Neuigkeiten und Nachrichten

 Schon wieder nicht verkauft!

Es geisterten mal wieder dunkle Gerüchte durch das Euronat-Gelände, die behaupteten, die Firma Euronat habe den Besitzer gewechselt. Nach einer in unserer Redaktion geführten, freilich womöglich nicht ganz exakten Statistik, ist das der 141. Verkauf von Euronat, der wie alle anderen 14o vorangegangenen nicht mehr als eine Seifenblase war. Man fragt sich, wem solche Gerüchte nützen und wer sie im Umlauf setzt.

(UM, 17. 09. 2017)

 

Hundeattacke in Euronat

In Euronat ist vor wenigen Tagen eine Frau von einem größeren Hund angegriffen und durch Bisse erheblich verletzt worden, die eine intensive ärztliche Versorgung erforderten. Der Hund lief frei und wurde von seinem Besitzer nicht kontrolliert, doch versuchte dieser, den Vorgang zu bagatellisieren.

Dazu ist einiges festzustellen:

Eine Hundebiss stellt immer eine Körperverletzung dar, die strafrechtlich verfolgt wird. Dabei ist zunächst wenig erheblich, in welchem Kontext die Hundeattacke erfolgte. Das kann zu einer Vorstrafe des Hundehalters führen,  wenn ein Staatsanwalt rigoros durchgreift.

Abgesehen von diesen strafrechtlichen Erwägungen ist durch die Nutzungsordnung in Euronat eindeutig geregelt, dass Hunde innerhalb des Euronat-Geländes an der Leine zu führen sind. Diese Bestimmung müssen alle Hundehalter kennen  und sich dementsprechend verhalten. Im übrigen gilt auch hier: Unkenntnis schützt vor Strafe nicht.

Und schließlich gilt für alle verantwortungsbewussten Hundehalter, dass sie mit den Mitmenschen, die keine Hundehalter sind, möglichst friedfertig auskommen wollen. Dazu gehört auch, dass innerhalb des Euronat-Geländes Hunde so gehalten werden, dass von ihnen keine Gefährdungen für Mitbewohner ausgehen können. Dabei ist nicht nur an Beißattacken zu denken. Wenn ein Radfahrer, womöglich noch ein Kind,  durch einen frei laufenden Hund zu Schaden kommt, liegt ebenfalls der Tatbestand der Körperverletzung mit allen daraus resultierenden Folgen vor.

Außerdem sollten die Hundehalter auf die Zeitgenossen Rücksicht nehmen, die keine Hundefreunde sind. Auch die haben ein Recht, dass ihre Einstellungen respektiert werden.

Das bedeutet ohne weitere Diskussionen: Im Euronat-Gelände gilt für Hunde Leinenpflicht.

Und das sollte nicht als Einengung der Rechte von Hunden und Hundehaltern verstanden werden, sondern als Regelung, die die Interessen von Hundeliebhabern und solchen, die es nicht sind, unter einen Deckel bringt.

(UM, 14. 09. 2017)

 

 

Neu bei Médoc actif:

http://www.medoc-actif.eu/fr/excursions/petits-ports/port-saint-vivien.html

http://www.medoc-actif.eu/atelier/fr/barraud/index.html

(UM, 03. 09. 2017)

Bunkerführung

Am 28. August hat die vierte zweisprachige deutsch-französische Führung durch die Bunkeranlagen nördlich von Soulac stattgefunden, wie üblich unter der sachkundigen Leitung durch den Bunkerexperten Jean-Paul-Lescorce. Obwohl wegen des großen Interesses die Teilnehmerliste zwei Tage vor der Veranstaltung geschlossen werden musste, fanden sich noch mehr als 40 Interessenten ein, darunter erfreulicherweise viele Kinder und Jugendliche.

Weil nicht alle Interessenten berücksichtigt werden konnten, haben die Organisatoren eine weitere Führung für Montag, den 4. September 2017 angesetzt. Für diese Führung sind noch Plätze verfügbar. Mehr dazu auf dem Veranstaltungskalender (4. September 2017) der Médoc-Notizen.

(UM, 29. 08. 2017)

 

Neu bei Médoc actif:

http://www.medoc-actif.eu/de/tradition/soiree-chateau-beyzac.html

http://www.medoc-actif.eu/de/culture/combattimento-vertheuil.html

http://www.medoc-actif.eu/atelier/de/kuhn/index.html

(UM, 18. 08. 2017)

 

Neu bei Médoc- actif

http://www.medoc-actif.eu/de/societe/aquifm/sendungen-2017.html

http://www.medoc-actif.eu/de/gens/philippe-lucet.html

  (UM, 27. 07. 2017)

 

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Helmpflicht für Kinder

Vom 22. März an müssen in Frankreich Kinder beim Radfahren einen Helm tragen. Die Nichtbeachtung dieser Vorschrift wird mit 90 Euro geahndet, die von Erwachenen eingetrieben werden, die Kinder ohne Helm begleiten oder transportieren. Nicht so ganz plausibel ist es, dass die Helmpflicht nur für Kinder vorgeschrieben wird. Dabei weiß man schon länger, dass dasTragen von Helmen beim Radfahren bei Unfällen die Wahrscheinlichkeit von schwerwiegenden Kopfverletzungen um 70% reduziert.

                                                                             (UM, 23. 03. 2017)

 

Viele Fragezeichen

Die Liste der Erfolge des bald aus dem Amt scheidenden Präsidenten Hollande ist nicht lang, die der Misserfolge schon. Jetzt sieht es so aus, als ob die zweite Liste noch länger wird, denn die Schließung des ältesten Atomkraftwerks Frankreichs in Fessenheim, das aus einer Reihe von Gründen keinen guten Ruf genießt und von dem sich viele der Nachbarn die endgültige Abschaltung wünschen, ist alles andere als sicher. Es ist zwar mittlerweile zwischen dem französischen Staat und dem Betreiber EDF ein Abkommen über die Zahlungen getroffen worden, die die Regierung im Falle der Stilllegung des AKW zu leisten hat, aber das sagt noch nichts über die tatsächliche Abschaltung. Die sollte zwar nach den Ankündigungen von Präsident Hollande bald nach Beginn seiner Präsidentschaft, also vor nunmehr rund fünf Jahren erfolgen, doch wurde das nie mit einem ernsthaften Bemühen betrieben, die Anlage wirklich stillzulegen. Dabei wurde namentlich von den Gewerkschaften erheblicher Druck gegen die Schließung aufgebaut, was in der Regierung das Interesse am Herunterfahren von Fessenheim nicht gerade beförderte. So wie die Dinge jetzt liegen, gibt es keine zuverlässige Basis, um ein Datum für die Stilllegung anzugeben. Es kann im Gegenteil passieren, dass der im Mai zu wählende Präsident das AKW weiterlaufen lässt ohne zeitliche Befristung, zumal von den beiden derzeit wahrscheinlichsten Prätendenten auf das Präsidentenamt signalisert worden ist, dass man nicht dafür sei, Fessenheim stillzulegen.

(J.-D. Renard: Rien de définitif à Fessenheim, in : SUDOUEST, 25. 01. 2017)

 

 

 

 

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50 Tonnen Korken für einen guten Zweck

Der Verein Agir Cancer Gironde, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Korken zu sammeln, um sie einer Wiederverwendung zuzuführen, hat im vergangenen Jahr insgesamt 50.000 kg, also 50 Tonnen Natur- und Kunststoffkorken an Betriebe verkauft, die daraus neue und nützliche Produkte herstellen. Der Verkauf der gesammelten Korken erbrachte einen Erlös von 20.000 Euro, die in Form eines Schecks an das Institut Bergonié in Bordeaux übergeben wurden, um die Arbeiten in der Krebsforschung des Instituts zu unterstützen.

Die Sammlung der Korken erfolgt im gesamten Médoc durch ehrenamtliche Helfer. Auf Initiative der Redaktion der Médoc-Notizen sind im Euronat-Gelände an mehreren Stellen Sammeleimer aufgehängt worden, deren Inhalt in regelmäßigen Abständen geleert und weitergeleitet wird. Einer dieser Eimer hängt in 8 av. du Colorado, in Amérique du Nord, wenn die Redaktion der Médoc-Notizen dort arbeitet. Seit geraumer Zeit besteht eine Möglichkeit, Korken abzugeben im Office de Tourisme in Montalivet.

                                                                                   (UM, 03. 01. 2017)

 

 

 

Helmpflicht für Kinder

Vom 22. März 2017 an müssen in Frankreich Kinder unter zwölf Jahren, die auf einem Fahrrad unterwegs sind, einen Helm tragen, der sicher am Kopf befestigt werden kann. Falls gegen diese Vorschrift verstoßen wird, wird gegen Erwachsene, die Kinder ohne Fahrradhelm begleiten, ein Bußgeld von bis zu 135 Euro verhängt.

(Le casque devient obligatoire à vélo pour les moins de 12 ans.

 

Bankgebühren

Schon seit längerer Zeit ist es kein Geheimnis, dass französische Banken planen, ihre Einnahmen zu erhöhen. Da das Zinsgefüge dafür nicht viel hergibt, werden die Bankkunden zur Kasse gebeten, indem man ihnen höhere Gebühren auferlegt. Das betrifft bei den meisten Geldinstituten die Kontoführungsgebühren, die z. B. bei der  Banque Postale auf 12 Euro pro Jahr angehoben werden, was einer Steigerung um 93,6% entspricht. Bei den anderen Banken fallen die Zuschläge etwas geringer aus, aber bis auf BNP, Credit Mutuel und einzelne regionale Zweige des Crédit agricole erhöhen sie alle ihre Tarife in diesem Bereich. Angehoben werden auch die Kosten für Bankkarten und für das Abheben von Geld an den Automaten fremder Institute. Die Bankkunden reagieren naturgemäß wenig erfreut über die ins Haus stehenden Steigerungen, doch versuchen die Banken abzuwiegeln, indem sie vorrechnen, dass die Kosten des Normalverbrauchers für Bankgebühren nur 0,7% seiner Verbrauchsausgaben ausmachen, während er 2,7% für das Telefonieren ausgibt. Einerlei, ob das beruhigend wirkt, alle Bankkunden sind gut beraten, wenn sie die neuen Tarife aufmerksam betrachten und darüber nachdenken, ob sie Kosten sparen können, indem sie zu einer preisgünstigeren Bank wechseln.

(V. Romain: Les frais bancaires vont encore augmenter en 2017 : à quoi s’attendre ? In : SUDOUEST, 08. 12. 2016)

 

 

 

 

Handschuhpflicht

Seit dem 20. November 2016 ist in Frankreich das Tragen von Handschuhen für Fahrer motorisierter Zwei- oder Dreiräder und für deren Beifahrer vorgeschrieben. Die Handschuhe müssen ein Prüfkennzeichen tragen. Diese Verpflichtung gilt auch für Kinder. Daneben bleibt die bereits seit längerem bestehende Vorschrift, einen Helm zu tragen, weiter bestehen.

(UM, 30. 11. 2016)

 

 

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Gewerkschaftszugehörigkeit

In Frankreich sorgen die Gewerkschaften oft für Schlagzeilen, wenn sie z. B. Streiks organisieren oder sich zu Wort melden, wenn neue Gesetzesvorhaben unterwegs sind, die spezielle Interessen von Arbeitnehmern betreffen. Vor diesem Hintergrund meint man oft, dass die französischen Arbeitnehmerschaft zu einem hohen Grade gewerkschaftlich organisiert sei. Tatsächlich ist, wie eine Untersuchung der OECD soeben ermittelt, Frankreich aber das Land in Europa mit dem geringsten Anteil gewerkschaftlich organisierter  Arbeitnehmer. In der entsprechenden Statistik führt Island mit 85,5% gewerkschaflich organisierten abhängig Beschäftigten vor Belgien (55,1%), Norwegen (52,1%), Italien (37,7%) und Deutschland (18,1%). Ganz am Ende steht Frankreich mit 7,7% gewerkschaftlich Organisierter.  Wer hätte das gedacht?

(Faible taux de syndicalisation en France, in: SUDOUEST, 18. 04. 2016)

 

 

Rekordeinfuhren

Wenn man von Wein und Frankreich spricht, dann in der Regel mit der Vorstellung, dass Wein aus Frankreich in größeren Mengen in vieler Herren Länder exportiert wird. Weniger beachtet ist wohl aber, dass Frankreich auch ein Land ist, das Wein importiert, in großen Mengen sogar. Im letzten Jahr wurden 7,2 Millionen Hektoliter nach Frankreich eingeführt, davon rund Dreiviertel aus Spanien. Die Menge der Importe übertrifft dabei deutlich die Jahresproduktion Aquitaniens. Diese Importe sind in erster Linie lose Weine, meist ohne genauere Angaben über die Anbaugebiete und die Rebsorten. Die Preise, zu denen diese Weine auf den Markt gebracht werden, sind unglaublich niedrig, sie liegen bei einem Basispreis von 0,32 Euro pro Liter im Durchschnitt. Abgefüllt in Bag-in-Boxes von 3 Litern ergibt das einen Preis von rund einem Euro für den gesamten Inhalt, wozu natürlich Handelsspannen, Transportkosten, etc. kommen, die letztlich dafür sorgen, dass auch der billigste Wein aus Spanien nicht so billig über den Ladentisch geht, wie sich dies aus dem Basispreis ergibt. Für die französischen Produzenten ist die Konkurrenz aus dem Ausland ein echtes Problem, für das es keine schnelle Lösung gibt. Allerdings wird darüber nachgedacht, ob nicht auch in Frankreich eine Produktionsschiene aufgebaut werden könnte, die auf speziellen Anbauflächen Weine hervorbringt, die preislich mit der Konkurrenz aus Spanien oder auch aus Italien und Südafrika mithalten können.

(C. Compadre: Des importations record, in: SUDOUEST, 24. 03. 2016)

 

 

Notariatsgebühren

Nach langen Vorarbeiten hat die französische Regierung kürzlich eine neue Gebührentafel für Notariatsleistungen verfügt, die die Kosten in diesem Bereich dämpfen sollen. Bei Transaktionen oberhalb von 150.000 Euro werden die Gebühren im Durchschnitt um 10% gesenkt.  Für Transaktionen unterhalb von 150.000 Euro werden die Notariatsgebühren auf 10% des Verkaufspreises begrenzt, was in vielen Fällen zu massiven Ersparnissen für die Zahlungspflichtigen führen wird.

