrer Beute davon machen wollten.

(Y. Saint-Sernin: Braquage de bras cassés, in: SUDOUEST, 09. 02. 2016)

 

Übergetreten

Die Garonne ist in Bordeaux und in der Gegend von Libourne in den Morgenstunden des 12. Februar über die Ufer getreten und hat die Kais und angrenzende Straßenbereiche unter Wasser gesetzt.

Mit ablaufendem Wasser sind diese Überschwemmungen wieder verschwunden, aber Ähnliches kann sich in den kommenden Tagen wiederholen, wobei allerdings keine dramatischen Ereignisse zu befürchten sind. Die für Samstag erwarteten Höchstständen der Garonne werden unter den am Freitag beobachteten liegen, doch wird es in der Nähe der Garonne auf beiden Ufern wieder nasse Füße geben.

(J.-D. Renard: Crues : l’estuaire de la Gironde sera encore très haut samedi in SUDOUEST, 12. 02. 2016, 16.13h, Internet-Ausg.

 

 

Sperrung des Pont de pierre

Der Pont de pierre ist die mit Abstand älteste Brücke über die Garonne in Bordeaux, und sie ist auch die Brücke, die, altersbedingt, in beinahe regelmäßigen Abständen Sanierungs- und Unterhaltsarbeiten verlangt. Die nächste Runde ist für 2016 vorgesehen, wobei zehn der sechzehn Brückenpfeiler verstärkt werden sollen. Da diese Arbeiten nicht bei laufendem normalen Verkehr durchgeführt werden können, wird die Brücke zur Einbahnstraße erklärt, so dass Kraftfahrzeuge nur noch vom linken zum rechten Ufer der Garonne fahren dürfen. Für die Gegenrichtung wird es Umleitungen geben. Sollte sich herausstellen, dass der Verkehr zwischen den beiden Garonneufern dabei nicht zusammenbricht, ist geplant, die Einbahnstraßenregelung für den Pont de pierre beizubehalten. Allerdings will die Stadtverwaltung diese Maßnahme erst als endgültige Regelung einführen, wenn die nächste Brücke über die Garonne fertiggestellt sein wird, was noch etwas dauern wird.

(St. Dubourg: Le pont de pierre de Bordeaux sera bien à sens unique dès cet été, in : SUDOUEST, 22. 01. 2015, Internet-Ausg.)

 

 

Le Signal

Die Eigentümer der Wohnungen in dem absturzgefährdeten Appartementhaus Le Signal in Soulac müssen eine weitere Enttäuschung verkraften, denn das Oberverwaltungsgericht in Bordeaux hat ihrer Forderung nach Zuerkennung einer angemessenen Entschädigung nicht stattgegeben. Begründet wurde dies, wie schon in der Vergangenheit, damit, dass weder der Staat, in Gestalt des Präfekten des Departements Gironde, noch die Gemeinde Soulac verantwortlich dafür seien, dass das gefährdete Gebäude heute in der allseits bekannten Lage sei. Alle von der Anwältin der Kläger vorgebrachten Argumente, namentlich der Hinweis auf ähnlich gelagerte Fälle in Nordfrankreich, wo Entschädigungen gezahlt worden sind, die sich an den Marktpreisen orientierten, verfingen nicht. Statt der von den Eigentümern erwarteten Entschädigung in einer Größenordnung, die den marktüblichen Preisen entspräche, bleibt es bei Summen, die nur etwa ein Viertel der fraglichen Beträge erreichen.

(J.-D. Renard: Le Signal : le chemin de croix continue, in : SUDOUEST, 10. 02. 2016)

 

 

Steuerschwindel

Wenn es an das Zahlen von Steuern geht, haben auch gefestigte Charaktere bisweilen Probleme mit der Wahrheit. Man muss sich daher nicht wundern, wenn in bestimmten Milieus die Bereitschaft zur Respektierung bestehender Rechtsnormen noch weniger ausgeprägt ist. Dies zeigte sich unlängst in Bordeaux, wo eine ganze Gruppe von Steuersündern überführt und zu Gefängnisstrafen verurteilt wurde. Ihr Geschäftsprinzip bestand darin, teure Autos, vornehmlich deutsche Nobelmarken, in Deutschland zu kaufen und über dubiose Briefkastenfirmen in zum Teil weit entfernten Weltgegenden nach Frankreich zu transferieren, wo sie eintrafen, nachdem vorgeblich die beim Kauf fällige Mehrwertsteuer bereits  bezahlt war. Das war zwar nur durch Buchungstricks vorgetäuscht, führte aber dazu, dass die betreffenden Autos in Frankreich zu konkurrenzlos günstigen Preisen angeboten und auch an den Käufer gebracht werden konnten. Dieses auf den ersten Blick einträgliche Geschäftsmuster ist seit dem gegen die Haupttäter ergangenen Gerichtsurteil allerdings keines mehr, denn die müssen zu den Gefängnisstrafen, die sie absitzen müssen, auch noch die vermeintlich eingesparte Mehrwertsteuer in Höhe von 2 Millionen Euro zahlen, so dass sich ihr Modell zur Vermeidung der Mehrwertsteuer auch unter betriebswirtschaftlichen Gesichtpunkten als schlechtes Engagement erweist.

(Y. Saint-Sernin: Amoureux des berlines, mais allergiques à la TVA, in: SUDOUEST, 30. 01. 2016)

 

 

Besichtigungsmöglichkeit

Das Château Yquem im Anbaugebiet Sauternes gehört zu den ersten Adressen des französischen Weinbaus, auch in Bezug auf die Preise. Verkaufspreise unter 100 Euro pro Flasche finden sich nur auf Prospekten, in denen der Druckfehlerteufel freie Hand hatte, sonst zahlt man mehr, meist erheblich. Normalerweise ist dieses Château nur für wenige Eingeweihte oder besonders Privilegierte zugänglich, doch soll in dem soeben begonnenen Jahr eine größere Öffentlichkeit Zugang haben. Eine gewisse Exklusivität soll aber wohl gewahrt bleiben, denn der Preis für den Eintritt in dieses sonst hermetisch verschlossene Gehäuse ist mit 60 Euro nicht gerade familienfreundlich. Wer  dennoch die vielleicht nicht wiederkehrende Gelegenheit nutzen will, dieses Château zu besichtigen, das immerhin den premier cru supérieur classé de Sauternes hervorbringt, muss sich vorher jedoch anmelden.

(Yquem se visite sur réservation, in : SUDOUEST, 28. 01. 2016)   

Die Internet-Adresse des Château Yquem :

http://yquem.fr/int-en/

 

 

 

Weniger schlimm als befürchetet

Der für Montag, 8. Februar, vorhergesagte Sturm sollte im Zusammenwirken mit einem hohen Koeffizienten und hohen Wellen für Gefahren an der Atlantikküste Frankreichs sorgen, doch haben sich die Prognosen der Meteorologen nur zu einem kleinen Teil bewahrheitet. Zwar gab es kräftige Sturmböen und auch schwere Brecher an den Stränden, aber alles in allem ist das Unwetter glimpflich verlaufen. Schäden, die denen vergleichbar wären, die im vorletzten Winter registriert wurden, gab es jedenfalls nicht. Gleichwohl bleiben die Warnungen vor möglichen Überschwemmungen in gefährdeten Zonen bestehen, denn die Koeffizienten liegen immer noch im oberen Bereich, und es wird noch einige Zeit dauern, bis der Atlantik sich wirklich beruhigt haben wird. Dabei muss berücksichtigt werden, dass es für eine abschließende Bilanz der Auswirkungen dieses Winters auf die Küstenlinie noch zu früh ist, denn die Zeit, in der mit heftigen Winterstürmen zu rechnen ist, ist noch nicht vorbei. Für den Dienstag sind weiterhin Warnungen vor Überschwemmungen ausgegeben worden, die bei den immer noch hohen Koeffizienten und weiterhin stürmischen Winden mit Böen bis zur Orkanstärke Verhältnisse erwarten lassen, die auf jeden Fall zur Vorsicht mahnen. Erst gegen Mittwochmittag wird eine Beruhigung des Wetters erwartet mit dann auch abflauenden Wellenhöhen.

(Plus de peur que de mal, in: SUDOUEST, 09. 02. 2016 und: Sudouest.fr.: Météo : le point sur les dégâts, des inondations à venir, in: SUDOUEST, 09. 02. 2016, Abend-Ausg.)

 

 

 

Fährverbindung zwischen Le Verdon und Royan

Das Sturmtief, das am Montag, 7. Februar und am Dienstag 8. Februar über die französischen Küsten zieht, hat den Fährverkehr zwischen Royan und Le Verdon beeinträchtigt. Wer bei stürmischen Wetterlagen die Fähre benutzen will, ist gut beraten, wenn er kurz vor Fahrtantritt Erkundigungen darüber einzieht, ob die Fähren planmäßig verkehren.

