Médoc-Notizen 2017/I

März 2017

Bruchlandung

Im Herbst 2014 hatte Airbus Industries mit großem Pomp ein neuartiges Flugzeug vorgestellt, das, voll elektrisch betrieben, eine Reihe von Vorteilen gegenüber herkömmlichen Fluggeräten haben sollte. Es sollte hauptsächlich für die Ausbildung von Piloten einegsetzt werden, für die es eine Reihe benonsders günstiger Eigenschaften aufwies. Da es keine vergleichbaren Konstruktionen auf dem Markt gab, erwartete Airbus gute Absatzchancen. Die Produktion sollte in einem eigens dafür hergerichteten Werk in Pau erfolgen, wo man ungeduldig auf die damit verbundene Schaffung neuer Arbeitsplätze wartete. Die werden mit großer Wahrscheinlichkeit nicht kommen, denn Airbus hat das Projekt Elektroflugzeug kurzerhand gestoppt. Immerhin ließ man durchblicken, dass der Bau des Flugzeugs von anderen Firmen vorstellbar sei, aber konkret ist da noch gar nichts. Es ist daher gut möglich, dass ein kurz vor der Serienreife stehendes Projekt in den Schubladen verschwindet.

(N. César: Avion  électrique  : Airbus  renonce, in: SUDOUEST, 30. 03. 2017)

 

Ärger mit der Bahn

Am 2. Juli 2017 werden mit der Aufnahme des Betriebs auf der neuen Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris – Bordeaux die Fahrpläne der Regionalverkehrszüge neu geschrieben. Der Vizepräsident der Region Nouvelle-Aquitaine, der für die Belange des Verkehrs zuständig ist, nimmt das zum Anlass, einen „big bang“ für den regionalen Schienenverkehr zu fordern. Er beklagt, dass in diesem Bereich die Leistungen der Bahn weit hinter den selbst gesteckten Zielen  zurückblieben. So seien immer noch nur 87,5% der Züge pünktlich, während die Bahnverwaltung eine Marke von 91% verkündet hatte. Nicht zuletzt deswegen sei die Zahl der Bahnreisenden im letzten Jahr um 6% zurückgegangen, ohne dass erkennbar wäre, dass eine Trendwende bevorstehe. Die Region habe ein Programm aufgelegt, mit dem in den Jahren 2017 und 2018 für 485 Millionen Euro neue Triebzüge angeschafft werden sollen, doch habe die SNCF viel zu geringe Mittel mobilisiert, um die Unzulänglichkeiten des Schienennetzes zu beseitigen. Aus diesem Grund sei man wenig zuversichtlich, dass die Qualität des regionalen Schienenverkehrs verbessert werden könne. Damit stehe den derzeit 53.000 täglichen Nutzern der regionalen Bahndienste keine rosige Zukunft bevor.

(N. César : Le réseau de TER va-t-il monter en gamme avec la LGV ? in: SUDOUEST, 28. 03 2017)

 

Zukunftsmusik für das Médoc

Das Médoc ist zwar eine attraktive Gegend, aber das gilt nicht für seine recht wenig entwickelten Verkehrswege. Dass hier Handlungsbedarf besteht, betonen deutlich und immer wieder die davon Betroffenen. Es hat jedoch lange gebraucht, bis das Departement, bei dem die Federführung für Planung und Ausgestaltung des Straßennetzes im Médoc liegt, Pläne vorgelegt hat, die für Abhilfe sorgen können, wenn sie wirklich umgesetzt werden. Auf der Liste der geplanten Maßnahmen steht oben an die Steigerung der Leistungsfähigkeit der RD 1215, der Hauptachse, die von Bordeaux nach Le Verdon führt. Angesichts der nicht gerade üppig bemessenen Summe von 160 Millionen Euro für die vorgesehenen Maßnahmen ist klar, dass ein Ausbau der RD 1215 auf vier Spuren über die gesamte Strecke nicht finanziert werden kann. Es werden aber die bestehenden viersprurigen Abschnitte etwas verlängert, und es werden dreispurige Abschnitte angelegt, in denn wechselweise zwei Spuren für eine Richtungen vorhanden sind, die das Überholen erleichtern. In den Jahren 2018 – 2020 sollen zwei solcher Abschnitte nördlich von Lesparre angelegt werden, ein weiterer soll zwischen Castelnau und Lesparre im Jahre 2020 gebaut werden. Auf dem Programm steht auch die Ortsumgehung von Lesparre, deren Bau 2022 begonnen werden soll. Bis zu der angestrebten Fertigstellung im Jahre 2025 sollen dafür 36 Millionen Euro ausgegeben werden. Man hofft auch, die Ortsumgehung um Taillan endlich in Angriff nehmen zu können. Das könnte ab 2018 passieren, wenn bestehende Einsprüche gegen die Baugenehmigung bis dahin abgeklärt sind. Vergleichsweise kleinere Summen sollen darauf verwendet werden, an besonderen Brennpunkten kleinere Straßen auszubauen. Alles in allem zeigt der Zeitplan, dass mit schnellen Veränderungen nicht zu rechnen ist. Und eine Garantie, dass alle jetzt vorgestellten Vorhaben auch durchgeführt werden, gibt es auch nicht. Wer darüber klagt, dass das Médoc bei Infrastrukturmaßnahmen stiefmütterlich behandelt wird, kann das mit Recht auch künftig tun.

(J.-M. Leblanc :Le Médoc en route vers Bordeaux, in: SUDOUEST, 27. 03. 2017)

 

 

Rettung eines Château

Wer im Médoc von einem château spricht, meint damit meist eines der rund 7000 Weingüter, die von ganz klein und fast ganz unbekannt bis zu ganz groß und weltweit renommiert gehen. Echte Châteaux gibt es auch, aber sie sind meist nicht mehr als 100 oder 150 Jahre alt. Nur ganz wenige der Châteaux des Médoc sind richtig alt.  Eines davon, das Château von Beyzac, liegt auf dem Boden der Gemeinde Vertheuil und kann auf eine Geschichte zurückblicken, die weit in die Vergangenheit zurückreicht. Leider ist über die frühe Zeit dieser Schlossanlage fast nichts bekannt, doch zeigt das noch heute erhaltene Gebäude, dass  es lohnenswert ist, dasselbe zu erhalten. Und gerade darum geht es einer Gruppe interessierter Bürger in Vertheuil, die sich zu einem Verein zusammengeschlossen  haben, um das vom Verfall bedrohte Château von Beyzac zu retten. Ob das gelingt, ist längst nicht sicher, denn die Aufgaben, die zu bewältigen sind, um das  bald zwanzig Jahre sich selbst überlassene Gebäude wieder instand zu setzen, sind nicht mit gutem Willen allein zu bewältigen.  Nachdem das Château im Jahre 1996 in das Verzeichnis der historischen Denkmäler aufgenommen worden ist, haben nunmehr Nachforschungen begonnen, die die Geschichte des Bauwerks erhellen sollen und im Gefolge davon hofft man, die Mittel zu erhalten, die benötigt werden, um die Zukunft des Schlosses zu sichern.

(Pascale Moinet-Cordonnier : Le château de Beyzac se relève avec fierté, in: SUDOUEST, 26. 03. 2017)

 

 

Parrainages im Médoc

In Frankreich laufen manche Dinge anders als in Deutschland, was bei manchen Gelegenheiten zu Fragen Anlass gibt. Das gilt auch für die anstehenden Wahlen zur Präsidentschaft, die zur Zeit den Politikbetrieb dominieren. Prinzipiell kann jede(r)frau/mann Kandidat für das höchste Amt im Staate werden, wenn er ein paar Voraussetzungen erfüllt. Dazu gehört auch, dass sie oder er 500  parrainages vorweisen muss, was sich nicht gut übersetzen lässt, weil es diese Einrichtung in Deutschland nicht gibt. Gemeint ist damit, dass jeder Bewerber sich die Unterschriften von mindestens 500 gewählten Volksvertretern beschaffen muss, damit ihre oder seine Kandidatur offiziell anerkannt werden kann. Das haben bei der diesjährigen Präsidentschaftswahl elf Bewerber geschafft. Man sollte denken, dass es angesichts der Tatsache, dass es in Frankreich um die 35.000 gewählte  Abgeordnete, Bürgermeister, Senatsmitglieder etc. gibt, leicht sein müsste, diese 500 Signaturen zu bekommen, aber in der Realität zeigt es sich, dass  die Bereitschaft, per Unterschrift einen Kandidaten zu unterstützen, nicht sehr groß ist. Das gilt auch für das Médoc, wo etwa 60 gewählte Amtsinhaber das Recht haben, eine parrainage auszuüben. Tatsächlich haben aber nur  22 von ihnen eine Unterschrift unter die Befürwortung für einen Kandidaten gesetzt, während die große Mehrheit passiv geblieben ist.

(J.Lestage :Arthaud et Juppé en tête des parrainages, in : SUDOUEST, 25. 03. 2017)

 

Meinungsumfrage zur Präsidentschaftswahl

Das Rennen um den ersten Platz bei der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen 2017 in Frankreich bleibt eng und spannend. Jetzt meldete BVA POP2017, dass Emmanuel Macron den ersten Platz einnimmt mit 26% vor der leicht um einen Punkt zurückgefallenen Marine Le Pen, die es auf 25% bringt. Schlecht sieht es für den Drittplatzierten François Fillon aus, der 3% verliert und nur noch auf 17% kommt.

(Sondage : Macron en tête devant Le Pen,in: SUDOUEST, 25. 03. 2017)

 

 

Médoc-Austern im Aufwind

Über lange Jahre gab die Austernzucht im Médoc vielen Leuten Arbeit und Brot, dann brach in den 80er Jahren fast über Nacht alles zusammen, als durch eine Schwermetallverseuchung im Waser der Gironde keine Austern mehr gezüchtet werden durften. Ein großer Teil der Feuchtgebiete, in denen die Austernzuchtbecken lagen, verwaiste regelrecht, und dies für mehrere Jahrzehnte. Als vor wenigen Jahren die Schadstoffbelastung auf tolerierbare Werte absank, kehrte allmählich wieder Leben in diese Regionen zurück. Zur Zeit sieht es so aus, als ob die Austernwirtschaft im Médoc einen neuen Aufschwung erleben könnte. Bei Saint Vivien hat ein Austernzüchter vom Becken von Arcachon mehr als 70 ha Feuchtgebiete gekauft, die er  derzeit so bearbeitet, dass eine erfolgreiche Austernzucht möglich wird. Dabei stellte sich heraus, dass die Aufzucht von Austern im Médoc Vorteile gegenüber den Bedingungen im Basssin von Arcachon hat. Vor diesem Hintergrund kann davon ausgegangen werden, dass in naher Zukunft sich im Médoc ein Wirtschaftszweig wieder etablieren wird, der über lange Jahre dort präsent war.

(M. Caurraze: Ces ostréiculteurs du bassin d’Arcachon  à la conquête du Médoc, in : Le Journal du Médoc 24. 034. 2017)

 

Kirmeswochenende in Saint Vivien

Es ist schon Tradition, dass am Osterwochenende in Saint Vivien eine große Kirmes mit reichhaltigem Programmangebot startet. Unterstützt von Vereinen und Freiwilligen wird es am 15., 16. und 17. April im Ortszentrum und auf dem Gelände des Hippodroms eine Reihe von Veranstaltungen geben, die sowohl für junge als auch für alte Besucher attraktiv sein sollen. Während früher auf dem Gelände des Hippodroms zu Osten Pferderennen veranstaltet wurden, werden seit sieben Jahren dort Rasenmäherrennen ausgetragen, die zwar nicht in direkter Linie das fortsetzen, was einst hoch zu Ross praktiziert wurde, aber doch für Spannung und Geschäftigkeit sorgen. Das Hauptereignis für die Rasenmäher wird am Ostersonntag zwischen 10.00 Uhr und 12.00 Uhr zelebriert. Auf dem Platz vor der Mairie finden während der drei Kirmestage  ein Vide-grenier, eine Börse für mechanisches Spielzeug und eine Ausstellung historischer Autos und Motorräder statt. Für den Erhalt der körperlichen Leistungsfähigkeit der Besucher werden Stände sorgen, an denen es Ess- und Trinkbares gibt. Ein besonderer Höhepunkt wird eine Riesenomelette sein, die am Samstag ab 19.00 Uhr auf dem Gelände des Hippodroms zubereitet wird. Die Omelette ist ein Geschenk der Veranstalter und folglich gratis, doch müssen Besucher Vor- und Nachspeise, Besteck und Teller mitbringen.

 (M. Caporal: Bientôt le retour des tondeuses, in: SUDOUEST, 23. 03. 2016)

 

Rettungsübung

Auf der Gironde und denn angrenzenden Flussläufen sind in den letzten Jahren immer mehr Flusskreuzfahrtschiffe eingesetzt worden, die fast immer schon lange vor den Touren ausgebucht sind. Bislang ist alles gut gegangen, aber es könnte sein, dass irgendwann einmal auf einem dieser Schiffe eine bedrohliche Situation eintritt. Um dafür gewappnet zu sein wurde kürzlich vor Pauillac eine Rettungsübung durchgeführt, bei der angenommen wurde, dass auf der Cyranao de Bergerac, die schon seit einigen Jahren in der Flusskreuzfahrt eingesetzt wird, ein Brand ausgebrochen war, der nicht unter Kontrolle zu bringen war, weshalb der Käpitän anordnete, die Passagiere und Besatzungsangehörigen  in Sicherheit zu bringen. Für die Rettungsübung wurden insgesamt 300 Helfer mobilisiert, die mit 15 Booten, unterstützt von zwei Hubschraubern  die Rettungsaktion durchführten. Dabei wurden allerlei Ansätze für Verbesserungen aufgedeckt, die erwarten lassen, dass man in einem Ernstfall, von dem man hofft, dass er nicht eintreten möge, vorbereitet sein wird, die zweckmäßigsten Entscheidungen zu treffen.,

(J. Lestage: Pauillac : Exercice de sauvetage sur l’estuaire de la Gironde, in : SUDOUEST, 21. 03. 2017, Internet-Ausg.)

 

Ausländische Investoren

Im letzten Jahr wurden, wie Business France mitteilt, von ausländischen Unternehmen in Frankreich 1117 Entscheidungen für Investitionen umgesetzt, was eine Zunahme gegenüber dem Vorjahr um 16% bedeutet. Dadurch wurden 30.108 Arbeitsplätze geschaffen oder erhalten. 60% der Investitionen wurden von europäischen Firmen getätigt, 20% von amerikanischen und 12% von asiatischen. Die stärkste Zunahme für ein europäisches Land ging dabei von Italien aus, gefolgt von Deutschland. Bislang waren Amerikaner die größten Investoren in Frankreich. Seit dem letzten Jahr rangieren sie jedoch hinter Deutschland nur noch auf dem zweiten Platz.

(M. Visot: Les Allemands sont devenus les premiers investisseurs en France, in : Le Figaro, 21. 03. 2016)

 

 

 

Präsidentschaftswahl 2017 : Fernsehduell

Am Abend es 20. März trafen die in dem Umfragen bestplatzierten der elf verbliebenen  Bewerber um das Amt des nächsten Präsidenten der République Française in einer Fernsehsendung aufeinander. Die fünf Eingeladenen, François Fillon, Benoît Hamon, Marine Le Pen, Emmanuel Macron und Jean-Luc Mélenchon, sollten sich zu drei Themenkomplexen äußern und dabei ihre individuellen Positionen erklären. In dem ersten Komplex sollte geklärt werden, welches Gesellschaftsmodell die Kandidaten für Frankreich anstreben, im zweiten sollte herausgearbeitet werden, nach welchen Prinzipien die französische Wirtschaft organisiert werden soll. Im letzten Themenbereich sollten die fünf Bewerber  um das höchste Amt im französischen Staat verdeutlichen, welche Rolle Frankreich in der Welt spielen soll. Nach einer einleitenden Erklärung der Kandidaten wurden die drei Themenkomplexe behandelt, wobei sich allerdings zeigte, dass die Zahl der Teilnehmer dazu führte, dass vieles nur angerissen wurde. Deutlich wurde allerdings, dass Marine Le Pen brachial deutlich machte, dass sie alles, was mit der Europäischen Union zusammenhängt für pures Teufelswerk hält, mit dem schnellstens Schluss zu machen sei. Der einzige überzeugte Europa-Befürworter war Emmanuel Macron, während die übrigen drei Teilnehmer der Runde Positionen vertraten, die teilweise weniger eindeutig in diese Richtung zeigten, ohne sich allerdings den Zielsetzungen von Le Pen anzunähern. Nicht überraschend dauerte die Sendung deutlich länger als geplant, denn sie ging erst nach mehr als 3 ¼ Stunden zu Ende.