(C. S. : Notaires. Baisse des prix « epsilonesque », in : SUDOUEST, 22. 03. 2016)

 

 

Die Réserve parlamentaire in Frankreich

Die Abgeordneten der französischen Nationalversammlung genießen mancherlei Vorrechte, darunter einige, um die sie von ihren Berufskollegen in anderen Ländern wohl einhellig beneidet werden. Dazu gehört zum Beispiel die sogenannte Réserve palementaire, ein Fonds, der von weitem mit dem in Deutschland geläufigen Begriff des Reptilienfonds in Verbindung gebracht werden könnte, aber nur von weitem. Die Réserve parlamentaire schlägt mit rund 80 Millionen Euro zu Buche, mithin mit einem Betrag, der im Staatshaushalt Frankreichs eher unscheinbar ist. Dieser Fonds hat es dennoch in sich, denn er wird nach einem fest definierten Verteilungsschlüssel den Abgeordneten der Nationalversammlung zur Verfügung gestellt, so dass auf jeden oder jede von ihnen ein Betrag von rund 130.000 Euro entfällt. Und diesen Betrag können die Abgeordneten so verwenden, wie sie es für sinnvoll und nützlich halten, ohne  Kontrolle durch übergeordnete Instanzen,  allerdings gebunden durch Vorgaben, die sicherstellen sollen, dass die Mittel nur in gemeinnützige Vorhaben fließen. Trotz dieser Sicherungsmaßnahmen bleibt den Parlamentariern viel Raum für individuelle Vorlieben und Eigenheiten, die lange Jahre hindurch sozusagen unter Ausschluss der Öffentlichkeit bedient wurden. Erst seit drei Jahren müssen die Abgeordneten der Verwaltung der Nationalversammlung Mitteilung machen über die Verwendung der Anteile, die sie aus der Réseve nationale erhalten haben. Nach der Veröffentlichung der Zahlen für 2015 weiß man, dass die Abgeordnete Pascale Got, die für das Médoc zuständig ist, ihre Anteile an diesem Fonds ziemlich breit gestreut hat. Die höchsten von ihr geförderten Maßnahmen haben 20.000 Euro erhalten, etwa um in Ordnonnac ein Foyer familial zu renovieren oder um in Saint-Christoly Bürgersteige rund um den Dorfplatz anzulegen, aber die meisten Empfänger haben nur 1000 oder 2000 Euro erhalten.

(SudOuest.fr avec AFP: Réserve parlementaire : où est allé l’argent des députés du Sud-Ouest ? in: SUDOUEST, 29. 02. 2016, 21.51h, Internet-Ausg.)

 

 

Strompreise

Der Stromversorger EDF will auch in diesem Jahr höhere Strompreise durchsetzten, nachdem in den letzten Jahren die Regierung regelmäßig die Forderungen von EDF gekürzt hatte. Nach Angaben des Stromlieferanten sind dadurch bei EDF Einnahmeausfälle in der Größenordnung von 1,5 Milliarden Euro verursacht worden. Auf diese entgangenen Gewinne will man jedoch nicht verzichten, sie sollen durch die kommenden Preiserhöhung hereingeholt werden. Dabei führt man an, dass dringend erforderliche Investitionen und Modernisierungen zur Sicherung der Stromversorgung bislang aufgeschoben werden mussten, weil auf die zur Finanzierung notwendigen Einnahmen fehlten. Wie groß der Preisaufschlag für Strom sein wird, wird bis jetzt nirgendwo klar und deutlich gesagt, es ist aber davon auszugehen, dass die kommenden Tarife merkbar über den bisherigen liegen werden. Insofern ist gewiss, dass die Strompreise steigen werden, um wieviel wird man wohl erst im Sommer erfahren.

(P. Tillinac : EDF veut une hausse la plus élevée possible, in: SUDOUEST, 25. 02. 2016)

 

 

Ende des alten Festnetztelefons

In Frankreich wird, wie France Télécom verkündete, das letzte Stündlein des klassischen Festnetztelefons in fünf Jahren schlagen, vielleicht bekommt es aber darüberhinaus noch eine kleine Gnadenfrist. Das fest verlegte Telefonnetz bleibt erhalten, doch wird der Zugang zu diesem Netz nicht mehr so einfach möglich sein wie bei den konventionellen Telefonen, die man, wenn einmal eine Telefonsteckdose angeschlossen war, einfach einsteckte und dann damit lostelefonierte. Telefonieren wird man auch in Zukunft über das festverlegte Netz können, doch wird dazu ein speziell ausgelegtes Gerät für den Zugang benötigt. Diese Boxen sind zur Zeit schon bei den ASL-Zugängen für das Internet etc. in Anwendung. Daher wird sich für die Telefonnutzer, die schon eine solche Box einsetzen, nichts ändern, betroffen sind allein die „alten“ Telefonanschlüsse, von denen es noch 13 Millionen in Frankreich gibt. France Télécom begründet den bevorstehenden Schritt damit, dass die Technologie der „alten“ Telefone überholt sei, dass aber zu ihrem Erhalt hohe Summen aufgewendet werden müssten und dass es bald keine Monteure mehr geben werde, die für das alte System ausgebildet worden sind. Gleichzeitig beruhigt man die Telefonkunden und betont, die bestehenden Leitungen und Telefondosen könnten weiterhin verwendet werden, da die beabsichtigten Neuerungen für den Kunden unsichtbar außerhalb seiner Mauern geschehen werden. Die Arcep, die Behörde, die den Telekommunikationsbereich in Frankreich überwacht, hat signalisiert, sie werde sich den von France Télécom beabsichtigten Maßnahmen nicht in den Weg stellen, sie machte aber zur Auflage, dass die Telefonkunden mindestens fünf Jahre vor der Stilllegung des „alten“ Telefonsystems informiert werden müssen, was durch die Mitteilung von France Télécom als geschehen zu betrachten ist. Wie bei vergleichbaren Gelegenheiten nicht ungewöhnlich, wird über Nachteile der bevorstehenden Maßnahmen nicht gesprochen, z.B. darüber, dass die ADSL-Boxen bei Stromausfällen nicht funktionieren, demzufolge auch die Telefonverbindung ausfällt. Nicht gesprochen wird auch über die Kosten für die Verbraucher, denn 13 Millionen bisher mehr oder weniger zufriedenener Telefonkunden werden sich eine ADSL-Box zulegen müssen, die sie bislang nicht vermisst haben, die sie aber demnächst wohl irgendwie bezahlen müssen.

(P.-Y. C. : Téléphone fixe : c’est bientôt la fin, in: SUDOUEST, 19. 02. 2016, 7.12h, Internet-Ausg.

 

Valls contra Merkel

Der französische Premierminister Manuel Valls hat am Rande seiner Visite bei der Sicherheitskonferenz in München bei einem Blitzbesuch in einer Flüchtlingsunterkunft deutlich und unmissverständlich klar gemacht, dass er eine  ganz andere Position in der Flüchtlingsfrage vertritt  als die Bundeskanzlerin. Er machte zudem durch sein eiliges Gastspiel in dieser Unterkunft deutlich, dass für ihn die Flüchtlingsfrage wohl kein Problem darstellt, auf das er sich emotional einlassen will. Sein zentraler und auch bei dieser Gelegenheit wiederholter Satz, dass „wir nicht mehr Flüchtlinge aufnehmen können“, lässt wenige Tage vor den anstehenden Beratungen in Brüssel nicht viel Gutes erwarten, wirft aber doch Fragen auf, warum der französische Premierminister gerade jetzt so eindeutig Stellung bezieht in einer Frage, für die zumindest von Berlin noch eine Lösung angestrebt wird, die die Lasten der Flüchtlingswelle auf die EU-Mitglieder verteilt. Man könnte vermuten, dass er damit auf Distanz zu seinem Präsidenten François Hollande gehen will, dem er möglicherweise als Konkurrent bei der Nominierung zum Präsidentschaftskandidaten der Sozialisten für die Wahlen 2017 gegenübertreten könnte. Vielleicht geht es M. Valls aber auch darum, dem neu ernannten Außenminister Ayrault, seinem Vorgänger im Amt des Ministerpräsidenten, mit dem ihn keinerlei freundschaftliche Beziehungen verbinden, eine besonders harte Nuss zu knacken zu geben. Ayrault gilt zu recht in der neuen Ministerriege der französischen Regierung als der am deutlichsten germanophile Vertreter, und wenn der nun gleich zu Anfang seiner Amtszeit als Außenminister einen solchen Stolperstein in den Weg gerollt bekommt, wird ihm das das politische Leben nicht wirklich erleichtern. Um zu verstehen, was da derzeit abgeht, ist es sicher nützlich, intensiv auf die Kraftlinien der französischen Innenpolitik zu blicken, und die stehen eindeutig schon jetzt im Spannungsfeld der Präsidentenwahlen im kommenden Jahr.

(Vgl. A. Rovan: À Munich, la visite express de Manuel Valls dans un centre d’accueil de migrants, in: Le Figaro, 13. 02. 2016, 22.48, Interent-Aisg.

 

 

Immobilienpreise

Da auch in Frankreich Immobilientransaktionen notariell beglaubigt werden müssen, ist es leicht, aus den Statistiken, die in den Notariaten geführt werden, Aussagen über die Entwicklung von Preisen für Grundstücke, Wohnungen und Häuser zu machen. Und dabei ergibt es sich, dass in Bordeaux die Preise für bestehende Häuser in den letzten zehn Jahren um 55% gestiegen sind, etwa ebenso stark wie in Paris und deutlich mehr als in Toulouse, wo diese Preise nur um  22% zugelegt haben. Die Entwicklung der Preise im Departement Gironde wird dabei dominiert von den Anstiegen in Bordeaux und den angrenzenden Gemeinden. Für das gesamte Department Gironde wurde eine Steigerung um 44% ermittelt, mehr als doppelt so viel wie im frankreichweiten Durchschnitt, der sich auf 20% belief. Die Statistik für das Médoc weist hingegen aus, dass in den Küstenorten wie etwa in Lacanau und Soulac die Preise leicht rückläufig sind, während im Innern deutliche Steigerungen beobachtet wurden.

(G. Guitton: Prix de l’immobilier : l’étude des études, in: SUDOUEST, 10. 02. 2016)

 

 

 

Kormoran-Plage

Im Departement Lot-et-Garonne gibt es seit einigen Jahren Kormorane, eigentlich nichts Besonderes, wenn deren Bestand in den letzten zwei Jahren nicht drastisch zugenommen hätte. Am 1. Januar 2015 wurden 2.265 dieser auf die Jagd nach Fischen spezialisierten Vögel gezählt. 2013 zuvor waren es erst 1.742, mithin hat sich der Bestand um 30% vergrößert. Ein Kormoran frisst pro Tag rund 500 Gramm Fisch, so dass sich ausrechnen lässt, wie groß die Menge ist, die die gesamte Population vertilgt. Wenn man den Wert der auf diese Art in die Mägen der Kormorane verschwundenen rund 170 Tonnen Fisch ermittelt, kommt ein Betrag von mehr als einer Million Euro heraus. Vor diesem Hintergrund ist der Zorn der Fischer zu sehen, denen die Kormorane unerwünschte Konkurrenz machen. Eine wirklich allseits zufriedenstellende Lösung für das Problem ist nicht in Sicht. Die einzige Abhilfe scheint das Bejagen der Kormorane zu sein, was auf Antrag der Fischereiverbände auch genehmigt wurde. Der dafür zuständige Präfekt hat für dieses Jahr  615 Kormorane zum Abschuss freigegeben, 2015 waren es 415.

(Bl. Philippon : Cormorans en Lot-et-Garonne : c’est l’invasion, in : SUDOUEST, 4. 02. 2016, Abendausg.

 

Eine Reform, die gar keine ist ?

Am 3. Februar verkündete das französische Schul- und Bildungsministerium eine Rechtschreibreform, die auf schon 1990 fixierte Vorschläge zurückgeht. Urheber dieses Vorschlagspakets ist die Académie Française, in der, wie man weiß, maximal 40 Unsterbliche über die französische Sprache wachen. Wenn sich die Académie Française zu Fragen äußert, die das Französische betreffen, dann ist eigentlich jedermann klar, dass Widerspruch weder schicklich noch erfolgversprechend ist. Das scheint diesmal jedoch nicht so zu sein, denn es hat sich eine Welle des Protestes und der Entrüstung erhoben, die glauben machen will, dass die fragliche Reform der Sprache Molières den Garaus machen wolle. Einige der Reformvorschläge waren zumindest von den Schulbuchverlagen in den zurückliegenden Jahren schon stillschweigen berücksichtigt worden, doch nun werden alle Schulbücher, die vom kommenden Schuljahr verwendet werden, den neuen Rechtschreibregeln folgen.

Der Proteststurm gegen die Reformvorschläge der Académie Française hat allerdings die zuständige Ministerin wohl ziemlich erschreckt, denn sie ließ flugs erklären, diese Regeln seien lediglich eine Empfehlung, die keinesfalls aufgezwungen würde. Daher seien „beide Orthographien richtig.“ Wer will, kann sich amüsieren, denn Rechtschreibung meinte bislang immer, dass es eine und nur diese Art des rechten Schreibens gebe.

(O. Saint-Faustin: Disparition de l’accent circonflexe : pas une obligation, juste „une référence“ in: SUDOUEST, 04. 02. 2016, 17.00h, Internet-Ausg.)

Mehr zur Reform der Orthographie des Französischen : Klick

 

Wirtschaftswachstum

In Frankreich hat die Wirtschaft nach drei schwachen Jahren im Jahr 2015 um 1,1% zugelegt, was den Vorausberechnungen der Regierung entspricht. Im europäischen Vergleich ist die französische Steigerungsrate jedoch schwächer als der EU-Durchschnitt von 1,5%, und er reicht nicht, um die immer noch ansteigende Arbeitslosigkeit zu reduzieren. Die Zahlen für Dezember weisen eine weitere Zunahme der Zahl der Arbeitssuchenden auf, deren Gesamtzahl mittlerweile bei 3,59 Millionen angelangt ist. Für den Südwesten Frankreichs sind dabei die Zahlen etwas günstiger, doch betonen die Fachleute, dass zur Entlastung des Arbeitsmarktes das Wirtschaftswachstum kräftiger zulegen  muss als dies im letzten Jahr geschehen ist.

(P. Tillinac: L’activité repart, mais à un rythme insuffisant, in : SUDOUEST, 30. 01. 2016

 

 

 

Plastiktüten

Eigentlich sollten in Frankreich die vom Einzelhandel unentgeltlich bereitgestellten Einweg-Plastiktüten schon zum 1. Janaur 2016 verboten werden, doch hat sich die Umsetzung dieser Verordnung verzögert. Jetzt gilt der 1. Juli 2016 als Datum, von dem an es die wenig umweltfreundlichen Tüten nicht mehr geben darf. Bestrebungen von verschiedenen Seiten unterstützen, Initiativen,  die das Verschwinden der nur einmal verwendbaren Tüten vor diesem Datum erreichen wollen, doch ist nicht sicher, ob das zum vorzeitigen Verschwinden der Tüten führen wird. Statistiker haben übrigens ausgerechnet, dass im Jahr 2010 in Europa 8 Milliarden dieser Tüten irgendwo in der freien Natur gelandet sind.

