Bernos-Benon

Bernos – Benon: Besuch bei den Templern

Die Fontaine de Bernos, auf die hier hingewiesen wird, und die Kirche von Benon haben eigentlich nicht viel miteinander zu tun; sie sind aber doch dadurch miteinander verbunden, dass der Bach, der auch von der Fontaine de Bernos gespeist wird, ein natürliches Hindernis für die Pilger auf ihrem Weg nach Santiago de Compostella darstellte, das erst an der Kirche von Benon auf einer kleinen Brücke überquert werden konnte.

 

Der Bach hnter der Fontaine de Bernos

 

Der Abfluss der Fontaine de Bernos. Die Fontaine war in keltischer Vorzeit ein kultischer Platz, dem allerhand magische Kräfte zugeschrieben wurden. Die steinerne Einfassung ist nicht genau zu datieren, sie reicht aber weit zurück. Besonders der Rundbogen betont die kultische Bedeutung der Anlage.

 

Blick auf das stark eisenhaltige Wasser und (rechts im BIld)  die langfaserigen Algen, die in diesem Wasser gedeihen. Auch mit diesen Algen verbinden sich mancherlei mythische Überlieferungen. So wird erzählt, dies seien die langen goldfarbenen Haare einer Prinzessin, die, aus welchen Gründen auch immer, in der Fontaine zu Tode gekommen sei. Genaues weiß man aber nicht, ebenso ist nicht ganz sicher, mit welchen Nöten man sich mit Aussicht auf Erfolg an die Fontaine wenden kann.

 

Wer weiter wollte, brauchte eine Brücke, und die fand er erst bei der Kirche von Benon, etwa dort, wo auch heute ein kleiner Steg den Bach überquert.

 

Wenn man den Übergang geschafft hatte und den Blick nach links wendete, sah man die Kirche von Benon, wobei es genauer wäre, wenn man von den Kirchen von Benon spräche.

 

Die Ostfassade der Kirchen von Benon, rechts die kleinere und ältere, um 1150 im reinsten romanischen Baustil errichtet, links davon die ein paar Jahrzehnte jüngere zweite und  größere Kirche. Typisch für die Architektur der Templer war es, keine gerundeten Chor- oder Apsisteile an ihre Kirchen anzufügen, sondern schmucklose glatte Abschlusswände zu errichten. Typisch auch die drei schmalen hohen Fenster über dem Altar.

 

Die Südseite. Die rechts von der Mitte zu sehende Tür ist später hinzugefügt worden. Orignal sind hingegen die fünf schmalen Fenster, die hauptsächlich die Belichtung des innenraumes besorgten.

 

Die Westfassade. Links im Hintergrund die kleinere ursprüngliche Kirche, deren Ostseite weiter oben schon zu sehen war.

 

Trotz des Verzichts auf architektonische Spielereien ein beeindruckendes Portal. Darüber eine Reihe von teilweise verzierten Kragsteinen, im Französischen modillions.

 

Der Glockenturm von der Westfassade her gesehen

 

Die schmuck- und fensterlose Nordfassade

 

Ganz gelegentlich, fast schon versteckt, doch ein paar verzierende Elemente.

 

Zwei unterschiedlich gut erhaltene modillions. Zu sehen sind Kleriker, deren Rang durch den im unteren Bild noch gut sichtbaren Krummstab angezeigt wird.

 

Ein beziehungsreich auf die Lage der Kirche an einem der Stränge des Jakobsweges hinweisendes modillion

 

Noch zwei modillions, oben ein Lamm, unten ein Esel, der eine Hostie verschlingt

 

Der schlichte aber beeindruckende Innenraum

 

Eine der fünf Fensteröffnungen der Südwand: Bewusst so klein dimensioniert, dass kein Mann in kriegerischer Ausrüstung hindurchpasste, andererseits aber so prakitsch bedacht, dass die schrägen Innenflächen der Fensteröffung so viel Licht wie irgend möglich in die Kiche eindringen ließen.

 

Und noch ein Blick nach außen auf die Nordseite der Kirche. Im rechten unteren Teil sind zwei halkreisförmige Nischen zu sehen, in denen früher Sarkophage standen, die die Gebeine von Verstorbenen aufgenommen hatten, die in einer besonderen Beziehung zu dieser Kirche gestanden hatten. In der linken Bildhälfte sind auf halber Höhe Kragsteine zu sehen, die einstmals die Auflage für Balken bildeten, die zu Gebäuden gehörten, die an die Kirche angebaut waren. Ursprünglich bidete die Kirche den religiösen Kern einer Commanderie der Templer, die ähnlch wie eine mittelalterliche Klosteranlage einen auf Selbstversorgung angelegten landwirtschaftlichen Betrieb  umfasste. Die früher dazu gehörenden Gebäude sind verschwunden, sie wurden nach dem Niedergang der Templer als Steinbruch genutzt.