(UM, 21. 03. 2017)

 

Bahnhof Saint-Jean

Auch für den Bahnhof Saint-Jean in Bordeaux ist der 2. Juli 2017 ein wichtiges Datum, denn an diesem Tag soll die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris-Bordeaux in Betrieb gehen, auf der es möglich sein wird, in wenig mehr als zwei Stunden von der französischen Hauptstadt in die Metropole an der Garonne zu fahren. Bis zu diesem Tag sind allerdings am Gare Saint-Jean noch allerhand Arbeiten zu verrichten, die zu einem großen Teil darin bestehen, die für die Renovierungsarbeiten benötigten Gerüste im Inneren der großen Bahnhofshalle abzubauen. Das Gesamtgewicht der Gerüstbauteile liegt bei etwa 2800 Tonnen, von denen die ersten in diesen Tagen demontiert  werden. Am Ende werden die Renovierungsarbeiten an der Gare Saint-Jean rund 52 Millionen Euro gekostet haben, von denen die SNCF 97% zu tragen hat. Der Rest kommt vom Staat aus Mitteln des Denkmalschutzes. In der Spitzenzeit der seit fast vier Jahren laufenden Arbeiten waren 200 Arbeitskräfte aus 25 verschiedene Berufen auf der Baustelle beschäftigt. Allein die Anstricharbeiten haben 25.000 Liter Farbe verbraucht, die jedoch nach Meinung der Experten dem Gebäude eine Verjüngungskur verschafft haben, die allen künftigen Reisenden zugute kommen wird.

(X. Sota: Grande verrière : l’effeuillage a commencé, in: SUDOUEST, 18. 03. 2017)

 

Bunkersprengung

Seit dem Zweiten Weltkrieg liegen an den französischen Küsten Tausende von Bunkern des ehemaligen Atlantikwalls, von denen niemand sagen kann, dass sie ihre Umgebung im positiven Sinn bereichern. Aber, auch wenn man sie am liebsten entfernen würde, diese Betonkolosse sind von einer derartigen Massivität und Stabilität, dass es besonderer Anstregungen bedarf, um sich ihrer zu entledigen. Das wurde jetzt in La Rochelle deutlich, wo ein mitten in der Stadt gelegener Bunker gesprengt wurde, um Platz zu machen für einen Komplex neuer Wohnungen. Der 220 m² große Bunker hatte eine 2,5 m dicke Decke, die ihn einst nahezu unverwundbar machte, jetzt aber die mit der Beseitigung beauftragten Spezialisten vor große Aufgaben stellte. Die haben schließlich 209 Bohrungen in den Beton des Bunkers vorangetrieben, in den 600 kg Dynamit so angeordnet wurden, dass sie bei der Explosion Risse in dem Betonkörper verursachen sollten, die das spätere Abtragen überhaupt erst ermöglichen sollten. Da der Bunker inmitten von bewohntem Gebiet liegt, mussten umfangreiche Vorkehrungen getroffen werden, um die Umgebung zu schützen. Dazu wurde der Betonklotz in einen soliden Käfig aus Eisengittern gepackt, um den herum eine stabile Textilhülle gelegt wurde, die außen von einem tonnenschweren Berg von Strohballen umgeben wurde. Vor der Sprengung wurden alle Anwohner aufgefordert, ihre Wohnungen zu verlassen, und erst dann wurde das Dynamit gezündet. Die Explosion verlief wie geplant, aber der Bunker ist immer noch da. Er ist aber von vielen kleinen Rissen durchzogen, die es den Baggern, die nun ihre Arbeit aufnehmen werden, ermöglichen, mit schweren Beißzangen den Koloss baggerschaufelweise abzutragen.

(S. Cottin: Laisse béton, ce bunker c’est de la dynamite ! in : SUDOUEST, 18. 03. 2017)

 

 

 

Prähistorisches

Im Tal der Vézère, dessen 40 km langer Abschnitt oberhalb der Mündung in die Dordogne seit 1979 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört, werden  immer wieder spektakuläre Funde gemacht, obwohl in diesem Gebiet seit Jahrzehnten intensive archäologische Forschungen unternommen werden. Jezt wurden Bilder und Informationen über zwei Funde veröffentlicht, die auf die Zeit um 28000 bis 34000 Jahre vor unserer Zeit datiert werden. Sie sind auf zwei großen Gesteinsblöcken gefunden worden, in die runde Einkerbungen gemacht worden waren, die Auerochsen und Mammute zeigen. Nach intensiven Analysen werden die neuen Funde vom Sommer dieses Jahres an im Museum von Les Eyzies ausgestellt, das damit weitere Exponate vorweisen kann, die weltweit einmalig sind. Nicht von ungefähr wird das kleine Städtchen Les Eyzies la capitale de la préhistoire genannt. Wer diesen Teil Frankreichs bisher ausgespart hat, sollte ihn in die nächsten Planungen aufnehmen und dafür nicht zu wenig Zeit reservieren, denn wer Les Eyzies besucht, befindet sich in einem Gebiet, das eine Reihe von prähistorischen Glanzlichtern aufzuweisen hat, an deren Spitze sicher die Höhlen wie Lascaux mit ihren vorgeschichtlichen Malereien stehen.

(Découverte de gravures de plus de 30 000 ans, in : SUDOUEST, 17. 03. 2017)

 

 

Nouvelle-Aquitaine : Flughäfen

In der im Südwesten Frankreichs gelegenen Nouvelle-Aquitaine gibt es eine Reihe von Flughäfen. Angefangeen mit Bordeaux-Mérignac, wo im letzten Jahr über 5,7 Millionen Fluggäste gezählt wurden, bis zu den kleinsten Flughäfen gibt es das Problem der Kosten. Nur vier der Flughäfen der Region schreiben schwarze Zahlen, alle andere haben teilweise kräftige Defizite, die allerdings nicht erst im letzten Jahr aufgetreten sind. Neu ist hingegen, dass die bislang geübte Praxis, dass die Defizite der nicht rentablen Flughäfen von den drei Regionen, die in der Nouvelle-Aquitaine aufgegangen sind,  ausgeglichen wurden, nicht mehr praktitziert werden kann. Seit der Schaffung der neuen Region Nouvelle-Aquitaine ist diese zuständig, Subventionen zu gewähren oder auch nicht. Und die Verantwortlichen der Nouvelle-Aquitaine machen kein Hehl daraus, dass sie vor der Gewährung von finanziellen Hilfen für Flughäfen deren wirtschaftliche Berechtigung eingehend prüfen wollen. Das braucht natürlich Zeit, die einzelne der in Zahlungsschwierigkeiten steckenden Flughäfen nicht haben. Sie versuchen daher, Druck aufzubauen, um den Entscheidungsprozesss zu beschleunigen. So wie es aussieht, wird diese Taktik nicht zum Erfolg führen, was letztlich bedeutet, dass der Weiterbestand namentlich der kleinen Flughäfen der Region alles andere als gesichert ist.

(L. Bourianne : Ces aéroports suspendus à la Région, in : SUDOUEST, 15. 03. 2017)

 

 

Vensac : neues Baugebiet

Die Gemeinderatssitzungen in Vensac gehen für gewöhnlich schnell und reibungslos vonstatten. Die Sitzung vom 6. März machte hier eine Ausnahme, denn sie beanspruchte wesentlich mehr Zeit als üblich. Hauptgrund war die Finanzierung des neuen Baugebietes Vensac-Océan II, in dem 98 Parzellen erschlossen und verkauft werden sollen. Um die dafür veranschlagten rund zwei Millionen Euro zu beschaffen, wurden verschiedene Alternativen diskutiert, bevor man sich darauf verständigte, die Gemeindesteuern (Taxe d’habitation, taxe foncière) unverändert zu lassen und für die Finanzierung von Vensac-Océan II einen Kredit aufzunehmen. Damit wird ein mehrere Jahre praktizierter Brauch, keine Schulden zu machen aufgegeben, doch  es ist davon auszugehen, dass nach dem Verkauf der Parzellen in dem neuen Baugebiet bald wieder versucht wird, die Gemeindeschulden auf Null zu bringen.

(M. Caporal: Le Conseil ne touche pas à la fiscalité, in : SUDOUEST, 11. 03. 2017)

 

Besitzerwechsel

Das Restaurant La part des anges in Montalivet hat einen neuen Inhaber, Vincent Arias. Der hat bislang das Bixente in Euronat geführt, sich aber nun entschlossen, ein ganzjährig geöffnetes Restaurant zu übernehmen. Das mit Blick auf den Ozean in Sichtweite des Platzes, auf dem sich die Strandsegler tummeln, gelegenen La part des anges soll ganz in dem Sinne weitergeführt werden, der das Lokal in den letzten Jahren zu einem beliebten Ziel gemacht hat. Da der Küchenchef sein Amt behält, ist Gewähr dafür gegeben, dass die Speisekarte abwechslungsreich bleibt, wobei vor allem auf frische und einheimische Gemüsesorten gesetzt wird. Und es wird wohl dabei bleiben, dass freie Plätze in dem Lokal eher die Ausnahme sind. Für die Gäste daher dringende Empfehlung: reservieren.

(L. Llobell: La Part des anges change de main, in: SUDOUEST, 07. 03. 2017

 

 

Printemps des Châteaux 2017

Seit mehr als zwei Jahrzehnten lenkt in jedem Frühjahr die von der in Pauillac angesiedelten Maison du tourisme et du vin (MTV) ins Leben gerufene Aktion der Offenen Tür Neugierige in die Weinbaubetriebe des Médoc. In diesem Jahr ist das Wochenende vom 8. und 9. April für diese Aktion ausgewählt worden, an der sich inzwischen rund 60 Weinbaubetriebe von der Cooperative über kleine Châteaux bis zu den großen Namen beteiligen. Fast alle Besuche sind ohne vorherige Terminvereinbarung möglich und bei allen gibt es Gratisverkostungen der jeweiligen Weine. Angesichts der vielen Betriebe, die sich an diesem Wochenende für das Publikum öffnen, ist anzuraten, je nach persönlicher und familiärer Situation eine Auswahl zu treffen. Dafür steht eine gut illustrierte Internet-Seite bereit, von der kostenlos eine 4 MB große PDF-Datei heruntergeladen werden kann, die eine gute Planungsgrundlage abgibt.

(J. Lestage, L’incontournable Printemps des châteaux, in: SUDOUEST, 09. 03. 2017)

Mehr: https://www.bougerenmedoc.com/

 

 

Stippvisite

Am zweiten Märzsamstag hat der Frühling dem Südwesten Frankreichs einen kurzen, aber wohltuenden Besuch gemacht. Die höchsten Temperaturen wurden mit 28° am Fuß der Pyrenäen gemessen, in Bordeaux waren es 24,1°. Normal sind zu dieser Zeit des Jahres Thermometerstände um 15°. Die gegenwärtige Wärme ist aber noch  von den Rekorden vergangener Jahre entfernt, als etwa in Bordeaux im Jahre 1981 27,7° gemessen wurden.

In den nächsten Tagen kehrt aber wieder Normalität ein. Für Sonntag ist Regen bei zurückgehenden Temperaturen angesagt, aber ab Montag kommt die Sonne bei 15 – 16° zurück.

(Sudouest.fr : Météo : de belles températures ce samedi dans le Sud Ouest, in : SUDOUEST, 11. 03. 2017, 18.15h, Interent-usg.)

 

 

Aufwind für Emmanuel Macron

Bis zum 23. April, dem ersten Durchgang der Wahlen für das Amt des Staatspräsidenten in Frankteich wird noch allerhand Wasser die Gironde  herabfließen, und es wird noch eine Menge Meinungsumfragen geben. Momentan stabilisiert sich das führende Duo mit Marine le Pen und Emmanuel Macron auf den ersten beiden Plätzen. Dahinter liegt mit deutlichem Abstand François Fillon. Emmanuel Macron und Marine Le Pen liegen zur Zeit gleichauf, in einzelnen Umfragen sieht man E. Macron, der in den letzten 14 Tagen 5 % zugelegt hat, sogar mit leichtem Vorsprung auf dem ersten Platz.  Fr. Fillon, der demgegenüber um 5% zurückliegt,  wird es, wenn nicht noch ein Erdrutsch zu seinen Gunsten geschieht, nicht schaffen, in der zweiten Runde noch im Rennen zu sein. Für die zweite Runde werden E. Macron 61% der Stimmen vorausgesagt, während es für Le Pen nur zum zweiten Platz mit 39% reichen wird.

(J. Desport: Deux favoris à égalité, et François Fillon qui résiste, in :SUDOUEST, 11. 03. 2017)

 

Erosion in Montalivet

Nach dem Winter 2013/2014, der dem Stand von Montalivet übel mitgespielt hatte, haben sich die Verantwortlichen der Gemeinde nach langem und reichlichem Überlegen entschlossen, den Strand nicht mit einer massiven Gesteinsbarriere zu schützen, sondern ein sanfteres Verfahren zu wählen, bei dem zwar die Dünenkante befestigt wurde, der Schutz der Düne aber vor allem durch eine solide Sandanschüttung besorgt wurde. Die Entscheidung für diesen Weg der Bekämpfung der Erosion hat sich nach allgemeiner  Überzeugung als richtig und zweckmäßig erwiesen, zumal dabei  erhebliche Geldmittel eingespart werden konnten. Auch nach den Stürmen dieses Winters bleibt man auf dem eingeschlagenen Weg, doch wird bedauert, dass es noch immer kein übergreifendes Konzept für den Schutz der Strände des Médoc gibt und dass die betroffenen Gemeinden bei den Entscheidungen für den Kampf gegen die Erosion ziemlich allein gelassen werden.

(J. Lestage: Érosion : Montalivet fait front avec son sable, in: SUDOUEST, 07. 03. 2017)

 

Kreuzfahrtschiffe 2017

 Auch 2017 werden wieder Kreuzfahrtschiffe in die Girondemündung einlaufen und dort Station machen, um ihren Passagieren Gelegenheit zu geben, Land und Leute kennenzulernen. Bis jetzt sind die Daten für Ankunft und Abfahrt von 53 Kreuzfahrtschiffen bekannt. Die meisten von ihnen werden im Port de la Lune von Bordeaux anlegen, etwa zehn werden im Tiefwasserhafen von Le Verdon festmachen, dessen Containerverladung immer noch nicht wieder begonnen hat. Nicht wenige dieser Schiffe besuchen regelmäßig die Gironde, einige von ihnen sogar mehrfach im Jahr. Auch die Dreimastbark Belem, die bis auf eine kurze Unterbrechung den Winter im Port de la Lune verbracht hat und dort noch bis zum 10. April bleiben wird, wird wieder zu sehen sein. Sie wird am 2. Juni 2017 gegen 22.15h in Bordeaux ankommen, und am 4. Juni gegen 16.30h ablegen.

Mehr:

http://www.bordeaux-port.fr/sites/default/files/contributeurs/media/pdf/Programme%20paquebots%202017-18-19%20v3.pdf

 

Raffineriestandort  Pauillac

Wer heutzutage sich aus nördlicher Richtung Pauillac nähert, sieht eine Reihe voluminöser runder Kraftstofftanks, die an die Zeit erinnern, als sich dort eine große Raffinerie befand. Deren Anfänge gehen auf das Jahr 1931 zurück, seit 1948 gehörte die Anlage zu Shell Française. 1986 wurde die Raffinerie geschlossen. Übrig blieben nur die Lagertanks, die vom französischen Staat übernommen wurden, der dort einen Teil seiner strategischen Kraftstoffreserven einlagerte. Für die Angestellten war die Schließung eine Katastrophe, da die meisten von ihnen ihren Arbeitsplatz verloren, nur vierzig hatten die Chance, in dem Kraftstoffdepot beschäftigt zu werden. Auch für die Stadt Pauillac war das Ende der Raffinerie ein Einschnitt, denn der Wegfall einer großen Zahl von Arbeitsplätzen zog eine fühlbare Reduzierung der Kaufkraft der Bevölkerung nach sich, in deren Gefolge eine ganze Reihe von Geschäften geschlossen wurden.  Während für die ehemaligen Shell-Arbeitnehmer das Ende der Raffinerie den Beginn einer oft längeren Zeit der Arbeitslosigkeit bedeutete, waren andere mehr als zufrieden, dass die industriellen Tätigkeiten bei Pauillac heruntergefahren wurden. Die meisten Inhaber der Châteaux um Pauillac herum hatten sich immer schwer getan zu akzeptieren, dass in Sichtweite ihrer Weinfelder Industrieanlagen zu sehen waren, über deren eigenwillige Ästhetik sie oft ihre Unzufriedenheit äußerten. Einzelne ereiferten sich sogar über die weiß-roten  Farben der Schornsteine und verlangten, man solle sie himmelblau  anstreichen, damit sie nicht so auffielen.

(P. Barbin: Au bon souvenir de la raffinerie Shell in: SUDOUEST, 06. 03. 2017)

 

 

Nach Zeus

Der jüngste Sturm vom 6. März hat den mythologisch aufgeladenen Namen Zeus erhalten, doch hat er sich gebärdet wie ein ordinärer Sturm mit Windgeschwindigkeiten von teilweise deutlich über 100 km/h. Es gab im Bereich der Bretagne die bei solchen Windstärken üblichen Schäden, doch nahm deren Intensität in Richtung Südwesten ab. Insgesamt 600.000 Haushalte, davon 130.000 in der Region Nouvelle-Aquitaine,  waren für kürzere oder auch längere Zeit ohne Strom, ein Wert, der zuletzt bei den Stürmen am Jahresende 1999 registriert worden war. Im Departement Gironde waren die Windgeschwindigkeit weniger hoch als vorhergesagt, doch haben sie ausgereicht, um Äste abzubrechen oder hier und da Bäume umzuwerfen. Mittlerweile ist die Alarmstufe orange aufgehoben worden, doch wird immer noch vor starken Wellen gewarnt und empfohlen, sich nicht Gefahren in der Brandungszone auszusetzen.