(Les sacs en plastique prohibés le 1er juillet, in: SUDOUEST, 02. 02. 2016)

 

 

 

Zwischen den Spuren

Seit dem 1. Februar 2016 ist es für zunächst vier Jahre in elf französischen Departements, zu denen auch das Departement Gironde gehört, den Motorradfahrern unter bestimmten Bedingungen erlaubt, zwischen den Fahrspuren zu fahren und damit an stehenden oder langsamer fahrenden Autoschlangen vorbeizuziehen. Zulässig ist dieses in der Vergangenheit schon von vielen Motorradfahrern praktizierte, aber bislang nicht erlaubte Verfahren nur auf mindestens vierspurigen Straßen mit einem festen Mittelstreifen und einer erlaubten Höchstgeschwindigkeit von mehr als 70 km/h. Kritiker wenden ein, dass motorisierte Zweiradfahrer, obwohl sie nur 2% der Verkehrsteilnehmer stellen, an 30% der Unfälle beteiligt sind und dass die neue Regelung diesen Wert noch verschlechtern könnte. Dem wird entgegengehalten, dass mit der neuen Regelung die Fahrschulen sich auf die neue Rechtslage einstellen und ihre Schulungen dementsprechend aktualisieren können, so dass Hoffnungen bestehen, dass die Häufigkeit, mit der Motorradfahrer in Unfälle verwickelt werden, abnehmen wird.

(B. Lasserre : Les motos peuvent passer entre les files, in : SUDOUEST, 01. 02. 2016)

 

 

 

Für Verkehrssicherheit

Im Jahre 2015 wurden auf den Straßen Frankreichs 3.464  Verkehrstote gezählt, 2,4% mehr  als im Vorjahr. Nach 2014, in dem die Zahl der Verkehrsopfer bereits um 3,15% gegenüber 2013 angestiegen war, ist das das zweite Jahr in Folge, in dem diese Entwicklung beobachtet wurde. Um diesen Trend umzukehren, haben sich die zuständigen Behörden eine Reihe von Maßnahmen ausgedacht, mit denen sie die Sicherheit auf den Straßen zu vergrößern hoffen. Zu diesen Maßnahmen zählt die Aufstellung von Attrappen von Verkehrsradargeräten, bei denen leere Gehäuse montiert werden, die bei Bedarf mit aktiven Messgeräten bestückt werden können, so dass die Autofahrer, die durch Hinweistafeln auf die Existenz eines solchen Gerätes hingewiesen werden, nicht wissen, ob sie mit einer scharfen Messeinrichtung rechnen müssen oder nicht. Zusätzlich sollen rund 500 voll und dauerhaft funktionsfähige stationäre Radargeräte aufgestellt werden, so dass deren Gesamtzahl in Frankreich auf rund 4700 ansteigen wird. Man darf gespannt sein, ob das Kalkül der Behörden aufgeht

(Sudouest.fr. : Sécurité routière : des faux radars installés à partir de février, in : SUDOUEST, 27. 01. 206, Abendausg., Internet-Ausg.)

 

Anm. der Redaktion: Zum Vergleich : Auch in Deutschland sind in den beiden letzten Jahren die Zahlen für Verkehrsopfer angestiegen. Für 2015 liegen zwar noch keine endgültigen Zahlen vor, doch wird man davon ausgehen müssen, dass es rund 3450 sind. Deutschland ist im internationalen Vergleich bei der Zahl der Verkehrstoten vom früher vierten auf den achten Platz abgerutscht.

 

 

Autobahngebühren

Mit unschöner Regelmäßigkeit werden nahezu in jedem Jahr  die Autobahngebühren in Frankreich erhöht. Zum 1. Februar 2016 steigen die an den Mautstellen fälligen Beträge um durchschnittlich 1,12%, nachdem sie im letzten Jahr durch eine Verwaltungsmaßnahme des Staates blockiert worden waren. Die Erhöhungen schwanken zwischen 0,82% und 1,63%, ohne dass recht ersichtlich würde, wie diese Differenzen zu begründen sind. Am kräftigsten langt dabei die Betreibergesellschaft ASF-Vinci zu, die 1,63% aufschlägt. Davon betroffen sind z.B. Autobahnbenutzer auf der A10 südlich von Poitiers. Relativ moderat erhöht hingegen die Gesellschaft SANEF-Abertis, die auf den Stecken nördlich von Paris aktiv ist und 0,86% auf die bislang geltenden Tarife aufschlägt.

(Sudouest.fr : Hausse des tarifs autoroutiers de 1,12 % au 1er février, in SUDOUEST, 26. 01. 2016, Abendausg., Internet-Ausg.)

 

Schiebe- und Gegenwind

Die nächsten Präsidentenwahlen in Frankreich stehen zwar erst für 2017 an, doch laufen schon jetzt die Vorbereitungen für die Nominierung der Kandidaten, wenn auch noch nicht auf vollen Touren, so doch aber weithin sichtbar an. Im Lager der Konservativen gibt es ebenso wie bei der Konkurrenz auf der linken Seite des politischen Spektrums mehr Bewerber als Plätze zu vergeben sind, doch dürfte sich der Kreis der Aspiranten bald lichten, wobei bei den Linken zur Zeit die Voraussagen schwieriger erscheinen. Bei den Konservativen hingegen scheinen die Dinge schon relativ eindeutig zu sein. Dort liegt einsam in Front der Bürgermeister von Bordeaux Alain Juppé, dem auch außerhalb seines eigenen politischen Lagers Unterstützung zuteil wird. Bei einer Umfrage, die von den Interviewten wissen wollte, ob sie die Kandidatur bestimmter Politiker bejahten oder ablehnten, bekam Alain Juppé als einziger mit 56% mehr Ja- als Nein-Stimmen. Danach folgten Manuel Valls, der gegenwärtige Premierminister mit 38% Ja-, aber 60% Nein-Stimmen,  vor Marine Le Pen vom rechtsaußen platzierten Front National mit 37% Ja- aber 61% Nein-Stimmen. Den vierten Platz belegte François Bayrou (33% Ja, 65% Nein), vor Nicalos Sarkozy (24% Ja, 74% Nein) und fast gleichauf François Hollande, dem amtierenden Staatspräsidenten (24% Ja, 74% Nein). Angesichts der Stimmen, die sich in den letzten Wochen und Monaten zu Wort gemeldet haben, ist das Abschneiden des amtierenden Präsidenten und seines Amtsvorgängers keine wirkliche Überraschung, eher schon der deutliche Vorsprung, mit dem Alain Juppé in die Vorentscheidungen zur Nominierung der Kandidaten geht. Noch ist nichts wirklich entschieden, aber es wäre schon verwunderlich, wenn sich das Bild, das die jeweiligen Bewerber in der öffentlichen Meinung derzeit haben, völlig umgestalten würde.

(Présidentielle 2017 : chemin de croix pour Sarkozy, in: SUDOUEST, 14. 01. 2016)

 

 

Die Franzosen und der Terrorismus

Eine im Auftrag des SUDOUEST in diesen Tagen durchgeführte Meinungsumfrage des Ifop ergab, dass rund 95% der befragten Franzosen meinen, dass die Bedrohung durch terroristische Akte in den letzten Monaten erheblich zugenommen habe. Allerdings haben nur 49% der Befragten mehr oder weniger volles Vertrauen, dass die Regierung die notwendigen Maßnahmen treffe. Wesentlich besser kommen die Sicherheitskräfte, also Polizei, Gendarmerie und der Geheimdienst weg, denen 88% der Franzosen ihr Vertrauen aussprechen. Zudem sind 82% der Befragten damit einverstanden dass das französische Militär aktiv in die Kämpfe gegen den islamistischen Terrorismus in Syrien eingreift.

(Br. Dive. Terrorisme : Hollande ne convainc toujours pas, in: SUDOUEST, 10. Jan. 2016)

 

 

Die neue Region im Südwesten: Demographisches

Die neue Région Aquitaine-Limousin-Poitou-Charentes, die immer noch auf einen griffigen Namen wartet, hat nach den Berechnungen der Statistiker 5,8 Millionen Einwohner. Sie nimmt damit den vierten Platz in der Rangfolge der neuen Regionen Frankreichs ein. Weit an der Spitze liegt die Île-de-France mit dem Zentrum Paris mit 11,9 Millionen Einwohnern, gefolgt von Rhône-Alpes-Auvergne mit 7,7 Millionen und Nord-Pas-de-Calais-Picardie mit 5,9 Millionen.

Die Bevölkerung in der neuen Region im Südwesten hat in den Jahren von 2008 bis 2013 um 0,6% pro Jahr zugenommen und lag damit über dem frankreichweiten  Durchschnittswert von 0,5% jährlich. Allerdings ist die Bevölkerungsentwicklung in den nunmehr 12 Departements der neuen Südwest-Region nicht einheitlich verlaufen. Während in den acht Departements der alten Region Aquitaine eine Zunahme der Bevölkerung um durchschnittlich 0,8% pro Jahr registriert wurde, sind jetzt Departements hinzugekommen, bei denen der Zuwachs geringer ausgefallen ist oder die gar Abwanderungen zu verzeichnen hatten wie die relativ dünn besiedelten Departments Creuze und Corrèze. Das demographische Schwergewicht unter den Departements der neuen Region im Südwesten stellt eindeutig das Departement Gironde, in dem rund ein Viertel der Bevölkerung der neuen Region zu Hause sind.

(P. Tillinac: Nous sommes 5,8 millions, in: SUDOUEST, 05. 01. 2016

 

Es bleibt stürmisch und nass

Auch für das zweite Januarwochenende warnen die Meteorologen vor stürmischen Attacken, die in Böen bis zur Orkanstärke ansteigen können. Betroffen sein werden vor allem die Küstenbereiche von den Pyrenäen bis zur südlichen Bretagne. Die Warnungen weisen daraufhin, dass neben einem  Koeffizienten von 95 und hohen Wellen, besonders an den Stränden erhöhte Wachsamkeit erforderlich ist. Unangenehm werden auch die ausgiebigen Regenfälle sein, die in den nächsten Tagen anhalten werden. In Bordeaux sind seit Jahresanfang schon 120 mm Regen gemessen worden, das Vier- bis Fünffache der normalen Niederschlagsmengen.

(Attention aux vagues-submersion demani, in: SUDOUEST, 10. 01. 2016)

 

 

Sturmwarnung für die Atlantikküste

In der Nacht von Sonntag, 10. Januar 2016, auf Montag, 11. Januar 2016, besteht das Risiko, dass Stürme mit Windgeschwindigkeiten von 120 km/h an den Küsten des südwestlichen Frankreichs und von 100 km/h im Binnenland auftreten. Der betroffene Küstenbereich erstreckt sich von den Pyrenäen im Süden bis zur südlichen Bretagne. Die Meteorologen räumen allerdings ein, dass ihre Berechnungen noch einige Unsicherheiten aufweisen, die zu Modifizierungen der gegenwärtigen Voraussage führen können.

(Sudouest.fr: Fort risque de tempête dimanche soir, notamment dans le Sud-Ouest, in : SUDOUEST, 8. 01. 2016, 20.22h, Internet-Ausg.

 

 

Winterschlussverkauf

Der offizielle Start in den Winterschlussverkauf findet in Frankreich am 6. Januar 2016 statt, doch tatsächlich haben viele Geschäfte schon in der Vorweihnachtszeit mit herabgesetzten Preisen operiert, wobei vielfach auf den zumindest gefühlt bis in den Dezember andauernden Spätsommer verwiesen wird, der die Nachfrage nach winterlicher Kleidung gründlich blockiert hat. Die Statistiker haben ermittelt, dass die einschlägigen Umsätze im September um 0,6% und im Oktober um 1,2% unter den langjährigen Durchschnittswerten gelegen haben, bevor sie im November um kräftige 4,7% eingebrochen sind. Insgesamt beklagen manche Geschäfte Umsatzrückgänge in den Herbst- und Wintermonaten um bis  zu 20%, was verstehen lässt, dass das Jahr 2015 bisweilen als „annus horribilis“, als schreckliches Jahr also, bezeichnet wird. Die überquellenden Lagerbestände lassen erwarten, dass die Preise um bis zu 50 oder 60% reduziert werden, zumindest in den ersten Tagen des Ausverkaufs. Dabei ist nicht sicher, ob das Kalkül des Handels aufgehen wird, wenn auch in einer Umfrage Mitte Dezember 84% der Franzosen angaben, in diesem Jahr vom Winterschlussverkauf Gebrauch machen zu wollen. Im letzten Jahr hatten dies 76% der Befragten gesagt.

(J-1 pour les soldes d’hiver en France, in : SUDOUEST, 05. 01. 2016)

 

Bevölkerungs-Statistik

Das staatliche französische Amt für Statistik Insee (Institut national de la statistique et des études économiques) hat neue Zahlen veröffentlicht. Danach hatte Frankreich am 1. Januar 2013 im Mutterland 63.697.865 Einwohner. Wenn man die überseeischen Gebiete hinzuzählt, kommt man auf eine Gesamtbevölkerung von 65.564.756 Personen. Verglichen mit dem Vorjahr ergibt das eine Zunahme von 323.515 Einwohnern. 7% von ihnen leben in Gemeinden von weniger als 500 Einwohnern. Und ziemlich genau so viele haben ihren Wohnsitz in den fünf größten Städten, das sind Paris, Marseille, Lyon, Toulouse und Nizza. Am 16. Januar diese Jahres wird Insee die Zahlen für die Bevölkerungsschätzung für den 1. Januar 2016 veröffentlichen. Wenn die Mitarbeiter des Insee mal nicht ausgelastet sind, zählen sie, wieviele Mitarbeiter in ihrer Behörde arbeiten: es sind rund 5.700.

(Nos communes à la loupe, in: SUDOUEST, 1. 01. 2016))

 

 

Schlechte Aussichten

Das Jahr 2016 ist ein Schaltjahr, was weiter nicht schlimm ist, für Arbeitnehmer jedoch zur Folge hat, dass sie einen Tag mehr arbeiten müssen. Wer den Jahreskalender 2016 näher betrachtet, stellt fest, dass der 29. Februar nicht der einzige Tag ist, an dem mehr gearbeitet werden muss. Gleich drei ansonsten arbeitsfreie Tage liegen nämlich auf Sonntagen und fallen damit aus, wenn es um die beliebten Brückentage geht, mit deren Hilfe sich elegant Kurzurlaube organisieren lassen. Auf einen Sonntag fallen im soeben gestarteten Jahr der 1. Mai, der 8. Mai (Erinnerung an den Waffenstillstand 1945) und der 25. Dezember. Wer das nicht gut findet, kann das tun und sein Recht auf eigene Meinung nutzen, es ändert sich jedoch nichts. Es gibt aber auch gute Nachrichten, denn fünf Feiertage liegen auf einem Montag oder Freitag. Der erste davon, der Neujahrstag, ist allerdings schon Vergangenheit, es bleiben aber noch vier.

(Sudouest.fr: Calendrier 2016 : vous allez travailler quatre jours de plus! in : SUDOUEST, 01. 01. 2016, 15.39h, Internet-Ausg.)

 

 

Silvesterziele

Die Franzosen lieben es, wenn sie sich das leisten können, den Jahreswechsel in einer großen und attraktiven  Stadt zu verbringen. Eine Umfrage einer auf Reisen spezialisierten Website brachte dazu aufschlussreiche Ergebnisse. Das beliebteste Ziel ist danach Amsterdam vor Barcelona und Paris. Auf dem vierten Platz landete London vor Brüssel und Marne-la-Vallée, wobei hier nicht so sehr die Stadt, sondern das nahebei gelegene Disneyland die Besucher anzog. Die Plätze sechs bis zehn in der Beliebtheitsskala gingen an Rom, Venedig, Strassburg und Mailand. Deutsche Städte landeten nicht im Spitzenfeld der Silvesterziele.