Auskünfte zur aktuellen Situation in der Fährverbindungen:

Tel. 05.56.73.37.73 und 05.46.38.35.15

 

 

Stromversorgung in Saint Vivien

In Saint Vivien werden am 1. März umfangreiche Arbeiten am Netz der Stromversorgung starten, für die 3,5 Millionen Euro eingeplant sind. Ein Schwerpunkt dabei wird die unterirdische Verlegung von Kabeln sein, die damit störungssicher gemacht werden sollen, damit sich Ausfälle, wie sie in großem Umfang bei dem Orkan Martin von Ende 1999 aufgetreten waren, nicht wiederholen. Da in den letzten Jahren schon erhebliche Anstrengungen in dieser Beziehung unternommen worden sind, liegen inzwischen 80% der Stromkabel im Médoc unter der Erde. Anders als im übrigen Médoc treten in Saint Vivien aber immer wieder Störungen auf, denen durch die bald anlaufenden Arbeiten ein Ende gemacht werden soll. Insgesamt werden 19 km bis jetzt noch bestehender Freiluftleitungen mit mittlerer Spannung unterirdisch verlegt werden. Die Arbeiten sollen bis Ende Juni abgeschlossen sein. Zum Umschalten auf das neue Netz werden Unterbrechungen der Stromversorgungen erforderlich sein, über die die betroffenen Haushalte vorher informiert werden.  

(M. Caporal: Électricité : un chantier de modernisation du réseau, in: SUDOUEST, 08. 02. 2016)

 

 

 

Neustart in Castillon

Seit mehr als 35 Jahren war die mit Pomp und Aufwand nachgespielte Schacht bei Castillon, in der 1453 der Hundertjährige Krieg zwischen England und Frankreich ein für den französischen König siegreiches Ende fand, eine Touristenattraktion von besonderer Größe. Erstmalig fiel die allerdings im letzten Jahr aus, vornehmlich weil es Finanzierungsprobleme und mancherlei Spannungen innerhalb des Organisationsteams gab. In diesem Jahr soll die Schlacht wieder nachgestaltet werden, allerdings mit einem modernisierten Konzept, dessen sichtbarstes Merkmal eine deutliche Straffung der Aufführung sein wird, die nunmehr in 90 Minuten ohne Pause zu sehen sein. Früher zog sich das Geschehen mit einer Pause bis nach Mitternacht hin. Im finanziellen Bereich ist ein Neustart ohne Schulden erreicht worden, wobei ein Budget von 800.000 Euro angesetzt wurde, das zu 75% über den Verkauf von Eintrittskarten hereingeholt werden soll. Insgesamt sind 14 Aufführungen in den Monaten Juli und August geplant.

(J.-Ch. Galiaci : Castillon va retrouver sa bataille, in : SUDOUEST, 24. 01. 2016)

Termine, Reservierungen etc. im Internet:

http://www.batailledecastillon.com/Bataille_de_Castillon/reservation.htm

 

Extreme Wellen

Am Montag, 8. Februar 2016, werden an der französischen Atlantikküste besonders hohe Wellen erwartet. Ursachen sind ein starkes Sturmtief bei den britischen Inseln und ein hoher Koeffizient von 96, die zusammen erwarten lassen, dass die gesamte Westküste schwere Schläge bekommen wird. Zwar werden die höchsten Windgeschwindigkeiten mit Böen in Orkanstärke vornehmlich in der Betragne auftreten, doch werden sich die extremen Wellen bis weit nach Süden in die Küstenbereiche der Region Aquitanien erstrecken. An den Küsten des Médoc werden die Wellen Höhen von bis zu 8 Metern erreichen und damit der Dünenkante gehörig zusetzen. In der Bretagne wird es Wellen bis zur Höhe von 10 Metern geben. Die Meteorologen erwarten im schlimmsten Fall eine Situation, die mit dem Orkan Xynthia vom Februar 2010 vergleichbar sein wird.

(D. Renard: Énormes vagues attendues sur le littoral atlantique lundi, in : SUDOUEST, 06. 02. 2016, 8.14h, Internet-Ausg.)

 

Feuchte Rekorde

Der Januar 2016 hat dem Südwesten Frankreichs zwar keinen richtigen Winter gebracht, dafür aber eine Regenzeit, die Eingang in die Rekordlisten finden wird. Sowohl im Departement Gironde als auch in der benachbarten Dordogne sind die im Januar gemessenen Regenmengen größer als in der Vergangenheit bisher jemals in einem Monat registriert wurden. In Bordeaux stand der bisherige Niederschlagsrekord für Januar seit 1988 bei 225 mm, im Januar 2016 waren es 234 mm. Rekordverdächtig ist auch die Zahl der Regentage im Januar, die je nach Ort von 17 bis zu 20 Tagen reichte. Die Temperaturen lagen dabei im Durchschnitt um 2 bis 3 Grad über den Normalwerten, ohne dass das wohl als richtiger Ausgleich für die feuchte Gesamtsituation genommen worden sein dürfte.

(J.-D. Renard: Météo : records de pluie en janvier dans le Sud-Ouest, in: SUDOUEST, 02. 02. 2016)

 

 

Neustart im März?

Der zum Port Autonome de Bordeaux gehörende Tiefwasserhafen von Le Verdon ist nach der kürzlich erfolgten Aufstellung neuer Portalkräne theoretisch in der Lage, den seit 2013 unterbrochenen Verladebetrieb für Contaier wieder aufzunehmen. Die Ankündigungen für den Neustart der Hafenaktivitäten mussten jedoch mehrmals revidiert werden. Jetzt wird verlautbart, der Betrieb solle im März neu gestartet werden. Bis dahin hoffen die Verantwortlichen eine Einigung mit der Gewerkschaft CGT herbeigeführt zu haben, die eine Reihe von Forderungen erfüllt sehen will, bevor sie den von ihr vertretenen Dockern grünes Licht gibt, die Arbeit in Le Vedon aufzunehmen.

(J. Lestage : « La communication a peut-être été optimiste », in: SUDOUEST, 02. 02. 2016)

 

 

 

Modern Express in Sicherheit

Die Modern Express ist in den Hafen von Bilbao geschleppt worden. Sie ist damit in Sicherheit. Am Morgen des Mittwoch, als das Schiff etwa 15 km vom Hafen von Bilboa entfernt war, waren acht Männer mit Hubschraubern auf dem Havaristen abgesetzt worden, deren Aufgabe es war, zusätzliche Schleppleinen anzubringen, damit die Modern Express in das Hafenbecken bugsiert werden konnte. Das haben dann mit geringer Geschwindigkeit mehrere Schlepper mit vereinten Kräften geschafft. Nun soll daran gegangen werden, die Ursachen der Havarie herauszufinden, und dann soll das Schiff wieder aufgerichtet werden. Welche Aktionen dazu erforderlich sind, ist im Detail noch nicht bekannt, doch wird darüber bald Klarheit bestehen, sobald eine Inspektion des Schiffsinneren möglich ist.

(Sudouest.fr/AFP: Vidéo : le cargo „Modern Express“ est arrivé à Bilbao, in : SUDOUEST, 03. 02. 2016, 19.1h, Internet-Ausg.)

 Ein Video von der letzten Phase der Rettung der Modern Express:

http://www.dailymotion.com/video/x3q9njm_modern-express-l-arrivee-du-cargo-a-bilbao_news

 

Die Colbert kommt noch  einmal zurück

Die Colbert, einst hochmoderner Lenkwaffenkreuzer der französischen Kriegsmarine, dann von 1993 bis 2007 lange Jahre schwimmendes Museum im Port de la lune von Bordeaux, schließlich abgeschleppt zu einem Schiffsfriedhof in der Bretagne, kehrt noch einmal in die Gironde zurück. Der inzwischen unansehnlich gewordene Schiffskörper soll Ende März oder Anfang April nach Bassens geschleppt werden, wo er dann den Schneidbrennern zum Opfer fallen wird.

(Le Colbert fin mars, in: SUDOUEST, 02. 02. 2016)

 

 

 

Modern Express

Der Frachter Modern Express ist am Dienstagnachmittag bis in die Nähe von Bilbao geschleppt worden, doch wurde das Einschleppen in den Hafenbereich auf den frühen Mittwoch verschoben, weil dann bessere Sichtverhältnisse bestehen werden. Wenn Gefahr im Verzug gewesen wäre, hätte man das Einschleppen noch am Dienstag in Angriff genommen. So ist davon auszugehen, dass die Verantwortlichen die Modern Express als gerettet ansehen.

(Sudouest.fr avec Pantxika Delobel: Cargo „Modern Express“ : l’entrée au port de Bilbao fixée à mercredi, in : SUDOUEST, 02. 02. 2016, 19.21h, Internet-Ausg.)

 

Ein Nachfolger für You ?

Man fragt sich, ob der Seehund, dem man den Namen You gegeben hat, einen Nachfolger bekommen wird. Der originale You ist inzwischen weit von den Küsten des Médoc in einer Seehundkolonie an den Küsten der Bretagne gelandet, wo er sich offensichtlich artgerecht wohl fühlt. Ob der junge Seehund, der jetzt von Spaziergängern am Bassin von Arcachon gefunden wurde, das Zeug dazu hat, den Nachfolger von You abzugeben, ist noch nicht erwiesen. Feststeht hingegen, dass er, als er gefunden wurde, geschwächt war und dem IPO-Zentrum von  Audenge überstellt wurde, wo  man sich um ihn kümmern wird und ihm die Chancen zu der Entwicklung geben wird, die ein junger Seehund braucht. Ob daraus etwas wird, was der medienwirksamen Karriere von You nahe kommt, muss man abwarten, aber niemand muss wünschen, dass es so kommt.