(Sudouest.fr.: Tempête : alerte levée dans le Sud-Ouest, le point sur la situationin: SUDOUEST, 06. 03. 2017, 18.36h, Internet-Ausg.)

 

Fälschungssichere Weinflaschen ?

Es ist kein Geheimnis, dass Bordeaux-Weine weltweit ein Ansehen genießen, das andere Anbaugebiete gern hätten. Und es ist auch kein Geheimnis, dass weltweit bei manchen wenig skrupelgeplagten Händlern immer wieder Bordeaux-Weine auftauchen und vermarktet werden, die gar keine sind. Um derartigen Betrügereien einen Riegel vorzuschieben, bemüht sich der Conseil interprofessionnel des vins de Bordeaux (CIVB), Bordeaux-Weine fälschungssicher zu machen. Dabei werden unterschiedliche Verfahren auf ihre Wirksamkeit geprüft. Bei der bislang sichersten Variante soll ein Mikrochip im oder am Korken angebracht werden, der alle Daten enthält, um den Wein in der betreffenden Flasche eindeutig zu identifizieren. Noch keine Lösung gibt es allerdings für die Positionierung der Steuermarke, die eine stilisierte Marianne zeigt, die bislang oben auf der den Korken umschließenden Kapsel angebracht wird und damit verhindert, dass eine Flasche geöffnet und danach wieder verschlossen werden kann. Im Finnazministerium, das diese Steuermarkeken ausgibt und die dafür fälligen Gebühren einzieht, ist man noch nicht entschlossen, wie das Problem der Marianne behoben werden kann, aber es wird wohl eine Lösung geben, wenn man den Produktfälschungen beim Wein wirklich ein Ende machen will.

(Des bouteilles sécurisées pour tout le Bordelais ? in : SUDOUEST, 02. 03. 2017)

 

Noch eine Sturmwarnung

Météo France kündigt mit Alarmstufe orange einen neuen Sturm an, der von Schnee- und Hagelschauern begleitet werden kann. Betroffen werden vor allem die nordwestlichen Regionen Frankreichs sein, bevor das Unwetter dann in Richtung Osten abziehen wird. Die Warnung erstreckt sich auch auf die Departments Charente maritime und Charente, also die Nachbarschaft des Departements Gironde. Ab Montag Nachmittag sollte sich das Wetter beruhigen.

(Sudouest.fr avec AFP: Orages et vents violents : la Charente et la Charente-Maritime en vigilance orange, in : SUDOUEST, 05. 03. 2017, 19.52h, Internet-Ausg.)

 

 

Präsidentschaftswahlen 2017

Es sind noch 50 Tage bis zum ersten Durchgang der Wahlen für das Amt des neuen Staatspräsidenten in Frankreich, aber die Spannung ist schon jetzt auf einem Niveau angekommen, das kaum noch zu steigern ist. Eine Fülle von Umfragen versucht, herauszufinden, wie sich die Wählerinnen und Wähler entscheiden werden, aber die Ergebnisse sind nicht so, dass man daraus sichere Voraussagen ableiten könnte. Dennoch gibt es ein paar Aussagen, die ohne allzu große Vorbehalte gemacht werden können. Seit Januar 2017 steht Marine Le Pen, die Präsidentin des rechstaußen positionierten Front National auf dem ersten Platz der Bewerber. Den zweiten Rang nimmt Emmanuel Macron ein, dessen Umfrageergebnisse seit Mitte Februar eine deutlich aufsteigende Tendenz haben und inzwischen nahe bei den Werten für Marine Le Pen liegen. Der große Verlierer ist der durch das unklare Beschäftigungsverhälnis seiner Frau in Bedrängnis geratene François Fillon, der wenig Chancen hat, den Rückstand aufzuholen. Er wird, so scheint es, wohl nicht in den zweiten Durchgang der Wahl kommen. Da werden sich nach der gegenwärtig dominierenden Erwartung und Konstellation Marine Le Pen und Emmanuel Macron gegenüberstehen, wobei es als ziemlich sicher gilt, dass Macron mit um oder über 60% der Stimmen Sieger sein wird.

Sollte, was vielerorts erwartet wird, Fr. Fillon aus dem Rennen aussteigen und Alain Juppé an seiner Stelle für die Konservativen antreten, dann werden die Karten wohl neu gemischt. In diesem zur Zeit noch recht spekulativen Szenario erscheint es möglich, dass er und Emmanuel Macron im ersten Wahlgang vor M. Le Pen landen und die Entscheidung unter sich ausmachen. Bei allen Voraussagen schwingt jedoch eine große Unsicherheit mit, und dazu besteht nach den Fehlschüssen der Demoskopen in der jüngsten Vergangenheit auch Grund.

(E. Jacob / Y. Blavignat : Candidats, calendrier, sondages : l’état des lieux à 50 jours de la présidentielle, Le Figaro, 04. 03. 2017)

 

Photovoltaik

Seit vor vier Jahren das ehemalige Schwerölkraftwerk der EDF am Bec d’Ambès abgebrochen wurde, war das Gelände eine Industriebrache, für die es schwer war, eine neue Nutzung zu finden. Das ändert sich in diesen Tagen, da EDF eine Studie in Auftrag gegeben hat, die untersuchen soll, ob an dem fraglichen Standort eine Photovoltaikanlage errichtet werden kann. Die Fläche des ehemaligen Kraftwerks bietet die Möglichkeit, Photoelemente auf 10,19 ha aufzustellen, die jährlich 9,8 Gigawattstunden Strom erzeugen könnten, was für die Versorgung von 4.300 Personen ausreichen würde.

Bis jetzt bestehen im Departement Gironde schon 28 Photovoltaikanlagen, deren größte auf einer Fläche von 260 ha sich bei Cestas befindet. Dort können maximal 300 Megawatt Strom erzeugt werden, was ausreicht, im eine Stadt von 250.000 Einwohnern zu versorgen. Im Médoc befindet sich die größte Anlage bei Arsac, wo im günstigsten fall 86 MW Strom erzeugt werden können. Alle Photovoltaikanlagen des Departements zusammen können maximal rund 500 MW Strom erzeugen. Das Departement Gironde nimmt damit den ersten Platz in der Region Nouvelle-Aquitaine ein.

(D. Andrieux : EDF mise sur le photovoltaïque, in : SUDOUEST, 01. 03. 2017)

 

TGV Paris-Bordeaux

Die neue Hochgeschwindigkeitsstrecke Paris – Bordeaux wird zwar erst am 2. Juli 2017 die ersten Passagiere befördern, aber schon jetzt sind Informationen durchgesickert, die Aufschluss geben über das zu erwartende Preisgefüge. Das wird über dem gegenwärtigen liegen. In der zweiten Klasse werden die Tickes 15 Euro  mehr kosten als bisher. Die Billigtickets iDTGV werden nicht mehr im Angebot sein, aber es gibt Sonderangebote für Frühbucher zu 25 Euro.  Die regulären Preise werden 45 Euro für die Strecke Paris-Bordeaux betragen. Dafür wird man nur 2 Stunden und 4 Minuten unterwegs sein, wenn man einen TGV bucht, der keine Zwischenhalte macht. Alles in allem spart man 70 Minuten Fahrtzeit und erreicht damit Reisezeiten, die auch im Vergleich mit dem Fliegen durchaus interessant sein werden.

(Paris-Bordeaux : ce sera 15 euros en plus, in: SUDOUEST, 02. 03. 2017)

 

Noch mehr Radarkontrollen

Während die Zahl der Verkehrstoten auf Frankreichs Straßen seit drei Jahren wieder eine aufsteigende Tendenz zeigt, verstärken die Behörden ihre Anstrengungen, um Verstöße gegen die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten zu entdecken und zu bestrafen. Neuestes Mittel in diesem Kampf ist ein Gerät, das auf Infrarotbasis funktioniert und in Fahrzeuge eingebaut wird, denen ihre Bestimmung nicht anzusehen ist. Anders als die bisher üblichen Geräte, können diese Infrarotgeräte nicht  von herkömmlichen Radarwarngeräten entdeckt werden. Die Infrarotgeräte haben eine etwas höhere Toleranzgrenze als die bislang üblichen Apparaturen: Sie lösen aus bei 146 km/h auf Strecken, auf denn die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h festgesetzt ist, bei 124 km/h auf Abschnitten mit Höchstgeschwindigkeit 110 km/h, bei 102 km/h dort, wo 90 km/h zugelassen sind und bei 61 km/h auf Stecken mit einer zugelassenen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. Fürs erste werden die neuen Geräte wegen der Personalknappheit bei der Polizei durchschnittlich kaum mehr als eine Stunde pro Tag im Einsatz sein und damit nur wenigen Rasern Ungemach bereiten, doch plant das Verkehrsministerium, private Gesellschaften mit der Geschwindigkeitsüberwachung zu beauftragen. Dafür werden die Messgeräte geeicht und versiegelt, so das die Einstellungen so bleiben, wie sie die Polizei vorsieht. Dann werden die Messapparaturen von zivilen Personalen auf Strecken, die von der Polizei festgelegt werden, gefahren, und dies nicht nur stundenweise, sondern komplette Arbeitstage lang. Wenn die Geräte Geschwindigkeitsübertretungen messen, werden die erforderlichen Daten automatisch gespeichert und am Ende einer Schicht an die zuständige Behörde übermittelt, die dann auf dem schon bestehenden Instanzenweg Bußgeldbescheide ausfertigt, verschickt und bei Bedarf auch eintreibt. Den Vereinigungen der Autofahrer, die heftige Kritik an diesem Vorhaben üben, wird entgegnet, der Staat gebe jedes Jahr 3,4 Milliarden Euro aus für insgesamt 4200 Radargeräte aus, nehme über Bußgelder aber nur 920 Millionen Euro ein. 78% der Franzosen sind gegen die Privatisierung der Geschwindigkeitskontrollen, doch rührt das die Regierung nicht. Die wird mit der Wahl eines neuen Präsidenten im Mai sowieso aus dem Amt scheiden und muss auf ihre Popularitätswerte nicht mehr sonderlich achten.

(S. Cottin: Il sera difficile d’échapper aux radars, in: SUDOUEST, 27. 02. 2017)

 

 

Entwarnung

In den Abendstunden des 28. Februar hat Météo-Fance die Alarmstufe orange für die Küstendepartements der Nouvelle-Aquitaine aufgehoben. Es gab zwar an mehreren Küstenabschnitten beeindruckende Flutstände mit mächtigen Brechern, doch sind größere Schäden ausgeblieben. An der Gironde hat es in Blaye und Bourg während der Fluthöchststände kleinere Überflutungen gegeben, die aber nur geringe Schäden angerichtet haben. Auch im Médoc gab es z.B. in Macau kleinere Überschwemmungen. Ansonsten haben aber die Küstenbefestigungen dem Druck der Wellen ohne größere Blessuren standgehalten.

(Sudouest.fr. : L’alerte orange vagues-submersion dans le Sud-Ouest levée, in: SUDOUEST, 28. 02. 2017,2w1.04h, Internet-Ausg. Und : J. Jamet u. J. Lestage: Alerte orange vagues-submersion : le point en images en Gironde, in : SUDOUEST, 28. 02. 2017, 17.36h, InternetAusg.))

 

Februar 2017

Alarmstufe orange

Für die Küsten-Departements der Nouvelle-Aquitaine ist die Alarmstufe orange verkündet worden. Die Meteorologen rechnen damit, dass das Zusammentreffen  einer Kombination aus stürmischen Winden, extrem hohen Wellen und Koeffizienten von 102 und 103 dazu führen wird, dass die Flut um 60 bis 80 cm höher ausfallen wird als normal. In der Praxis wird dies bedeuten, dass an den meisten Stränden die Wellen bis an die Dünenkante heranreichen werden, so dass dringend davor gewarnt werden muss, in der Zeit der Flut die Strände zu betreten. Die besonders kritischen Zeiten setzen ca. um 4.00 morgens am Dienstag, 28. 02. 2017, ein,  und sie werden andauern bis zum Abend desselben Tages gegen 21.00h. Trotz der Alarmstufe orange ist aber nicht mit Verwüstungen zu rechnen, wie sie im Winter 2013/2014 eingetreten sind, als zu den auch diesmal wirksam werden Kräften noch schwere Stürme hinzukamen.

(O. Saint-Faustin: Vigilance orange sur le littoral de Nouvelle-Aquitaine : „Nous sommes inquiets“in: SUDOUEST, 27. 02. 2017, 16.39h, Internet-Ausg.)

Es wird hoch hergehen

Am kommenden Dienstag besteht an den Stränden des Médoc die Gefahr von hohen Wellen und Überflutungen. Dieses Szenario muss nicht unbedingt zu großen Schäden führen, aber das Zusammentreffen von  Koeffizienten von 102 und 103 und von starkem Seegang lässt erwarten, dass an den Stränden erhöhte Wachsamkeit erforderlich ist, damit niemand gefährdet wird. Die  Wellenhöhen werden bei Arcachon in der Größenordnung von 4,5 m erwartet, in La Rochelle rechnet man mit 6,50 m. Das mögliche Gefahrenpotential steigt mit der auflaufenden Flut und nimmt bei ablaufendem Wasser wieder ab. Ähnliche oder noch höhere Flutstände werden im nächsten Monat erwartet, wenn in der Nähe der Tag- und Nachtgleiche Koeffizienten von 109 erreicht werden auf einer Skala, deren Höchstwert 120 beträgt.

(Sudouest.fr.: Houle et grandes marées : risque de submersions mardi sur le littoral atlantique, in:SUDOUEST, 25. 02. 2017, 10.36h, Internet-Ausg.)

 

 

Strand gesperrt

Für gewöhnlich versuchen die Gemeinden, die direkt am Atlantik liegen, mit der Qualität und Schönheit ihrer Strände Gäste anzuziehen. Am Strand der Landspitze des Cap Ferret geht das nur mit Einschränkungen, denn hier ist der Zugang zu einem großen Strandbereich vom Präfekten kurzerhand verboten worden. Das Verbot wurde zunächst bis zum 30. April 2016 ausgesprochen, doch kam dann statt der erwarteten Aufhebung eine Verlängerung auf unbestimmte Zeit. Damit ist ein etwa 350 m langer Strandabschnitt für das Publikum gesperrt. Zugänglich geblieben sind die etwas weiter westlich angrenzenden Teile des Strandes, die allerdings einen Fußmarsch von einigen Minuten verlangen, wenn man sich dort den Freuden des Strandlebens überlassen will. Der Grund für die Sperrung des besagten Strandabschnittes liegt darin, dass von der beständigen Nord-Süd-Strömung regelmäßig größere Sandmengen an  der Strandkante abgelagert werden, die aber sehr instabil sind und dazu neigen, ohne Vorankündigung in die an dieser Stelle rund 20 m tiefe Rinne zu rutschen, die direkt vor der Strandkante verläuft. Da dabei  gefährliche Situationen entstehen könne, fiel der Entschluss des Präfekten, den fraglichen Strandabschnitt zu sperren. Die meisten Strandbesucher halten sich an die Verbote, nur gelegentlich müssen Unbelehrbare über die Gefahren, denen sie sich aussetzen, aufgeklärt werden.

(D. Patsouris: Sur la plage interdite, in : SUDOUEST, 25. 02. 2017)

Canto Médoc

Auf der Jahreshauptversammlung des Chores Canto Médoc hatte der Chorleiter eine Reihe guter Nachrichten zu verkünden. An der Spitze stand dabei die Mitteilung, dass der Mitschnitt des Chorabends in der Kapelle von Montalivet ein in jeder Beziehung voller Erfolg geworden sei. Überhaupt sei das vergangene Jahr das erfolgreichste in der bisher 22jährigen Geschichte des Chores gewesen. Der Chor besteht aus 45 Sängerinnen und Sängern, von denen 16 Soprane, 17 Alt, 6 Bässe und nur sechs Tenöre sind. Die geringe Zahl der Tenöre, die bei manchen Vorhaben hinderlich sei, könne aber meist durch Verpflichtung von Gästen ausgeglichen werden.  Das für kulturelle Angelegenheiten zuständige Mitglied des Gemeinderates von Vendays-Montalivet sprach dem Chor seine Anerkennung aus und verkündete, dass bald eine salle culturelle, die derzeit neben der Schule errichtet werde, zur Verfügung stehen wird. Dieser Saal werde mit moderner Technik ausgestattet und verspreche, einen idealen Rahmen auch für die künftigen Aktivitäten von Canto Médoc abzugeben.

(L. Llobell: Le choeur Canto Médoc fourmille de projets, in: SUDOUEST, 24. 02. 2017)

 

Wie sie sich sehen

Die Stiftung Vinci Autoroute hat die Ergebnisse ihrer jährlichen Erhebung über das Verhalten der Franzosen am Steuer vorgestellt. Die Autofahrer der Nouvelle-Aquitaine glauben danach nur zu 51%, dass es möglich ist, die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle auf Frankreichs Straßen zu reduzieren. Dafür schätzen sie ihr eigenes Verhalten im Verkehr hoch ein, das 95% für positiv halten. 74% bezeichnen sich als wachsam, 45% als ruhig und 25% als zuvorkommend. Nur 16% halten sich für gestresst und keiner für gefährlich.