(A. Godfryd: Le top 10 des destinations les plus recherchées par les Français pour le Nouvel An, in : Le Figaro, 31. 12. 2015, 11.17h, Internet-Ausg.)

 

 

Sensible Ganoven

In Saint-Quentin-Fallavier, im Département Isère, gibt es anscheinend Diebe mit Sinn für trockenen Humor, denn sie brachten, nachdem sie einige Paletten mit verschiedensten Dingen aus einem Lagerhaus gestohlen hatten, einige Kartons mit Teilen der Beute zurück. Sie legten einen kurzen Brief dazu, in dem sie sich dafür entschuldigten, im  Eifer des Gefechts auch die zurückerstatteten Dinge entwendet zu haben. Es sei aber, so versicherten sie, bei dem Diebstahl weder Gewalt angewendet noch irgendjemandem körperlicher Schaden zugefügt worden. Zum Schluss wünschten sie fröhliche und entspannte Feiertage.

Die Kartons enthielten Polizeiarmbinden. Die übrige Beute rückten die Ganoven allerdings nicht heraus: vornehmlich teure Luxusartikel der Marke Louis Vuitton.

(Les voleurs rapportent une partie du butin à la police, in: SUDOUEST, 30 12. 2015)

 

 

Mit Capucine durch Bordeaux und das Médoc

Capucine ist immer gut drauf und sie liebt es, unterwegs zu sein. Dabei ist sie eine Gans, die freilich nicht im wirklichen Leben vorkommt, sondern von Pierre Tessier ersonnen worden ist, der so etwas besonders gut kann, wie schon bei den ersten zwei Spielen um die kommunikationsfreudige Gans zu sehen war. Er erfindet und gestaltet nämlich Spiele, die zwei oder mehr Personen spielen können und die neben dem Spielspass mancherlei sonstigen Ertrag abwerfen. Das neueste Spiel, in dem Capucine die Hautrolle innehat, ist in Bordeaux und Umgebung angesiedelt und hat sich zum Ziele gesetzt, in einer Gegend, die viele zu kennen glauben, zu Dingen und Informationen zu führen, oft ein wenig verborgen hinter den Dingen schlummern und die es wert sind, ins Licht gerückt zu werden. Im Verlauf des Spiels entdeckt man die Hauptsehenswürdigkeiten von Bordeaux, macht eine Tour durch einige der Châteaux des Médoc und lernt die eine oder andere historischer Persönlichkeit kennen, die wie Montesquieu mit Bordeaux und seiner Umgebung verbunden sind. Das Spiel kommt in einer Auflage von 2.500 Exemplaren auf den Markt. Es ist im Buchhandel erhältlich für 35 Euro, kann aber auch direkt beim Verlag bestellt werden

(C. Musseau : Capucine, l’oie joueuse et voyageuse, in: SUDOUEST, 20. 12. 2015, p.15

 Angaben zum Spiel:

« L’oie Capucine découvre… Bordeaux & la Gironde », erhältlich im Buchhandel für34,50 € oder direkt beim Verlag: editionscapucine@hotmail.com

 

 

Was sich am 1. Januar 2016 in Frankreich ändert

Der 1. Januar ist traditionsgemäß ein Tag, an dem manche vom Gesetzgeber verfügten Änderungen in Kraft treten. Nicht alle davon sind auch für Ausländer von Belang, weshalb wir einige Änderungen auslassen.

– Der Mindestlohn betrifft zwar in erster Linie Beschäftigte, die von französischen Arbeitgebern entlohnt werden, doch als Bezugsgröße kann er darüber hinaus bei Gebühren etc. Auswirkungen haben. Zum 1. Januar 2016 wird der Mindestlohn (SMIC) von 9,61 Euro (1. Jan. 2015) auf nunmehr 9,67 Euro angehoben, was einer Erhöhung um 0,62% entspricht. Diese Erhöhung wirkt sich direkt aus auf etwa 11% der französischen Lohnempfänger.

– Die Mineralölsteuer wird angehoben, und zwar für Diesel um 3,5 Centimes pro Liter und um 2 Centimes pro Liter für Benzin bleifrei 95.

– Motorradfahrer müssen eine leuchtfarbene Sicherheitsweste mit sich führen, die sie anlegen müssen, sobald sie wegen einer Panne anhalten müssen. Zuwiderhandlungen werden mit 11 Euro geahndet, wenn die Weste nicht mitgeführt wird, jedoch kostet es 135 Euro, wenn sie nicht angelegt wird in den Fällen, für die sie vorgeschrieben ist.

– Plastiktüten, die zum einmaligen Gebrauch in Geschäften verwendet wurden, sind nunmehr verboten, wobei allerdings Zweifel bestehen, dass diese Regelung tatsächlich fristgerecht durchgesetzt wird..

(Sudouest.fr avec AFP : Régions, salaires, transports : ce qui va changer à partir du 1er janvier, in : SUDOUEST, 24. 12. 2015, 12.15h, Internet-Ausg.

 

Abschied von den Telefonkabinen

Es ist noch nicht lange her, da ging man in Frankreich nicht aus dem Haus, ohne eine Telefonkarte oder wenigstens etwas Kleingeld dabeizuhaben, damit man bei Bedarf eine der reichlich vorhandenen Telefonzellen nutzen konnte, wenn man etwas mitzuteilen hatte, was wirklich keinen Aufschub vertrug. Inzwischen haben sich die Zeiten geändert, und die Telefongewohnheiten auch. Nach 132 Jahren schlägt nunmehr die Stunde der letzten 65.250 Telefonzellen, die es in Frankreich noch gibt. Einst zählte man  mehr als 300.000 davon, doch in den letzten anderthalb Jahrzehnten sind sie immer weniger genutzt worden, weil die bequemeren Mobiltelefone ihnen den Rang abgelaufen haben. Nachdem nun per Dekret der Regierung die Verpflichtung der Telefongesellschaften, ein Minimum an Telefonzellen im Betrieb zu halten, aufgehoben worden ist, werden die noch verbleibenden zügig abgebaut. Die Statistiker haben ermittelt, dass die durchschnittliche Nutzungszeit pro Kabine und Tag auf unter eine Minute gesunken ist, womit klar ist, dass eine wirtschaftlich vertretbare Beibehaltung dieser Zellen nicht mehr zu vertreten ist. Im Gegenzug hat sich die Nutzung mobiler Telefone explosionsartig ausgebreitet. Jedes von ihnen ist pro Monat 3 Stunden und 8 Minuten in Betrieb, wobei die Werte immer noch leicht hinter den Zeiten der Festanschlüsse von 3 Stunden und 12 Minuten liegen. Der Trend lässt jedoch erwarten, dass die Nutzungszeiten der Mobiltelefone in Kürze die Führung übernehmen werden. Die Voraussetzungen sind jedenfalls gegeben, denn gegenwärtig verfügen die Franzosen über durchschnittlich 1,2 Mobiltelefone pro Person. Die monatlichen Kosten pro Mobiltelefonvertrag haben dabei von 28 Euro im Jahre 2010 auf derzeit 16,60 Euro abgenommen, was sicher die Nutzungsdauer und -häufigkeit dieser Geräte nicht negativ beeinflussen wird.

(S. Cottin: Les cabines téléphoniques vont raccrocher, in: SUDOUEST, 25. 12. 2015)

 

 

Wie soll sie denn heißen?

Nun sind in Frankreich die neue formierten Regionen da und haben schon die ersten Wahlen ihrer Regionalvertretungen hinter sich, aber es hapert hier und da immer noch mit der Namensgebung. Die neue Region im Südwesten, übrigens die flächenmäßig größte des Mutterlandes,  trägt immer noch den sperrigen, möglicherweise vorläufigen, Namen Aquitaine-Limousin-Poitou-Charentes, mit dem niemand wirklich glücklich ist. Was leicht zu verstehen ist. Vorschläge für eine  Verbesserung gibt es hin und wieder, aber sie haben alle den Nachteil, dass sie nicht allerorten Zustimmung finden. Wenn am 4. Januar 2016 die erste Sitzung der neuen Regionalversammlung in Bordeaux, der unstrittigen Hauptstadt der neuen Region, stattfindet, wird sicher auch die Namensfrage auf der Tagesordnung stehen. Drängend ist dies nicht, denn die neuen Bezeichnungen der Regionen sollen erst im Oktober 2016 per Dekret des Staatsrates festgelegt werden. Da es keine wirklich zwingenden Vorschläge gibt, ist es gut möglich, dass der Name der neuen Region um den Begriff Aquitaine herum gebildet wird, wahrscheinlich mit einem vorangestellten Zusatz wie „grande“ oder “nouvelle“, und dagegen, so scheint es derzeit, gibt es keine heftigen Abstoßungsreaktionen. Vielleicht fällt aber ein noch nicht bekannter Vorschlag vom Himmel, sonst kann es gut bei Aquitaine mit Zusatz bleiben.

(B. Lasserre: Et si la région s’appelait en fait Aquitaine…in: SUDOUEST, 22. 12. 2015)

 

Weiterbau gesichert

Vor ein paar Wochen war richtig Sand im Getriebe der Finanzierung der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke der Bahn zwischen Tours und Bordeaux, wenn auch die Beteiligten beschwichtigt haben und Wert darauf legten, dass der Termin für die Inbetriebnahme der Strecke im Jahr 2017 nicht gefährdet sei. Jetzt hat das Bankenkonsortium, das die Finanzierung des milliardenschweren Bauvorhabens besorgt, eine neue Kreditlinie bewilligt, die der Gesellschaft Lisea, die federführend den Bau betreibt, 140 Millionen Euro bereitstellt, so dass die unterbrechungsfreie Fortsetzung der Bauarbeiten gesichert ist.

(J.-B. Gilles: Lisea a l’argent pour la poursuite des travauxin: SUDOUEST, 2.12.2015)

 

 

Der Weihnachtsmann ist nicht schreibfaul

Jedes Jahr erreichen den Weihnachtsmann in Frankreich mehr als 1 Million Zuschriften. 2014 waren es 1,2 Millionen Briefe und 123.600 Emails. Klar, dass der Weihnachtsmann, auch wenn er einiges in seinem Repertoire hat, was andere nicht können, die nicht alle eigenhändig und allein beantworten kann. Er hat Helfer, und die sitzen traditionsgemäß in einem Postamt in Libourne. Das ist, ohne dass man recht erklären könnte, warum gerade Libourne gewählt wurde, seit 1962 so und inzwischen arbeiten sich rund 60 Angestellte durch die ankommenden Briefgebirge, damit auch alles fein säuberlich beantwortet ist, wenn die Weihnachtstage da sind. Mittlerweile kommen Briefe und Emails aus 140 Ländern, die alle beantwortet werden, soweit möglich in der Sprache der Schreiber. Die Mitarbeiter, die alles das besorgen, sagen von sich, dass sie ihre Arbeit überaus gern verrichten, und einige von ihnen gehören schon seit Jahren zum festen Bestand. Die Frage, ob es den Weihnachtsmann wirklich gibt stellt man in seinem Sekretariat in Libourne nicht, denn wie kann jemand, der nicht existiert, eine Briefadresse haben, oder?

(in: SUDOUEST,22. 12.2015)

 

Festtagsbudget

Eine Untersuchung des Cabinet Deloitte enthüllte, was die Franzosen in diesem Jahr für Weihnachten und die Silvesterfeiertage ausgeben werden. Der dafür angesetzte Betrag beläuft sich im Mittel auf 587 Euro, von denen 184 Euro für feste und flüssige Nahrung, 360 für Geschenke und 43 Euro fürs Ausgehen vorgesehen sind. 37,7% der Aufwendungen für Geschenke werden über das Internet abgewickelt gegenüber 33% im Vorjahr. Mehr als 60% der Käufe werden in Geschäften getätigt, davon 45% in hypermarchés.  Bei den Geschenken steht auf den Wunschzetteln ganz oben Geld (45%) vor Büchern (37%), Geschenkgutscheinen (34%), Süßigkeiten (31%) und Kleidungsstücken bzw. Schuhen (30%). Bei den Geschenken ist der größte Teil der Ausgaben mit mehr als 25% für die eigenen Kinder und 13% für den Partner bestimmt, wobei der Wert der Geschenke sich bei den Kindern von 31,1 Euro im Vorjahr auf 42,5 Euro in diesem Jahr erhöht hat. Eigenartig, dass in diesem Kontext weder die Rolle des Weihnachtsmanns noch die des Christkinds evaluiert worden sind, womöglich haben die Rechercheure da ihren eigenen Vorurteilen Tribut gezollt.

(Fêtes de fin d’année, in_SUDOUEST, 20. Dez. 2015)

Noch eine Schweinerei

Wenn vom allgemeinen Stimmrecht gesprochen wird, ist wohl meist alles klar, zumindest weiß man, dass man das nicht wörtlich nehmen darf, weil es ja schließlich Ausnahmen gibt, so z.B. für Minderjährige, Ausländer, und wer sonst noch alles von den Urnen ferngehalten werden soll. In einem Wahllokal in Bidart im Baskenland gab es bei der zweiten Runde der Regionalwahlen weiteren Bedarf, darüber nachzudenken, wem das allgemeine Stimmrecht zu versagen sei. Dort drängte nämlich ein kapitales Schwein, diesmal ausnahmsweise keins von der wilden Fraktion der Borstenviecher, in das Stimmlokal und dokumentierte Interesse an den Dingen, die dort um die Wahlurnen herum abliefen. Die Wahlkommission brauchte nur Bruchteile von Sekunden für den Befund, dass der mit einem beeindruckenden Charakterkopf und reichlich dimensionierter Körperfülle ausgestattete unerwartete Besucher das Lokal zu verlassen hätte, und zwar umgehend. Der dachte jedoch gar nicht daran, zumindest war er Argumenten nicht zugänglich. So wurden schließlich die Ordnungshüter gerufen, denen es schließlich unter beträchtlichem körperlichen Einsatz gelang, das korpulente Schwein aus dem Wahllokal zu drängen. Und da hört leider die Berichterstattung auf. Schade, denn es wäre doch interessant gewesen zu erfahren, wer hinter diesem Angriff auf die republikanische Ordnung steckte und ob es womöglich ein Bekennerschreiben gab. Kaum auszudenken, was da noch alles herausgekommen wäre.

(Au suffrage très universel, in: SUDOUEST, 20. 12. 2015)

 

Sicherheitsschleusen

Nach dem nur durch glückliche Umstände entschärften terroristischen Anschlag im Thalys Amsterdam-Paris vom August dieses Jahres hat die französische Regierung verfügt, dass die Zugänge zu den Bahnsteigen, auf denen Thalys verkehren, durch Sicherheitsschleusen abgeriegelt werden. Die ersten sind jetzt eingebaut, so dass sie ab kommendem Sonntag in Betrieb gehen können. Vorerst sind nur die französischen Bahnhöfe an der Strecke (Lille und Gare du Nord in Paris) damit ausgestattet, aber die zuständige Ministerin geht davon aus, dass auch die belgischen, niederländischen und deutschen Bahnverwaltungen ähnliche Vorkehrungen treffen sollten. Dazu wird es aber wohl nicht sofort kommen, zumal längst nicht ausgemacht ist, wie sich die Sicherheitsschleusen auf den Fahrgastverkehr auswirken. Von französischer Seite meint man, die Schleusen würden die Reisenden kaum aufhalten, es sei aber anzuraten, zwanzig Minuten vor Abfahrt des Zuges vor Ort zu sein. Die Vereinigung der französischen Bahnbenutzer ist strikt gegen diese Maßnahme, weil sie durch die unvermeidlichen Ansammlungen von Reisenden vor den Schleusen Terroristen geradezu anzögen. Außerdem sei mit erheblichen Verzögerungen, namentlich bei starkem Verkehrsaufkommen, zu rechnen. Es wird abzuwarten sein, wie sich die Schleusen in der Praxis bewähren.