(Un jeune phoque échoué et secouru par des promeneurs, in : SUDOUEST, 30. 01. 2016)

 

 

Rettung der Modern Express

Die Rettung der Modern Express, die antriebslos und ungesteuert bis auf 50 km an die französische Küste getrieben worden war, scheint nun doch zu gelingen. Am Montagvormittag konnte nach einer dreistündigen Operation eine Schleppleine an dem Havaristen angebracht werden, so dass ein Schlepper beginnen konnte,   ihn langsam von der Küste wegzuziehen. Nachdem das gelungen war und ein als genügend großer erachteter Abstand von der Küste errreicht war, wurde der Hafen von Bilbao angesteuert, wo das Schiff wieder aufgerichtet werden soll. Mittlerweile bestehen kaum noch Befürchtungen, dass die Rettung des Schiffs scheitern könnte. Für Mittwoch wird erwartet, dass der Schleppzug den Hafen von Bilbao erreichen wird.

(Sudouest.fr /AFP: Remorquage du cargo „Modern Express“ : l’opération est „un succès“, in SUDOUEST, 01. 02. 2016, 14.59h, Internet-Ausg. und: Sudouest.fr/AFP: Le „Modern Express“ vers Bilbao : l’échouage du cargo n’est plus à craindre, in: SUDOUEST, 02. 02. 2016, 19.38h, Internet-Ausg.)

 

Strandung wird wahrscheinlicher

Die mit starker Schlagseite in der Biscaya treibende Modern Express wird weiter auf die französische Küste zugetrieben. Am Sonntag konnten wegen des starken Seegangs keine neuen Rettungsversuche unternommen werden. Die zuständigen Behörden, an der Spitze der Préfet maritime de l’Atlantique, betonen, dass alles unternommen werde, um den Havaristen zu retten, doch sei nur noch wenig Zeit. Am Montag, dem 1. Februar, will man einen erneuten Versuch unternehmen, eine Schleppleine an dem Havaristen anzubringen, was bei dem immer noch starken Seegang nur mit einer Hubschrauberoperation möglich ist. Wenn eine Schleppleine angebracht werden kann, soll versucht werden, die Modern Express in einen nordspanischen Hafen zu schleppen. Wenn das nicht gelingt, wird damit gerechnet, dass der Frachter in der Zeit zwischen Montag- und Dienstagabend an der Küste des Departements Landes stranden wird. Das würde wahrscheinlich an einem Strandabschnitt südlich von Mimizan geschehen, wenn sich nicht Wind und Strömung unvorhergesehen ändern.

Sollte die Modern Express tatsächlich stranden, wären die damit verbundenen Umweltgefahren ungleich geringer als beim Untergang der Prestige im Jahre 2002, bei deren Havarie mehr als 70.000 Tonnen Schweröl freigesetzt wurden. Die Modern Express hat in ihren Tanks zwar 400 Tonnen Dieselöl für ihre Motoren, deren Austritt aber nicht unmittelbar zu befürchten ist. Von ihrer Ladung, die hauptsächlich aus Holz besteht, geht jedenfalls keine Gefahr aus.

(Sudouest.fr /AFP : „Modern Express“ : le scénario d’un échouage dans les Landes se précise, in : SUDOUEST, 31.01.2016, 17.30h, Internet-Ausg.)

 

 

Auf dem Trockenen

Seit geraumer Zeit ist nur noch eine Fähre auf der Stecke zwischen Le Verdon und Royan im Einsatz, die L’Estuaire. Die zweite, La Gironde, liegt derweil noch bis zum letzten Januarsamstag im Trockendock von La Rochelle, wo sie gründlich überholt wird. Diese jährlichen Routinearbeiten sind zur Erhaltung der Sicherheit und Zuverlässigkeit erforderlich. Sie werden zweckmäßigerweise in der Zeit durchgeführt, in der der Fährbetrieb mit einer Fähre aufrecht erhalten werden kann. Für den Hafen von La Rochelle bedeutet dies, dass zwischen 30 und 40 Arbeitskräfte für drei Wochen mit der „Gironde“ beschäftigt sein werden und dies zu einer Zeit, in der Auftragsbücher der Reparaturbetrieben nicht gerade prall gefüllt sind.

(Ph. Baroux : Le bac de l’estuaire en arrêt technique à La Rochelle, in: SUDOUEST, 28. 01. 2016)

 

 

Einschränkung

Jedes Jahr übernehmen Angehörige der Compagnies Républicaines de Sécurité (CRS), die man etwa mit der Bereitschaftspolizei in Deutschland vergleichen kann, Aufgaben im Bereich der Aufsicht an den französischen Stränden. Für die gemeinden, in denen Stränden sie eingesetzt werden, ist das finanziell angenehm, denn  die Rettungsschwimmer der CRS werden vom Staat besoldet, fallen also nicht den oft klammen Gemeindekassen zur Last. In diesem Jahr ist die Einsatzzeit der CRS, die üblicherweise von Anfang Juli bis Ende August geht, eingeschränkt auf den Zeitraum vom 20. Juli bis zum 22. August. Dies  wird mit der Europameisterschaft im Fußball begründet, die bekanntlich 2016 in Frankreich ausgespielt wird und die den Einsatz der CRS im Umfeld der Stadien erforderlich macht. Die Gemeinden mit Stränden müssen für Ersatz sorgen oder, was schon an manchen Orten angedeutet wurde, Strände schließen.

(J.-P. Tamisier: Les CRS moins longtemps sur les plages, in : SUDOUEST, 28. 01. 2016)

März 2016

 

18,5

Nach langem und zähem Tauziehen zwischen der SNCF und den Vertretern der wichtigsten Städte, die demnächst von der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke von Paris nach Bordeaux profitieren werden, sind jetzt lang erwartete Entscheidungen gefallen. Als Ergebnis steht fest, dass es täglich 18,5 Zugverbindungen in beiden Richtungen geben wird. Ursprünglich hatte die SNCF nur 13,5 Verbindungen zugestehen wollen, wobei hauptsächlich damit argumentiert wurde, das dadurch eine höhere Auslastung der Züge erreicht würde. Die betroffenen Städte und die Gesellschaft Lisea, die sich finanziell erheblich an der neuen Strecke beteiligt hat und dafür die nächsten Jahre das Recht haben wird, die Strecke zu betreiben, hatten 19 Zugpaare pro Tag gefordert, woraufhin die SNCF ihr Anfangsgebot auf 16,5 Verbindungen aufstockte. Nun ist man also bei 18,5 Zugpaaren angelangt, von denen diejenigen, die ohne Zwischenstopp von Bordeaux nach Paris und umgekehrt fahren, nur 2.05 Stunden unterwegs sein werden. Die Relationen, die einen Zwischenstopp in Angoulême einlegen, werden ein wenig mehr Zeit benötigen.

(B.Lasserre: LGV : il y aura 18,5 allers-retours Paris-Bordeaux chaque jour, in: SUD OUEST ÉCO, 30. 03. 2016)

 

 

Statistisches

Das Departement Gironde nimmt in Bezug zur Fläche und zur Einwohnerzahl den ersten Platz in der Region Aquitaine-Limousin-Poitou-Charentes ein. Seine 1,5 Millionen Einwohner stellen ein Viertel der Bewohner der neuen Großregion. Dabei wächst hier die Zahl der Einwohner doppelt so schnell wie in den übrigen Departements der Region, wobei das Durchschnittsalter der Bewohner zwischen 2007 und 2014 um 10 Monate auf nunmehr 40,3 Jahre angestiegen ist. 23,7% der Bewohner sind weniger als 20 Jahre alt, 8,9% sind älter als 75 Jahre.

Im Departement Gironde gibt es 157.000 Unternehmen, von denen 86% Kleinstbetriebe sind. Ende 2013 gab es 668.000 Arbeitsplätze, von denen 89% von Angestellten eingenommen wurden. 80% der Arbeitsplätze gehören zum Dienstleistungssektor, 10% zur Industrie. Drei Sektoren stellen 40% der industriellen Aktivitäten: Luftfahrt, Lebensmittelindustrie und Holz- und Papierverarbeitung. Im Handel sind 13% der Angestellten des Departements beschäftigt, im Baubereich 6,6%. Ein Viertel der Fläche des Departments (240.000 ha) wird landwirtschaftlich genutzt, stellt aber nur 4,2% der Arbeitsplätze zur Verfügung. 10% der Bewohner des Departements gelten als wohlhabend, sie verfügen über Jahreseinkommen von mehr als  37.000 Euro, ein Achtel der Einwohner lebt unter der Armutsgrenze von 990 Euro pro Monat. 10% der Bewohner waren Ende 2014 arbeitslos.