Die Meinung der Befragten von den anderen Verkehrsteilnehmern ist allerdings weniger günstig. 34% halten die anderen Automobilisten für gefährlich, für 44% sind sie verantwortungslos,  66% geben zu, dass sie andere Verkehrsteilnehmer beschimpfen und 90% räumen ein, dass sie Geschwindigkeitsbeschränkungen regelmäßig und nicht nur leicht übertreten. Mehr als 33% fahren zu dicht auf, wenn sie sich von anderen Verkehrsteilenehmern geärgert fühlen, 15% überholen rechts auf der Autobahn und 10% sagen, sie hätten Lust, auszusteigen und anderen Autofahrern die Meinung zu sagen. 26% schreiben oder lesen SMS, während sie fahren und mehr als 20% der Automobilisten benutzen ihr Mobiltelefon während der Fahrt. Und mehr als 16% geben zu, dass sie sich ans Steuer setzen, wenn sie mehr als die zulässige Menge Alkohol getrunken haben. Ob es da beruhigt, dass 95% der Befragten glauben, dass sie am Steuer ein positives Bild abliefern?

(Sudouest.fr: Nouvelle-Aquitaine : 95 % des automobilistes estiment avoir une attitude positive au volant, In. SUDOUEST, 23. 02. 2017, 14.12h, Internet-Ausg.)

 

Jahrgang 2016

So richtig überrascht dürfte niemand sein, dass der Jahrgang 2016 im Bordelais sowohl mengenmäßig als auch von der Qualität her zu den millésimes zählt, die bei allen am Weinbau Beteiligten zufriedene Minen erzeugt. Geerntet wurden rund 5,8 Millionen Hektoliter, deutlich mehr als 2015 oder 2014, wo man 5,3 Millionen Hektoliter verbuchte, und viel mehr als im mageren Jahr 2013, als es nur 3,8 Millionen Hektoliter gab. Auch mit der Qualität ist man mehr als zufrieden und dies vom unteren Ende der Skala bis zu den absoluten Spitzenweinen. Die Verkaufsergebnisse, auf die man hofft, versprechen Gutes, denn die anderen Weinanbaugebiete Frankreichs haben im vergangenen Jahr meist unter ungünstigen Witterungsbedingen gelitten mit Hagel- und Frostschäden, die noch durch Pflanzenkrankheiten verstärkt wurden. Damit verbunden macht sich im Bordelais die Erwartung breit, dass der Verkauf von Flaschenweinen anziehen wird, der in den vergangenen Jahren eher stagnierte. Erwartet wird die Etablierung einer Preisklasse um 3 bis 4 Euro pro Flasche neben dem schon bestehenden Segment zu Preisen von 6 bis 15 Euro pro Flasche. Weltweit entfallen übrigens 80% der Flaschenverkäufe auf Preise unterhalb von 5 Euro.

(C. Compadre, La petite musique du millésime 2016…, in: SUDOUEST, 21. 02. 2017)

 

Das Ende einer Institution

Am 5. Februar 2017 fand in Cissac die Jahreshauptversammlung der Association culturelle Abbé Baurein pour la connaissance du Médoc statt. Anders als in den zurückliegenden Jahren war diesmal der Blick eher zurückgerichtet auf die rund dreieinhalb Jahrzehnte, die seit der Gründung des Vereins im Jahre 1984 verflossen sind. Die Gründung geht im wesentlichen zurück auf den Oberst Poitevin, der mit seiner Mannschaft erfolgreich bemüht war, die kulturelle Reichhaltigkeit des Médoc in den Blick einer breiteren Öffentlichkeit zu rücken. 1995 wechselte das Amt der Präsidentin zu Régine Roux, in deren Amtszeit zwei viel beachtete Ausstellungen durchgeführt wurden. 1998 übernahm Maryse Calbet das Amt der Präsidentin und führte die Aktivitäten des Vereins erfolgreich und öffentlichkeitswirksam fort. In einem Punkt waren ihre Bemühungen jedoch nicht von Erfolg gekrönt, denn sie fand keine Mannschaft, die bereit war, die Aktivitäten des Vereins fortzusetzen. So kam, was kommen musste: auf der Jahreshauptversammlung vom Februar 2017 war die Frage zu entscheiden, ob er Verein aufgelöst oder für eine gewisse Zeit sozusagen stillgelegt werden sollte. Die Teilnehmer der Versammlung sprachen sich ohne Gegenstimme  für die Auflösung aus. Das Vereinsvermögen in der Größenordnung von 3000 Euro geht an die Caisse des écoles. Wohl niemand war mit diesem Ausgang glücklich, aber man war sich einig darin, dass Maryse Calbet sich große Verdienste um den nun der Vergangenheit angehörenden Verein erworben hat. Schade, dass dieser Verein, der viel dafür getan hat, dass die kulturelle und historische Dimension des Médoc einem breiteren Publikum nahegebracht wurde, nun der Vergangenheit angehört.

(M. Morlandt-Tardat : La fin d’une belle aventure, in: Le Journal du Médoc, 17. febraur 2017

 

Die Mariensäule von Saint-Yzans

Die Gemeinde von Saint-Yzans im Médoc hat nur knapp 400 Einwohner, aber sie hat etwas, was man nur in wenigen Médoc-Gemeinden findet: eine Marienstatue. Nun sind derartige Statuen nicht wirklich selten, aber die von Saint Ysanz hat etwas Besonderes, weil sie die älteste dieser Säulen im Médoc ist. Sie wurde nämlich schon am 8. August 1858 eingeweiht, zu einem Zeitpunkt, als es in den Gemeinden, in denen heute ähnliche Statuen stehen, noch keine gab. Die ersten Überlegungen zur Errichtung einer Marienstaue wurden in Saint-Yzans im Jahre 1856 angestellt, als eine schwere Typhus-Epidemie die Gemeinde heimsuchte. Gegen diese auch heute noch gefährliche Erkrankung gab es in der Mitte des 19. Jahrhunderts noch keine wirksamen Heilungsverfahren. In Saint-Yzans wandten sich der Pfarrer und die Einwohner hilfesuchend an Maria, und die Typhusepidemie hörte plötzlich und unvermittelt auf. Daraufhin wurde beschlossen, eine Marienstatue zu errichten, die aus Kalkstein gefertigt und auf einer hohen Säule aufgestellt wurde. Seither werden am Sonntag vor Mariä Himmelfahrt Prozessionen durchgeführt, die die Erinnerung an die Rettung vor der Typhusepidemie wachhalten. Bald nach der Aufstellung der Mariensäule in Saint-Yzans wurden weitere Statuen z. B. in Montalivet, Vensac und Listrac aufgestellt, die es wahrscheinlich ohne die Säule in Saint-Yzans nicht gäbe.

Die als monument historique eingestufte Mariensäule in Saint-Yzans wurde durch den Orkan Martin im Jahre 1999 zerstört und im Jahre 2003 restauriert und wiederaufgebaut.

(P. Moinet-Cordonnier: La statue de la Vierge, emblème de Saint-Yzans in: SUDOUEST, 20 .02. 2017)

 

 

Arbeitslosigkeit im Médoc

Während die Arbeitslosigkeit in ganz Frankreich im letzten Jahr ganz leicht zurückgegangen ist, sind die Zahlen für das Médoc deutlich schlechter. Dort nahm  2016 die Zahl der Arbeitssuchenden um 2,3% auf insgesamt 7.438 zu. 17,8% davon sind weniger als 26 Jahre alt. Dazu kommt, dass der Arbeitsmarkt im Médoc strukturelle Probleme hat. So sind nur 29,3% der angebotenen Stellen Dauerarbeitsplätze, während die große Mehrheit nur kurzfristig, hauptsächlich während der Tourismussaison angeboten werden. Das Arbeitsamt in Pauillac, bei dem diese Informationen zusammenlaufen, hebt hervor, dass die kurzfristige Beschäftigung während der wenigen Wochen der Saison , zwar viele Arbeitnehmer im Kontakt mit dem Erwerbsleben hält, dass sie aber dabei durchweg schlecht bezahlte Stellen akzeptieren müssen. Das Arbeitsamt versucht, über Qualifizierungsprogramme Interessierte so auszubilden, dass sich deren Vermittlungschancen erhöhen, man ist sich aber bewusst, dass damit keine durchgreifenden Abhilfen geschaffen werden. Wenn überhaupt, ließe sich die Arbeitsmarktsituation im Médoc nur verbessern, wenn neue, gut bezahlte Arbeitsplätze geschaffen würden. Und danach sieht des nicht aus. Die meisten Wirtschaftsnachrichten aus dem Médoc berichteten in den letzten Jahren von gescheiterten Projekten.

(J. Lestage: Le chômage a augmenté de 2,3 % sur la presqu’île, in: SUDOUEST, 17. 02. 2017)

 

Winterferien

In Frankreich gibt es seit Anfang Februar  Winterferien, die jeweils vierzehn Tage dauern und in drei Ferienzonen organisiert sind. Im Departement Gironde, das zur Ferienzone A gehört, beginnen die Ferien nach dem 18. Februar, und der letzte freie Tag ist der 5 März 2017. In den Teilen des Médoc, für die der Tourismus eine große Bedeutung hat, werden dann eine ganze Reihe von Aktivitäten angeboten, die sowohl für jüngere als auch für ältere Gäste attraktiv sind. In Lacanau läuft eine Serie von Veranstaltungen, die mehr oder weniger direkte Bezüge zu den Vereinigten Staaten von Amerika haben. So werden z.B. Einführungen und Demonstrationen zum Baseball oder zum Contry-Tanz geboten. Es lohnt sich jedenfalls, das Programm des Verkehrsvereins zu studieren. Da das Programm schon vor Monaten festgelegt wurde, braucht man keine Befürchtungen zu haben, mit irrationalen Dingen konfrontiert zu werden, die mit dem aktuellen Machthaber der Weißen Hauses zu tun haben.

Auch in Soulac gibt es ein Programm für die Winterferien, zu dem traditionell die Schlitten- und Kart-Pisten auf der Place George Mandel gehören. Die Gemeinde organisiert auch eine Karnevalsvorbereitung, die ihren Höhepunkt am 4. März haben wird.

Daneben stehen ganzjährig im Médoc viele Kilometer gut ausgebauter Radwege zur Verfügung, mit den sich die Region gut erkunden lässt. Dabei sollte ein Besuch der Réserve nationale am Étang von Cousseau eingeplant werden, bei dem es gute Möglichkeiten zur Beobachtung der Tier- und Pflanzenwelt des Médoc gibt. Wer weitere Ziele sucht, sollte sich die vielen kleinen Häfen an der Gironde anschauen, die auch außerhalb der Sommermonate ihren Reiz haben. Oder man informiert sich an der Maison du tourisime et du vin in Pauillac über die Möglichkeiten, renommierte Châteaux in der Weinbauzone zu besichtigen, von denen seit geraumer Zeit viele ganzjährig geöffnet sind.

(J. Lestage: Les vacances d’hiver se déclinent aussi sur la côte, in: SUDOUEST, 18. 02. 2017)

 

Auf Schienen ins Reich der Mitte

Die wirtschaftlichen Verbindungen zwischen Frankreich und China haben  eine positive Entwicklugstendenz. Damit verbunden stellt sich die Frage, auf welchen Wegen Güter hin- und hergeschickt werden können. Seit ein paar Jahren versucht man es mit der Eisenbahn und macht damit unerwartet gute Erfahrungen. Zwar  ist der Weg von China bis nach Frankreich weit, nämlich je nach Route um die 12.000 km lang, doch sind die Kosten, die dabei anfallen,  deutlich niedriger als beim Lufttransport, sie liegen bei etwa einem Drittel. Gegenüber dem Seetransport ist die Eisenbahn wesentlich schneller, denn sie braucht nur die Hälfte der Zeit, die ein Schiff benötigt. Zur Zeit wird nur 1% des Güteraustasuchs zwischen China und Europa per Schiene  abgewickelt. Aber die Zuwachsraten sind beträchtlich. Bis 2020 rechnet man damit, dass jährlich 5000 Güterzüge die 12.000 km lange Reise antreten werden, um Güter von China nach Frankreich und umgekehrt zu transportieren.

(P. Tillinac: Rail : quand les vins de Bordeaux empruntent la route de la soie,  in: SUDOUEST, 16. 02. 2016, 16.56h. Internet-Ausg.

 

Chaban-Delmas mit Kanapee

An Jacques Chaban-Delmas wird in Bordeaux an mehreren hervorgehobenen Stellen erinnert: an der Hubbrücke und am Rugbystadion, die seinen Namen tragen und an einem Denkmal, das den Politiker im Mantel aber ohne Hut munter vorwärts schreitend in Sichtweite der Cathédrale Saint-André zeigt. Kurzfristig stimmte diese Beschreibung nicht so ganz, denn in der Nacht vom 14. zum 15. Februar 2017 waren  Kopf und Oberkörper des Denkmal-Chaban-Delmas in einem reichlich dimensionierten Kanapee verschwunden, das man dem Denkmal übergestülpt hatte. Wer hinter dieser Aktion steckt und wie das Kanapee auf den Kopf des überlebensgroßen Denkmals gelangte, weiß man zur Zeit noch nicht. Feststand aber sehr schnell nach der Entdeckung, dass das Kanapee nicht dort bleiben sollte, wo man  es entdeckt hatte. Man orderte einen Kranwagen und mit dessen Hilfe gelang es, gegen 5.30h die denkmalsmäßige Ordnung wiederherzustellen.

(Y. Delneste: Insolite à Bordeaux : un canapé sur la statue de Chaban-Delmas, in: SUDOUEST, 16. 02. 2017)

Ein Blick auf das Chaban-Delmas-Denkmal im Normalzustand: Klick

 

Gute Aussichten

Das Médoc samt Umgebung wird in diesen Tagen entschädigt für das, was sich am Monatsanfang ereignet hat. In Bordeaux wurden am Mittwoch, 15. Februar, in der Mittagszeit 18,5 Grad gemessen, eine Temperatur, die gut in den Mai passen würde. Normal liegt der Temperaturdurchschnitt für Mitte Februar um 12 Grad. Zur Zeit führt der Südwesten Frankreichs bei den Temperaturen, denn selbst an der Côte d’Azur reicht es nur zu gerade 17 Grad. Die Temperaturkurve wird zwar in den nächsten Tagen etwas sinken, doch ist ein Rückfall in winterliche Muster vorerst nicht zu erwarten.

(Sudouest.fr:: Dans le Sud-Ouest, des douceurs printanières avant… la pluie ce week-end, in SUDOUEST, 15. 02. 2017, 15.33h, Internet-Ausg.)

 

 

Was tun?

Statistiker untersuchen die verschiedensten Dinge und fördern dabei mancherlei Überraschendes zutage. Im Januar 2016 wurde im Ballungsraum Bordeaux eine Befragung durchgeführt, um herauszubekommen, welche Strände sommertags aufgesucht werden. Die Antworten waren unerwartet, denn es stellte sch heraus, dass zwei Drittel der Bewohner von Bordeaux métropole sich an nur drei Stränden drängeln: Lacanau, Le Porge und Lège-Cap-Ferret. Besonders die Strände des nördlichen Médoc scheinen für Einwohner von Bordeaux nicht zu existieren. Die Massierung an den drei genannten Stränden zieht eine Reihe von Folgen nach sich, die, wie z.B. der wenig pflegliche Umgang mit den überstrapazierten Stranddünen, dringend abgestellt werden müssten. In diesem Jahr soll der Versuch gemacht werden, die Ströme der Strandbesucher besser zu verteilen. Man setzt dabei in erster Linie auf Aufklärung und die Einsicht der Strandbesucher, die vornehmlich über Lokalradios in Echtzeit  über die Situation an den verschiedenen Stränden des Médoc informiert werden sollen. Die Daten, die dabei verwendet werden, sollen, stammen aus der Beobachtung der Häufigkeit der Mobiltelefonbenutzung an den erfassten Stränden, aus denen sich schnell und zuverlässig die Besucherdichte  ablesen lässt. Nicht nur die Tourismusexperten sind gespannt, ob das Experiment gelingen wird.