(Les portiques du Thalys équiperont-ils toutes les gares ? in: SUDOUEST, 18. 12. 2015)

Schuldenbilanz

Das Journal du net hat sich die Zahlen über die Schuldenlasten der Gemeinden Frankreichs besorgt und veröffentlicht. Dabei kam heraus, dass die Kommunen in Frankreich im Jahre 2014 mit der erklecklichen Summe von 63,4 Milliarden Euro in der Kreide standen. Wenn man auf die absoluten Zahlen schaut, liegen erwartungsgemäß die einwohnerstärksten Gemeinden an der Spitze, die natürlich von Paris mit 4,179 Milliarden Euro weit vor Marseille mit 1,852 Milliarden Euro eingenommen wird. Danach folgen Levallois-Perret, Nizza, Lyon, Lille und Saint-Etienne. Bordeaux nimmt den zehnten Platz ein mit einer Gesamtschuld von 284.414.000 Euro. Wenn man die Verschuldung in Beziehung setzt zur Einwohnerzahl, dann landet Bordeaux in der Gruppe der Kommunen, denen man zumindest nicht nachsagen kann, dass sie blind und hemmungslos Geld ausgegeben haben, das man eigentlich nicht hatte. Unter den Gemeinden Aquitaniens hat Dax mit 2.297 Euro pro Einwohner den höchsten Stand, gefolgt von Biarritz mit 1411 und Bayonne mit 1362 Euro. Bordeaux landet auf dem 7. Platz mit 1160 Euro. Schlusslichter in dieser Rangskala sind Mérignac mit 169 und Pessac mit 162 Euro pro Einwohner.

(P.-Y. Crochet: Quelles sont les villes du Sud-Ouest les plus endettées ? in: SUDOUEST, 18. Dez. 2015, Abend-Ausg. (Internet)

Die durchschnittliche Schuldenlast pro Einwohner aller Gemeinden Frankreichs lag 2014 übrigens bei 951 Euro. Ziemlich weit am Schluss der Liste rangiert Grayan-et-l’Hôpital mit 176 Euro pro Einwohner.

(http://www.journaldunet.com/business/budget-ville/grayan-et-l-hopital/ville-33193)

 

 

Familie

Eins ist sicher: der Klapperstorch spielt für französische Familien auch heute noch die Rolle, die er vor Generationen innehatte. Aber sonst hat sich einiges geändert im Familienleben in Frankreich. Nach wie vor ist das am weitesten verbreitete Familienmuster dasjenige, bei dem Vater, Mutter und Kinder unter einem Dach leben. Der größte Teil der Bevölkerung lebt wenigstens einmal im Leben in einer Paarbeziehung. Zwei von drei Erwachsenen leben derzeit in einer derartigen Beziehung: davon 73% sind verheiratet, 4% sind „pacsés“, d. h. sie leben in einer vertraglich  abgesicherten Zweierbeziehung ohne Trauschein, und 23% leben einfach so zusammen ohne alle Formalitäten. 96% der Paare führen einen gemeinsamen Haushalt, 4% tun das nicht. Die Paare ziehen immer später unter ein gemeinsames Dach. Bei den zwischen 1948 und 1967 Geborenen lebten 67% vor dem Alter von 25 Jahren als Paare, bei den dreißig Jahre später Geborenen sind es nur noch 58%. Es wird immer häufiger, dass Menschen in ihrem Leben in mehreren Paarbeziehungen nacheinander leben. Dennoch leben drei von vier Kindern zusammen mit ihren Eltern. In den Haushalten, in denen wenigstens ein Kind lebt, sind 70% zusammengesetzt aus Vater, Mutter und Kind(ern), auch wenn die Eltern nur zur Hälfte miteinander verheiratet sind. Der Anteil der Haushalte, in denen nur ein Elternteil mit Kind(ern) lebt, ist von 16% der Familien im Jahre 1999 auf derzeit 20% angestiegen. In 85% der alleinerziehenden Haushalte leben Mütter mit Kind(ern), davon 40%  unter der Armutsgrenze. Die Zahl der Scheidungen, die von 1993 bis 1996 im Jahresdurchschnitt bei 155.000 lag, ist angestiegen auf derzeit 253.000. Es gibt berechtigten Anlass dazu, nicht alles, was früher war, besser zu finden, aber mit Blick auf die Familien ist sicher fragen, ob der Zug der Zeit in eine bessere Richtung geht.

(Scènes de la vie familiale des Français d’aujourd’hui, in: SUDOUEST, 17. 12. 2015)

 

 

Die Zahl des Tages

Das französische Innenministerium hat bekannt gegeben, dass der Front national beim zweiten Durchgang der Regionalwahlen am 13. Dezember einen neuen Rekord aufgestellt hat, denn bei dieser Gelegenheit haben 6,82 Millionen Franzosen ihr Kreuzchen auf einer Liste des Front national gemacht. Der bisherige Rekord war beim ersten Durchgang der Regionalwahlen am 6. Dezember aufgestellt worden, als 6,01 Millionen Franzosen ihre Stimmen dem Front national gegeben hatten. Trotz der vielerorts zu hörenden Stimmen der Erleichterung darüber, dass der Front national am 13. Dezember hinter seinen eigenen Erwartungen zurückgeblieben ist, sollte aber registriert werden, dass immer mehr Franzosen ihre Stimme dieser weit rechtsaußen positionierten Partei geben.

(LE CHIFFRE DU JOUR, in: SUDOUEST, 15. 12. 2015)

 

 

Ausblick auf 2017

Die Franzosen haben gerade die Regionalwahlen hinter sich gebracht, da werden schon die ersten Prognosen für die im Jahr 2017 anstehenden Präsidentschaftswahlen angestellt. Dabei interessiert nicht zuletzt die Frage, ob man eine Präsidentin Marine Le Pen befürchten muss oder nicht. In einer von TNS Sofres-OnePoint organisierten Erhebung wurde gefragt, wie viel Prozent der Wähler sich für zwei verschiedenen Kandidatenlisten entscheiden würden.

In der ersten Liste waren vertreten Nicolas Sarkozy, François Bayrou, Marine Le Pen und François Hollande. Hier würden sich beim ersten Wahlgang 26% für Marine Le Pen, 24% für Nicolas Sarkozy und nur 19% für François Hollande entscheiden, der damit beim zweiten Durchgang nicht mehr antreten könnte.

Bei einer Kandidatenliste Alain Juppé, Marine Le Pen, François Hollande würde im ersten Durchgang Alain Juppé 31% der Stimmen erhalten vor Marine le Pen mit 28%. Auch hier würde François Hollande auf dem dritten Platz mit 20% landen. In beiden Konstellationen würde also der gegenwärtige Präsident nicht wiedergewählt. Und in beiden Fällen würde im zweiten Wahlgang Marine Le Pen deutlich geschlagen. Falls Nicolas Sarkozy zur Wahl stehen sollte, bekäme er im zweiten Durchgang 62% der Stimmen, während Alain Juppé Aussicht auf 70% hätte. Je nach Temperament kann man sich bei diesen Prognosen beruhigen oder auch nicht. Nicht wegzudiskutieren ist aber, dass der Stimmenanteil des Front national um oder sogar deutlich über 30% liegen dürfte.

(Sudouest.fr: Sondages : en 2017, François Hollande serait éliminé dès le premier tourin: SUDOUEST, 15. 12. 2015, 19.09h, Internet-Ausg.

 

Regionalwahlen 2015, 2. Durchgang im Médoc

Während im ersten Durchgang der Regionalwahlen 2015 im Médoc die Liste des Front national mit einem Vorsprung von 1.452 Stimmen den ersten Platz belegt hatte, hat im zweiten Durchgang die Liste der Linken mit einem Vorsprung von 2.284 Stimmen die Spitzenposition errungen. Wenn man die Ergebnisse des südlichen und des nördlichen Médoc gegenüberstellt, dann nimmt im nördlichen Teil der Halbinsel der Front national immer noch die erste Position ein, doch ist der Vorsprung auf 97 Stimmen geschrumpft.

(J. Lestage : La gauche repasse devant le FN, in : SUDOUEST, 14. 12. 2015)

Einzelergebnisse im Médoc :

Grayan : 295 Stimmen für die Linke, 250 für Konservative/Zentrum, 181 für den Front national

Lesparre: 738 Stimmen für den Front national, 692 für die Linken, 532 für Konservative/Zentrum

Soulac: 595 Stimmen für Konservative/Zentrrum, 450 für die Linke, 362 für Front national

Vendays-Montalivet: 439 Stimmen für die Linke, 373 für Konsevative/Zentrum, 305 fürFront national

Vensac: 171 Stimmen für die Linke, 164 für Front national, 116 Front national

 

 

 

Regionalwahlen 2015, 2. Durchgang

Nach Auszählung eines großen Teils der Stimmen steht fest, dass bei einer gegenüber dem ersten Wahlgang fühlbar angestiegenen Wahlbeteiligung um rund 10% der Front national, der nach dem ersten Durchgang in sechs Regionen den ersten Platz eingenommen hatte, in keiner der Regionen diesen Spitzenplatz verteidigen konnte und demzufolge sich nicht den vom Wahlsystem vorgesehenen Bonus von 25% der zu vergebenden Sitze sichern konnte, der an die Liste geht, die die meisten Stimmen auf sich vereinigen kann.

Der Gewinner des zweiten Durchgangs sind zweifellos die Verbündeten aus Konservativen und Zentrum, die es frankreichweit auf gut 40% der Stimmen gebracht haben, während Linke und Front national mit jeweils knapp 30% etwa gleichstark eingekommen sind.

In sieben Regionen haben die mit dem Zentrum verbündeten Konservativen den ersten Platz und damit die absolute Mehrheit der zu vergebenden Sitze in den Regionalversammlungen an sich gebracht, währen die verbleibenden fünf Regionen an die Linke gegangen sind. ,

In der Region AQUITAINE LIMOUSIN POITOU-CHARENTES haben bei einer Wahlbeteiligung von 57,88% 44,07% der Wähler ihr Kreuzchen bei der Liste der Sozialisten gesetzt, vor 33,98% für die Spitzenkandidatin der Konservativen und des Zentrums. Die Liste des Front national musste sich mit 21,95% der Voten zufrieden geben.

Im Departement Gironde sind 57,13% der Wahlberechtigten zu den Urnen gegangen und haben dort mit 46,50% der Stimmen dem Kandidaten der Sozialisten A. Rousset die meisten Stimmen gegeben, vor 31,77%, die für V. Calmets, der Repräsentantin der Konservativen und des Zentrums gestimmt haben, während sich der Spitzenkandidat des Front national mit 21,73% der Stimmen zufrieden geben musste.  

(SUDOUEST.fr. : DIRECT Régionales 2015 : suivez la soirée du deuxième tour, in : SUDOUEST, 13. Dez. 2015, Internetausg.)

Mehr zum Wahlsystem der Regionalwahlen: Klick

 

 

Hochspannung

Vor dem zweiten und entscheidenden Durchgang der Regionalwahlen in Frankreich am 13. Dezember werden die Ergebnisse letzter Umfragen publiziert, und die sind, wenigstens teilweise, eher beruhigend. Denn danach sieht es so aus, als ob der Front national in keiner der Regionen den ersten Platz belegen wird. In der Region NORD-PAS-DE-CALAIS-PICARDIE, in der Marine le Pen die Liste des Front national anführt, wollen ihr nur 47% der Wähler die Stimme geben, während der Kandidat der Liste, die Konservative und Zentrum vereint, auf 53% der Stimmen rechnen kann. Nach dem französischen Wahlsystem ist damit für diese Liste eine absolute Mehrheit der Sitze zu erwarten. In der zweiten Hochburg des Front national, der Region PROVENCE-ALPES-CÔTE D’AZUR, geben 51% der Wähler an, dass sie ebenfalls für die Mitte-Rechts-Liste stimmen werden, während der Front national sich mit 49% der Stimmen begnügen muss, was ebenfalls bedeuten würde, dass die absolute Mehrheit der Sitze an die Gemeinschaftslisten von Konservativen und Mitte gehen würde. In den übrigen Regionen sind die Dinge weniger spannend, wenn es um die Frage nach dem Ergebnis des Front national geht, da dort nach menschlichem Ermessen die Entscheidungen zwischen Linken und Konservativen fallen. Noch nicht ausgemacht ist hingegen, wie das Rennen zwischen Linken und Konservativen ausgehen wird, aber das wird man am Abend des 13. Dezember wissen. Dann wird man auch wissen, ob die letzten Umfragen ein zuverlässiges Bild der Wählerentscheidungen gezeichnet haben oder nicht.

(A. Zennou : Ce que disent les derniers sondages avant le second tour des régionales, in: Le Figaro, 11.12. 2015, 8.36h, Internet-Ausg.)

 

 

Rodin in neuen Händen

Die Skulptur Éternel Printemps von Auguste Rodin, die in Arcachon zur Versteigerung kam, hat, nicht unerwartet, einen neuen Besitzer. Der musste 156.000 Euro hinlegen für den 1944 angefertigten Abguss und kann nun mit ihm machen, was er will. Über das weitere Schicksal des Kunstwerks weiß man noch nichts, da der neue Besitzer nicht wollte, dass sein Name genannt wird. Ebenfalls im Dunkeln ist,  ob der Éternel Printemps in einem Museum der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird oder nur den neuen Besitzer erfreuen soll.

(156 000 euros pour le bronze de Rodin, in: SUDOUEST, 6. 12. 2015)

 

Unfallstatistik

Auf den Straßen Frankreichs sind im November 2015 3,6% mehr Todesopfer zu beklagen gewesen als im Vorjahresmonat. In den ersten 11 Monaten dieses Jahres wurden 2,1% mehr Verkehrstote gezählt als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

(Sécurité routière, in: SUDOUEST, 11. 12. 2015)

 

Rückwärtsgang

Frankreich gehört zu den Ländern in Europa, in denen die meisten Diesel-Pkw zu finden sind. Über 60% der zur Zeit zugelassenen Autos kommen mit dem noch relativ preisgünstigen Kraftstoff aus. Der Drang zum Dieselmotor ist dabei erst relativ spät gekommen, nachdem die technische Entwicklung sich der Optimierung der Dieselantriebe für den Betrieb in Pkw zugewandt hatte. In Frankreich hatten 1970 nur 1,8% der zugelassenen Autos Dieselmotoren. Zur Zeit scheinen sich die Autokäufer in Frankreich jedoch vom Diesel abzuwenden, zumindest sind die diesbezüglichen Verkaufszahlen rückläufig. Diese Entwicklung hat schon vor den aktuellen Diskussionen um die Schadstoffwerte eingesetzt, doch scheint sie dadurch etwas beschleunigt zu sein. In den ersten zehn Monaten des Jahres 2015 wurden nur 57,8% Dieselfahrzeuge zugelassen gegenüber 64,3% in demselben Zeitraum des Vorjahres. Bis 2020  erwarten die Experten, dass der Dieselanteil in Frankreich auf rund 50% zurückgehen wird. Dabei wird die vom Staat angekündigte Reduzierung der steuerlichen Entlastung der Dieselkraftstoffe neben anderen Faktoren eine Rolle spielen.