(La Gironde se fait tailler le portrait, in: SUDOUEST, 28. 03. 2016)

 

Son et lumière im Médoc

An vielen Orten Frankreichs gehören Son-et-lumière-Veranstaltungen, zumindest in Sommer, zu den Attraktionen, die sicher und regelmäßig große Mengen von Touristen anziehen. Daran haben wohl die Verantwortlichen der Wein-Coopérative Uni-Médoc in Gaillan gedacht, als sie überlegt haben, ob ihr Weinlager, das mit 2000 m² das größte im Médoc ist, nicht der geeignete Ort wäre, um ein Spektakel zu etablieren, das es bislang im Médoc noch nicht gibt und von dem man sich eine weitere Zunahme der Besucherzahlen verspricht. Das Ergebnis wird unter dem Titel „Cathédrale de Lumière“ im Sommer mehrfach zu sehen sein. Eine Vorpremiere wird es am 14. April geben, die regulären Veranstaltungen sollen dann ab Juni zu sehen sein. Angesichts der aufwendigen und nicht gerade billigen Vorbereitungen darf man gespannt sein, was da dem Publikum geboten werden wird.

(M. Caurraze: Le chai uni-Médoc devient « cathédralede lumière », in : Le Journal du Médoc, 25 03. 2016)

 

Bedrohung für Austern

Das französische Meeresforschungsinstitut Ifremer hat eine Testreihe mit Austern durchgeführt und dabei alarmierende Ergebnisse registriert. Bei dem Versuch wurden Austern im fortpflanzungsfähigen Alter in Becken gehalten, in denen kleine und kleinste Plastikfragmente enthalten waren, vornehmlich in der Größe des Planktons, von dem sich die Austern ernähren. Diese Mikropartikel haben inzwischen eine weltweite Verbreitung in allen Ozeanen und ihren Randmeeren gefunden.

Zwei Monate nach Beginn der Versuchsreihe stellten die Forscher fest, dass die betroffenen Austern weniger und kleinere Eier produzierten und dass auch die Spermien weniger aktiv waren als bei Austern, die nicht mit Mikroplastikteilen in Berührung gekommen waren. Insgesamt wurde eine um 41% geringere Fruchtbarkeit gemessen. Zusätzlich wiesen die Larven einen Entwicklungsrückstand von ungefähr 20% auf. Die Forscher erinnerten daran, dass jährlich zwischen 4 und 12 Millionen Tonnen Plastikmüll in die Ozeane gelangt, der im Laufe der Zeit zu immer kleineren Teilen zerfällt, dabei aber nicht minder gefährlich für alle Lebewesen im Wasser wird. Die Konsequenz, die sich aus diesem Befund ergibt, ist eindeutig: es müssen wirksame Anstrengungen unternommen werden, um die Menge des Plastikmülls in den Ozeanen zu reduzieren.

(SudOuest.fr La Rochelle: Ostréiculture : les huîtres menacées par les micro-plastiques,  in : SUDOUEST, 25. 03. 2016, 17.22h, Internet-Ausg.)

 

Sexuelle Verwirrung

Wo Acker- oder Weinbau betrieben wird, gibt es Schädlinge, die die angebauten Pflanzen als willkommenes Ziel ihrer Attacken ansehen. Im Weinbau sind es vor allem zwei Arten von Traubenwicklern, derer man sich erwehren muss, Eupoecilia ambiguella und Lobesia botrana. Gegen sie wird verständlicherweise vorgegangen, meist mit chemischen Mitteln, die allerhand unerwünschte Nebenwirkungen haben. Das Château Cos Labory geht seit fünf Jahren einen anderen Weg, der zwar auch auf Chemie beruht, aber in einer sehr viel umweltfreundlicheren Weise. Dazu werden Behältnisse mit Lockstoffen aufgehängt, die nur die Männchen der Schmetterlingsarten, die bekämpft werden sollen, anziehen, freilich ohne, dass sie dabei Weibchen finden, mit denen sie für die Arterhaltung sorgen könnten. Durch die hohe Konzentration der Lockstoffe in den Köderbehältnissen werden die Männchen hochgradig verwirrt und sind nach kurzer Zeit so erschöpft, dass sie eingehen. Die von der BASF entwickelten Lockstoffe wirken allerdings nicht immer zu 100%, so dass mit anderen chemischen Mitteln nachgeholfen werden muss. Das muss allerdings nur noch einmal pro Jahr geschehen, während bei konventioneller Bekämpfung dreimal jährlich gespritzt werden muss. Die Kosten für die Lockstoffe belaufen sich auf rund 200 Euro pro Hektar, weshalb diese Methode überall dort, wo nur auf die Kosten geschaut wird, noch nicht zum Einsatz kommt. Immerhin wird die neue Methode schon auf 5% der Weinanbauflächen in Frankreich angewendet. In Deutschland sind es schon 60%, wobei die französischen Weinbaubetriebe darauf verweisen, dass ihre deutschen Kollegen finanzielle Beihilfen erhalten, wenn sie die Lockstoffköder einsetzen.

(K. Bertail: La confusion sexuelle pour sauver les vignes, in: SUDOUEST, 25. 03. 2016)

 

 

 

Eine Wandfarbe der besonderen Art

Es gibt Straßen und Ecken in vielen großen Städten, die von wenig empfindsamen, meist männlichen Zeitgenossen als Freilufttoilette missbraucht werden, was nicht nur zu Geruchsbelästigungen führt. In Bordeaux leidet die Rue du Cellier unweit der Place de la Victoire unter dieser Art der incivilités, wie man im Französischen sagt, wenn man sich gewählt ausdrücken will. Inzwischen sind die Proteste der Anwohner derartig angeschwollen, dass die Stadtverwaltung zu einem Mittel greifen will, das bisher in Bordeaux noch nicht eingesetzt worden ist. Dabei handelt es sich um einen feuchtigkeitsabstoßenden Anstrich, der auf besonders bedrohte Wandflächen aufgebracht wird und der dann den Strahl, mit dem sich manche Zecher Erleichterung zu verschaffen hoffen auf den Urheber zurücklenkt. Das führt zu leicht vorhersehbaren Folgen, die nicht eigens beschrieben werden müssen. Bis jetzt ist ein solcher Anstrich erst einmal in Hamburg ausprobiert worden, dort jedoch wohl mit Erfolg. In Bordeaux sollen Tests mit diesem Verfahren im nächsten Monat beginnen, wobei man wohl noch nicht weiß, wie die Mauern, auf die der Anstrich aufgebracht wird, auf dessen Beschaffenheit reagieren. 

(L. B. : Bordeaux : la peinture „anti pipi sur les murs“ va être testée, in: SUDOUEST, 24. 03. 2016, Abendausg., Internet)

Anmerkung der Redaktion: Wir haben zweimal das Datum diese Artikels überprüft und uns entschlossen, Weiteres in dieser Angelegenheit abzuwarten. Bis dahin schließen wir nicht aus, dass der Bericht doch rund eine Woche zu früh in Druck gegangen ist.

 

Geheimnis gelüftet?

Vor einem Monat fand eine Spaziergängerin am Strand von La-Teste-de-Buch eine gelbe Boje, mithin ein Ereignis, das an ozeanischen Gestaden immer wieder vorkommt. Bei näherer Betrachtung stellte sich heraus, dass die besagte Boje offenbar eine Botschaft transportierte, denn man las: „Gracias Isabel“ und „Nasas Pulpo“ und dazu 2-3-95. Die Finderin machte sich ihre Gedanken und vermutete Romantisches, ohne dass sie dafür eine Bestätigung hatte.  Daher bemühte sie das Internet, fand aber nichts, was dem Anfangsverdacht gerecht wurde. Erst als jemand auf den Gedanken kam, dass hier eine spanische Botschaft vorliegen könnte, kam etwas Licht in die Angelegenheit, denn „nasas pulpo“ ist ein im Spanischen durchaus sinnvoller Ausdruck, der allerdings nichts Romantisches, sondern eine Reuse zum Fangen von Kraken bezeichnet. Und als man in dieser Richtung weitersuchte, bekam man heraus, dass es im spanischen La Coruna ein Fischerboot gibt, das auf den Namen „Gracias Isabel“ hört und das die Kennziffern 2-3-95 trägt. Nun hat man eine Erklärung aber eine recht profane und kein Geheimnis mehr. Irgendwie schade, findet die Finderin.

(D. B.: Bassin d’Arcachon : le mystère de la bouée jaune résolu, in: SUDOUEST, 24. 03. 2016, Abendausg. Internet)

 

 

Radwege

Im Médoc gibt es mittlerweile ein umfangreiches Netz von Radwegen, die zu einem nicht unerheblichen Teil dazu beitragen, dass Touristen angezogen werden. Allerdings sind manche dieser Radwege schon in die Jahre gekommen und bedürfen der Sanierung. Dies gilt z. B. für den Abschnitt zwischen Lacanau und dem Naturschutzgebiet von Cousseau. Der Gemeindeverband Lacs médocains, in dessen Gebiet der reparaturbedürftige Sektor der Radwege liegt, ist sich bewusst, dass hier Handlungsbedarf besteht. Dies wird auch beim Office national des forêts (ONF) so gesehen, wo man ebenfalls bereit ist, die erforderlichen Arbeiten zu unterstützen. Nach vorläufigen Kalkulationen wird die Sanierung des fraglichen Radwegabschnittes rund 45.000 Euro kosten, die vom Staat, der Region, dem Département und dem Gemeindeverband Lacs Médocains aufgebracht werden sollen. Die Bauarbeiten selbst sollen so durchgeführt werden, dass die instandgesetzten Pisten von der Saison 2017 an touristisch genutzt werden können.