(A. Benetoou : Mieux répartir les vagues de vacanciers sur les plages, in: SUDOUEST, 15. 02. 2017)

 

 

Keine bedrohte Tierart

Wildschweine gehörten in den frühen 70er Jahren im Südwesten Frankreichs zu den eher selten anzutreffenden Wildarten. Das hat sich gründlich geändert, denn mittlerweile gibt es kaum eine Gegend in Frankreich, in der es keine Klagen über einen zu großen Wildschweinbestand gibt. Exakte Zahlen gibt es nicht, aber die Zahl der jährlich erlegten Tiere ist aussagekräftig genug. In der Jagdsaison 2015/2016 sind in ganz Frankreich erstmals mehr als 650.000 Schwarzkittel zur Strecke gebracht worden, und die Tendenz geht weiter nach oben. Das Phänomen der stark zunehmenden Bestände existiert auch in anderen europäischen Ländern, ohne dass man eindeutige und  schlüssige Erklärungen daür angeben könnte. In Frankreich ist man sich darin einig, dass die Bestände reguliert werden müssen, wenn man die von den Wildschweinen verursachten Schäden in Größenordnungen halten will, die noch hinnehmbar erscheinen. Hauptleidtragende der großen Bestände sind die Landwirte, die daher vehement fordern, gegen die Borstenviehcher vorzugehen. Je nach Bestandsdichte und Schadenshöhe werden die Wildschweine regional unterschiedlich behandelt. In einigen Departments sind sie jagdbares Wild mit Schonzeiten, in anderen sind sie wegen ihrer Überhandnahme als Schädlinge eingestuft, die keinen Schutz durch Schonzeiten genießen. Den Wildschweinen erscheint das offenbar ziemlich egal, denn sie haben sich Lebensräume bis in die Innenbereiche der Städte erobert, aus denn sie kaum noch zu vertreiben sind. Die Jagdverbände tun, was in ihrer Kraft steht, um die Zahl der geschossenen Wildschweine zu erhöhen, doch müssen sie feststellen, dass die Zahl der aktiven Jäger abnimmt, während die Bestände der Schweine noch zulegen. Eine durchgreifende Lösung des Problems ist nicht in Sicht, und die wird auch wohl nicht so bald eintreten, denn Wildschweine haben nicht nur in Frankreich keine natürlichen Feinde. Aber, und das erbost die Jäger, sie haben viele Freunde, in deren Augen die  Jäger, diejenigen sind, die eigentlich bekämpft werden müssten. 

(P. Tillnac: Les sangliers dépassent les bornes, in: SUDOUEST, 14. 02. 2017)

 

 

Belem: fast wie neu

Die Dreimastbark Belem, die am 9. Janaur im Trockendock von La Rochelle festgemacht hatte, um dort eine Reihe von Überholungsmaßnahmen durchführen zu lassen, wird am 14. Februar 2017 nach Fertigstellung der Arbeiten Kurs auf Bordeaux nehmen und dort die letzten Winterwochen abwarten, bevor die neue Saison einsetzt. Im Rahmen der Inspektion wurden unter anderem die beiden jeweils 198 m langen Ankerketten abgerollt, inspiziert und neu lackiert. Dort, wo es notwendig war, sind Teile der Bordwandbeplankungen erneuert worden. Auch die beiden Schrauben des Seglers sind aufgearbeitet, poliert und ausgewuchtet worden. Intensiv gekümmert hat man sich auch um den Kiel, der überall da, wo sich Anzeichen von Altersschwäche zeigten, ausgebessert wurde. Der Rumpf wurde unter Einsatz von 500 kg Farbe komplett neu gestrichen. Wer will, kann also eine runderneuerte Belem demnächst wieder im Port de la lune von Bordeaux bewundern.

(En images. Le „Belem“ a fait peau neuve, il quitte La Rochelle ce mardi, in: SUDOUEST, 13. 02. 2017, 16.55h : Internet-Ausg.)

 

Die Namen der Stürme

Anfang Februar 2017 sind drei Stürme mit unterschiedlicher Stärke über den Südwesten Frankreichs hinweggegangen: Kurt, Leiv und Marcel, was Anlass zu der Frage gibt, wie diese Stürme zu ihren Namen gekommen sind. Die Antwort ist banal, irgendjemand hat diesen Stürmen halt Namen gegeben, aber das erklärt noch nicht, wer das in Gang gesetzt hat. Wenn man weiterfragt,  kommt man zu Karla Wege, einer ehemaligen Studentin der Freien Universität Berlin, die 1954 vorschlug,  auffälligen Wetterphänomenen Namen zu geben, wodurch sie für ein breiteres Publikum fassbarer werden sollten. Karla Wege, nach ihrer Promotion Dr. Karla Wege, war lange Jahre eine feste Größe in den Wetterberichten des ZDF. Ihre Idee fand Anklang, und von da hatten Stürme Namen. Seit dieser Zeit wird mit jedem Jahresanfang eine neue Liste mit Namen aufgemacht, nach denen die Stürme benannt werden. Der erste Sturm bekommt einen Namen mit dem Anfangsbuchstaben A, der zweite fängt mit B an und so weiter.  Anfangs waren die Namen ausnahmslos weiblich, was bald Einsprüche auslöste, so dass man sich schließlich einigte, dass bei geraden Jahreszahlen die Namen weiblich waren und in den ungeraden männlich. Womit erklärt ist, weshalb die drei Stürme von Anfang Februar männliche Namen bekamen. Seit 2002 kann man übrigens gegen Zahlung von 199 Euro einen Namen vorschlagen, wobei jedoch ein paar Regeln einzuhalten sind, die die Universität Berlin bei Bedarf mitteilt.

  1. Bricard : Kurt, Leiv, Marcel… d’où viennent les noms de tempêtes ? In :SUDOUEST, 05. 02. 2017, 17.01h, Internet-Ausg.)

 

Hängt Talmont bald in der Luft?

Die Antwort ist kurz und hart: Nein, denn, wenn es in der Luft hängt, stürzt es ab und existiert danach nur noch in der Erinnerung der jährlich 500.000 Besucher,. die diesen auf den englischen König Edouard I. zurückgehenden kleinen Ort in beeindruckender Lage jährlich besichtigen. Nach der Einschätzung des Bürgermeisters ist Gefahr im Verzuge, denn der bröselige Kalkfelsen, auf dem Talmont liegt, hat unter den  Stürmen der letzten Jahre, insbesondere von Xynthia am 5. März 2010 schwer gelitten. Nach den Schäden, die der Orkan Martin Ende Dezember 1999 angerichtet hatte, war der Kalkfelsen von Talmont für 1,5 Millionen Euro mit einer Schutzmauer gesichert worden, die allerdings nicht lange gehalten hat. Für die Fachleute sind die Ursachen klar, denn die nach 1999 angelegte Schutzkonstruktion, bei der Zement verwendet wurde, konnte keine dauerhafte Verbindung mit dem Kalkfelsen eingehen. Der Bürgermeister von Talmont hat inzwischen eine Lösung ausarbeiten lassen, die den örtlichen Gegebenheiten Rechnung trägt und dazu noch weniger teuer ist als die Baumaßnahmen nach dem Orkan Martin. Allerdings sind auch dafür 1,2 Millionen Euro erforderlich, die die Gemeinde nicht in ihren Kassen hat. Dort könnte man 400.000 Euro aufbringen, aber die Beschaffung der fehlenden Summen ist schwierig. Das Department Charente-maritime hat schon hart und deutlich erklärt, dass es nicht als Geldgeber zur Verfügung steht. Und nun? Die Fortsetzung ist ungewiss, gewiss ist aber, dass, wenn nicht bald solide Sanierungsmaßnahmen eingeleitet werden, große Teile des Plateaus von Talmont einem jederzeit möglichen weiteren schweren Orkan nicht standhalten werden. Was dann von Talmont überbleibt, ist schwer vorherzusagen, auf jeden Fall wird das, was dann bleiben sollte, allenfalls erahnen lassen, was verloren ging.

(S. Cottin: Charente-Maritime : Talmont est-elle au bord du gouffre ? in SUDOUEST, 07. 02. 2017, Abendausg., Interent)

Mehr zu Talmont: Klick

 

 

Monta: Sturm-Bilanz

Auch in Montalivet haben die Stürme der ersten Februartage für eine lange Liste von Schlägen gesorgt, von denen die meisten zwar Geld und Zeit für die Behebung kosten, glücklicherweise gibt es aber nur wenige größere Schäden. Zu denen zählen die Zerstörungen an den Dächern der Flugzeug-Hangars auf dem Flugfeld von Montalivet, bei denen zur großen Erleichterung aber kein Flugzeug zu Schaden gekommen ist. Ziemlich schwer mitgenommen wurde der Picknick-Platz am Ortseingang, wo eine ganze Reihe Kiefern Opfer der Böen geworden sind. Auch den nördlich vom Monta-Hauptstrand abgestellten Häuschen der Strandaufsichten ist übel mitgespielt worden. Teilweise sind sie umgestürzt worden, teilweise wurden  die Dächer abgerissen. Bei alledem stellt die Gemeindeverwaltung mit großer Erleichterung fest, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind. Sehr zufrieden ist man auch mit der schnellen und wirksamen Intervention der Angestellten der Gemeinde, die sofort nach den Stürmen viele kleinere Schäden bereits beseitigt oder die Reparatur vorbereitet haben.

Im CHM sind nach Auskunft der Platzbetreiber  vier oder fünf Kiefern entwurzelt worden, die aber mit Ausnahme von einem Baum, der auf ein Mobilhome gestürzt ist, kein größeres Unheil angerichtet haben. Die überwiegende Zahl der im CHM erforderlichen Maßnahmen zur Beseitigung der Sturmfolgen sind wenig spektakuläre Einzelaktionen. Dennoch kommen sie mehr oder weniger ungelegen, da man  nur noch wenige Wochen vom Beginn des touristischen Lebens entfernt ist. Für die kommende Saison wird man aber mit einem Gelände aufwarten, dem man nicht ansehen wird, dass es die Februarstürme gegeben hat.

(L. Llobell: Tempêtes : la station à l’heure du bilan, in: SUDOUEST, 10. 02. 2017)

 

 

Michelin-Sterne

Die jährliche Bekanntgabe der Restaurants, denen Michelin-Sterne zu- oder aberkannt werden, ist für die kochende Zunft ein Ereignis, dem mit mehr oder weniger geschickt verborgener Spannung entgegengefiebert wird. Nunmehr ist es wieder geschehen, am Donnerstag, 09. 02. 2017 haben sich die neuzuerkannten Sterne dorthin begeben, wo sie für ein Jahr prangen werden und die, die der große Michelin aberkannt hat, sind demontiert und heim in den Sternenfundus geholt worden. Der Michelin 2017 führt insgesamt 616 Restaurants auf, denen die Verzierung mit einem oder mehreren Sternen zuerkannt wurde, mithin 16 mehr als 2016. 17 Lokale haben Sterne gewonnen, 52 haben einen oder mehrere verloren. Nach wie vor ist der Südwesten Frankreichs keine Gegend, in der man zu Fuß von einem Sterne-Restaurant zum andere wandeln kann, aber ein paar Sterne haben ihren Weg auch in diese Gegend gefunden. Zwei Lokale im Departement Gironde haben ihren ersten Stern erhalten: Le Skiff Club in La-Teste-de-Buch  und das  Logis de la Cadène in Saint-Émilion. Zwei Sterne dürfen führen: La Grande Maison in Bordeaux, Le Pressoir d’Argent in Bordeaux und L’Hostellerie de Plaisance in Saint-Émilion. Das Château Cordellan Bages in Pauillac hat seine beiden Sterne wegen des Wechsels des Küchenchefs eingebüßt. Da die wenigsten Freunde des Médoc ihre Besuche vom System der Michelin-Sterne dominieren lassen, dürfte auch die diesjährige Michelin-Runde wie die früheren im touristischen Leben der Gegend  keine wirklich messbaren Spuren hinterlassen.   

(Sudouest.fr.: Guide Michelin 2017 : la carte des restaurants étoilés, in : SUDOUEST, 09. 02. 2017, 12.52h, Internet-Ausg.

 

Die Jagd ist eröffnet

Wenn ein Jäger ins Gelände zieht, hat er einen wohl bestückten Patronenvorrat bei sich, und wenn er heimkommt, vielleicht eine ansehnliche Stecke vorzuweisen, auf jeden Fall aber einen mehr oder weniger erheblich dezimierten Patronenbestand. Die verschossenen Patronen haben sich jedoch nicht gänzlich in Schall und Rauch aufgelöst, sie sind zu bisher zu wenig beachtetem Sondermüll geworden, der die Eigenheit hat, dort, wo er hingefallen ist, ein paar Jahrhunderte auf seine Zersetzung zu warten. Die Zahlen, die dabei entstehen, sind durchaus beträchtlich, denn die 85.000 Jäger des Departements Gironde schießen viel öfter als dass sie treffen und jedes Mal  werfen ihre Waffen ein leere Hülse aus, die bislang achtlos auf dem Boden liegen blieb. Das soll sich aber ändern.

Die Jagdvereinigungen haben eine Initiative gestartet, deren Ziel darin besteht, dass möglichst viele der verschossenen Patronenhülsen eingesammelt und an Stellen geleitet werden, die sie der Wiederverwendung zuführen. Die dafür benötigten industriellen Strukturen bestehen schon, es ist nur eine Frage der Organisation, die von Jägern gelieferten leeren Patronenhülsen dorthin zu schaffen, wo diese in ihre metallischen und nichtmetallischen Bestandteile zerlegt und danach einer Wiederverwendung zugeführt werden können. Die Jagdvereinigungen hoffen, dass ihre Appelle gehört und befolgt werden und dass die Ergebnisse in etwa den Aufrufen zur Sammlung von Korken und Schraubverschlüssen entsprechen.  

(Fl. Moreau: La chasse aux cartouches usagées est ouverte, in: SUDOUEST, 08. 02. 2017)

 

Seehund-Klinik

Die Küsten des Médoc sind keine Gegend, in der man Gelegenheit hat, Seehunde regelmäßig zu beobachten. Einzelne Vertreter dieser Meerssäuger zeigen sich hin und wieder, wie etwa der zu beträchtlicher Bekanntheit gelangte You. Der kam, soviel steht fest, aus dem Küstengebiet der Bretagne, wo sich inzwischen eine relativ stabile Population aufgebaut hat. Normalerweise regeln Seehunde alles für sie Lebenswichtige ohne menschliches Zutun, doch gibt es einen Lebensabschnitt, wo nicht immer alles glatt geht. Und das liegt an einer Eigenheit im Verhalten der Seehundmütter, die nach dem Ende der Zeit, in der sie ihren Nachwuchs säugen, ihn  abrupt und ohne Übergang sich selbst überlassen. Zu diesem Zeitpunkt haben die jungen Seehunde eine ordentliche Fettschicht unter der Haut, mit der sie gut überleben können. Einige geraten aber doch in Schwierigkeiten, und um die kümmern sich die Mitarbeiter der einzigen Seehundklinik in Frankreich, in der südlichen Bretagne. Die jungen Seehunde, die dorthin gebracht werden, haben oft Untergewicht, daher werden sie aufgepäppelt, bis sie so kräftig sind, dass sie ihr Leben in Freiheit mit Erfolg bestehen können. Die Station, die  vor rund 30 Jahren gegründet wurde, hat bisher fast 600 junge und hilfsbedürftige Seehunde gepflegt und, so wie es aussieht, wird die Zahl in der Zukunft nicht geringer werden, da die Seehundbestände an den Küsten Frankreichs, seitdem die in den 60er Jahren unter Naturschutz gestellt wurden, eine positive Entwicklung genommen haben und heute nicht mehr zu den bedrohten Arten gehören.

(R. Le Coz: Une clinique pour soigner les phoques échoués, in: SUDOUEST, 07. 02. 2017)

 

Autobahnmaut

Es ist kein schöner, aber ein regelmäßiger Brauch in Frankreich, dass zum 1. Februar die Autobahn-Maut angehoben wird. In diesem Jahr steigen die Tarife um durchschnittlich 0,76%. In den letzten zehn Jahren haben sich die Erhöhungen auf insgesamt 20% belaufen. Diejenigen, die die Maut zahlen müssen fragen sich naturgemäß, ob die Betreibergesellschaften, in deren Kassen die Mautzahlungen landen, sich nicht ungerechtfertigte Vorteile verschaffen. Im vergangenen Jahr hat z.B. die Inflationsrate bei bescheidenen 0,36% gelegen, während die Anhebung der Maut mehr als das doppelte dieses Wertes beträgt. Auf den Autobahnen des Südwestens beträgt die Mauterhöhung durchschnittlich 1,2%, liegt als um mehr als das Dreifache über der Inflationsrate. Die Repräsentanten der Vereinigungen  der Autofahrer attackieren die Höhe der Mautanhebungen heftig, aber sie wissen, dass die bestehenden Verträge den Betreibergesellschaften vorteilhafte Bedingungen verschaffen, an deren Änderungen niemand der von den Erhöhungen profitiert, wirklich interessiert ist. Damit wird also wohl der Brauch, jeweils zum 1. Februar an der Gebührenschraube zu drehen, bestehen bleiben

(V. Audry: Pourquoi les prix des péages d’autoroutes ne cessent d’augmenter ? in: SUDOUEST, 02. 02. 2017, 7.12h, Internet-Ausg.)

 

 

Es hat gestürmt

Wenn Wettermeldungen von der französischen Atlantikküste den Weg in die deutschen Nachrichten finden, dann kann man davon ausgehen, dass sich in der Meteorologie einiges ereignet hat, was nicht zum Standardrepertoire gehört. In den letzten Tagen haben zwei Stürme, die von orkanartigen Böen begeleitet waren, die Küsten des Médoc attackiert. Die dabei angerichteten Schäden blieben aber weit hinter dem zurück, was 1999 oder 2013/14 geschah. Die Windgeschwindigkeiten des ersten Sturm mit dem unschuldigen Name Leiv erreichten Spitzenwerte von 140 km/, bei dem danach folgenden Sturm ging es etwa weniger windig zu. Beruhigend ist die Nachricht, dass es keine Personenschäden gab und dass die Sachbeschädigungen auch im Rahmen blieben. Wichtig auch zu wissen, dass die Dünenkante nur leicht gelitten hat. Wie bei derartigen Ereignissen nicht ungewöhnlich, waren im Departement Gironde rund 50.000 Haushalte kurzzeitig oder auch etwas länger ohne Strom. Schlecht erging es den Delfinen, von denen etwa 80 in den Uferzonen zu Tode kamen.