(P. Tillinac: Le diesel passe la marche arrière, in : SUDOUEST, 10. Dez. 2015)

 

 

Airbus: über 1000 Bestellungen

Im beinharten Konkurrenzkampf der beiden größten Flugzeughersteller der Welt hat Airbus beri den Auftragsbüchern die Nase deutlich vorn, denn Airbus konnte seit Beginn dieses Jahres 1007 Bestellungen verbuchen, während es bei Boeing nur zu 568 reichte. Bei den Auslieferungen platzierte sich hingegen Boeing mit seit Jahresbeginn ausgelieferten 709 Flugzeugen vor Airbus mit 556 Ablieferungen. In den Auftragsbüchern liegt bei den Langstreckenflugzeugen Boeing vorn, während Airbus die erste Position bei den Flugzeugen mittlerer Reichweite hält. In den Auftragsbüchern von Airbus stehen mittlerweile 6.837 Flugzeuge, deren Auftraggeber bis zu zehn Jahre auf die Lieferung ihrer Bestellung warten müssen.

(Sudouest.fr: Airbus franchit le cap des 1000 commandes, in : SUDOUEST, 7.12. 2015, 17.20h Internet-Ausg.

 

Wahlbündnis zwischen Sozialisten und Grünen

In der Region Aquitaine/Limousin/Poitu/Charentes ist für die zweite Runde der Regionalwahlen nach zähen Verhandlungen ein Wahlbündnis und eine Art Regierungsprogramm zwischen Sozialisten und Grünen ausgehandelt worden. Als einer der Knackpunkte der Verhandlungen erwies sich die Zuteilung der nach dem gegenwärtigen Stand zu erwartenden 102 Sitze (von insgesamt 185), auf die sich die kombinierte rosa/grüne Liste Hoffnungen machen kann. Die Grünen beanspruchten anfangs 31 Sitze, mussten sich aber mit 17 zufrieden geben, wobei sie immer noch ein gutes Geschäft machen dürften. Bei den programmatischen Abmachungen haben sich beide Seiten wohl zu Konzessionen bequemen müssen, doch wird abzuwarten sein, was im Detail ausgehandelt wurde. Im übrigen gilt auch hier, dass man das Fell des Bären erst verteilen kann, wenn er erlegt ist. Anders als bei der Bärenjagd kann man aber hier mit dem Tag des zweiten Urnengangs am 13 Dezember 2015 ein Datum angeben, an dem die Unsicherheiten beendet sein werden.

(B. Lasserre: Socialistes et Verts prêts à gouverner ensemble, in: SUDOUEST, 8. 1. 2015)

 

Rechtsrutsch im Médoc

Die Entscheidung der Wähler des Médoc weicht deutlich ab von den Ergebnissen im übrigen Departement Gironde, wo die Sozialisten 33,21% der Stimmen auf sich vereinigen konnten, vor den Konservativen, die es auf 25,8% gebracht haben und dem Front National mit 25,17% der Stimmen.

Im  Médoc liegt die Liste des Front national mit 33,66% der Stimmen an der Spitze, vor den Sozialisten mit 29,25%. Auf dem dritten Platz landete die Liste der Konservativen/Zentrum mit 32,21%.

Interessant sind die Unterschiede zwischen dem nördlichen und dem südlichen Médoc. Im nördlichen Teil der Halbinsel hat der Front national seine besten Ergebnisse. Von den 52 Gemeinden des Médoc haben in 39 Kommunen die Wähler die meisten Kreuze bei der Liste des Front national gemacht.

(J. Lestage: Le Médoc, terre d’extrême droite, in : SUDOUEST, 7. 12. 2015)

 

Ergebnisse einzelner Gemeinden des Médoc :

Sant Vivien: Front National (FN): 39,27%, Sozialisten, Konservative: 20,49%

Soulac: Konservative: 33,89%, Front national 28,23%, Sozialisten 25,04%

Vendays-Montalivet: Front national 30,66%; Sozialisten 29,42%, Konservative, 26,03%

Vensac: FN 39,19%, Sozialisten, 29,26%, Konservative: 17,30%

Lesparre: FN: 42,02%, Sozialisten 24,80%, Konservative: 20,17%

 

 

Regionalwahlen 2015, 1. Durchgang

In ganz Frankreich hat der Front National (FN) es auf ein Ergebnis nahe bei 30% gebracht, vor den Konservativen mit etwa 27% und den Sozialisten mit etwas weniger als 24%. Auch wenn die Entscheidungen erst im zweiten Wahlgang am kommenden Sonntag fallen, ist schon jetzt klar, dass die Wähler einen kräftigen Ruck nach rechts gemacht haben.

In der Region Aquitaine landeten die Sozialisten im ersten Durchgang mit 30,09% der Stimmen auf dem ersten Platz, vor den Konservativen, mit 26,83% und dem Front national mit 23,92%.

Im Departement Gironde haben die Sozialisten mit A. Rousset an der Spitze 33,21% der Stimmen auf sich vereinigen könne, vor den Konservativen unter V. Calmels, die es auf 25,8% gebracht haben und dem  rechtsaußen positionierten Front National mit 25,17% der Stimmen. Dahinter kommen auf Position vier mit großem Abstand und 4,76% die Grünen und weitere kleine Parteien. Dabei lag die Wahlbeteiligung knapp über 50%, was für Wahlen dieser Art allerdings nicht unüblich ist.

In Grayan lag die Wahlbeteiligung mit 57,76% überdurchschnittlich hoch. Hier bekamen die Sozialisten 32,34% der Stimmen vor dem Front national mit 29,04% und den Konservativen mit 21,29%.

(korrigiert am 7. 12. 2015, 8.38h)

(http://elections.sudouest.fr/sora_elections_web/pAccueilReg?ele=54&edi=88&the=so&tou=1&tzo=commune&czo=33193&mzo=r75)

 

 

 

Seltene Gelegenheit

Passsend zur Jahreszeit, in der manch einer auf der Suche nach einem ganz besonderen Weihnachtsgeschenk ist, kommt die Nachricht, dass in Arcachon am ersten  Dezembersamstag eine Skulptur des Meisters Auguste Rodin zur Versteigerung kommt. Es handelt sich um ein besonders berühmtes Exemplar, den „Ewigen Frühling (Éternel Printemps), den Rodin im Jahre 1884 geschaffen hat. Diese Skulptur hat eine unverkennbare thematische Ähnlichkeit mit dem „Kuss“ (Le baiser) von Rodin, kann aber eigentlich damit nicht verwechselt werden. Das Exemplar des Éternel Printemps, das jetzt zur Versteigerung gelangt, stammt aus einer kleinen Serie von 12 Abgüssen aus dem Jahre 1944, das seit 1945 im Besitz der Familie ist, die sich jetzt von dem guten Stück trennen will. Interessenten, die willens sind, sich einen echten Rodin ins Wohnzimmer zu stellen, sollten vorher einen intensiven Blick auf ihr Bankkonto werfen, denn der geschätzte Wert des Èternel Printemps liegt zwischen 120.000 und 150.000 Euro, was aber niemand schrecken sollte, der weiß, dass es schon immer etwas teuerer war, einen besonderen Geschmack zu haben.

(B. Dubourg: Rodin aux enchères, in: SUDOUEST, 4. 12. 2015)

 

 

Autobahnmaut 2016

Gegen Jahresende wird in Frankreich für gewöhnlich eine Diskussion über die Höhe der Autobahnmaut für das kommende Jahr geführt, bei der meistens herauskommt, dass die Gebühren fühlbar steigen werden. Für 2016 gibt es noch keine gesicherten Zahlen, aber Meldungen, nach denen die Betreibergesellschaften eine Erhöhung von mehr als 1% der geltenden Tarife durchsetzen wollen. Die zuständige Ministerin hat ausgeschlossen, dass es eine Erhöhung in der genannten Größenordnung geben werde, doch ist noch nicht ausgemacht, ob die Meinung der Ministerin hier den Ausschlag gibt oder ob die zwischen dem Staat und den Betreibergesellschaften der Autobahn bestehenden Verträge sich als stärker erweisen. Autofahrer, die im kommenden Jahr die französischen Autobahnen nutzen wollen, sind sicher gut beraten, wenn sie mehr Geld für die Mautzahlungen einstecken als sie 2015 zahlen mussten.

(Péages : la hausse gêne le gouvernement, in: SUDOUEST, 2. Dez. 2015)

 

 

 

Regionalwahlen

Am 6. und 13. Dezember 2015 finden in Frankreich Wahlen statt, bei denen die Zusammensetzung der 14 conseils régionaux des Mutterlands und der Überseegebiete bestimmt wird. Der conseil régional ist die parlamentarische Vertretung einer Region, deren Kompetenzen namentlich auf dem Gebiet der Wirtschaft liegen. Die Regionen wiederum sind politisch-administrative Institutionen, die mehrere Departements zusammenfassen. Auch wenn diese Regionen damit beträchtliche Größen erreichen können, kann man sie nicht mit den Ländern der Bundesrepublik Deutschland vergleichen, weil ihnen z.B. die Kompetenz der Gesetzgebung für ihren Zuständigkeitsbereich fehlt, den deutsche Länder haben.

Die Mitglieder der conseils régionaux werden für sechs Jahre nach dem allgemeinen direkten Wahlrecht bestimmt. Diese Wahlen werden erstmals nach der Neuordnung der Regionen vom Januar 2015 durchgeführt, um den neu zugeschnittenen Regionen einen neuen conseil régional zu geben. Die neue Region im Südwesten heißt, wenn nicht noch ein weniger langer Name gefunden werden sollte, bis auf weiteres Aquitaine-Limousin-Poitou-Charentes. Nach den zuletzt durchgeführten Umfragen wir es hier ein Kopf-an-Kopf–Rennen zwischen Sozialisten und Konservativen geben, für die die Befragten 39 bzw. 37% der Stimmen abgeben wollen. Der rechtsaußen positionierte Front National kann sich danach Hoffnung machen auf 24% der Stimmen. Im nationalen Vergleich wird der Front national damit in der neuen Region im Südwesten Frankreichs nur mäßigen Erfolg haben. Seine Hochburgen hat er in den Regionen Nord-Pas-de-Calais-Picardie, wo er nach dem gegenwärtigen Stand auf 44% der Stimmen rechnen kann, und in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur, wo sich 43% der Befragten für den Front national ausgesprochen haben.

(B. Lasserre: Rousset-Calmels, rien n’est encore joué,  in: SUDOUEST, 29. 11. 2015)

 

 

 

Beflaggung

Der Aufruf von Präsident Hollande an die Franzosen, am Tag des Gedenkens an die Terroropfer die französische Nationalflagge aufzuziehen, hat bei einem großen Teil der Bewohner des Departements Gironde nur begrenzte Resonanz gefunden. Zwar meldeten die wenigen Geschäfte, in denen die Trikolore zu kaufen war, weit überdurchschnittliche Umsätze, doch zeichnete eine Umfrage des SUDOUEST ein davon abweichendes Bild. Danach erklärten 54% der Befragten, sie wollten an ihrem Haus oder ihrer Wohnung die Trikolore nicht zeigen, wobei die Begründungen, soweit sie überhaupt gegeben wurden, ein großes Spektrum unterschiedlichster Einstellungen erkennen ließen.

(La Rédaction Gironde: Le drapeau flotte un peu, in SUDOUEST, 27. 11. 2015)

 

 

Kraftstoffpreise

Nachdem in Frankreich das Problem der Besteuerung der Kraftstoffe in den letzten Monaten mehrfach in der Diskussion war, scheinen sich jetzt konkrete Konturen abzuzeichnen. Danach wird die Steuer auf Dieselkraftstoffe vom nächsten Jahr an um 3,5 Cent pro Liter erhöht. Bei den Benzinpreisen wird die Steuer um 2 Cent pro Liter angehoben. Lediglich Kraftstoffe, die mindestens 10% Bioethanol enthalten werden etwas billiger, um einen Cent pro Liter. Noch sind die letzten Entscheidungen nicht gefallen, aber es dürfte davon auszugehen sein, dass der französische Staatshaushalt 2016 keine Spielräume enthält, die die steuerliche Belastung der Autofahrer verringern.

(P. T.: La baisse de la taxe sur l’essence remise en cause, in: SUDOUEST, 27.11. 2015)

 

 

Mehraufwand für Sicherheit

Die französische Regierung plant, im nächsten Jahr 600 Millionen Euro für die Stärkung der öffentlichen Sicherheit auszugeben. Damit sollen für die Polizei, die Gendarmerie und auch die Justiz Mittel bereitgestellt werden, die den Kampf gegen den Terrorismus stärken sollen. So sollen 3150 neue Stellen bei der Polizei und der Gendarmerie geschaffen werden. 220 Millionen Euro sollen verwendet werden, um die technische Ausstattung der Sicherheitskräfte zu modernisieren. Im einzelnen sollen 2.000 neue Fahrzeuge angeschafft und die Einrichtungen der Videoüberwachung auf den neuesten Stand gebracht werden. Weiter sollen Mittel bereitgestellt werden, um die Ausstattung der Sicherheitsorgane mit Computern effizienter zu machen. Bei der Justiz wird des ebenfalls neue Stellen geben, die ersten 1302 schon im nächsten Jahr. Die geplanten Mehrausgaben sollen nicht dazu führen, dass das Ziel der Einhaltung der von der EU tolerierten Neuverschuldung (3% vom BSP) überschritten wird, wobei freilich schlüssige Belege dafür, dass das wirklich gelingen wird, noch ausstehen.

(C. Pluyette: 3150 nouveaux postes en 2016 dans la police et la gendarmerie nationale, in : Le Figaro, 26. 11. 2015, 19.27h, Internet-Ausg.)

 

 

Flugzeugträger Charles de Gaulle

Der Flugzeugträger Charles de Gaulle hat seine Basis Toulon verlassen und eine Stellung im östlichen Mittelmeer bezogen, von wo aus er seine Flugzeuge einsetzen kann im Kampf gegen den sogenannten islamischen Staat. Auf der Charles de Gaulle sind 26 Flugzeuge stationiert (18 Rafale und 8 Super Étendard), die unmittelbar nach Eintreffen im Einsatzgebiet schon erste Angriffe gegen Hochburgen des Islamischen Staates geflogen haben. Durch die Verlegung der Charles de Gaulle kann Frankreich nunmehr 38 Flugzeigen im Kampf gegen die Terroristen des Islamischen Staats einsetzen. Vor der Ankunft des Flugzeugträgers verfügten die französischen Streitkräfte im Kampf gegen den Islamischen Staat nur über 12 Flugzeuge, die zur Hälfte von einer Basis in Jordanien und zur Hälfte von einer Basis in den Vereinigten Arabischen Emiraten aus operierten.