(K. Bertail: La piste cyclable en passe d’être rénovée, in: SUDOUEST, 23. 03. 2016)

 

 

13. Auflage

Vom 3. bis zum 5. Juni 2016 wird in Soulac die Zeit um gut ein Jahrhundert wieder zurückgedreht, wenigstens in Ansätzen und für ein paar Stunden. Dann steht nämlich die 13. Auflage von Soulac 1900 an, und das verspricht wieder einiges an Höhepunkten. Der erste davon wird am Abend des Freitag, 3. Juni stattfinden mit dem Wettbewerb Entrez dans la danse. Eine weiterer Anziehungspunkt wird die Gospelmesse in der ehrwürdigen Basilika Notre Dame de la Fin des Terres am Sonntagmorgen sein, zu der Vorsichtige sehr zeitig anreisen werden, um sicher zu sein, dass sie einen Platz bekommen. Musikalisch geht es vor allem am Nachmittag des Sonntags, aber auch vorher schon  an vielen Plätzen der Stadt zu. Weitere Publikumsmagneten werden am Samstagabend die Folies Soulacaises auf dem Platz vor der Basilika sein und die Neuauflage der Maison close Le Nid bleu. Wer alles sehen will, wird enttäuscht sein, da manche Spektakel parallel veranstaltet werden und man sich notgedrungen für das entscheiden muss, was am meisten Vergnügen verspricht. Nicht zu sehen sein wird in diesem Jahr der historische Zug, der in den ersten Jahren zum festen Programm von Soulac 1900 gehörte. Wer im Vorfeld sein indviduelles Programm erstellen will, kann dies schon jetzt im Internet tun:

http://www.label-soulac.fr/soulac-1900/soulac-1900-programmation/

(M.Caporal: Gospel, froufrous et cabaret, in: SUDOUEST, 22. 03. 2016)

 

 

Alkoholverbot

Nach anderen Stadtteilen in Bordeaux ist jetzt auch für den Bereich der Bassins à flot ein Verbot ausgesprochen worden, zu bestimmten Zeiten Alkohol außerhalb der dafür autorisierten Lokalitäten zu sich zu nehmen. Das Verbot gilt von 11.00h an bis 7.00h zum kommenden Morgen, wobei man sich allerdings fragen darf, warum es in dem Zeitfenster von 7.00 morges bis 11.00h erlaubt ist, Alkoholika auf freier Straße zu inhalieren. Das Verbot, das in ähnlicher Form bereits für andere Stadtteile von Bordeaux besteht, soll vor allem ruhestörenden Lärm, der von alkoholisierten Personen ausgehen kann, verhindern ebenso wie Aggressionen gegen Personen und Sachen.

(St. Dubourg, Bordeaux : la consommation d’alcool réglementée aux Bassins à flot , in: SUDOUEST, 21. 03. 2016,

 

Camping Le Pin sec

Um die nächste Sitzung des Gemeinderates von Naujac vorzubreiten, haben sich die Mitglieder dieses Gremiums zusammengefunden, um die Schwerpunkte der Aktivitäten in der Gemeinde für die nächsten Monate abzuklären. Eines der wichtigsten Vorhaben betrifft dabei den Campingplatz der Kommune am Pin sec. Der Platz ist die größte Einnahmequelle für die Gemeindefinanzen, aber er ist im Lauf der Jahre auch ein Ort geworden, an dem investiert werden muss, um seine zweifellos vorhandene Beliebheit bei den Sommergästen zu erhalten und womöglich noch zu steigern. Besonderer Handlungsbedarf besteht bei der Abwasserbeseitigung des Campingplatzes, denn hier sollen die noch immer bestehenden Klärgruben durch eine modernen Ansprüchen genügende Kläranlage ersetzt werden. Die dafür vorgesehenen Kosten belaufen sich auf 500.000 Euro, die aber notwendig sind, um den weiteren Betrieb des Campingplatzes und seine beabsichtigte Vergrößerung sicherzustellen.

(R. Boivinet: Le camping a occupé le Conseil municipal, in: SUDOUEST, 21.03. 2016)

 

Bunker-Führung

Am Dienstag, 29. März 2016 findet die erste zweisprachige Führung des Jahres 2016 durch die Bunkeranlagen nördlich von Soulac statt.

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Bordeaux – London direkt

Wenn man derzeit schnell und direkt von Bordeaux nach London kommen will, gibt es nur die Möglichkeit, das Flugzeug zu nehmen. Das könnte sich aber bald ändern, denn die Firma Eurostar, die die Zugverbindungen zwischen Frankreich und Großbritannien über den Tunnel unter dem Ärmelkanal betreibt, überlegt, ob es eine genügend große Nachfrage nach einer direkten Schienenverbindung zwischen Bordeaux und London gibt. Wenn die Antwort positiv ausfällt, könnte eine Direktverbindung eingerichtet werden, die in 4 Stunden und 30 Minuten von London nach Bordeaux geht, oder auch in der Gegenrichtung, versteht sich. Die Zeitberechnung setzt die Fertigstellung der TGV-Neubaustrecke von Tours nach Bordeaux voraus, die für 2017 geplant ist. Bei diesen Kalkulationen spielt sicher eine bedeutsame Rolle der Umstand, dass es im Großraum Bordeaux und Umgebung zur Zeit fast 50.000 Personen gibt, die einen britischen Pass haben.

(V. Romain: Eurostar envisage une liaison directe entre Bordeaux et Londres, in : SUDOUEST, 18. 03. 2016, 15.25h, Internet-Ausg.

 

 

 

Strandreinigungsaktionen in Montalivet und in Euronat

Am Ostersamstag, dem 26. März 2016 wird in Montalivet eine Aktion zur Reinigung des Hauptstrandes durchgeführt. Beginn der Aktion 10.00h am Hauptstrand.

In Euronat beginnt die Strandreinigungsaktion ebenfalls am Ostersamstag, 26. März 2016, um 10.30h am Hauptstrand. Um 13.00h ist eine gemeinsame Mahlzeit geplant. Einzelheiten dazu werden am Tag der Strandreinigung bekannt gegeben.

Zu beiden Aktionen sind freiwillige Helfer herzlich eingeladen.

                                                                        (UM, 20. 03.2016)

 

Schlussspurt

Die Cité du vin wird nach ihrer für den 31. März 2016 geplanten Fertigstellung eine weitere Attraktion in Bordeaux sein, doch wird sie nicht sofort für den Publikumsverkehr geöffnet. Das wir erst nach der Durchführung einer Reihe von Vorbereitungen geschehen und, wenn alles wie geplant verläuft, am 31. Mai 2016 passieren. Zur Zeit gibt es ein paar Verzögerungen bei Arbeiten im Inneren, die jedoch noch keinen Anlass zur Besorgnis geben. Notfalls wird man die Eröffnung am 31. Mai durchführen und kleinere Arbeiten danach erledigen. Die Außenanlagen sind jedenfalls fertiggestellt, wobei zuletzt der Anleger installiert wurde, an dem künftig Wassertaxis und Flusskreuzfahrtschiffe anlegen sollen, um von der Garonne kommenden Touristen den direkten Zugang zur Cité du vin zu ermöglichen.

(B. Béziat: Semaines cruciales pour la Cité du vin, in: SUDOUEST, 19. 03. 2016)

 

 

Noch eine Überraschung

Es gibt Gebiete, bei denen manche Länder stolz sind, dass sie weltweit ganz vorn rangieren, es gibt aber auch Leistungen, auf die man weniger stolz ist, so z. B. wenn es um Alkoholisches geht. Man weiß seit längerem, dass Frankreich an der Spitze der Länder liegt, wenn es um die Menge an Wein geht, die pro Kopf und Jahr getrunken wird. Als kürzlich eine vergleichende Untersuchung durchgeführt wurde, bei der herausgefunden werden sollte, in welchem Land pro Kopf und Jahr der meiste Whisky verbraucht wird, staunten die Beteiligten nicht schlecht. Es war nämlich keines der Länder, die traditionell mit dem Whisky verbunden gesehen werden, sondern Frankreich, das mit einem Verbrauch von 2,15 l pro Kopf und Jahr die Spitzenposition einnimmt. Auf dem zweiten Platz mit 1,77 l pro Jahr und Einwohner landete Uruguay, gefolgt von den USA mit 1,41 l . Erst auf dem siebten Platz mit 1,25 l taucht das Vereinigte Königreich auf, vor dem achtplatzierten Irland mit 1,24 l pro Person und Jahr.