Ungewöhnlich war auch die Tatsache, dass die Médoc-Notizen auf stumm geschaltet waren. Das war keine Entscheidung der Redaktion, sondern ein handfester technischer Defekt, von dem wir hoffen, dass es jetzt erstmal ohne Störungen weitergeht.

(O. DARRIOUMERLE: Un long week-end de bourrasques, in : SUDOUEST, 06. 02. 2017

 

Windkraft à la française

Auch in Frankreich weiß man um die Vorteile der erneuerbaren Energien, doch scheint es, dass man jedes Mal, wenn aus der Theorie Praxis werden soll, soviel Argumente dagegen findet, dass ein Projekt nach dem anderen beerdigt wird, bevor es überhaupt richtig existiert hat. Zur Zeit laufen Planungen für über 400 Windkraftanlagen, die vor den französischen Küsten aufgestellt werden sollen. Die meisten Windparks sollen zwar  im Ärmelkanal errichtet werden, doch ist dabei auch ein Projekt vor der Île d’Oléron. Dort sollen 60 bis 80 Windkrafträder etwa 15 km vor der Küstenlinie installiert werden, die soviel Strom erzeugen könnten, wie ein Drittel eines Reaktors in einem Kernkraftwerk der neuesten Generation. Kaum waren die Umrisse der Planungen erkennbar, erhob sich schon massiver Widerstand dagegen.

Die Argumente, die für und gegen den geplanten Windkraftpark vorgebracht werden, ähneln denen, die andernorts verwendet werden, doch betonen die Initiatoren des Projekts, dass wegen der großen Abstände zwischen den einzelnen Masten die Beeinträchtigungen von Natur und Umwelt nur minimal seien. Die Gegner, die sich untern anderem in dem Collectif Don Quijotte zusammengeschlossen haben, sind davon jedoch nicht zu beeindrucken.

Zur Zeit bemühen sich die Investoren um die Genehmigung ihres Vorhabens. Nicht sicher ist jedoch, was geschieht, wenn der Widerstand gegen die geplanten Windkraftanlagen weiter zunimmt und eine Realisierung in kalkulierbaren Zeiträumen in Frage stellt. Dann könnte es sein, dass der Investor  es vorzieht, die für den Windpark vor der Île d’Oléron benötigen rund 2 Milliarden Euro in andere Vorhaben zu stecken.

(S. Cottin: L’éolien prend le large sous des vents contraires, in: SUDOUEST, 01. 02. 2017

Januar 2017

Tourismus 2016

Die Organsiation Gironde tourisme hat dieser Tage eine Bilanz der zurückliegenden Saison gezogen und  dabei festgestellt, dass der Tourismus im Departement Gironde seit 2009 beständig zugelegt hat. Dabei haben sowohl die Zahl der Touristen als auch die wirtschaftlichen Auswirkungen eine deutlich steigende Tendenz gezeigt. Insgesamt haben die Touristen im Jahr 2016 rund 1,8 Milliarden Euro in der Gironde ausgegeben. 40% davon sind im Ballungsbereich von Bordeaux ausgegeben worden, 25% am Bassin von Arcachon und an den Stränden des Médoc. Von den übrigen 35% haben die Weinbauregionen und das Innere des Departments profitiert.

(Le tourisme se porte bien, in : SUDOUEST, 28. 01. 2017

 

Renovierung

Auch wenn landläufig angenommen wird, dass bei Gericht alles langsam und gemächlich zugehe, gibt es auch dort bisweilen Dinge, die blitzschnell ablaufen. Das geschah kürzlich im Gerichtsgebäude von Bordeaux, das weltweit einzigartig sein dürfte wegen der an Bienenstöcke (franz. ruche) erinnernden Gestalt der Sitzungssäle. Das 1998 eingeweihte Bauwerk wurde von dem englischen Stararchitekten Richard Rogers entworfen und mit auch nach heutigen Maßstäben beträchtlichen Kosten gebaut. In einer dieser ruches fiel vor zehn Tagen plötzlich und ohne Vorwarnung ein massives Stück der Wandverkleidung herunter und krachte polternd zu Boden. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, aber das Ereignis löste eine eingehende Überprüfung der baulichen Sicherheit aus. Dabei stellte sich heraus, dass zur Vermeidung weiterer Schäden eine aufwändige Sanierung der Innenverkleidungen erforderlich ist, deren Kosten nicht unbeträchtlich sein werden. Die Arbeiten müssen dennoch zügig angegangen werden, denn zur Zeit ist der Zugang zu den sieben ruches versperrt, was dazu zwingt, die Sitzungen des Gerichts in einem anderen Gebäude durchzuführen. Das bringt die Abläufe des Gerichts einigermaßen durcheinander, was weiter zur Schleunigkeit drängt. Die jetzt erforderlich werdenden Arbeiten stehen in einer schon recht langen Reihe von Reparaturen an dem noch gar nicht alten Gebäude. Pessimisten erwarten daher, dass nach den jetzt anstehenden Sanierungen bald weitere folgen werden.

(É. Artigue-Cazcarra : Travaux au tribunal : la note s’annonce salée, in:SUDOUEST, 30. 01. 2017)

Bilder vom Gerichtsgebäude in Bordeaux: Klick

Vorwahlen der Sozialisten

In dem wegen des Ausgangs der ersten Runde erforderlich gewordenen zweiten Durchgang der Vorwahlen der Sozialisten zur Bestimmung des Kandidaten, der in der Präsidentschaftswahl für die Sozialistische Partei antreten wird, hat Benoît Hamon mit 58,88 % vor Manuel Valls mit 41,12% den Sieg davongetragen. Hamon gilt als stramm links orientierter Politiker, während Manuel Vallssozialdemokratisch-reformerische Positionen vertritt. Nach den derzeit vorliegenden Umfrageergebnissen haben allerdings weder Hamon noch Valls wirkliche Chancen, die Präsidentschaftswahl zu gewinnen.

Der erste Durchgang  der Wahl des nächsten Präsidenten der République Française findet am 23. April 2017 statt. Der zweite Durchgang, der wahrscheinlich erforderlich wird, dann am 7. Mai 2017.  

(Sudouest.fr: DIRECT. Primaire de la gauche : Hamon large vainqueur devant Valls, in : SUDOUEST, 29. 01. 2017, 21.56h, Internet-Ausg.)

 

 

Altlasten

Es ist noch nicht sehr lange her, da ging man auch in Frankreich relativ sorglos mit dem Ablagern von Müll um. Auch wenn sich die Bräuche inzwischen gebessert haben, die alten Deponien sind noch da. Zwar denkt niemand wohl wirklich gern daran, aber sie werden nach und nach entdeckt und zu Problemzonen erklärt. Inzwischen hat man im Departement Gironde 148 Mülldeponien entdeckt, die in den Jahren von ca. 1960 bis in die Mitte der 90er Jahre entstanden sind, zwei Drittel davon waren relativ wilde Kippen, auch wenn von den insgesamt 148  123  von Gemeinden und nicht von Privatleuten  benutzt wurden.  Sie stellen fast durchweg  Gefahren für die Umwelt dar, da sie, verglichen mit aktuellen Vorschriften, recht sorglos angelegt worden waren. Inzwischen hat man begonnen, die schlimmsten dieser Sünden zu sanieren oder doch die Gefährdungen zu reduzieren. Die dafür notwendigen Arbeiten gehen aber recht langsam voran, denn rund die Hälfte dieser alten Deponien sind noch genau in dem Zustand, in dem sie vergessen worden waren. Erst bei wenigen sind wirklich durchgreifende Maßnahmen eingeleitet worden. Niemand weiß, wann das Problem der alten Müllkippen wirklich gelöst sein wird, aber es ist davon auszugehen, dass dabei mehr Zeit vergehen wird als beim Anschütten.

(E. Artigue-Cazcarra: Les vieilles décharges réapparaissent,  in: SUDOUEST, 28. 01. 2017, p.14

 

Wiederbelebung

Das Projekt einer großräumigen und leistungsfähigen Umfahrung von Bordeaux schien eine Zeitlang die Lösung der Verkehrsprobleme in diesem Teil des Südwestens Frankreichs zu sein. Dann gab es Gegenwind, der schließlich mit Argumenten, die heutzutage deutlich an Überzeugungskraft verloren haben, den Sieg davon trug. Was blieb, war jedoch eine ständig schwieriger werdende Verkehrssituation um Bordeaux, deren Perspektiven mehr als düster sind. Mittlerweile ist die Rocade in der Zeit des morgendlichen und des nachmittäglichen Berufsverkehrs täglich sechs Stunden mehr oder weniger nachhaltig blockiert. Die Feinstaubbelastungen der jüngeren Vergangenheit und die daraus resultierenden Geschwindigkeitsbeschränkungen haben mehr als deutlich gemacht, dass die Dinge nicht so weiter laufen können wie bisher. Vor diesem Hintergrund erstaunt es nicht, dass der Gedanke des Grand Contournement wieder belebt wird. Der wohl prominenteste Fürsprecher ist Philippe Madrelle, einst Präsident des Conseil Général des Departments Gironde, dem gute Kontakte zum zuständigen Ministerium nachgesagt werden.

Während die Vorschläge von Ph. Madrelle auf die Wiederbelebung des einst bestehenden Umgehungsplanes mit dem Bau einer neuen Brücke über die Gironde zielen, verfolgt der Maire von Bordeaux, Alain Juppé, eine andere Linie, bei der unter Ausnutzung und Verknüpfung bereits bestehender Straßen eine Möglichkeit zur weiträumigen Umfahrung von Bordaux im Osten geschaffen werden soll. Es wird abzuwarten sein, wie die tasächliche Lösung aussieht, aber unbestritten ist, dass sich die Probelme durch pures Abwarten nicht lösen lassen.

(C. D.: Madrelle relance le contournement, in: SUDOUEST, 24. 01. 2017)

 

 

Kurzlebig

Die wieder ins Spiel brachten Überlegungen für eine großräumige Umfahrung von Bordeaux haben, kaum dass sie vorgebracht worden waren, eine deutliche Absage durch das Verkehrministerium erfahren, da es angeblich keine neuen Gesichtspunkte gebe, die den Entschluss zur Beendigung der Planungen für das Grand contournement in Frage stellen könnten. Außerdem sei der Ausabu der Rocade von Bordeaux auf 2 mal 3 Spuren im Gange und danach wird der Verkehr auf der Rocade besser laufen. Sagt der Minister.

(C. Debray: Grand contournement : le ministre dit non à Madrelle,in : SUDOUEST, 26. 01. 2017) 

 

Warm aber nass

Die Meteorologen sagen für die nächsten Tage im Médoc Temperaturen voraus, die nachts sehr deutlich über der Nullgrad-Marke bleiben werden und tagsüber bis zu 15° ansteigen können. Damit dabei niemand übermütig wird, wird es jedoch ausgiebig regnen.

(UM, 27. 01. 2017)

Vertretung

Wer in diesen Tagen die Fähre, die Blaye und Lamarque verbindet, nehmen will, kann das nur tun, wenn er sein Auto am Ufer stehen lässt. Der Grund liegt darin, dass die etatmäßige Fähre Sébastien Vauban in Bordeaux im Dock liegt und dort inspiziert und, falls erforderlich, repariert wird. Als Vertretung besorgt  für 19 Tage das Touristenboot Les 2 Rives, das auch schon in den letzten Jahren eingesprungen ist, die Verbindung zwischen den beiden Girondeufern. Zur Zeit sind die Passagiere der Aushilfsfähre fast ausnahmslos Stammgäste, die mehr oder weniger regelmäßig die Überfahrt machen, meist, weil sie am anderen Ufer ihre Arbeitsstelle haben. Für diese Personen ist die Tatsache, dass gegenwärtig das Übersetzen mit Fahrzeugen nicht möglich ist, kein Problem, denn nicht wenige von ihnen haben zwei Fahrzeuge, auf jedem Ufer eins. Das ist, wie vorgerechnet wird, billiger als das tägliche Übersetzen, das selbst bei reduziertem Tarif für Dauernutzer täglich 17 Euro kosten würde. 

(J. Jamet: Un parfum de vacances avec le bac sans voiture, in: SUDOUEST, 26. 01. 2017)

Wärme aus dem Untergrund

Über die Energiewende wird in Frankreich vor allem theoretisiert, während praktisch eher Zurückhaltung geübt wird. Punktuell gibt es jedoch durchaus berichtenswerte Dinge, wie zum Beispiel in Bordeaux, wo man mit Erfolg die Wärme der Abwässer für Heizzwecke nutzt. So wird z.B. das 15 Stockwerke hohe Gebäude von Bordeaux-Métropole (Nachfolger von CUB, Gemeindeverband Bordeaux) weder mit Strom noch mit Gas oder Öl geheizt. Stattdessen ist eine System installiert worden, das die Wärme der Abwässer im Untergrund anzapft und daraus über Wärmepumpen die Energie gewinnt, die für die Heizung benötigt wird. Nach demselben Prinzip wird demnächst das Naturkundemuseum von Bordeaux beheizt. Dasselbe System hat schon Anwendung gefunden in zwei Schwimmbädern in Bègles und Bouscat, wo man durchweg positive Erfahrungen mit dieser Technik gemacht hat. Die Abwässer, die hier genutzt werden, haben eine durchschnittliche Temperatur zwischen 15 und 20 Grad, was aus technischer Sicht ein hinreichend großes Energiepotential darstellt, um es über Wärmepumpen anzuzapfen. Für das Gebäude von Bordeaux-Métropole mit 48.500 m² auf denen 600 Angestellte arbeiten, ergibt sich so eine Ersparnis von rund 300.000 Kilowattstunden pro Jahr, was erwarten lässt, dass die Kosten für die Wärmepumpenanlage sich in fünf Jahren amortisieren werden. Und danach werden die Heizkosten unschlagbar günstig sein und lange Zeit bleiben. Allerdings muss gesehen werden, dass die Abwassermengen, die für eine wirtschaftlich attraktive Nutzung benötigt werden, nur in Ballungsräumen anfallen und dort auch nur für einzelne Objekte nutzbar gemacht werden können.

(J.-D. Renard: Le chauffage par les égouts,  in: SUDOUEST, 25. 01. 2017)

 

 

Kraniche im Médoc

Das Médoc ist daran gewöhnt, dass es von Scharen von Gästen aufgesucht wird. Die kommen zu Zehntausenden hauptsächlich im Sommer, aus bekannten Gründen. Es gibt jedoch auch Gäste, die außerhalb der Saison kommen. Und zu denen zählen die Kraniche, die seit den 70er Jahren ihren Winteraufenthalt im Naturschutzgebiet von Cousseau nehmen. In diesem Jahr sind es rund 4.700 dieser großen Vögel, die die flachen Gewässer des Réserve naturelle für die Nachtruhe aufsuchen, über Tag aber auf den umliegenden Feldern auf Futtersuche gehen. Die Verwaltung des  Naturschutzgebietes organisiert auch in diesem Jahr mehrere Führungen, um Interessierten einen Blick auf die Kraniche zu ermöglichen und um dabei Wissenswertes über diese Wintergäste zu vermitteln. Dazu informieren sich die Führer darüber, welche Felder die Kraniche  aufsuchen, und führen ihre Gäste dann an Stellen, von welchen gute Beobachtungsmöglichkeiten bestehen. Wegen der großen Fluchtdistanz der Vögel sind Beobachtungen, die genauere Eindrücke vermitteln können, nur mit Ferngläsern möglich. Besuche des Naturschutzgebietes von Cousseau haben zu jeder Jahreszeit ihren Reiz, doch sind die Kraniche nur von etwa November bis Februar vor Ort. Sie machen sich schon zeitig im Frühjahr wieder auf den Rückweg in ihre in nördlicheren Gefilden gelegenen Brutgebiete.  

(L. Michelotti: Une sortie à la rencontre de la dame grise de Cousseau, in: SUDOUEST, 23. 01. 2017)

Mehr: http://www.sepanso.org/reserves/cousseau_a.php

Und: http://www.medoc-notizen.de/558.html

 

Ausweitung der Geschwindigkeitsbeschränkungen

Wegen der anhaltend hohen Feinstaublastungen der Luft werden die Geschwindigkeits- und Verkehrsbeschränkungen in Frankreich über den Montag hinaus verlängert. Im Südwesten sind bis zum Abklingen der zu hohen Feinstaubbelastungen außer der Rocade von Bordeaux die zulässigen Höchstgeschwindigkeiten für alle Schnellstraßen um 20 km/h herabgesetzt worden, so dass, je nach der erlaubten Höchstgeschwindigkeit, statt 130 km/h 110 km/h, statt 110 km/h 90 km/h und statt 90km/h 70 km/h nicht überschritten werden dürfen.

(Sudouest.fr: Pollution : vitesse réduite mardi sur la rocade bordelaise et les autoroutes de Gironde, in : SUDOUEST, 23. 01. 2017, 14.53h, Internet-Ausg.)