(SUDOUEST.fr und AFP: Irak : le porte-avions Charles de Gaulle en action, des frappes menées contre Daesh, in : SUDOUEST,Internet-Ausg., 23. Nov. 2015)

 

 

 

Feuer auf Kreuzfahrtschiff

Auf dem unter französischer Flagge fahrenden Luxus-Kreuzfahrtschiff Le Boréal ist am 18. November 2105 in der Nähe der Falklandinseln ein Feuer im Maschinenraum ausgebrochen, das mit Bordmitteln nicht bekämpft werden konnte. Daraufhin hatte der Kapitän des erst 2010 gebauten Schiffs die Evakuierung angeordnet, die dazu führte, dass alle 347 Passagiere und Besatzungsmitglieder des Schiffes gerettet werden konnten. An der Rettungsaktion waren ein Patrouillenschiff und vier Hubschrauber beteiligt, die auf den zu Großbritannien gehörenden Falklandinseln stationiert sind. Auch das Schwesterschiff der Le Boréal unterstützte die Bergungsarbeiten. Die Le Boréal ist von zwei Schleppern auf den Haken genommen worden. Sie ist auf dem Weg zu einem Hafen der Falklandinseln, wo der Schaden untersucht werden soll.

(http://www.blick.ch/news/ausland/feuer-im-maschinenraum-passagiere-von-kreuzfahrtschiff-le-boreal-evakuiert-id4376688.html

http://www.schiffsjournal.de/britisches-verteidigungsministerium-veroeffentlicht-video-der-le-boreal-evakuierung/ )

Bilder der Le Boréal im Hafen von Le Verdon: Klick

 

 

Ausnahmezustand verlängert

Am Freitag, dem 20. November 2015, haben sowohl die Assemblée Nationale als auch der Sénat der Verlängerung des Ausnahmezustandes in Frankreich auf drei Monate zugestimmt.

Der Sénat erklärte sich einstimmig für die Verlängerung, in der Nationalversammlung stimmten bis auf sechs Abgeordnete alle dafür. Die Gegentimmen kamen von drei Sozialisten und von drei Grünen.

(Sudouest avec AFP: Etat d’urgence : pourquoi six députés ont voté contre, in : SUDOUEST, 20. 11. 2015, Abendausgabe und :

http://www.senat.fr/espace_presse/actualites/201511/etat_durgence_prorogation_du_dispositif_et_renforcement_de_ses_dispositions.html )

 

 

Mobilfunkfrequenzen

Die vier Großen im französischen Mobilfunkgeschäft haben ihe Kassen weit geöffnet und neue Mobilfunkfrequenzen im Frequenzbereich von 700 MHz ersteigert. Bouygues Télécom und SFR haben je ein Los ersteigert, für das sie je 466 Millionen Euro überweisen müssen. Orange und Free Mobile haben sich jeweils zwei Lose gesichert, wofür sie jeder 932 Millionen Euro zahlen müssen. Das 700 MHz-Band war bisher vom Fernsehen genutzt worden, es soll nun die Leistungsfähigkeit der Mobilfunkverbindungen erhöhen und unter anderem eine größere Reichweite für die Relaisstationen mit sich bringen. Wieweit das Auswirkungen haben wird auf die Mobiltelefonie im Médoc ist derzeit noch nicht einschätzbar.

(Les fréquences en or vendues 2,8 milliards aux opérateurs, in: SUDOUEST, 18. Nov. 2015)

 

 

 

Ausnahmezustand in Frankreich

Der französische Staatspräsident hat unmittelbar nach den Terrorattacken des 13. November 2015 den Ausnahmezustand verfügt. Diese sehr selten, zuletzt 2005, verhängte Maßnahme gilt zunächst für 12 Tage. Sie kann verlängert werden, wenn die Nationalversammlung dies beschließt.

Der Ausnahmezustand gibt den staatlichen Organen eine Reihe von Handlungsmöglichkeiten, die die Rechte der Bürger einschränken:

–        es können Ausgangssperren verfügt werden, um die öffentliche Ruhe wiederherzustellen,

–        die Bewegungsfreiheit von Personen und Fahrzeugen kann in bestimmten Bereichen und zu bestimmten Zeiten beschränkt werden,

–        in bestimmten Zonen kann der Aufenthalt von Personen reglementiert werden,

–        Personen, die die Tätigkeiten der staatlichen Organe behindern könnten, kann der Zugang zu einem Departement untersagt werden,

–        Personen, von denen eine Gefahr für die Öffentlichkeit ausgehen könnte, können unter Hausarrest gestellt werden,

–        Personen oder Gegenstände können dienstverpflichtet oder beschlagnahmt werden, wenn dies zur Aufrechterhaltung der Ordnung erforderlich erscheint,

–        Öffentliche Lokale oder Versammlungsstätten können vorübergehend geschlossen werden,

–        Zusammenkünfte, die die öffentliche Ordnung stören könnten, können verboten werden,

–        Besitzer von Waffen können verpflichtet werden, diese den staatlichen Organen zu übergeben,

–        Hausdurchsuchungen können bei Tag und Nacht durchgeführt werden (ohne den sonst erforderlichen richterlichen Beschluss),

–        Die Presse und die Medien können kontrolliert und überwacht werden

Gleichzeitig mit der Verhängung des Ausnahmezustandes wurde verfügt, dass an den Grenzen Frankreichs Personen, die nach Frankreich einreisen wollen, kontrolliert werden.

(L’Express.fr avec AFP : Etat d’urgence: quelles conséquences pour les Français?  Internet-Ausg., veröffentlicht14/11/2015 15:10h)

 

 

Leben auf Pump

Was Privatleute nur mit großen Schwierigkeiten lange durchhalten, können Staaten offenbar leicht: Mehr Geld ausgeben als man eigentlich in den Kassen hat, und dies über Jahre. Zu den Staaten, deren Einnahmen nicht ausreichen, die Ausgaben zu decken, gehören die meisten Länder der Europäischen Union, auch Frankreich. Das französisch-belgische Forschungsinstitut Molinari ist der Sache nachgegangen und hat ausgerechnet, dass Frankreich im laufenden Haushaltsjahr seit den Abendstunden des 9. November 2015 auf Pump lebt und Geld ausgibt, das den Schuldenberg des Landes, derzeit bereits 2.100 Milliarden Euro, weiter anschwellen lässt, kein Pappenstiel also. Um ihre Ergebnisse anschaulich zu machen, haben die Forscher des Instituts Molinari auf einem Kalender eingetragen, wann in diesem Jahr die Kassen in den 28 Ländern der EU leer waren und auf den Schuldenmodus umgeschaltet wurde oder wird. Den Anfang in dieser Liste machte Zypern, das am 12 Oktober den letzten Euro ausgeben konnte, der durch Einnahmen gedeckt war, am 19. Oktober folgte Portugal, am 24. Bulgarien, am 26. Kroatien und am 30. Oktober Spanien. Danach folgen schnell Slowenien (4. Nov.), Frankreich, 9. Nov., Großbritannien, (11. Nov.) und Finnland (12. Nov.). Das krisengebeutelte Griechenland muss erst am 21. November neue Schulden machen, gleichzeitig mit Ungarn und Italien. Die Luxemburger halten bis zum 26. Dezember durch, und dann haben in diesem Jahr 24 EU-Länder mehr Geld ausgegeben als sie eingenommen haben. Nur in vier Ländern reichen die Einnahmen länger als bis zum Ede des Haushaltsjahres am 31. Dezember: Estland kann seine Rechnungen bis zum 5. Januar 2016 aus Einnahmen aus dem Jahr 2015 begleichen, Litauen bis zum 8. Januar, Deutschland bis zum 9, Januar und Dänemark bis zum 12. Januar. Ein Blick auf die letzten Jahre zeigt, dass im Durchschnitt die Kassen der EU-Länder im Jahr 2006 23 Tage vor Jahresende leer waren, die größten Defizite gab es mit 72 Tagen im Jahre 2009. 2014 sind es  zwar im Durchschnitt weniger Tage, nämlich 37, die auf Pump finanziert wurden, immer noch mehr aber als vor der Krise.

(G. Errard: À partir de ce soir, la France va vivre à crédit, in: Le Figaro, 9. 11. 2015)

 

 

 

Besuch bei den Unsterblichen

Für gewöhnlich haben Journalisten keine Gelegenheit, Unsterbliche zu interviewen und deren Meinung zu diesem und jenem Problem in Erfahrung zu bringen. In Paris besteht diese Möglichkeit jedoch, wenn sie auch wegen des wenig öffentlichkeitsorientierten Auftretens der Hauptpersonen eher selten gegeben ist. Die Rede ist von der Académie Française, der 1635 Kardinal Richelieu, damals leitender Minister Ludwigs XIII., den Auftrag gab, über die französische Sprache zu wachen. Und dieser Aufgabe unterziehen sich die bis zu 40 Unsterblichen mit feierlichem Eifer, gestützt auf ein ehrwürdiges Zeremoniell, zu dem bei ihren offiziellen Zusammenkünften das Tragen einer kostbar gestickten Uniform gehört (für Männer, immer noch die Mehrheit in diesem Gremium, mit Schwert, für Frauen, je nach Temperament mit oder ohne). Nicht zur Schau gestellt, aber real vorhanden ist das Vermögen der Académie Française, das durch Stiftungen und Schenkungen auf inzwischen 1,5 Milliarden Euro angewachsen ist. Sichtbares Ergebnis der Aktivitäten der Académiciens ist ein voluminöses Wörterbuch der französischen Sprache, in dem jedermann sich darüber informieren kann, was in der französischen Sprache schicklich ist und was nicht. Aber auch die Académie Française geht mit der Zeit und bedient sich des Internets, allerdings ganz in der Linie des von Kardinal Richelieu geerbten Auftrags. Auch wenn man manche steife Förmlichkeit der Académie nicht mehr ganz zeitgemäß finden mag, sie hat ihre Verdienste nicht zuletzt in der Abwehr von unerwünschten sprachlichen Eindringlingen meist aus dem anglo-amerikanischen Sprachraum, die nahezu ohne Widerstand z.B. in den deutschen Wortschatz aufgenommen worden sind (Handy, Walkman und eine ganze Ladung sinnentleerter Werbefloskeln), für die in Frankreich Wörter gefunden wurden, die französischen Ursprungs sind und zudem eine verstehbaren Sinn haben.  

(J. Rousset: Académie française, le temple des mots, in: SUDOUEST, 2. Nov. 2015)

Die Académie Française im Internet:

http://www.academie-francaise.fr/dire-ne-pas-dire

http://www.academie-francaise.fr/dire-ne-pas-dire/neologismes-anglicismes

Mehr zum Phänomen der französichen Variante der Unsterblichkeit: Klick

 

 

Neu bei Médoc actif:

http://www.medoc-actif.eu/culture/tam-tam-pauillac.html

http://www.medoc-actif.eu/culture/musicos-fadas.html

http://www.medoc-actif.eu/services/infos.html

 

(UM, 09. 11. 2015)

 

 

Erneuerbare Energien: Vergleich

Es gibt eine Menge Argumente für die verstärkte Hinwendung zu erneuerbaren Energiequellen, doch ist deren tatsächliche Nutzung in vielen Ländern noch weit davon entfernt, die bestehenden Potentiale auszunutzen. Weltweit liegt  hier China an der Spitze mit 336,8 Gigawatt erzeugter Energie aus erneuerbaren Quellen für das Jahr 2014, davon entfallen 114,6 GW auf die Windenergie, 28,2 GW auf die Photovoltaik und 194 GW auf Wasserkraftwerke. Den zweiten Platz nehmen die USA ein mit 195,2 GW, wovon 65,5 GW aus Windkraft, 18,3 aus Photovoltaik und 101 GW aus Wasserkraftwerken stammten. Mit deutlichem Abstand auf dem dritten Platz folgt Deutschland mit 102,4 MW, davon 39,2 MW aus Windenergie,  38,2 MW aus Photovoltaik und 25 GW aus Wasserkraft.

Nicht weit dahinter kommt Brasilien mit 89,9 GW (84 GW Wasserkraft und 5,9 GW Windkraft) vor Kanada mit 84,7 GW (9,7 GW aus Windkraft, 75 GW Wasserkraft). Den sechsten Platz belegt Japan mit 72,3 GW (23,3GW Photovoltaik und 49 GW Wasserkraft) vor Italien auf dem siebten Platz mit 49,2 MW (8,7 MW Windenergie, 18,5 MW Photovoltaik, 22 GW Wasserkraft) knapp vor Russland mit 49 GW, die allesamt aus Wasserkraftwerken kommen.  Auf dem weltweit neunten Platz findet sich Frankreich mit 40 MW (9,3 MW Windkraft, 5,7 Photovoltaik, 25 MW Wasserkraft. 2015) vor Norwegen mit 30 GW, die alle aus Wasserkraftwerken stammen.

Wenn man nur die „modernen“ erneuerbaren Energien (Photovoltaik und Windenergie) betrachtet, ändert sich auf den ersten drei Plätze der Rangskala nichts, doch rutscht Frankreich dann in Europa weiter nach hinten und muss Spanien und Großbritannien passieren lassen.

In Frankreich stammen derzeit übrigens 77% der erzeugten elektrischen Energie aus Kernkraftwerken, 12% kommen aus Wasserkraftwerken, 3% steuern Windkraftanlagen bei, 1% die Photovoltaik und 6% konventionelle Wärmekraftwerke.

(Les renouvelables, in: SUDOUEST, 1. Nov.,)

 

 

 

Arbeitslosigkeit

Im September 2015 hat in Frankreich die Zahl der Arbeitslosen erstmals seit 2007 abgenommen, um 0,7%. Die Bilanz für die letzten zwölf Monate sieht hingegen mit einer Zunahme um 3,1% nicht gut aus. Ob die Septemberzahlen eine Trendwende markieren, ist noch nicht ausgemacht, aber die jüngeren Arbeitssuchenden haben auf jeden Fall davon profitiert, denn ihre Zahl ist gegenüber dem Vormonat um 2,6% zurückgegangen. In der Region Aquitaine sind die Zahlen noch günstiger als im übrigen Frankeich, denn im Südwesten hat der Anteil der Arbeitlosen um 2,1% abgenommen

(Chômage : la plus forte baisse depuis 2007, in: SUDOUEST, 27. Okt. 2015)

 

 

 

Italien überholt Frankreich

Die Zahlen sind zwar noch nicht offiziell bestätigt, aber erfahrungsgemäß werden die endgültigen Werte die bislang bekannten mehr oder weniger bestätigen. Die Rede ist von der Weinlese 2015, die weltweit mit 275,7 Millionen Hektolitern ein Ergebnis erbracht hat, das um 2 % über den Zahlen für das Vorjahr liegt. Die Mengen liegen damit in der Mitte der langjährigen Durchschnittswerte, zwar aber unter den Rekordwerten von 2013, aber deutlich über dem mageren Ergebnis von 2014. Während im letzten Jahr Frankreich Italien überholt und den ersten Platz eingenommen hatte, wird dieser Platz für 2015 wieder an Italien fallen, wo eine Steigerung um 10% auf 48,9 Millionen Hektoliter ermittelt wurde, während es in Frankreich mit 47,3 Millionen Hektoliter genauso viel gab wie im Vorjahr.