(Sudouest.fr: Qui sont les plus gros buveurs de whisky au monde ? La réponse va vous surprendre, in: SUDOUEST, 15. 03. 2016, 12.07h, Internet-Ausg.)

 

 

 

Saisonarbeitsplätze

Am 10. März fand im Espace François Mitterand in Lesparre eine Jobbörse statt, die rund 500 Interessenten anzog, ähnlich viele wie im letzten Jahr. Organisiert wurde die Veranstaltung vom lokal zuständigen Arbeitsamt, der Mission locale du Médoc und der Stadt Lesparre. Die angebotenen Arbeitsplätze wurden von 43 Arbeitgebern präsentiert, die vornehmlich aus den Bereichen der Hotellerie, der Restauration, des Weinbaus, der Animation und des Einzelhandels kamen. Neu war ein im Eingangsbereich des Espace François Mitterand eingerichtetes Zentrum, das Jobsuchende vorinformierte und beriet, unter anderem durch Handreichungen und Hinweise für die Gestaltung der Bewerbungsunterlagen. Die anwesenden Vertreter des Arbeitsamtes erläuterten, dass die angebotenen Arbeitsplätze nicht nur aus Sommerjobs bestehen, sondern eng verbunden seien mit dem Wirtschaftsleben des Médoc, in dem der Tourismus und der Weinbau bedeutsame Rollen spielen. Und, wurde hinzugefügt, nicht wenige der zunächst befristeten Stellen hätten die Möglichkeit, zu dauerhaften Beschäftigungsverhältnissen zu werden.

(A.L. : Les emplois saisonniers attirent du monde, in : SUDOUEST, 15. 03. 2016)

 

 

Weltkulturerbe

Der mehr als 400 Jahre alte Leuchtturm von Cordouan hat ehrgeizige Ziele: Er will zum Weltkulturerbe erklärt werden. Der Staat als Eigentümer und Smiddest (Syndicat mixte pour le développement durable de l’estuaire), das Syndikat, das den Leuchtturm verwaltet und notfalls saniert, haben die dafür notwendigen Prozeduren eingeleitet, die 2018 zum Erfolg führen können. Was in der Abstraktion einfach und problemlos aussieht, verlangt jedoch in der Ausführung eine Menge einzelner Maßnahmen, bei denen viele Begründungen, Analysen und Erläuterungen formuliert werden müssen, bevor der offizielle Antrag gestellt werden kann.

Inzwischen sind von Smiddest die Tarife für den Besuch des Leuchtturms für die Saison 2016 bekannt gegeben worden. Sie bleiben auf dem Niveau des Vorjahres: 10 Euro für Erwachsene, 5 Euro für Kinder unter 12 Jahren.

(J. J.: Cordouan prépare son classement, in: SUDOUEST, 15. 03. 2016)

 

 

Sanierung der Passerelle

Die 1860 eingeweihte alte Eisenbahnbrücke über die Garonne in Bordeaux war bis 2008, als sie durch einen modernen und leistungsfähigeren Nachfolger abgelöst wurde, die einzige Schienenverbindung über den Unterlauf der Garonne. Vor 1850 mussten Eisenbahnreisende, die auf einem der Ufer ankamen, den weiten Weg über den Pont de pierre oder eine Fähre nehmen, um ihre Bahnreise fortsetzten zu können. Als die alte Passerelle 2008 überflüssig geworden war, wurde überlegt, sie abzureißen, weil man nichts mit ihr anzufangen wusste. Kaum waren diese Überlegungen publik gemacht worden, erhob sich ein Sturm der Entrüstung, in dem vor allem darauf verweisen wurde, dass diese Brücke eng mit dem Namen Gustave Eiffel verbunden sei, der sie zwar nicht entworfen hatte, aber die Bauausführung leitete und dabei mancherlei neue Ideen einbrachte, die später beim Bau des Eiffelturms in Paris Anwendung fanden. Der Protest hatte aber schnellen Erfolg, die Passerelle wurde unter Denkmalschutz gestellt, aber es war immer noch nicht klar, was aus ihr werden sollte. Nunmehr sind die Würfel  gefallen: Die SNCF als Besitzerin des Bauwerks wird die Brücke sanieren und  sie anschließend der Stadt Bordeaux schenken. Die Sanierung wird rund 3,8 Millionen Euro kosten. Die Arbeiten sollen im Sommer 2016 beginnen und 2017 abgeschlossen werden. Vielleicht gibt es dann auch konkrete Vorstellungen für die weitere Nutzung des Bauwerks. Bis jetzt hat man da noch keine beschlussreifen Vorstellungen.

(D. Lherm: La passerelle Eiffel bientôt en travaux, in: SUDOUEST, 14. 03. 2016)

 

 

 

 

Deicharbeiten

Die Orkane der Jahre 1999 (Martin) und 2010 (Xynthia) haben gezeigt, dass die Deiche am linken Ufer der Gironde ihren Aufgaben nicht gewachsen waren. Daher wurden umfangreiche Arbeiten zur Sanierung und Verstärkung der Deiche notwendig, die vor allem auf den Gebieten der Gemeinden Le-Verdon-sur-mer, Talais, Saint-Vivien-de-Médoc und Jau-Dignac-et-Loirac durchgeführt worden sind. Dabei wurden in den letzten  fünf Jahren allein auf dem Gebiet der Gemeinde Saint-Vivien 25.000 Tonnen Gesteinsbrocken eingebaut. Damit wurden zwei Kilometer Deich gesichert. Zur Zeit werden diese Arbeiten abgesschlossen, so dass bis Ende 2016 kein Baulärm von den Stränden mehr zu hören sein wird.

(D. Rouyer : Travaux sur les digues des marais du Bas Médoc, in : Le Journal du Médoc, 11. 03. 2016)

 

 

 

 

Rückstand

Die Stadt Bordeaux liebt es, bei allerlei Gelegenheiten ganz weit vorn zu stehen. Das gelingt recht oft, doch nicht immer. Bei den Bemühungen, Altglas einzusammeln, um es einer energiesparenden neuen Verwendung zuzuführen, ist Bordeaux jedenfalls nicht in der Nähe der rekordverdächtigen Plätze. Während der frankreichweite Durchschnitt bei 29 kg Altglas pro Einwohner und Jahr liegt, schaffen es die Einwohner von Bordeaux gerade auf 22 kg., womit natürlich kein sonderlicher Staat zu machen ist. Irgendwie scheint man sich in der Stadtverwaltung von Bordeaux etwas zu genieren, denn während man sich in allen Belangen, die mit dem Wein zu tun haben, sozusagen natürlicherweise ganz weit vorn platziert sieht, macht es einen nicht sonderlich guten Eindruck, wenn es bei dem, was mit den geleerten Flaschen geschieht, nicht mal zum Mittelmaß reicht. Das soll aber bald anders werden, denn die Stadt Bordeaux plant, 100 neue Altglassammelpunkte einzurichten, damit ihren Bürgern allzu lange Anmarschwege zu den Glas-Containern erspart bleiben. Außerdem will man die Altglascontainer mit Sensoren ausstatten, die signalisieren, wann eine Leerung fällig ist, damit wieder Platz für die nächsten Anlieferungen von alten Flaschen und Gläsern möglich sind. Die Altglassammlung ist übrigens aus wirtschaftlichen und energiepolitischen Überlegungen eine äußerst erfolgversprechende Angelegenheit. Landet Altglas in Müllverbrennungsanlagen, dann kostet das pro Tonne zwischen 200 und 250 Euro, wird Altglas in speziellen Containern gesammelt, dann kostet die Entsorgung pro Tonne 150 Euro.

(G. Guitton: Collecte du verre : la métropole bordelaise est très en retard, in : SUDOUEST, 08. 03. 2016, 08.02h, Internet-Ausg.)

 

 

Telefonkabinenfreie Zone

Am letzten Dienstag wurde in Naujac-sur-mer die letzte Telefonkabine des Ortes auf einen Lkw verladen und abtransportiert. Zuletzt war die Kabine durchschnittlich weniger als eine Minute pro Tag benutzt worden., nicht genug, um zumindest einen annehmbaren Teil der Kosten für den Unterhalt der Kabine hereinzubringen. Ähnliches wird überall in Frankreich beobachtet und ähnlich wie in Naujac werden allerorten die unrentabel gewordenen Telefonkabinen abgebaut. Die letzte, wenn nicht hier und da aus musealen Überlegungen eine Ausnahme gemacht wird, soll Ende Dezember 2016 demontiert werden.