 

Mehr : http://www2.prevair.org/

 

 

Elektro-Zapfsäulen

Das Syndicat départemental des énergies électriques de la Gironde (Sdeeg), das auch in den anderen Departements der alten Region Aquitaine aktiv ist, bemüht sich, im Fahrzeugverkehr den Einsatz der Elektrizität zu fördern. Autos, die an der Steckdose aufgetankt werden können, gibt es schon, wenn auch nicht sehr zahlreich, doch fehlt es außerhalb der Ballungsräume immer noch an Möglichkeiten, Elektroautos bequem und kundenfreundlich mit Energie zu versorgen. Die ersten Zapfsäulen im Médoc funktionieren schon in Soulac und Lacanau, derzeit werden drei weitere in Ludon-Médoc, Lesparre und Castelnau-de-Médoc aufgestellt, die zum 1. Februar betriebsbereit sein sollen. Danach sollen Pauillac und Saint-Laurent-de-Médoc versorgt werden. Die Zapfsäulen kosten jeweils 10.000 Euro, von denen 4.000 Euro von den Gemeinden aufzubringen sind, während der größte Teil vom Sdeeg übernommen wird.

(M. Jay: Des bornes électriques sur tout le territoire ? in: SUDOUEST, 20-. 01. 2017)

 

 

Vorwahlen des Parti Socialiste

Die erste Runde der am 22. 01. 2017 durchgeführten Vorwahlen der Sozialisten, bei denen der Politiker ermittelt werden sollte, der im April als Kandidat der Sozialistischen Partei (PS) bei der Präsidentschaftswahl antreten wird, haben erwartungsgemäß im ersten Durchgang keinen Sieger jenseits der 50%-Marke gesehen. In Front liegen nach dem Endergebnis Benoît Hamon (35,8%) und Manuel Valls (31,40%), die am kommenden Sonntag in der zweiten Runde den Sieger unter sich ausmachen werden. Nach den derzeit kursierenden Umfrageergebnissen hat aber der Sieger kaum eine Chance, in die Entscheidung bei der Präsidentschaftswahl einzugreifen. Beide würden nach  den aktuellen Umfragen auf dem fünften Platz in der ersten Runde der Präsidentschaftswahl landen und wären damit in der zweiten Runde nicht mehr dabei.   

(Sudouest.fr: Primaire de la gauche : Hamon en tête, Valls passe à l’attaque, in : SUDOUEST, 22. 01. 2017, 23.3h, Interne-Ausg.)

 

Verlängerung

Die zunächst nur für Sonntag, 22. 01. 2017, verfügte Reduzierung der auf der Rocade von Bordeaux zulässigen Höchstgeschwindigkeit wird verlängert und auf Montag, 23. 01. 2017 ausgedehnt, weil die Werte für die Luftverschmutzung nicht zurückgegangen sind.

(Sudouest.fr: Rocade de Bordeaux : la vitesse encore réduite de 20 km/h lundi, in : SUDOUEST, 22.01. 2017, 18.10h, Interent-Ausg.)

Tempolimit wegen Luftverschmutzung

Ausgelöst durch besonders hohe Werte der Luftverschmutzung wird am 22. Januar 2017 von 0.00h bis zum 23. Januar 0.00h überall dort, wo auf der Rocade von Bordeaux die zulässige Geschwindigkeit 70km/h oder mehr beträgt, die erlaubte Geschwindigkeit um 20 km/h reduziert. Die Präfektur gab zusätzlich bekannt, dass intensive Kontrollen durchgeführt werden, um die Einhaltung der Reduzierung der Geschwindigkeiten zu gewährleisten. Die erforderlichen Informationen werden an die Verkehrsteilnehmer über die Info-Tafeln an der Rocade übermittelt. Gleichzeitig wurde eine Verfügung erlassen, mit der alle Verbrennungsaktionen von Gartenabfällen etc.  im Freiland untersagt werden.

In Paris wird unterdessen vorübergehend für den Innenstadtbereich ein Verkehrsverbot für alle Fahrzeuge verhängt, die keine Crit’Air-Plakette oder eine der Klasse 5 erhalten haben.

Die für die Rocade von Bordeaux verfügten Beschränkungen lassen erwarten, dass die Einführung der Umweltplaketten Crit’Air in Bordeaux beschleunigt werden wird.

(Y. St-S. :Rocade bordelaise : la vitesse réduite de 20 km/h dimanche en raison de la pollution, in SUDOUEST, 21. 01. 2017, 21. 01. 2017, 16,53h, Internet-Ausg.)

 

 

Fähre im Dock

Die Sébastien Vauban, die Fähre, die normalerweise jährlich 250.000 Passagiere mit ihren Fahrzeugen zwischen Blaye und Lamarque transportiert, ist zur Zeit außer Diensten. Grund ist die alljährliche Routineüberprüfung, die in diesem Jahr in einem Trockendock in Bordeaux vollzogen werden wird. Die Arbeiten werden im Trockendock an den Bassins à flot in Bacalan durchgeführt, in dem eigentlich auch die Dreimastbark Belem inspiziert und, soweit erforderlich, repariert werden sollte. Die Belem musste nach La Rochelle ausweichen, weil am Dock in Bordeaux eine technische Panne nicht rechtzeitig behoben worden war. Nachdem die Störung inzwischen beseitigt ist, wird die Sébastien Vauban für gut vierzehn Tage im Dock sein und dort von mehr als 40 Fachleuten umsorgt werden, für die nach der Reparatur des Docks damit eine neue und für die Betroffenen hoffentlich regelmäßige Phase von Überholungsarbeiten beginnen wird. In der Zeit, in der die Sébastien Vauban in Bordeaux liegt, wird es keinen Fährbetrieb für Fahrzeuge zwischen Blaye und Lamarque geben. In dieser Zeit wird ein kleineres Boot auf dieser Strecke eingesetzt, das allerdings nur Fußgänger aufnehmen kann.

(D. Lherm: Le bac Blaye-Lamarque en révision à Bordeaux, in: SUDOUEST, 20. 01. 2017)

 

Nicht ganz verboten

Der Bürgermeister von Bordeaux, der gleichzeitig Präsident von Bordeaux Métropole ist, mag keinen Lärm auf der Garonne. Deswegen hat er sich dafür eingesetzt, dass im Port de la Lune, also in dem Bereich der Garonne zwischen dem Pont de pierre und dem Pont Chaban-Delmas in der Zeit vom 1. Juni bis zum 15. September keine Jetski verkehren dürfen. Als ein kleiner Unternehmer, der gerade in diesem Abschnitt der Garonne mit Jetski Touristen herumkutschiert, um ihnen Bordeaux von der Wasserseite aus zu zeigen, darauf hinwies, dass er damit seinen Broterwerb verlöre, zeigte sich M. le Maire nachdenklich und öffnete ein kleines Türchen unter der Voraussetzung, dass die in Tourismusangelegenheiten agierenden Jetski langsam fahren und leise sind. Damit werden wohl die Jetski und ihr Verbot in friedlicher Koexistenz nebeneinander bestehen.

(B. B. : Juppé ne veut pas de nuisances sonores sur la Garonne, in: SUDOUEST, 19. 01. 2017)

 

Hoffnung für Le Signal

Pascale Got, Abgeordnete in der Nationalversammlung für das Departement Gironde, kennt aus nächster Anschauung die Probleme, die die Erosion an den Küsten verursacht, und sie ist gut informiert über das Geschehen um das seit 2014 gesperrte und zum Abriss bestimmte Appartementhaus Le Signal in Soulac.  Bislang war aber die den Besitzern angebotene Entschädigung auf kärgliche 20.000 Euro beschränkt, was etwa einem Zehntel des früheren Verkehrswertes der Wohnungen entsprach. In diese noch vor Monaten scheinbar nicht zu lösende Problematik ist jetzt Bewegung gekommen durch eine Gesetzesiniative von P. Got. Danach soll die Entschädigung in Fällen wie sie bei Le Signal vorliegen, auf bis zu 75% angehoben werden, was für die Betroffenen eine beträchtliche Verbesserung darstellt. Das Gesetzesvorhaben ist Anfang Juli 2016 in die Nationalversammlung eingebracht und angenommen worden. Es hat in der zweiten Januarwoche 2017 den Senat passiert, allerdings mit einigen Zusätzen und Änderungsvorschlägen. Es geht nun an die Nationalversammlung zurück zur zweiten Lesung, die für die letzte Januarwoche  angesetzt ist. Noch unsicher ist allerdings, ob das Gesetzgebungsverfahren bis Ende Februar  abgeschlossen werden kann. Zu diesem Zeitpunkt schließt die Sitzungsperiode der Nationalversammlung. Nächste Gelegenheit zur abschließenden Abstimmung wäre dann nach den kommenden Präsidentschaftswahlen, was naturgemäß eine erheblicher Verzögerung bedeuten würde. Für die Besitzer der Wohnungen im Signal ist das zwar wenig erfreulich, sie werden damit aber wohl leben müssen, zumal die Aussicht auf eine für sie halbwegs befriedigende Lösung ihrer Probleme durch den Zeitfaktor nicht bedroht wird.

(J.-D. Renard : Le recul du trait de côte abonné aux longs débats, in: SUDOUEST, 16. 01. 2017)

Gurp TT 2017

Die an zwei Tagen ausgetragenen Wettbewerbe der 15. Auflage von Gurp TT haben am zweiten Tag, dem Sonntag, mit wenig erfreulichen Wetterbedingungen zu kämpfen gehabt, doch hat der Regen weder die Teilnehmer noch die Zuschauer eingeschüchtert. Alles in allem waren sowohl die Teilnehmer als auch die Veranstalter und Zuschauer zufrieden, wozu nicht zuletzt auch ein beträchtliches Aufgebot an Ordnungshütern beigetragen hat. Insgesamt vierzig Uniformierte sorgten an der Stecke und an drei Zugangskontrollen dafür, dass die Sicherheit erfolgreich gewährleistet werden konnte. Etwas unerwartet, aber verdient durchfuhr der Belgier Daymond Martens nach einem abwechslungsreichen und spannenden Rennen als erster die Ziellinie und trug sich damit in Le Gurp erstmalig in die Liste der Sieger ein.

(M. Chailloux: La quinzième édition s’est jouée de la pluie, und : Un Belge sur

les dunes de Gurp, in: SUDOUEST, 16. 01. 2017)

 

 

Paris: Zone mit Verkehrsbeschränkungen

Seit dem 16. Januar 2016 gelten für Kraftfahrzeuge mit französischen Nummernschildern, die die inneren Bereiche von Paris befahren wollen, Regelungen, deren Nichtbeachtung kostenträchtige Strafgelder nach sich ziehen können. Kern der Neuerung ist die Deklarierung von Zonen, die im Prinzip  mit den in Deutschland in vielen Städten bestehenden Umweltzonen  verglichen werden können.

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Kältewelle in Sicht

Die Meteorologen kündigen für Frankreich die kräftigste Kältewelle seit fünf Jahren an. Ab Montag, 16. Januar, werden Temperaturen erwartet, die um vier bis acht Grad unter den langjährigen Durchschnittswerten liegen werden. Besonders betroffen sein werden der Norden und der Osten Frankreichs. Dazu werden dort Schnee und Glatteis den Autofahrern das Leben schwer machen. Das Thermometer wird auf Werte bis -5° oder -10° absinken, wobei bei Schnee lokal noch tiefere Temperaturen möglich sind. Mit Rekordtemperaturen ist  wohl nicht zu rechnen, doch wird sich die Kälte  bis zum Ende der Woche halten. Im Südwesten geht es wieder gnädiger zu, dort werden die Temperaturen zwar auch sinken, sie bleiben aber auch nachts in der Nähe der Null-Gradmarke. Über Tag wird es im Südwesten sonnig sein mit Temperaturen über der Frostmarke. Eine Wetteränderung wird frühestens für das Wochenende erwartet.

(SudOuest.fr (avec AFP) : La France va affronter la pire vague de froid depuis cinq ans, in:SUDOUEST, 15. 01. 2017, 10.50h, Internet-Ausg.)

 

Stromausfall

Am 13. Januar 2017 fiel gegen 10.00 Uhr am Vormittag im gesamten Stadtgebiet von  Lesparre der Strom aus. Der Ausfall wurde von einem in Uch ohne erkennbare äußere Einwirkung  umgestürzten Baum verursacht, der auf eine Hochspannungsleitung gefallen war. Dabei entstand ein Lichtbogen, der weithin sichtbar war und von vielen für den Blitz eines Gewitters gehalten wurde. Die schnell mobilisierten Techniker von ERD schafften es in kurzer Zeit, die ersten Straßen wieder mit Strom zu versorgen, so dass um 17.00 nur noch Teile von Uch auf die Reparatur warteten. Man erwartete, dass während des Abends auch die letzten Haushalte wieder versorgt werden können.

(A. Larrue, in: SUDOUEST, 14. 01. 2017)

 

 

Internet auf Rädern

Seit dem 3. Oktober des letzten Jahres ist auf den Straßen des Departements Gironde ein auffällig weiß und grün lackierter Bus unterwegs, in dem es 12 Computerarbeitsplätze gibt und ein Team von Experten für Computer- und Internetangelegenheiten. Der Bus soll ältere Bürger an die Informatik und an das Internet heranführen. Zur Zeit nutzen in Frankreich nur 20% der über 75jährigen das Internet, obwohl inzwischen nicht nur bei der Informationsgewinnung, sondern auch beim Umgang mit Behörden das Internet eine zunehmende Bedeutung hat. Davon könnten nicht zuletzt Ältere profitieren, die auf dem Lande wohnen und mit einem wenig entwickelten Nahverkehrsnetz auskommen müssen. Das Angebot in dem Bus ist als Lehrgang von drei Stunden aufgebaut. Dort, wo der Bus Station macht, findet ein Kurs am Morgen von 9 bis 12.00h und ein weiterer am Nachmittag von 14. bis 17.00h statt. Für die Teilnehmer, die noch nicht über einen Email-Zugang verfügen, kann auf Wunsch eine Email-Adresse eingerichtet werden. Da die Zahl der zur Verfügung stehenden Plätze begrenzt ist, ist eine vorherige Anmeldung erforderlich. Der nächste erreichbare Halt des Busses im Médoc wird am 1. Februar in Hourtin sein. Anmeldungen müssen erfolgen bis spätestens 25. Januar unter Tel. 05 56 73 28 43 oder 06 20 28 21 74

(R. Boivinet: Le bus numérique fait halte le 1er février, in: SUDOUEST, 13. 01. 2017)

 

Schwerer Wintersturm

Über den Nordwesten und den Norden Frankreichs ist in der Nacht vom 12. zum 13. Januar ein schwerer Wintersturm hinweg gezogen. Bei Windgeschwindigkeiten bis zu 146 km/h ist in 11 Departements die Stromversorgung von 237.000 Haushalten unterbrochen worden. Verbunden mit teilweise starken Schneefällen und Glatteis gab es erhebliche Verkehrsbehinderungen.  Nördlich von Paris war ein Thalys für mehrer Stunden durch umgestürzte Bäume blockiert. Die Feuerwehr musste 4.500 mal ausrücken, um Hilfe zu leisten. Die Unwetterwarnung von Météo France für elf im Norden gelegene Departments wurde bis Freitagmorgen verlängert, doch soll der Schneefall gegen 10.00h aufhören. Für das Department Gironde wurde ebenfalls eine Warnung ausgesprochen, allerdings mit geringerer Intensität. Tatsächlich ging es im Médoc bei leicht zweistelligen Temperaturen undramatisch zu. Es hat zwar gestürmt, doch ohne wahrnehmbare Schäden, und von Schnee war dort vorerst keine Spur. Die Meteorologen sprechen zwar von der Möglichkeit, dass es in den nächsten Tagen im Médoc schneien könnte, richtig sicher sind sie sich aber nicht.

(SudOuest.fr avec AFP : Tempête hivernale : 237 000 foyers privés d’électricité, 11 départements encore en alerte, in : SUDOUEST, 13.01.2017, 8.10h, Internet-Ausg.)

 

 

Sperrung

Der Pont de pierre in Bordeaux ist die älteste Brücke, die dort über die Garonne führt. Das Bauwerk wird bald 200 Jahre alt sein, und es ist nicht mehr in bester Verfassung. Sanierungsarbeiten waren schon in der Vergangenheit mehrfach erforderlich, wobei es immer wieder Beschränkungen für den Verkehr auf der Brücke gegeben hat. Für diesen Sommer ist nun eine neue Sperrung angekündigt worden, die dazu führen wird, dass im Juli und August 2017 kein PKW mehr über die Brücke fahren darf. Noch nicht ganz klar ist, ob die Sperrung zum September 2017 wieder aufgehoben oder ob sie auf Dauer bestehen wird. Feststeht hingegen, dass die Entscheidung über die Brückensperrung weitreichende Auswirkungen für den Straßenverkehr im Ballungsraum Bordeaux haben wird. Zur Zeit nutzen täglich mehr als 15.000 Fahrzeuge den Pont de pierre, die sich demnächst andere Wege suchen müssen, um von einem Ufer der Garonne an das andere zu gelangen.

(Y. Delneste : Le pont de pierre interdit aux voitures l’été prochain, in : SUDOUEST, 11. 01. 2017)

 

Camping Municpal Le Gurp

Die Gemeinde Grayan-et-L’Hôpital, Eigentümerin und Betreiberin des Camping municipal in Le Gurp hat die Preise für die Saison 2017 veröffentlicht. Erfreulich festzustellen: die Erhöhungen gegenüber 2016 sind sehr moderat.