(Vins : l’Italie détrône la France, in : SUDOUEST, 28. 10. 2015)

 

Und noch ein Asterix

Schon 35 Bände umfasst die einst von dem Texter René Goscinny (1926–1977) und dem Zeichner  Albert Uderzo (* 1927) geschaffene Welt um das bekannte kleine Dorf, das den Römern die Zähne zeigt und dabei, besonders in der französischen Originalausgabe, oft mit subtilem Sprachwitz, daneben aber auch mit Ausflügen in das Reich des Klamauks für vergnügliche Unterhaltung sorgte. Nach dem Tod von R. Goscinny führte A. Uderzo die Reihe weiter, bevor sie mit dem 34. Band in die Hände des Zeichners Didier Conrad und des Texters Jean-Yves Ferri überging. Am 22. Oktober wird die neueste Folge des Kult-Comics erscheinen: Le Papyrus de César. Zeitgleich erscheint auch die deutsche Fassung mit dem Titel Der Papyrus des Caesar. Obwohl der Verlag sich ziemlich geheimnisvoll gibt, ist aber doch einiges durchgesickert, was vermuten lässt, dass der Lesespaß bei den neuesten Abenteuern der standhaften Gallier das Niveau früherer Bände erreichen wird. Das neue Gespann D. Conrad und J.-Y. Ferrier kündigt übrigens an, für Fortsetzungen sorgen zu wollen, wenn man sie lässt. Die Entscheidung darüber liegt bei dem inzwischen im Ruhestand lebenden A. Uderzo und der Tochter von R. Goscinny, doch dürfte, da beide mit dem Werk der Fortsetzer zufrieden sind, von dieser Seite wohl nichts kommen, was künftigen Folgen im Wege stehen könnte. Wer in Deutschland offen zeigen will, dass er für Asterix und Co. einiges übrig hat, kann das tun, indem er selbstklebende Briefmarken der deutschen Bundespost verwendet, die den für die Römer so unbequemen Dorfbewohnern gewidmet sind. 

(vgl. u. a.: Ph. Belhache: Retour au village, pour Astérix, in: SUDOUEST, 19. Okt. 2015)

 

 

Demographisches

Das staatliche französische Statistikinstitut INSEE (institut national de la statistique et des études économiques) hat soeben Zahlen zur Bevölkerungsentwicklung in Frankreich vorgelegt. Danach hat die Zahl der Bewohner des französischen Mutterlandes von 2006 bis von 2104 um 2,6 Millionen auf nunmehr insgesamt 65,8 Millionen zugenommen. Der durchschnittliche jährliche Zuwachs der Bevölkerung um 0,5% erklärt sich zum allergrößten Teil durch die Geburtenrate: In dem Zeitraum von 2006 bis 2014 wurden in Frankreich 6,5 Millionen Kinder geboren, während 4,3 Millionen Todesfälle registriert wurden.  Nur ein kleiner Teil des Bevölkerungszuwachses geht auf Migrationsgewinne zurück. Am 1. Januar 2014 stellten in Frankreich die Einwanderer 8,9 % der Gesamtbevölkerung. Absolut hat die Zahl der Zuwanderer zugenommen: von 193.000 im Jahr 2006 auf 235.000. Zugenommen hat aber auch die Zahl der Abwanderer von 29.000 im Jahr 2006 auf 95.000 im Jahr 2013. Bei den Abwanderern handelt es sich zumeist um Studenten nach dem Ende ihrer Ausbildung oder um Rentner, die nach ihrem Berufsleben in ihre Heimat zurückgehen. Der Wanderungsgewinn ist seit 2006 deutlich zurückgegangen: von 112.000 in 2006 auf nur noch 33.000 im Jahre 2014. Damit ist die tatsächliche Zuwanderung auf einen sehr geringen Wert gefallen. Dennoch versuchen einige politische Kreise daraus Kapital zu schlagen und warnen vor Überfremdung und anderen unerwünschten Folgen der Zuwanderung.

(J. Rousset: Immigration : une croissance limitée, in: SOUDOUEST, 14. Okt. 2015)

 

Info zu Sperrungen des Pont d’Aquitaine im Internet: http://www.dir.atlantique.developpement-durable.gouv.fr/

 

 

 

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Leuchtturm von Cap Ferret

Der Leuchtturm von Cap Ferret gehört zwar nicht zu den Senioren seiner Zunft, aber auch er muss von Zeit zu Zeit renoviert werden. Die dazu erforderlichen Arbeiten betreffen vor allem den obersten Teil des Gebäudes, in dem das Leuchtfeuer untergebracht ist. Während der Renovierung ist die Besteigung des Turms nicht möglich. Allerdings bleiben die Ausstellung und der Andenkenverkauf im unteren Bereich des Turms für das Publikum zugänglich, obwohl die größte Anziehungskraft zweifellos vom Ausblick ausgeht, den man von der nach 258 Treppenstufen zu erreichenden Plattform oben auf dem Turm hat.

(Le sommet du phare est en travaux, in SUDOUEST, 2. Sept. 2015)

 

66,9%

Das ist der Prozentsatz der Kinder, die in der Region Poitou-Charentes auf die Welt kommen und dann keine verheirateten Eltern haben. Nach der nationalen Statistik liegt der betreffende Wert frankreichweit bei 56,4%. Auch beim Alter der Eheschließungen stellen die Bewohner von Poitou-Charentes einen Rekord auf. Männer trauen sich dort erst mit 39 Jahren und einem Monat, die Frauen riskieren es mit 36 Jahren und vier Monaten, durchschnittlich versteht sich. Frankreichweit liegen die entsprechenden Werte für Männer bei 37 Jahren, 4 Monaten und bei 34 Jahren und 10 Monaten bei den Frauen.

(66,9%, in: SUDOUEST, 11. Juni 2015)

 

 

Fahrradmarkt

In Frankreich sind im letzten Jahr 2,88 Millionen Fahrräder gekauft worden, zahlenmäßig mehr als neue Autos, von denen nur 1,79 Millionen neu zugelassen worden sind. Der Jahresumsatz der neuen Fahrräder lag bei 919 Millionen Euro. Die Hälfte der neu gekauften Räder waren Mountainbikes, im Französischen VTT (vélo tout terrain). Die nächst größere Gruppe wurden mit 21% von den Stadtfahrrädern gestellt, während nur 6% auf Rennräder entfielen. Ganz am Schluss der Statistik rangierten mit 2% die Elektrofahrräder. Bei den Kaufpreisen liegen die Rennräder mit durchschnittlich 1264 Euro an der Spitze, gefolgt von den Elektrorädern mit 885 Euro. Stadträder wechselten für durchschnittlich 212 Euro den Besitzer.

(S. Cottin : L’école où l’on forme les cadres du vélo, in: SUDOUEST, 6. Juni 2015)

 

 

Überraschende Einigung im Mautstreit

Schneller als gedacht hat sich jetzt eine Einigung im Streit um die Erhöhung der Mautgebühren auf französischen Autobahnen ergeben. Es bleibt bei dem vom Premierminister verkündigten Einfrieren der Mautgebühren für 2015. Die Betreiber müssen damit auf die angepeilte Erhöhung um 0,57% ab 1. Februar 2015 verzichten. Als Gegenleistung ist ihnen eine Verlängerung ihrer Konzessionen um zwei Jahre zugestanden worden, womit die nach Auslaufen dieser Konzessionen erwartete Mautfreiheit des französischen Autobahnnetzes weiter in die Zukunft verlagert wird. Die Betreibergesellschaften sind offenbar mit dem Erreichten zufrieden, denn sie haben zugesichert, ihre Investitionsprogramme durchzuführen und mit den zur Verfügung stehenden rund 3 Milliarden Euro ungefähr 10.000 neue Arbeitsplätze zu schaffen.

(J.-D. Renard: Emmanuel Macron confirme le plan autoroutier, in : SUDOUEST, 10. April 2015)

 

 

 

Keine Erhöhung der Mautgebühren

Am 8. April haben der französische Premierminister und die Umweltministerin gemeinsam verkündet, es werde 2015 keine Erhöhungen der sowieso schon überhöhten Autobahngebühren in Frankreich geben. Diese einseitig von der Regierung verfügte Maßnahme stößt auf den erbitterten Widerstand der Gesellschaften, die die Autobahnen betreiben. Sie erklären, die Frage der Mauttarife für 2015 sei längst noch nicht entschieden und es sei unzulässig, dass der Staat langfristige Verträge einseitig außer Kraft setze. Tatsächlich geben die auf 40 bis 50 Jahre abgeschlossenen Verträge den Betreibergesellschaften gute Möglichkeiten, ihre Rechte einzufordern. Sie drohen außerdem damit, vorgesehene Investitionen an den Autobahnen nicht durchzuführen und damit die Schaffung von bis zu 15.000 neuen Arbeitsplätzen zu blockieren. Zur Zeit ist nicht zu sehen, wie ein Ausweg aus der verfahrenen Situation gefunden werden kann. Es wird sicher Verhandlungen geben, aber wann das sein wird und welche Resultate es dabei geben wird, ist im Moment nicht abzuschätzen.

(B. Béziat: Les péages ne vont pas augmenter, in: SUDOUEST, 9. April 2015)

 

 

Kaufkraft in Frankreich

Die staatlichen Statistiker gehen davon aus, dass die Kaufkraft der Franzosen im Jahre 2015 um 0,5% zunehmen wird. Eigentlich eine positive Nachricht, die jedoch getrübt wird, wenn man feststellt, dass von dieser Entwicklung in erster Linie die Bevölkerungsschichten profitieren, die gut situiert sind. Deren Kaufkraft nimmt zu, während sie bei den Beziehern niedriger Einkommen merkbar sinkt. 

(Le pouvoir d’achat des Français, in: SUDOUEST, 27. März 2015)

 

 

Frankreich wählt

In Frankreich finden am Sonntag, dem 22. März 2015, Wahlen zu den Conseils départementaux statt, das sind die Volksvertretungen auf Departementsebene, die bis vor kurzem Conseils généraux hießen. Gewählt werden insgesamt 4108 conseillers généraux in 2054 Cantons (entsprechen in etwa deutsche Landkreisen). Die Kandidaten, die sich der Wahl stellen, treten immer im Doppelpack (eine Frau, ein Mann) auf, damit sichergestellt wird, dass Frauen und Männer mit gleichen Anteilen in den Conseils départementaux vertreten sind. Die genauen Kompetenzen, die die Angehörigen dieser Conseils départementaux haben werden, sind noch nicht festgelegt, weil das zu erforderliche Gesetz noch nicht verabschiedet ist, doch ist das wohl nur ein Formsache. Politisch brisant werden die kommenden Wahlen vermutlich dadurch, dass dabei eine Mehrheit zustande kommen wird, die nicht die Machtverhältnisse in der Nationalversammlung abbildet, die eindeutig links orientiert ist. Bei den Wahlen zur Nationalversammlung haben sich von den 101 französischen Departments für die Linke entschieden. Jetzt geht man davon aus, dass mindestens 20 der bislang  links orientierten Departements rechte Mehrheiten bekommen werden. Und bei alledem ist unklar, welchen Platz der rechtsaußen positionierte Front national (FN) besetzen wird. Endgültiges wird man erst in vierzehn Tagen wissen, da davon auszugehen ist, dass in vielen Wahlkreisen erst eine Stichwahl klären wird, wer die Wahl als Sieger beendet.

(B. Dive, Six questions autour du vote de dimanche, in: SUDOUEST, 20. März 2015)

 

Rauchmelder werden Pflicht

Ab Anfang März 2015 sind in Frankreich  Rauchmelder in Wohnungen vorgeschrieben. Mehr dazu: Klick

Mehr Franzosen als Deutsche?

Noch ist es nicht soweit, aber die Demographen rechnen damit, dass es 2045 ebensoviel Franzosen wie Deutsche geben wird. Bis dahin wird die Bevölkerung in Deutschland um 15 Millionen Einwohner  abgenommen und in Frankreich um 9 Millionen zugenommen haben, vorausgesetzt, die Geburtenraten in beiden Ländern bleiben in den nächsten Jahrzehnten so wie zur Zeit. Und da haben die Statistiker in Frankreich deutlich mehr zu tun, denn sie registrieren pro Jahr 800.000 Geburten, während es östlich des Rheins nur 650.000 sind, obwohl dort die Gesamtbevölkerung größer ist. In Frankreich bekommt eine Frau im gebärfähigen Alter etwas mehr als zwei Kinder, in Deutschland nur 1,4, und das wird sich im Laufe der Jahre zu einem Bevölkerungszuwachs in Frankreich und zu einer Abnahme in Deutschland auswachsen.

Um 1800 gab es in Frankreich 30 Mio Einwohner, in Deutschland nur 15. Um 1900 gab es in beiden Ländern gleichviel Bewohner: je 40 Millionen. Im zwanzigsten Jahrhundert liefen die demographischen Entwicklungen in beiden Ländern aber sehr unterschiedlich. In Frankreich stagnierte die Einwohnerzahl auf dem Niveau von 1900, in Deutschland stieg sie bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs auf 60 Mio an.

(Chr. Lucet: Fécondité française, dénatalité allemande, in: SUDOUEST, 14. Febr. 2015)

 

 

Geteilte Meinung

Nach einer in Frankreich durchgeführten Umfrage des Journal du Dimanche sind 42% der Befragten dafür, keine Mohamed-Karikaturen in den Medien zu veröffentlichen, während 57% meinen, man solle keine Konsequenzen ziehen aus den in einigen Ländern zu registrierenden ablehnenden oder protestierenden Reaktionen auf die Veröffentlichung islamkritischer Karikaturen in Frankreich. 50% der Befragten befürworten eine Begrenzung der Freiheit der Meinungsäußerung im Internet.

(E. Bastié: Un Français sur deux pour une limitation de la liberté d’expression, in : Le Figaro, 18. Jan. 2015, 13.49h, Internet-Ausg.)

 

 

Keine Erhöhung der Maut

Zu den Dingen, die Autofahrer in Frankreich mit unschöner Regelmäßigkeit jedes Jahr über sich ergehen lassen müssen, gehört die Nachricht, dass die Autobahngebühren wieder erhöht werden. Das wird in diesem Jahr erstmals nicht passieren, denn die Regierung, die die neuen Tarife genehmigen muss, hat ihre Zustimmung verweigert. Das ist zu sehen vor dem Hintergrund der seit Monaten laufenden Diskussion um die Gewinne, die die Betreiber der privatisierten Autobahnnetzte einkassierren und die nach Meinung vieler Experten reichlich überhöht sind. Das sehen die Betreiber anders und daher wehren sie sich gegen Versuche, ihre Einnahmen zu stutzen, so auch gegen die Blockade der Erhöhung der Gebühren für 2015, gegen die sie gerichtlich vorgehen wollen.

(Le gouvernement suspend la hausse des tarifs des autoroutes, in : SUDOUEST, 28. Jan. 2015)