(Il n’y a plus de cabine téléphonique…, in : SUDOUEST, 12. 03. 2016)

 

 

 

Neue Gemeindeverbände

Bislang gab es sechs Gemeindeverbände im Médoc, demnächst werden es nur noch vier sein. Hintergrund ist ein Gesetz, das mit dem erklärten Ziel der Erhöhung der Effizienz und der Senkung von Verwaltungskosten festsetzt, dass Gemeindeverbände mindestens 15.000 Einwohner haben müssen. Das ist in vier der bestehenden Gemeindeverbände des Médoc nicht der Fall. Betroffen sind die CdC Coeur du Médoc, Centre du Médoc, Pointe du Médoc und Lacs médocains. Während das Zusammengehen der Lacs Médocains (Hourtin, Lacanau) mit der Pointe du Médoc (Soulac) ohne größere Reibungen abgeht, ist die Stimmung in der Zusammenlegung von Cour du Médoc (Lesparre) und Centre-Médoc (Pauillac) alles andere als spannungsfrei.  Besonders in Lesparre ist man mit dem von der Präfektur verordneten Partner nicht glücklich, wobei zu einem nicht unerheblichen Teil die Spannungen daraus resultieren, dass Pauillac unmissverständlich signalisiert hat, dass die  zentrale Verwaltungsspitze für das neue Gebilde in Pauillac angesiedelt werden muss, was in Lesparre keine Gegenliebe findet, da man dort der Meinung ist, Lesparre solle Sitz der Leitungsorgane werden. Man wird abwarten, was daraus wird, doch ist jetzt schon sicher, dass die Medien noch viele Nachrichten aus diesem Bereich bekommen werden.

(J. Lestage: Centre Médoc devra épouser Coeur du Médoc in: SUDOUEST, 09. 03. 2016)

 

Keine Anklage

Im Oktober 2014 hat die Stadtverwaltung von Lesparre einen Falkner eingeladen, mit seinen Bussarden Jagd auf die überhand nehmenden Tauben in Lesparre zu machen. Die Aktion war durchaus erfolgreich, sie hatte aber ein Nachspiel, weil einige Taubenfreunde Anzeige erstatteten und eine Verurteilung der Verantwortlichen erreichen wollten. Nunmehr gibt einen Beschluss in dieser Sache, nachdem eine Untersuchung der Gendarmerie durchgeführt worden war: es wir kein Gerichtsverfahren geben. Die Stadtverwaltung zeigt sich verständlicherweise erleichtert, weist aber darauf hin, dass man Zeit und Geld verloren habe. Außerdem nehme die Taubenplage wieder stark zu, so dass demnächst eine Wiederholung der Aktion vom Oktober 2014 gestaret werden solle.

(Pigeons éradiqués : la plainte classée, In: SUDOUEST, 10. 03. 2016)

 

 

Ein bisschen Schwund ist immer …

In Bazas-Langon fand ein Halbmarathon statt. Nichts Ungewöhnliches also. Beim Start verlief alles so, wie das bei derlei Gegebenheiten normal und üblich ist, doch gab es am Ziel eine Anomalie, auf die weder Kampfrichter noch Organisatoren eingestellt waren: Ein Teilnehmer, der, wie sich bei einer Überprüfung herausstellte, am Start noch vorhanden war, war das am Ziel nicht mehr. Nachdem die Beunruhigung über diesen im Reglement nicht vorgesehenen Befund ein gehöriges Niveau erreicht hatte, wurde eine systematische Suche gestartet, denn, so wurde richtigerweise geschlossen, auch Marathonläufer lösen sich nicht in Nichts auf. Dennoch, obwohl jeder Straßengraben abgesucht, hinter jeden Busch geschaut worden war, der Vermisste blieb  es. Schließlich wurde die Gendarmerie alarmiert, die mit mehreren Suchtrupps das Gelände beiderseits der Marathonstrecke absuchte, aber auch die Ordnungshüter hatten keinen Erfolg. Erst am späteren Nachmittag gab es Entwarnung, als man den abhanden gekommenen Läufer auf seinem Mobiltelefon erreichte und erfuhr, dass der in einem Zug nach Paris saß. Er hatte es vorgezogen, das Ziel seiner läuferischen Bemühungen zu wechseln, da er andernfalls den besagten Zug verpasst hätte. Über weitere Konsequenzen dieser besonderen Form der Fahnenflucht ist nichts bekannt, doch dürfte der entfleuche Läufer sicher nicht mehr in die Starterliste des Halbmarathons von Bazas-Langon aufgenmmen w erden.

(P. Lascourrèges: Un coureur recherché pendant des heures, in: SUDOUEST, 08. 03. 2016)

 

 

Alain Juppé bleibt Bürgermeister

In der letzten Zeit verbreiteten sich Gerüchte, die darüber spekulierten, dass Alain Juppé die Ämter niederlegen werde, die er derzeit innehat als Bürgermeister von Bordeaux und als Präsident von Bordeaux Métropole, um sich ganz auf den Wahlkampf um das Amt des Staatspräsidenten konzentrieren zu könne. Diesen Gerüchten hat A. Juppé jetzt den Boden entzogen. Er erklärte, er bleibe zumindest bis zur Mitte des kommenden Jahres in den Ämtern, die er gegenwärtig ausübe. Dies gelte auch für den Fall, dass er von seinen Parteifreunden als Kandidat für die Präsidentschaft nominiert werde, was bislang noch nicht geschehen ist. Und er fügte hinzu, er verhalte sich dabei so wie dies viele andere Bewerber um das höchste Staatsamt zuvor getan hätte. Sollte er nicht zum Kandidaten für das Amt des Staatspräsidenten nominiert werden, oder bei der Wahl scheitern, bleibe er bis 2020 Bürgermeister von Bordeaux, da erst dann sein gegenwärtiges Mandat auslaufe.

(C. Debray: Alain Juppé mènera la campagne présidentielle sans démissionner de la mairie et de Bordeaux Métropole in: SUDOUEST, 07. 03. 2016, Internet-Ausg.)

 

Das Rätsel der toten Delfine

In den letzten Tagen sind mehr als vierzig toten Delfine an den Stränden des Südwestens gefunden worden, darunter auch an mehreren Stränden des Médoc. Die meisten davon sind auf unnatürliche Weise ums Leben gekommen. Hauptursache ist dabei die Fischerei mit Schleppnetzen, die denselben Fischen nachstellt, auf die auch die Delfine Jagd machen. Und dabei geraten sie bisweilen in die Netze, die so konstruiert sind, dass es zwar einen Weg in das Netz hinein gibt aber keinen nach draußen. Anders als die Fische, die sich ihren Sauerstoff aus dem Wasser holen können, müssen die Delfine immer wieder an die Wasseroberfläche, um sich dort mit der lebensnotwendigen Atemluft zu versorgen. Bis jetzt gibt es noch kein Rezept dafür, wie man verhindern kann, dass sich Delfine in den Schleppnetzen verfangen und dann aus Mangel an Atemluft umkommen. Den meisten Fischern ist deswegen unbehaglich zu Mute, aber da sie aus verständlichen Gründen nicht auf die Ausübung ihres Berufes verzichten können, wird das ungewollte Fangen von Delfinen wohl nicht schnell und nachhaltig abzustellen sein. An mehreren Forschungsinstituten wird zwar mit verschiedenen Verfahren experimentiert, die auf akustischen oder mechanischem Wege die Delfine von den für sie verhängnisvollen Netzen fernhalten sollen, aber einsatzbereit ist davon noch nichts.

Die Experten empfehlen übrigens dringend, sich gestrandeten Delfinen nicht zu nähern und auf jeden Fall zu vermeiden, sie zu berühren. Wenn tote Delfine gefunden werden, sollte dies dem Forschungsinstitut Pelagis gemeldet werden, das unter der ständig  besetzten Telefon-Nr. 05 46 44 99 10 zu erreichen ist.

(V. Dewitte: Pourquoi tous ces dauphins échoués sur nos plages ? in : SUDOUEST, 07. 03. 2016, Internet-Abend-Ausg.)

 

 

 

Weniger Kraniche

Im Winter 2015/2016 wurden in dem 600 ha großen Naturschutzgebiet von Cousseau erstmals weniger Kraniche gezählt als im Vorjahr. Mitte Januar zählte man 3.360 Kraniche, im Vorjahr waren es über 4.000. Der Grund dafür liegt in dem Mangel an Niederschlägen in den letzten Monaten des Jahrs 2015, was dazu führte, dass die Flachwasserzonen, die Kraniche zum Übernachten brauchen, zurückgegangen waren. Sorgen muss man sich allerdings kaum machen, denn der Étang von Cousseau gehört seit einigen Jahrzehnten zu den Überwinterungsgebieten der Kraniche, die regelmäßig angeflogen werden.

Die Verwaltung des Naturschutzgebiets, die im vergangenen Jahr eine Aussichtsplattform gebaut hatte, die die Beobachtungsmöglichkeiten für den südlichen Teil des Gebietes verbesserte, plant eine ähnliche Konstruktion für den nördlichen Teil. Dafür werden Kosten von rund 80.000 Euro erwartet, deren Finanzierung schon gesichert ist. Die Bauarbeiten werden zu Beginn des kommenden Winters starten. Eine weitere positive Nachricht liefern die Vaches marines, eine freilebende Herde von relativ kleinen, aber überaus wetterfesten Rindern, die früher im Médoc an vielen Stellen in den Wäldern anzutreffen waren. Diese Herde ist inzwischen auf 30 Köpfe angewachsen, so dass man daran gehen kann, einen Teil der Tiere einzufangen und mit ihnen in der Nähe von Hourtin eine weitere Hede anzusiedeln, die zunächst aus zehn Tieren bestehen wird die damit einen weiteren Beitrag dazu leisten wird, dass die vor noch nicht langer Zeit vom Aussterben bedrohte Art der Vaches marines gute Chancen hat zu überleben.