(UM, 13. 01. 2017)

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Zornige Autofahrer

Radargeräte stehen in der Beliebtheitsskala, die Autofahrer aufstellen würden, ganz weit unten. Nicht selten ergeben sich daraus handfeste Konsequenzen, wie jetzt wieder an zwei Stellen im  Médoc geschehen, wo  feststehende Radarstationen bei Cissac und bei Saint-Laurent das Ziel von Angriffen waren. Beide Geräte wurden so mit Farbe besprüht, dass sie ausfielen und damit zumindest für einige Zeit nicht für den Zweck zur Verfügung stehen, für den sie eigentlich vorgesehen sind. Die Täter sind bislang unbekannt, doch wird nach ihnen gefahndet. Wenn man sie erwischt, werden sie vermutlich längere Zeit sparen müssen, um die Folgen ihrer Farbattacke auszubügeln, denn dafür sieht der Strafenkatalog ein Bußgeld von bis zu 7.500 Euro vor. Zusätzlich können noch Sozialarbeitsstunden verhängt werden. Sollte man bedenken, bevor man zur Sprühdose greift.

(Clin d’oeil, in: SUDOUEST, 09. 01. 2017)

 

 

670 Starter

Die 15. Auflage des Motocrossrennens bei Le Gurp wird noch mehr Starter haben als die vorherigen Veranstaltungen. Das zur französichen Meisterschaft zählende Rennen ist von vielen Freiwilligen, die seit Oktober des letzten Jahres sich kräftig geregt haben, vorbereitet worden. Neben der Hauptveranstaltung für Motorräder werden vier weitere Wettbewerbe durchgeführt, für die sich insgesamt 670 Teilnehmer angemeldet haben. Die Rennsrecke ist 15 km lang, davon verlaufen vom Hauptstrand von Le Gurp bis zur Pointe de la Négade 4,2 km über den Strand. Man rechnet wieder mit rund 20.000 Zuschauern. Die haben es in diesem Jahr etwas weniger bequem als bei früheren Veranstaltungen, denn die Zufahrtstraße nach Le Gurp wird aus Sichheitsgründen 500 m hinter dem Kreisverkehr gesperrt, so dass für Besucher die Zufahrt mit PKW zur Rennstrecke nicht möglich sein wird. Die Durchführung der Veranstaltung wird etwa 100.000 Euro kosten, von denen ein großer Teil durch die Startgelder der Teilnehmer hereinkommen wird. Daneben hat der Gemeindeverband Pointe du Médoc 7.000 Euro beigesteuert, weitere 12.000 Euro spendiert das Departement, so dass die Finanzierung der Veanrstaltung gesichert ist.

(J. Lestage : 670 pilotes pour la 15e édition de la Gurp TT, in : SUDOUEST, 10. 01. 2017)

 

Gute Nachrichten

Die Cahiers méduliens werden zweimal jährlich von der Société archéologique et historique du Médoc (SAHM), die ihren Sitz in Pauillac hat, herausgegeben. Sie bringen auf wissenschaftlichem Niveau Beiträge zur Geschichte de Médoc, die sonst häufig wohl keine Plattform für eine Veröffentlichung gefunden hätten. Mittlerweile ist das 65. Cahier médulien erschienen, bei dessen Vorstellung im letzen Jahr allerdings die Nachricht kursierte, dass damit die letzte dieser Publikationen erschienen sei und dass auch die Tage der  Société archéologique et historique du Médoc  gezählt seien. Offensichtlich hat diese für viele nicht erfreuliche Perspektive Energien freigesetzt, die jetzt ein erstes handfestes Ergebnis vorweisen können. In wenigen Tagen wird nämlich eine neues Cahier médulien erscheinen, und eine weitere Ausgabe für die zweite Jahreshälfte ist ebenfalls in Arbeit. Die Cahiers méduliens sind in den Buchhandlungen des Médoc vorrätig oder dort zu bestellen. Vom Ende der Reihe wird derzeit nicht mehr gesprochen, wobei zu wünschen ist, dass die Société archéologique et historique du Médoc  weitere neue Mitglieder gewinnen kann, die den Fortbestand des Vereins und seiner Aktivitäten sichern können.

(M. Caporal : Les Cahiers méduliens paraîtront cette année, in SUDOUEST, 09. 01. 2017)

 

Ausgelaufen

Die Dreimastbark Belem, in Frankreich einziger Überlebender der Zeit, in der ein großer Teil der weltweit zu transportierenden Frachten unter Segel auf die Reise gingen, hat den Port de la lune von Bordeaux verlassen. Zwar nicht unter Segel, wie ein Artikel des SUDOUEST vermeldete, aber ausgelaufen ist sie wirklich. Sie nimmt Kurs auf La Rochelle, wo sie für rund drei Wochen ins Trockendock geht, um Routinearbeiten ausführen zu können, die notwendig und vorgeschrieben sind, damit das Schiff weiterhin in Fahrt gehalten werden kann. Eigentlich hätten die erforderlichen Arbeiten in Bordeaux durchgeführt werden sollen, wo es ebenfalls ein Trockendock gibt. Das ist jedoch nicht einsatzbereit, obwohl die dort bestehenden Schäden schon länger bekannt sind. Die Belem wird nach ihrem Besuch in La Rochelle nach Bordeaux zurückkehren und den Rest der für Segler eher ungemütlichen Jahreszeit dort verbringen, bevor es im April wieder auf Fahrt geht.

(M. Derdevet : Le « Belem » a mis les voiles, in : SUDOUEST, 08. 01. 2017)

 

 

 

Ermahnungen

Der für Soulac zuständige regionale Rechnungshof hat einen Bericht über die finanzielle Situation von Soulac von 2011 bis 2015 vorgelegt, der an mehreren Stellen Unangenehmes enthält. Darin wird unter anderem bemängelt, dass die Stadt  Nebenhaushalte unterhält, die z.B. für das Flugfeld und den Camping Municipal bestehen, die nicht nach den vorgeschriebenen Regeln geführt werden. Der Rechnungshof verlangt, dass in den bemängelten Bereichen verantwortliche Leiter benannt werden und dass Geschäftsordnungen aufgestellt werden, die finanzielle Risiken verhindern und dafür sorgen sollen, dass erwirtschaftete Überschüsse ordnungsgemäß versteuert werden. Revidiert werden muss auch die bislang geübte Praxis, den beiden kritisierten Bereichen Subventionen aus dem Stadthaushalt zu gewähren, die nicht mit bestehenden Vorschriften in Einklang stehen. Auch zur Verschuldung der Stadt äußert sich der Bericht und fordert, dass schnelle und wirksame Maßnahmen ergriffen werden, um zu verhindern, dass die Stadtfinanzen in ernsthafte Schwierigkeiten geraten.  In seiner Stellungnahme kündigt der Bürgermeister an, dass die erforderlichen Maßnahmen zum Flugfeld und zum Camping municipal schnell eingeleitet werden sollen. Zum Schuldenstand wird aber nur auf die Faktoren verwiesen, die erklären sollen, warum mehr Geld ausgegeben als eingenommen wurde, wobei jedoch nicht erkennbar wird, wie das Problem gelöst werden soll.

(J. Lestage: Soulac doit surveiller sa situation financière, in: SUDOUEST, 07. 01. 2017)

 

Aufwind

Wenn der Flughafen Bordeaux-Mérignac in den Medien erscheint, dann zumeist mit Erfolgsmeldungen. Das geschieht auch beim Rückblick auf das Geschäftsjahr 2016, denn da sind wieder kräftige Steigerungsraten zu vermelden. So hat die Zahl der Fluggäste zugelegt auf 5,8 Millionen, 470.000 mehr als im Vorjahr. Dabei ist der Zuwachs vor allem bei den Billigfliegern entstanden, die 15,9% mehr Passagiere befördert haben als 2015. Der Billigfliegerbereich macht inzwischen 45% des Umsatzes des Flughafens aus, und er bringt 75% der Zuwachsraten. Im letzten Jahr hat sich das Angebot an Zielen, die von Mérignac aus direkt angeflogen werden, auf 101 erhöht, wobei im Vorjahr 10 neue Zielflughäfen dazugekommen sind. Diese Entwicklung wird sich auch 2017 fortsetzen, da schon acht neue Zielorte feststehen.

(St. Dubourg: Nouvel envol pour l’aéroport , in: SUDOUEST, 05. 01. 2016)

 

 

Attraktives Departement

Das Departement Gironde hat eine durchaus positive Bevölkerungsbilanz vorzuweisen, denn von 2009 bis 2014 nahm die Zahl seiner Einwohner um 91.355 zu. Das ergaben unter anderem die soeben von INSEE, dem nationalen Institut für Statistik in Frankreich, publizierten Ergebnisse der letzten Volkszählung. Dabei wurde auch bestätigt, dass die Gironde mit 1.526.016 Einwohnern das bevölkerungsreichste Departement der Nouvelle-Aquitaine ist. Die Zunahme im Auswertungszeitraum um insgesamt 6,3% stellt ebenfalls den höchsten Wert in der Region dar, gefolgt vom Departement Landes, das es auf einen Zuwachs von 5,27% brachte. Nach wie vor wirkt der städtische Bereich um Bordeaux, der seit 2015 Bordeaux Métropole heißt, wie ein Magnet auf Zuzügler, wobei die Steigerung der Einwohnerzahlen sich vor allem in den mehr am Rand des Ballungsraumes Bordeaux gelegenen Gemeinden vollzog, in denen noch Platz für Neuansiedler war. Bei der Bevölkerungsstatistik des Departements gab es nur wenige Verlierer, zu denen Arcachon (- 9.30%) und auch Soulac (- 7%) zählen.

(V. Deymes: La Gironde reste très attractive, in: SUDOUEST, 03. 01. 2017)

Schnee ist nicht gleich Schnee

Am Vormittag des 4. Januar hat es in Bordeaux und in Floirac leicht geschneit, zumindest war nachher die Erde mit einem feinen weißen Überzug versehen. Allerdings begann sofort danach eine Diskussion darüber, ob das, was von oben kam, Schnee war oder nicht. Die Meinung wurde vertreten, dass das, was da weiß vom Himmel gefallen war, zwar aussah wie Schnee, dabei aber in Wirklichkeit Folge der Luftverschmutzung war, die dazu geführt hätte, dass Feinstaubpartikel  zu Kristallisationskernen für Feuchtigkeit wurden und danach den Erdboden weiß machten. Die Gegenmeinung wurde auch vertreten, dass der Niederschlag doch wohl richtiger Schnee gewesen sei. Eine eindeutige Diagnose war nicht zu stellen, zumindest fürs erste nicht. Die Meteorologen, die es eigentlich wissen sollten, beruhigten aber die Gemüter. Sie sagten, es könnte durchaus sein, dass die Feinstaubtheorie zuträfe, doch sei das kein Grund zur Beunruhigung. Der weiße Niederschlag sei jedenfalls ungefährlich, und wenn er auf Feinstaubeinflüsse zurückginge, dann sei die Luft danach richtig gereinigt, und das sei eher ein Grund  zur Zufriedenheit. Der Reinigungseffekt stellt sich übrigens bei jeder Form von Niederschlag ein, noch ein Grund zur Entdramatisierung.

(Sudouest.fr : Y a-t-il eu de la neige de pollution ce mercredi à Bordeaux ? in : SUDOUEST, 04. 01. 2017, 16.51h, Internet-Ausg.

 

Es wird winterlich

Die Meteorologen haben Kaltes zu vermelden. In den nächsten Tagen wird es, besonders in den nördlichen und östlichen Regionen Frankreichs richtig kalt mit Nachttemperaturen, die bis -10° absinken können. Im Südwesten werden die Temperaturen zwar auch fallen, aber höchsten bis -2° oder maximal -6°. An den Küsten wird es nicht ganz so kalt, da wird sich das Thermometer in den Nächten um oder leicht unter Null Grad bewegen. Tagsüber ist mit Werten um 8-10 Grad zu rechnen. Es wird auch Schnee geben, aber auch hier ist nur der Norden und der Nordosten davon betroffen. Im Südwesten wird es wohl vorerst nichts mit dem, was manche als weiße Pracht bezeichnen.

(Sudouest.fr. : Une vague de froid s’abat sur la France cette semaine, in SUDOUEST, 02. 01. 2017, 15.17h, Internet-Ausg.)

 

Neues von der Trüffel-Front

Trüffeln sind eigentlich botanisch wenig spektakuläre Pilze, die in der Erde heranwachsen und dabei nicht kundtun, wo sie das machen. Da diese Pilze aber einen Geschmack haben, der nicht Seinesgleichen hat und da das Aufspüren der Trüffeln von geheimnisumwobenen Mythen umgeben ist, gehören sie nicht zu den Gewächsen, die die normal-bürgerliche Küche standardmäßig verwendet, zumal die Preise, die für Trüffeln gefordert und gezahlt werden, in Dimensionen vorstoßen, die für Exklusivität garantieren. Seit einigen Jahren hat man in den Regionen, in denen diese exquisiten und teuren Pilze gefunden werden können, angefangen, darüber nachzudenken, ob man sie nicht züchten könnte. Das geht zwar nicht so einfach wie bei Champignons, aber einige Experten haben dennoch Verfahren entwickelt, die ihre ersten Ergebnisse zeigen, und die sind ermutigend. Und, mindestens ebenso wichtig: man kann keine Qualitäts- und Geschmacksunterschiede zwischen wilden und gezüchteten Exemplaren ausmachen.

Die Nachfrage nach Trüffeln in Frankreich übersteigt seit langem die Mengen, die in  nach traditionellem Verfahren geerntet werden konnten, so dass Trüffeln importiert werden mussten, vornehmlich aus Italien aber auch aus China. Die durchschnittlich in den letzten Jahren in Frankreich geerntete Menge überstieg nie 50 Tonnen, und in 2016, als besonders ungünstige klimatische Bedingungen das Wachstum der Trüffeln behindert haben, lag sie deutlich darunter. Daraus ergaben sich Preise für die Trüffeln, die in die Nähe und über die Marke von 1000 Euro pro Kilo schnellten. Es ist noch verfrüht, um gesicherte Prognosen darüber anzustellen, in welchen Mengen künftig Trüffeln gezielt gezüchtet werden können, aber die Aussichten sind so, dass man annehmen kann, dass in den nächsten Jahren, das Angebot an Trüffeln in Frankreich zunehmen wird, wobei ein wahrnehmbarer Teil der Angebote aus Zuchtbetrieben stammen wird.

(Axelle Maquin-Roy : La truffe, ça se cultive, in: MAGSO, Beilag zu SUDOUEST, 31.12. 2106

 

Offices de Tourisme

Mit Wirkung vom 1. Januar 2017 werden die bisherigen Gemeindeverbände Pointe du Médoc und Lacs médocains zusammengelegt, weil ihre Größe unter der von der Präfektur angesetzten Mindestgröße für Gemeindeverbände liegt. Der neue Gemeindeverband wird den Namen Médoc Atlantique tragen. Die mit der Zusammenlegung erwartete Einsparung von Verwaltungskosten soll sich auch bei den Offices de Tourisme zeigen. Aus diesem Grund werden die bisher teilweise in der Regie der einzelnen Gemeinden geführten Office de Tourisme in einen größeren Verband überführt. Der Verwaltungssitz des neuen gemeindeübergreifenden Office de Tourisme wird in Lacanau sein. Die bisher selbständigen Tourismusbüros bleiben erhalten, werden jedoch verwaltungsmäßig zentral geführt und finanziert. Die dafür erforderlichen Kosten werden aus der Taxe de séjour bestritten. Die Lokalitäten und die Einrichtungen der bisherigen Offices de Tourisme werden von den Gemeinden kostenfrei der neuen Organisation zur Verfügung gestellt. Auch die bisher bestehenden Arbeitsverhältnisse der Angestellten werden nicht verändert, so dass diejenigen, die sich bei den Offices de Tourisme informieren, kaum merken werden, dass es im Hintergrund Veränderungen gegeben hat..

(M. Caporal: Quel sort pour les offices de tourisme ? in: SUDOUEST, 31. 12. 2016)

 

Noch kein  Winter

In Frankreich wird es kalt oder es ist schon frostig. Allein im Südwesten und am Mittelmeer bleiben die Temperaturen in den nächsten Tagen noch im positiven Bereich. Das gilt zumal für die Nachttemperaturen, die in weiten Teilen Frankreichs deutlich unter die Frostgrenze gefallen sind, während es in der Nouvelle-Aquitaine immer noch relativ mild mit Temperaturen im Bereich über Null Grad zuging. Diese Wetterlage, die von einem Zustrom Milder Luft aus Nordwest dominiert wurde, wird jedoch nicht lange Bestand haben. Bad drohen auch im Südwesten Frankreich zumindest für ein paar Tage winterliche Nachttemperaturen. Ein richtiger Winter wird daraus aber in absehbarer Zeit nicht.

(V. Romain: La France a froid mais pas le Sud-Ouest : pourquoi ? Est-ce que ça va durer ? In SUDOUEST, 30. 12. 2016, 14.22h, Internet-Ausg.