(J. Lestage: Les grues cendrées ont été moins nombreuses, in: SUDOUEST, 04. 03. 2016)

 

 

 

Restaurationsbetriebe am Strand

In Soulac bestehen ebenso wie z. B. am Strand Restaurationsbetriebe auf dem Bereich des Strandes, der in öffentlichem Besitz ist. Damit liegen die Betriebe auf Boden, der staatlicher Reglementierung unterliegt. Die Anfänge gehen auf die Zeit um 1900 zurück, woraus sich mittlerweile eine über hundertjährige Tradition ableitet. Bis 2005 waren die Gemeinden frei, Konzessionen zu erteilen für derartige Betriebe. Seit 2006 gibt es aber ein Dekret, das recht strenge Regeln für derartige Einrichtungen aufstellt. Seither müssen die Gemeinden eine staatliche Konzession beantragen, die danach an einen Betreiber weitervermietet werden kann. Nach einer mehrjährigen Übergangszeit, in der das Dekret recht großzügig ausgelegt wurde, wird es ab 2017 strengere Verfahren geben. Dazu gehört unter anderem die Verpflichtung der Gemeinden, bei der Weitervermietung von Konzessionen mehrere Angebote konkurrierender Interessenten einzuholen. Ferner legt das besagte Dekret fest, dass auf den Stränden nur demontierbare Baulichkeiten  errichtet werden dürfen.

(J. L. Duex brasseries sur la plage de Soulac, in: SUDOUEST, 26. 02. 2016)

 

 

 

Sorgen bei den Cabaniers

Die Vereinigung der Cabaniers du Médoc vertritt die Interessen der Inhaber der auf Stelzen am Girondeufer stehenden Fischerhütten, die mal Cabane mal Carrelet genannt werden. Schon seit einigen Jahren beobachtet man, dass die Fischbestände in der Gironde zurückgehen, so dass meist nur noch magere Fänge in den von den Hütten abgesenkten Netzen zu finden sind. Neben den zurückgehenden Mengen fällt auch auf, dass die Fischarten einem Wandel unterworfen sind, wobei z. B. seit einiger Zeit Doraden gefangen werden, die eigentlich keine Süßwasserfische sind und früher nicht so weit in die Gironde hinaufschwammen, wie es neuerdings geschieht. Daneben wurde mit den in immer größerer Zahl auftretenden asiatischen Krevetten ein eine neue Art beobachtet, die vor etwa zehn Jahren erstmals in der Gironde festgestellt wurde. Sorgen bereiten den Cabaniers auch die Folgen der Erosion, die etwa zwischen Pauillac und St. Estèphe zuerst die Standorte der Cabanes am Ufer der Gironde und dann auch zunehmend die Uferstraße bedroht. Nach Meinung der Betroffenen müssten hier dringend Sanierungsarbeiten vorgenommen werden, wenn man nicht Gefahr laufen will, dass die Straße weiter absinkt und demnächst häufiger unbenutzbar wird. Nicht zuletzt um auf die bestehenden Probleme aufmerksam zu machen, planen die Cabaniers für den Sommer dieses Jahres eine Fête de la cabane, die mit einer Fête de la musique kombiniert werden soll.

(J. Lestage: L’inquiétude des Cabaniers face à l’érosion et au climat, in: SUDOUEST, 03. 03. 2016)

 

 

 

Artenvielfalt

Im Stadtgebiet von Bordeaux gibt es 45.000 Bäume, mindestens, von denen 12.000 am Rand von Straßen und Wegen stehen. Sie gehören 300 verschiedenen Arten an, die jedoch nicht alle gleich gut mit den Bedingungen des städtischen Umfeldes zurecht kommen. Zur Zeit werden an der Place Stalingrad, auf dem rechten Ufer der Garonne, Weißbuchen, die erste 2001 gepflanzt worden waren ausgewechselt gegen sommergrüne Zedrachbäume, die auch als Persischer Flieder bekannt sind. Die Weißbuchen kümmerten schon seit ihrer Anpflanzung, offenbar weil sie den Standort, den man ihnen gegeben hatte, nicht vertrugen.

Seit einiger Zeit bemühen sich die zuständigen Verwaltungen, den Baumbestand, der früher weitgehend von Platanen gebildet wurde, abwechslungsreicher zu gestalten. Zu diesem Zweck greift man auch zu exotischen Gewächsen, sofern sie unter den klimatischen und sonstigen Bedingungen einer Großstadt gedeihen. Platanen werden nur noch dort (nach)gepflanzt, wo sonst Probleme mit dem Stadtbild entstehen könnten.

(C. Darfay: Les arbres dans la ville sont de plus en plus variés, in:SUDOUEST, 03. 03. 2016)

 

 

Wein-Auktion

Wer mit einem normalen Budget leben muss, weiß, dass er beim Weinkauf bestimmte Grenzen nicht überschreiten sollte. Wer sich solche Gedanken nicht machen muss, der findet im Internet gute Gelegenheiten, so zum Beispiel auf der Seite iDealwine, auf der es neben beinahe noch erschwinglichen Bouteillen auch solche gibt, bei denen ein fürsorglicher Familienvater sich fragt, ob er nicht statt der Fasche Wein besser der Tochter eine neues Auto vor die Tür stellt. Wer größere Ausgaben scheut, kann sich aber einen Spaß daraus machen, eine Rangliste der teuersten Weine aufzustellen. Und dabei stellt man fest, dass namentlich bei älteren Jahrgängen der Markt von Bordeauxweinen dominiert wird. Es gibt daneben zwar auch andere teure Weine, die aber nur in so geringen Mengen angeboten werden, dass sich keine ernsthaften Preis bilden lassen, weil die Angebote schon nach kurzer Zeit erschöpft sind. Das ist namentlich im Bordelais anders, wo es absolute Spitzenweine gibt, die in vergleichsweise großen Mengen produziert werden und die dann auch die Chance haben, über längere Jahre erhältlich zu sein. Die Liste der teuersten 15 Bordeauxweine, die im Jahre 2015 versteigert worden sind, wird angeführt von einem Mouton-Rothschild von 1947, der für 5.700 Euro den Besitzer gewechselt hat, gefolgt von einem Pétrus 1989, der 5160 Euro einbrachte und wieder einem Mouton-Rothschild 1963, der für 4800 Euro zu haben war. Wenn man bedenkt, das diese drei in Magnumflaschen abgefüllt waren, dann relativieren sich die Preise, freilich wohl nur geringfügig. Die folgen 12 Weine der Liste weisen 8 verschiedene Jahrgänge des Château Pétrus auf und noch zweimal Mouton-Rothschild. Der Pétrus 1998, der auf dem 15. Rang notiert wurde, kostete immerhin noch 2520 Euro. Danach dauert es recht lange, bis man auf der Rangliste in Gefilde vordringt, in denen man es nur mit dreistelligen Preisen zu tun habt. Und man lernt daraus, dass alte Weine, die einen Namen haben auch einen standesgemäßen Preis haben, der nicht allzu viele Weinliebhabern eine Chance gibt, dann mitsprechen zu können, wenn die Frage diskutiert wird, ob diese Weine ihre Preise wert sind.

(C. Compadrre: Ces bordeaux qui font flamber les enchères, in: SUDOUEST, 02. 03. 2016

Mehr: https://www.idealwine.com/fr/home/index_home.jsp

 

Colbert vor der Rückkehr nach Bordeaux

Die Colbert, die nach ihrer Zeit von 1993 bis 2007 als Museumsschiff im Port de la lune von Bordeaux auf den Schiffsfriedhof von Landévennec in der Bretagne abgeschleppt worden war, wird gegenwärtig vorbereitet für ihre letzte Reise, die sie noch einmal die Gironde hinauf nach Bassens führen wird. Dort wird sie dann, ebenso wie ihr inzwischen fast vollständig von Schadstoffen, in erster Linie Asbest, befreites Schwesterschiff Jeanne d’Arc für die endgültige Zerlegung vorbereitet. Während der Liegezeit in der Bretagne ist dem ehemaligen Lenkwaffenkreuzer viel von seiner einstigen Ansehnlichkeit abhanden gekommen, doch ist er nach einigen Sicherungsmaßnahmen, die derzeit unternommen werden, noch schleppfähig, so dass die für Ende April geplante Überführung nach Bassens termingemäß in der zweiten Aprilhälfte ablaufen kann. Danach wird auch die Colbert von Schadstoffen befreit, bevor sie in einem Trockendock zerlegt wird. Die Dauer der dabei auszuführenden Arbeiten wird auf etwa ein Jahr veranschlagt.

(Y. Delneste: Le „Colbert“ de retour à Bordeaux fin avril, in: SUDOUEST, 01. 03. 2016m 16.33h, Internet-Ausg.